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20 Jahre 9/11: Einfluss von Terrorismus- und Sicherheitsdiskursen auf Heranwachsende

ONLINE-SEMINAR:

Die Anschläge auf das World-Trade-Center und das Pentagon am 11. September 2001 stellten in mehrfacher Hinsicht eine Zäsur dar. Die Zahl der Opfer, die materielle Zerstörung und die symbolische Bedeutung dieses Terroraktes waren präzedenzlos. Sie zeigten auf, wie verwundbar auch eine militärische Großmacht wie die USA angesichts dieser Form von Gewalt war. Trotz der Tatsache, dass terroristische Gewalt auch in sog. Westen nichts Neues war, begriffen sich viele Menschen in den USA und Europa damals erstmals als direkt betroffen und persönlich gefährdet. Die Anschläge rückte den internationalen Dschihadismus ins Zentrum von öffentlicher Aufmerksamkeit und Sicherheitspolitik und diente in den Folgejahren der Legitimation kriegerischer Auseinandersetzungen, von denen die längste – der Afghanistankrieg – erst in diesem Jahr unrühmlich zu Ende ging.

Ein weiterer Effekt war eine Zunahme von Diskriminierung gegenüber und Übergriffen auf als muslimisch gelesene Menschen und muslimische Einrichtungen. In den USA, wie auch in Deutschland und Europa wurde die Kategorie “Muslim/-in“ immer stärker zu einem Instrument der Markierung und Ausgrenzung. Menschen mit muslimischem Hintergrund machten zunehmend die Erfahrung, dass sie plötzlich primär über ihre (vermeintliche) Religion definiert wurden und dass damit häufig die Erwartung an sie herangetragen wurde, sich in besonderer Weise von Terror und Gewalt zu distanzieren. In der öffentlichen Debatte wurden Fragen von Religion und Integration wurden zunehmend mit Sicherheitsdiskursen vermengt, während ein Großteil der Medien sich gegenseitig in der Darstellung des Islams als gewaltaffin und archaisch übertraf und alte “orientalistische“ Bilder aktualisierte. Diese Phänomene hatten nicht zu unterschätzende Auswirkungen auf die Selbst- und Weltsicht muslimischer und nicht-muslimischer Heranwachsender der letzten zwei Jahrzehnte.

Doch wie lassen sich Terrorismus und die angesprochenen Entwicklungen in der Jugendarbeit thematisieren? Wie sehr prägt der Sicherheitsdiskurs die öffentlichen Bilder von „dem“ Islam und „den“ Muslimen? Welche Rolle spielt dabei das dynamisch gewachsene Feld der Präventionsarbeit? Welche Wirkung haben diese Diskurse auf muslimische (oder muslimisch gelesene) Heranwachsende? Und wie können diskriminierungssensible Jugendprojekte praktisch aussehen, die den Jugendlichen Raum geben für die Artikulation eigener Ängste und die Verarbeitung medialer Bilder und dabei die Analysefähigkeit für politische Zusammenhänge und die Entwicklung einer politischen Haltung stärken? Diesen Fragen widmen sich die beiden Referierenden, Amir Alexander Fahim und Dr. Anna Krämer, im Rahmen des Seminars mit einer Mischung aus Inputs und interaktiven Gruppenphasen.

Das Seminar umfasst (einschließlich Pausen) 8,5 Stunden: Freitag, 24.09., 14:00-18:00 Uhr und Samstag, 25.09., 09:30-14:00 Uhr.

Termin

24.09.2021,14:00 bis 25.09.2021,14:00

Für

Beschäftigte und Aktive in der Jugend-, Sozial- und Bildungsarbeit sowie in Wissenschaft und Verwaltung

Veranstalter

Bundeszentrale für politische Bildung/bpb

Anmeldung

Teilnahmegebühr: keine
Die Teilnehmer*innen-Zahl ist auf 15 Personen beschränkt. Wir behalten uns vor, die Anmeldefrist bei sehr großem Andrang vorzeitig zu beenden. Ihre Anmeldung ist erst verbindlich, wenn Sie von unserer Seite eine Bestätigung erhalten.

Kontakt

Bundeszentrale für politische Bildung
Frank Schellenberg
Tel. +49 (0)228 99 515-343
frank.schellenberg@bpb.de

Pressekontakt

Journalistinnen und Journalisten wenden sich bitte an die Pressestelle.



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