6.11.2017 | Von:
Wolfram Hilpert

Politische Bildung als Aufgabe. Inklusivität als Anspruch

Charakteristika der Reihe „einfach POLITIK“

Die Selbstvertretungsbewegung für Menschen mit Lernschwierigkeiten hat seit den 90er Jahren für die Zielgruppe adäquate schriftliche Materialien eingefordert und initiiert. Diese Anregungen und Forderungen sind auch Ausgangspunkt der Entwicklung der Reihe „einfach POLITIK“.
Der hier in den Blick genommene Prozess reflektiert die Nutzungsmöglichkeiten entsprechender Materialien für die politische Bildung. Bei diesem Prozess wollte und konnte man nicht bei dem Ausgangspunkt stehen bleiben. Aber der Ausgangspunkt bleibt im Blick. Dies zeigt insbesondere die intensive Zusammenarbeit mit dem Institut für Sonderpädagogik der Uni Hannover.
Auch die Tatsache, dass viele Elemente der Reihe seit dem ersten Heft gleichgeblieben sind und auch denen typischer Produkte der Leichten Sprache entsprechen, bestätigt: Der Ausgangspunkt ist im Blick geblieben, auch wenn sich das Produkt bewusst weiterentwickelt hat.

a) Charakteristika analog der Regeln „Leichte Sprache“
In Texten der Reihe „einfach POLITIK“ finden Verwendung:
  • einfache Wörter
  • kurze Sätze
  • möglichst keine Nebensätze
  • möglichst keine Passivkonstruktionen
Typisch für die Gestaltung der Broschüren der Reihe:
  • größere Schrift als üblich
  • Zeilenumbruch nach Satzende oder nach Sinnabschnitten
  • kurze Absätze, übersichtliches Layout
  • Bilder unterstützen den Text
b) Charakteristika, die die Bezeichnung „einfache Sprache“ induzieren
Andere Charakteristika der Reihe sind Ergebnisse des Diskussionsprozesses. Sie sind Gründe, warum von Produkten in einfacher Sprache gesprochen wird und nicht von solchen in Leichter Sprache. Dazu zählt:
  • Es werden keine Bindestriche zwischen den Wortteilen zusammengesetzter Wörter verwendet.
  • Fachbegriffe werden verwendet und eingeführt (z.B. absolute Mehrheit). Sie sind gekennzeichnet, fett geschrieben, und werden erklärt.
  • Die Texte vermeiden möglichst wertende Aussagen wie „das ist gut“, auch wenn dies manchmal einfacher ist, als sachlich zu beschreiben.
  • Die Sätze sind einfach, aber grammatikalisch korrekt.
  • Um dem individuellen Bedarf derer, die etwas mehr wissen wollen, gerecht zu werden, erklären wir ergänzend auch Zusammenhänge, die etwas schwieriger sind: Zum Beispiel: Im Bundestagswahlheft die 5% Klausel.