28.6.2019

DARE TO DREAM OF EUROPE

Eurovision Song Contest als kulturpolitischer Laufsteg Europas

Fans schwenken Nationalflaggen beim Finale des 59. Eurovision Song Contest (ESC) in Kopenhagen, 2014.Fans schwenken Nationalflaggen beim Finale des 59. Eurovision Song Contest (ESC) in Kopenhagen, 2014. (© dpa)

Die Tagungsreihe "bpb: METRO" widmet sich seit 2013 einer Metropole, einem Land oder einer bestimmten urbanen Community und setzt diese in Bezug zu Berlin.

Diese Ausgabe nahm die Europawahl 2019 zum Anlass und widmete sich, aus der Perspektive des Eurovision Song Contest (ESC), diesmal ganz Europa. Durchgehend seit 63 Jahren singt, tanzt, aber auch reflektiert und beeinflusst der ESC den kulturellen, politischen und sozialen Wandel Europas. Am Tag des ESC-Finales, in der Vorwoche zur Europawahl, am 18. Mai 2019 fand eine vielfältige ESC-Veranstaltung in der Kalkscheune in Berlin statt.

Mit diskursiven und künstlerischen Formaten sind wir mit unserem Publikum und internationalen ESC-Expertinnen der Geschichte und Gegenwart des Eurovison Song Contest begegnet. Dr. Irving Wolther, bekannt als Dr. Eurovision, kam direkt aus Tel Aviv eingeflogen und hat die Tagung mit einer beeindruckenden und sehr informativen Rede über die Mechanismen hinter den ESC-Kulissen eröffnet. Es folgten zwei Diskussionen unter der hervorragenden Moderation von Tobi Müller. Katja Lucker, Prof. Dr. Susanne Binas-Preisendörfer und Jan Feddersen - live aus Tel Aviv, diskutierten über Pop-Musik, ESC-Fans, aktuelle Rhythmen und die Bedeutung der Länder-Präsentationen auf der ESC-Bühne. Die zweite Diskussion fokussierte sich auf die politische und gesellschaftliche Rolle des ESC und stellte auch einen kurzen aber beeindruckenden Auftritt von Ruslana, der ESC-Gewinnerin aus dem Jahr 2004, dar. Neben Ruslana diskutierten auch Dr. Dean Vuletic und Dr. Irving Wolther darüber, wie (und ob) der ESC die Communities für politische, gesellschaftliche und ökologische Themen sensibilisiert. Schließlich folgten drei spannende Sit&Talk Runden. Der ESC als Popgeschichte deutscher Selbstbilder und Selbstverständnisse wurde mit Dr. Thorsten Hindrichs diskutiert, die Ost-West-Beziehungen und der Eurovision Song Contest mit Dr. Dean Vuletic reflektiert und die Queer-Politik beim Eurovision Song Contest mit Dr. Milija Gluhovic an Beispielen erläutert.

Zum Schluss haben wir alle zusammen das ESC-Finale angeschaut und mit internationalem Publikum, u. a. aus Island, Serbien und Korea, Europa zelebriert.
Die ausgewählten Fotografien dokumentieren die Momente dieser speziellen Ausgabe der "bpb: METRO" Reihe zum Eurovision Song Contest als kulturpolitischem Laufsteg Europas.

Impressionen der bpb: METRO Veranstaltung zum ESC