Wer bezahlt den Journalismus von morgen?

Programm

Dienstag, 3. September 2013

10 Uhr
Begrüßung und Einführung

  • Christoph Müller-Hofstede, Bundeszentrale für politische Bildung
  • Demian von Osten, Tagungsmoderation

    10:15 Uhr
    Einführung: Warum sich Journalisten/innen mit Geld beschäftigen sollten

  • Peter Littger, Innovation Media Consulting

    "Zeitungsverlage ignorieren die Zeichen der Zeit", sagt Peter Littger, Berater bei Innovation Media Consulting in London. Anstatt sich in Zeiten des Medienwandels selbst aktiv zu wandeln, trauerten sie alten Zeiten nach. Er sagt: Journalisten müssen endlich aufhören, auf eine magische Heilmethode zu warten.

    11:30 Uhr
    Die Geschäftsmodelle der Verlage funktionieren nicht mehr – was nun?

  • Stefanie Hauer, Verlagsleiterin Zeitverlag
  • Thomas Knüwer, Unternehmensberater
  • Dr. Kurt Sabathil, Geschäftsführer Schwäbisch Media

    Jahrzehntelang befanden sich Zeitungen in einer luxuriösen Situation: Hohe Anzeigeerlöse garantierten eine gute finanzielle Ausstattung der Redaktionen. Doch mit dem Internet sanken nicht nur die Preise für Anzeigen, sondern auch die Auflagen der Zeitungen. Immer mehr Zeitungen brechen unter dem wirtschaftlichen Druck zusammen. Neue lukrative Geschäftsmodelle im Internet sind bisher kaum in Sicht. Haben die Verlage den Medienwandel verschlafen?

    12:30 Uhr
    Mittagessen


    13:30 Uhr
    Zwischen Qualität und Quote: Der öffentlich-rechtliche Kampf um Legitimation

  • Andreas Cichowicz, Chefredakteur des NDR Fernsehens
  • Dr. Hans Peter Siebenhaar, Medienjournalist Handelsblatt
  • Dr. Johannes Beermann, Chef der Staatskanzlei Sachsen
  • Dr. Carsten Brosda, Amtsleiter Medien Stadt Hamburg
    Moderation: Marion Kraske, freie Moderatorin

    Seit der Einführung des Rundfunkbeitrags 2013 befinden sich die öffentlich-rechtlichen Medien unter großem Legitimationsdruck. Dabei stehen sie vor einem Dilemma: Machen sie erfolgreiche Formate für die Massen, wird ihnen vorgeworfen, die Privaten zu kopieren. Setzen sie auf journalistische Qualität, erreichen sie oft nur ein Nischenpublikum. Progressive Denker fordern unterdessen: Öffentlich-rechtlicher Journalismus gehöre ins Netz.

    14:45 Uhr
    Workshop: Crowdfunding – Praxisbeispiele, wie man Journalismus selbst finanzieren kann

  • Pauline Tillmann, freie Korrespondentin in St. Petersburg
  • Tilo Jung, Gründer von jung & naiv
  • Marcus Pfeil, Gründer von Follow the money

    Ein journalistisches Projekt selber finanzieren? Klingt verlockend, ist aber oft schwieriger als gedacht. Crowdfunding-Plattformen sind schon seit ein paar Jahren beliebt, in Deutschland gibt es mittlerweile aber auch eine rein journalistische Crowdfunding-Plattform. Doch ist Crowdfunding der Schlüssel zum guten Journalismus von morgen? Einige Crowdfunder berichten aus der Praxis.

    16 Uhr
    Journalistische Unternehmer: Neue journalistische Formen im Netz
  • Philipp Schwörbel, Prenzlauer Berg Nachrichten
  • Thomas Wiegold, Blogger "Augen Geradeaus!"
  • Tim Pritlove, Podcaster

    Ihre Inhalte verkaufen mussten Journalisten schon immer – doch früher meist gegenüber der eigenen Redaktion. Zunehmend wichtiger wird für Journalisten dagegen das öffentliche Selbstmarketing. Ein eigener Blog oder Auftritte in Social Networks führen bei freien Journalisten mittlerweile häufig zu Aufträgen. Manche leben ausschließlich von neuen journalistischen Formen im Netz. Ist erfolgreiches Eigenmarketing für freie Journalisten in Zukunft unerlässlich? Können Journalisten ihre Inhalte in Zukunft ausschließlich über das Web finanzieren?


    Mittwoch, 4. September 2013

    10 Uhr
    Streitgespräch: Stiftungsfinanzierter Journalismus - ein Modell für Deutschland?

  • Stephan Weichert, Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation Hamburg
  • Frank Lobigs, Technische Universität Dortmund

    Es ist ein Projekt, das große Aufmerksamkeit erregt hat: Die journalistische Stiftung Pro Publica in den USA. Unterstützt von reichen Geldgebern, führt sie investigative journalistische Projekte durch und stellt sie dann renommierten Zeitungen zur Verfügung sowie unter einer freien Lizenz ins Netz. Für ihre Arbeit gewann Pro Publica schon zwei Pulitzerpreise. Doch könnte es so etwas auch in Deutschland geben? Stephan Weichert meint, dass Stiftungen einen Weg zur Sicherung des Qualitätsjournalismus in Deutschland darstellen können – sein Kollege Frank Lobigs meint das nicht.

    11:30 Uhr
    Zwischen fest und frei: Wie finde ich meinen Weg heute im Journalismus?

  • Birgit Svensson, freie Journalistin, Bagdad
  • Catrin Boldebuck, Chefin vom Dienst, stern

    Feste Stellen gibt es im Journalismus immer seltener, erst recht als Reporter. Wer wirklich seinen Traum verwirklichen möchte und "draußen" Geschichten aufdecken möchte, muss oft frei arbeiten. Doch das erfordert eine Menge Mut: Kein festes Einkommen, keine festen Strukturen, stattdessen viel Selbstorganisation und -disziplin. Doch auch freie Journalisten/innen können es schaffen, wie das Netzwerk "Weltreporter" zeigt, zu dem sich freie Auslandskorrespondenten/innen zusammengeschlossen haben. Freies Arbeiten oder Karriere in der Organisation: Welches ist mein Weg im Journalismus?

    12:30 Uhr
    Mittagspause


    13:30 Uhr
    Große Verdienste, kaum Verdienst: Prekäre Arbeitsverhältnisse von Journalisten/innen

  • Maximilane Rüggeberg, klagte auf ihrem Blog über prekäre Arbeitsverhältnisse
  • Joachim Braun, Chefredakteur beim Nordbayerischen Kurier, Bayreuth
  • Michael Konken, Vorsitzender Deutscher Journalisten-Verband
    Moderation: Sandra Stalinski, freie Journalistin Berlin

    Journalist/in ist immer noch der Traumberuf vieler Jugendlicher. Doch die Zukunftsaussichten sind alles andere als rosig: Viele hangeln sich von Zeitvertrag zu Zeitvertrag oder leben von kleinen Pauschalisten-Honoraren. Dabei braucht eine Gesellschaft, die Medien als die Vierte Gewalt sieht, exzellente Journalisten/innen. Doch wie gibt man denen beruflich und finanziell eine Perspektive?

    15 Uhr
    Abschlussvortrag: Die Zukunft selber in die Hand nehmen

  • Marcus Engert, Gründer und Redaktionsleiter von detektor.fm

    Der Journalismus verändert sich – und in Veränderungen braucht es Innovationen. Innovationen von motivierten jungen Menschen. Marcus Engert gewann für seine Arbeit mit detektor.fm den Deutschen Radiopreis und sagt: Die Medienlandschaft verändert sich – lasst sie uns gestalten.

    Gesamtkonzeption und Tagungsmoderation: Demian von Osten

    Demian von Osten, geb. 1983 in Bonn, hat in Mannheim und Lyon Politische Wissenschaft und Betriebswirtschaftslehre studiert. In verschiedenen Praktika hat er alle Mediengattungen kennengelernt: Von der Lokalzeitung über die Nachrichtenagentur bis hin zu Hörfunk und Fernsehen. Fünf Jahre lang war er Nachrichtenredakteur beim SWR, bevor er für ein trimediales Volontariat zum WDR nach Köln wechselte. Im Anschluss an das Volontariat hat er als Redakteur für das “ARD Morgenmagazin” und die Programmgruppe Europa und Ausland gearbeitet. Seit 2012 ist er als freier Journalist für die ARD-Sendungen “Weltspiegel”, “ARD Morgenmagazin” sowie für das WDR Fernsehen und den ARD-Hörfunk tätig und ist Trainer für journalistische Recherche bei verschiedenen ARD-Anstalten.

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