Ein syrischer Soldat mit einer AK-47 an einem Checkpoint In Damaskus, 21.08.2013.

Konfliktporträts

In diesem Kapitel werden zahlreiche akute innerstaatliche Konflikte vorgestellt. Die Konfliktporträts geben einen Überblick über die aktuelle Situation, über Ursachen und Hintergründe, über Bearbeitungs- und Lösungsansätze sowie über den Ursprung und die Geschichte der Konflikte.

Deutscher ISAF-Soldat in Straßburg

Lutz Schrader

Innerstaatliche Konflikte – aktuelle Situation und Trends

Zwar ist 2017 und 2018 die Zahl gewaltsamer Krisen und Kriege im Vergleich zum Vorjahr insgesamt konstant geblieben. Doch eine Umkehr des seit zehn Jahren ansteigenden Trends ist nicht in Sicht. Besonders beunruhigend ist die zunehmende Unversöhnlichkeit und Brutalität der Konflikte.

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Polizist der Afghanistan National Order Civil Police (ANCOP) in der Helmand Province, März 2012.

Thomas Ruttig

Afghanistan

Der bewaffnete Konflikt hält bei hoher Intensität an. Die USA verstärken unter Präsident Trump wieder ihre militärischen Anstrengungen, doch die Taliban haben weiterhin die Initiative. Ein Durchbruch zu Gesprächen über eine politische Lösung gelang nicht. Gleichzeitig wachsen Armut und Ungleichheit.

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Sicherheitskräfte nach einer islamistischen Demonstration in den Straßen Alexandrias (03.01.2014).

Ola Kubbara, Jan Claudius Völkel

Ägypten

Die ägyptische Regierung geht hart gegen Oppositionelle und Kritiker vor. Auf anhaltende Terroranschläge auf der Sinai-Halbinsel und in Kairo reagiert sie vor allem militärisch. Die wirtschaftliche Misere, einer der Hauptgründe für die Konfliktanfälligkeit des Landes, verschärft sich durch die Covid-19-Pandemie weiter.

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Buddhistische Mönche protestieren im September 2007 auf den Straßen von Yangon, 24.07.2007.

Mandy Fox

Birma/Myanmar

In Myanmar nehmen die Kämpfe zwischen Armee und ethnischen Gruppen an Intensität zu. Die Folge sind über 240.000 Binnenvertriebene und fast eine Million Flüchtlinge in den Nachbarländern. Die zivile Regierung taktiert angesichts des Widerstands des Militärs gegen die Föderalisierung des Staates.

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Präsident Pierre Nkurunziza (Mitte) während der Vereidigung des neuen Kabinetts in Bujumbura am 25.08.2015.

Julia Grauvogel

Burundi

Die Entscheidung von Präsident Nkurunziza, für eine verfassungswidrige dritte Amtszeit zu kandidieren, führte 2015 zu Unruhen. Seitdem hat sich die Lage nur scheinbar beruhigt. Das Regime geht massiv gegen Oppositionelle, Zivilgesellschaft und Journalisten vor. 430.000 Menschen sind ins Ausland geflohen.

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Buddhistische Mönche auf einem Protestmarsch fordern die Unabhängigkeit Tibets vor internationalen Journalisten in Gansu, China.

Kristin Kupfer

China - Tibet

Mit der weitreichenden Zerstörung des buddhistischen Klosters und Studienzentrums Larung Gar in den mehrheitlich von Tibetern bewohnten westlichen Provinz Sichuan außerhalb der Autonomen Region Tibet (TAR) hat China signalisiert: Es beabsichtigt, den Konflikt allein nach seinen Vorstellungen "lösen" zu wollen.

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Eine uigurische Frau mit Kind passiert ein zerstörtes Auto in der Regionshauptstadt Ürümqi (15.07.2009).

Kristin Kupfer

China - Xinjiang

Durch einen massiven Ausbau des Sicherheitsapparats und Repression hat die chinesische Führung gewalttätige Attacken gegen Han-Chinesen und staatliche Einrichtungen eingedämmt. Seit Beginn des Jahres 2017 greift die lokale Regierung massiv in die Lebensgestaltung der muslimischen Uiguren ein.

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Ein schwerer Metallzaun mit Stacheldraht an der Schwarzmeerküste von Adler-Sotschi markiert am 18.06.2017 die Grenze zwischen Russland und der autonomen Republik Abchasien.

Marion Kipiani

Georgien

Die Situation an der De-facto-Grenze zwischen Georgien und den abtrünnigen Regionen Abchasien und Südossetien ist seit dem georgisch-russischen Krieg im August 2008 weitgehend ruhig. Doch bleibt die Lage angesichts der Unvereinbarkeit der Positionen und der zahlreichen Behinderungen des kleinen Grenzverkehrs angespannt.

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Graffiti der Communist Party of India in Kolkata, Indien.

Thorsten Wojczewski

Indien

Seit der Machtübernahme der hindu-nationalistischen BJP verzeichnet Indien einen Anstieg der Gewalt zwischen den religiösen Gemeinschaften. Die ethno-politischen Konflikte halten indes bei niedriger Intensität an, vor allem der maoistische "Volksbefreiungskrieg" sowie die Autonomie- und Sezessionsbestrebungen im abgelegenen Nordosten.

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Flüchtlingslager in der Amran-Provinz im Nordjemen am 25.11.2019: 3,65 Mio. Binnenflüchtlinge werden in Lagern versorgt.

Marie-Christine Heinze, Sebastian Sons

Jemen

Seit 2015 tobt ein Mehrfrontenkrieg im Jemen, in den Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate interveniert haben. Eine politische Lösung ist in weite Ferne gerückt. Mit der Ausbreitung von Covid-19 droht dem Land eine weitere humanitäre Katastrophe.

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Kaschmiris rufen anti-indische Slogans während einer Demonstration in Srinagar, 21. August  2010.

Sandra Destradi

Kaschmir

Die Lage in Kaschmir ist angespannt wie schon lange nicht mehr. Von Pakistan unterstützte Terrorgruppen haben mehrfach indische Militärstützpunkte angegriffen. Im von Indien kontrollierten Teil Kaschmirs löste die Tötung eines Rebellenführers Unruhen aus, die von Sicherheitskräften massiv unterdrückt wurden.

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Bei den Kongresswahlen im März 2018 wurde die rechtskonservative Partei des ehemaligen Präsidenten Uribe stärkste Kraft, während die Partei des amtierenden Präsidenten Santos zu den Verlierern zählt. Die Partei FARC blieb weit abgeschlagen bei weniger als 1% der Stimmen.

Christiane Schwarz und Alexandra Huck

Kolumbien

Im November 2016 unterzeichneten die kolumbianische Regierung und die FARC-Guerilla einen Friedensvertrag. Die Umsetzung ist von politischen Widerständen gekennzeichnet. Der Verhandlungsprozess mit der kleineren ELN-Guerilla steckt in der Krise. Neo-paramilitärische und Narco-Gruppen sind weiter aktiv.

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Proteste in Kinshasa am 19. September 2016.

Nadine Ansorg

Demokratische Republik Kongo

Präsident Kabila stemmt sich trotz gegenteiliger Zusagen gegen Neuwahlen. Er und sein Umfeld wollen weiter den Staat ausplündern. Wie wichtig eine handlungsfähige und legitime Regierung ist, verdeutlichen die Kämpfe zwischen Regierungseinheiten und der Rebellengruppe Kamuina Nsapu in den beiden Kasai-Provinzen.

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Pristina am 28.11.2015: Oppositionelle Proteste gegen das Abkommen zwischen Serbien und Kosovo.

Julia Nietsch

Kosovo

In einem Klima nationalistischer Rhetorik und wechselseitiger Provokationen gab es 2016/2017 kaum Fortschritte im von der EU vermittelten Dialogprozess zwischen Kosovo und Serbien. In der Folge blieb auch die Integration der serbischen Minderheit schwierig. Kosovo-Albaner und Kosovo-Serben leben weitgehend getrennt voneinander.

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24. Januar 2018: Türkische Panzer in der Provinz Hatay, die im Rahmen der "Operation Olivenzweig" eingesetzt werden sollen.

Moritz A. Mihatsch

Kurdenkonflikt

Die Lage der Kurden ist 2017 komplizierter geworden. In keinem der vier Konfliktländer ist eine baldige Lösung absehbar. Vielmehr zeichnet sich eine erneute Eskalation ab. Denn der Sieg über den Islamischen Staat (IS) könnte zu einem Rückgang der internationalen Unterstützung und Aufmerksamkeit führen.

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27.03.2018, Libanon, Baalbek: Syrische Flüchtlinge bereiten in einem Flüchtlingslager das Mittagssen für ihre Kinder vor.

Diana Hodali

Libanon

Obwohl der Libanon tief in den Syrien-Krieg verstrickt ist, bewahrt das Land mühsam seine Stabilität. Die innenpolitischen Probleme haben die rivalisierenden Parteien immer noch nicht im Griff. Im Mai wird seit 2009 das erste Mal neu gewählt.

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Eine Autobombe zerstört am 23. April 2013 die französische Botschaft in Tripolis.

Wolfram Lacher

Libyen

Seit dem Sturz von Diktator Gaddafi 2011 ist Libyen weitgehend ohne staatliche Autorität. Zahlreiche Gruppierungen ringen um die Macht. Die seit Dezember 2015 amtierende Einheitsregierung hat selbst in der Hauptstadt nur begrenzt Einfluss. Die Kräfte des Generals Chalifa Haftar kontrollieren den Osten des Landes.

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Immer häufiger werden Zivilisten Opfer von Terroranschlägen in Mali - so wie im November 2015: Bei dem Anschlag auf ein Hotel und einer Geiselnahme in Malis Hauptstadt Bamako starben mehr als 20 Personen.

Helga Dickow

Mali

Mali und die Sahelzone sind Konfliktschauplätze zwischen terroristischen Gruppierungen und nationalen sowie internationalen Streitkräften. Trotz des Friedensabkommens zwischen der malischen Regierung und den bewaffneten Rebellengruppen unter Federführung einer von Algerien geführten Mediation ist die Stabilität des Landes noch nicht gesichert.

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Eine Bürgerwehr im Ort La Mira in Mexiko.

Karsten Bechle

Mexiko

In Mexiko hat die Gewalt im Drogenkrieg einen neuen Höhepunkt erreicht. Die Hauptkonfliktursache sind die enormen Gewinne, die im Handel mit illegalen Drogen erzielt werden. Die schwachen Institutionen des Landes können der Macht der Kartelle nur wenig entgegensetzen.

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Das Panzerdenkmal in Schuschi, Nagorny-Karabach (Bergkarabach).

Uwe Halbach

Nagorny-Karabach

Anfang April 2016 kam es zu den heftigsten Zusammenstößen zwischen armenischen und aserbaidschanischen Truppen im Konflikt um Nagorny (Berg-) Karabach seit Ende des "ersten" Karabach-Kriegs 1994. Weltweit wächst die Sorge vor einem neuen Krieg in diesem ältesten postsowjetischen Sezessionskonflikt im Südkaukasus.

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19.02.2016: In Ost-Jerusalem verletzt der 20-jährige Palästinsenser Mohammed Abu Khalaf zwei Grenzpolizisten mit einem Messer und wird daraufhin von Sicherheitskräften erschossen. Das Bild zeigt den Tatort nach der Tat.

Margret Johannsen

Nahost

Fünfzig Jahre nach dem Sechstagekrieg gibt es keine Anzeichen für die Beilegung des Konflikts. Gewaltakte jüdischer Siedler, Angriffe meist junger Palästinenser sowie die humanitäre Krise im Gazastreifen kennzeichnen die Lage. Neu sind erste Schritte der Wiederannäherung zwischen den Palästinenserorganisationen Fatah und Hamas.

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Boko Haram-Terroristen auf einem Plakat in Maiduguri, Nigeria.

Heinrich Bergstresser

Nigeria

Das bevölkerungsreichste Land Afrikas sieht sich zahlreichen Gewaltkonflikten sowie tiefen politischen, sozioökonomischen und kulturellen Spaltungen gegenüber. Präsident Buhari, der einstige Putschist, Juntachef und Förderer der Islamisierung Nordnigerias, bleibt auch in seiner zweiten und letzten Amtszeit lediglich Sachverwalter des krisengeschüttelten Landes.

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Trotz massiver Bemühungen Moskaus kann die Sicherheitslage im Nordkaukasus nicht als stabil bezeichnet werden: Anschlag auf das zentrale Pressehaus in Grosny im Dezember 2014.

Regine Heller

Nordkaukasus

Was vor 25 Jahren als ethno-nationalistischer Unabhängigkeitskampf in Tschetschenien begann, hat sich in einen nationalistisch ausgerichteten Dschihad in der Region Nordkaukasus verwandelt. Unter dem Einfluss des IS droht eine erneute Transformation – in einen Konflikt, der ganz Russland erfassen könnte.

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Pakistanische Rettungstruppen erreichen das Marriott-Hotel in Islamabad, auf das am 20.08.2008 ein Bombenanschlag verübt wurde.

Thorsten Wojczewski

Pakistan

Mit der Amtsenthebung von Premierminister Nawaz Sharif wegen Korruptionsvorwürfen im Juni 2017 hat Pakistans demokratische Konsolidierung einen weiteren Dämpfer erhalten. Durch zwei Großoffensiven gegen Aufständische und Terroristen konnte indes kurzzeitig ein Rückgang der Gewalt im Land bewirkt werden.

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Philippinische Islamisten der "Moro Islamic Liberation Front" im Jahr 2012.

Jan Martin Vogel

Philippinen - Bangsamoro

Die Autonomieregelung für den muslimischen Teil der philippinischen Region Mindanao eröffnet die Chance auf ein Ende des bewaffneten Konflikts. In der dreijährigen Übergangsperiode stehen die neuen Eliten, die aus der Unabhängigkeitsbewegung MILF hervorgegangen sind, vor der Herausforderung, einen wirtschaftlichen Aufschwung zu erreichen.

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Wahllokal in Mbare, Harare, 1. August 2013.

Beatrice Schlee

Simbabwe

Der vom Militär als Interimspräsident eingesetzte Emmerson Mnangagwa steht für die Fortsetzung der Alleinherrschaft der Zanu-PF. Er versucht, das Regime vor allem durch eine wirtschaftliche Öffnung zu stabilisieren. Bislang laufen die Forderungen von Opposition und Zivilgesellschaft nach demokratischen Reformen ins Leere.

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Kämpfer der islamistischen al-Shabaab Milizen in der Nähe von Mogadishu im Februar 2011.

Dominik Balthasar

Somalia

Der im Februar 2017 gewählte Präsident Mohamed Abdullahi Mohamed hat ein schwieriges politisches Erbe angetreten. Die neue Regierung versucht, die Sicherheitslage zu verbessern sowie Hunger und Korruption zu bekämpfen. Die islamistische Shabaab-Miliz bleibt mit ihren Attentaten eine ernste Bedrohung.

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April 2017: Tausende Sudanesen marschieren stundenlang zu einer Essenausgabe in Malualkuel, Südsudan. Die Zahl der von Hunger bedrohten Menschen wird auf 4,8 Mio. geschätzt.

Gihan Abdalla

Südsudan

Die Neugründung des südsudanesischen Staates 2011 mündete in einen Bürgerkrieg. Die Hauptursache ist in der Dominanz der Elite aus der Volksgruppe der Dinka zu suchen, die Staat und Wirtschaft kontrolliert. Die Bildung einer Übergangsregierung im April 2016 könnte eine politische Lösung unterstützen.

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Der thailändische Kampfmittelräumdienst untersucht den Ort eines Bombenanschlages in Rangae in der Provinz Narathiwat 2015.

Patrick Ziegenhain

Süd-Thailand

Seit rund fünfzehn Jahren verüben im Süden Thailands separatistische Organisationen Gewalttaten. Sie fordern die Loslösung der islamisch-malaiisch geprägten Gebiete. Der seit 2014 herrschenden Militärregierung gelingt es wie schon ihren Vorgängerinnen nicht, die Gewalt zu reduzieren und den Konflikt einzudämmen.

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Flüchtlingscamp im Süden Sudans im März 2014.

Manfred Öhm

Sudan - Darfur

Im bereits 15 Jahre dauernden Darfur-Krieg liegt eine politische Lösung in weiter Ferne. Im Vorgehen der Staatengemeinschaft zeichnet sich eine Veränderung ab. Die internationale Friedensmission wird verkleinert. Deutschland und die EU konzentrieren sich auf Migrationsbekämpfung und weniger auf die politische Bearbeitung des Konflikts.

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20.10.2017: Blick auf das zerstörte Rakka.

Carsten Wieland

Syrien

Hunderttausende Syrer haben bei der Niederschlagung des friedlichen Aufstands von 2011 ihr Leben verloren, ca. 13 Mio. wurden zu Flüchtlingen. Heute ist Syrien teilweise besetzt und wirtschaftlich am Boden. Der UN-Friedensprozess in Genf stockt, weil es keine internationale Dynamik für einen Friedensschluss gibt.

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Ein eher gering ausgeprägtes Nationalgefühl - dafür große nationale Symbolik: Der 165 Meter hohe Fahnenmast in der tadschikischen Hauptstadt Duschanbe.

Konfliktporträts

Tadschikistan

Seit dem Verbot der "Partei der Islamischen Wiedergeburt" (PIW) im September 2015 scheint der Machtkonflikt zugunsten des Regimes von Präsident Emomali Rahmon entschieden. Doch sein Unvermögen, die drängenden sozio-ökonomischen Probleme des Landes zu lösen, steht einer nachhaltigen Stabilisierung entgegen.

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Ein geflüchtetes Kind im Tregine-Flüchtlingslager steht neben einem Zelt, auf dem das Symbol der UNHCR zu sehen ist

Helga Dickow

Tschad

Abgesehen von Überfällen von Boko Haram im Südwesten des Landes finden im Tschad derzeit keine militärischen Auseinandersetzungen statt. Der seit 1990 regierende Präsident Déby gewann 2016 erneut die Wahlen und unterdrückt jegliche Opposition. Misswirtschaft und sinkende Erdölpreise verstärken Armut und Unzufriedenheit der Bevölkerung.

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Demonstrierende, die vor dem Parlament gegen die Wirtschaftspolitik der Regierung protestieren, werden von der Polizei zurückgedrängt (26.01.2018).

Sarah Mersch

Tunesien

Mit der Verfassung von 2014, die einen Kompromiss zwischen konservativen und progressiven Kräften festschreibt, hat sich die politische Situation in Tunesien leicht stabilisiert. Doch vor allem gravierende wirtschaftliche Probleme untergraben das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit des Staates.

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März 2014: Russische Soldaten ohne Abzeichen besetzen eine ukrainische Kaserne in Perevalnoye auf der Krim.

Andreas Umland

Ukraine

Nach dem Sieg des Volksaufstands "Euromaidan" (2013/14) hat Russland die Schwäche der Ukraine genutzt, um die Krim zu annektieren und eine Separationsbewegung im Donezbecken zu initiieren und zu unterstützen. Russland will so die Westintegration und Europäisierung der Ukraine verhindern.

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04.04.2017: In Caracas kommt es zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Gegnern von Präsident Maduro und Sicherheitskräften.

Claudia Zilla

Venezuela

Die Krise in Venezuela hat gravierende sozioökonomische und humanitäre Folgen für die gesamte Region. Die gespaltene Opposition steht einer immer repressiver agierenden Regierung gegenüber. Manipulierte Wahlen und eine ausschließlich aus regierungstreuen Mitgliedern bestehende verfassunggebende Versammlung sollen dem Regime einen demokratischen Anstrich verleihen.

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Flüchtlinge in Bangui, Zentralafrikanische Republik, im Januar 2014.

Helga Dickow

Zentralafrikanische Republik

Seit 2013 versinkt die Zentralafrikanische Republik in Gewalt – mit dramatischen humanitären Folgen. Weder der Regierung unter Präsident Touadéra noch internationalen Vermittlungsbemühungen gelingt es, das Land zu stabilisieren. Mit Ausnahme der Hauptstadt wird das Land weitgehend von Rebellengruppen beherrscht.

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Interaktives Portal

Informationsportal Krieg und Frieden

Wo gibt es Kriege und Gewaltkonflikte? Und wo herrscht am längsten Frieden? Welches Land gibt am meisten für Rüstung aus? Sicherheitspolitik.bpb.de liefert wichtige Daten und Fakten zu Krieg und Frieden.

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Videoprojekt

Atlas des Arabischen Frühlings

Die Video-Edition des Atlas des Arabischen Frühlings nimmt die Umbrüche in Tunesien, Libyen, Syrien, Ägypten und ihren Nachbarländern unter die Lupe und berichtet über deren überregionale Folgen.

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Syrischen Kurden haben vor rund einer Woche insgesamt knapp 30 Kinder früherer IS-Kämpfer an Frankreich und die Niederlande übergeben. Ob man Kinder von getöteten oder inhaftierten Kämpfern der IS-Terrormiliz in die Heimat ihrer Eltern zurückführen sollte, beschäftigt derzeit die Kommentatoren in mehreren europäischen Ländern.

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Indiens hindu-nationalistische Regierung hat den Autonomiestatus für den Bundesstaat Jammu und Kaschmir in der Verfassung aufgehoben. Zudem entsendete sie Tausende zusätzliche Soldaten ins Kaschmirtal und verhängte Ausgangssperren. Die mehrheitlich muslimische Region wird auch von Pakistan beansprucht und immer wieder von Unruhen erschüttert. Dies ruft auch in Europa Sorge hervor.

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In der syrischen Provinz Idlib, eigentlich als Deeskalationszone deklariert, nehmen die Kämpfe zu. Mit Russlands Unterstützung rückt Assads Armee in dem Rebellengebiet auf die Stadt Khan Scheikhun vor, Zehntausende sind auf der Flucht. Das Verhältnis zischen Ankara und Moskau ist angespannt, nachdem ein türkischer Militärkonvoi aus der Luft angegriffen wurde.

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US-Präsident Trump hat am Wochenende die Afghanistan-Friedensgespräche mit den Taliban überraschend abgebrochen. Als Grund nannte er einen Anschlag, bei dem auch ein US-Soldat getötet wurde. Geplatzt sind laut Trump damit auch ein für den gestrigen Sonntag geplantes Geheimtreffen mit den Taliban sowie dem afghanischen Präsidenten. Kommentatoren versuchen, die neue Lage zu bewerten.

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Sicherheitspolitische Presseschau

Krieg, Terror, gewaltsame Konflikte: Internationale Auseinandersetzungen sind allgegenwärtig. Aber auch auf nationalstaatlicher Ebene spielen Konflikte eine zunehmend wichtigere Rolle. Dabei geht es auch und immer wieder um das Verhältnis von Freiheit und Sicherheit. Seit 2001 verschickt die bpb daher einen täglichen Newsletter mit Beiträgen zu den Folgen von Krieg, Terrorismus und anderen Aspekten der Sicherheitspolitik.

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