23.6.2011 | Von:

Auch Radiosender lieben Facebook

Best-Practice-Beispiel: Radio Bielefeld

"Für uns gehört Facebook zum Redaktionsalltag"

Seit Februar 2010 ist Radio Bielefeld mit eigener Fanpage auf Facebook, mittlerweile wird das Tool auch intensiv genutzt. Mit rund 3000 Fans belegt das NRW-Lokalradio derzeit den 7. Platz in Sebastian Pertschs Hit-Parade unter den 38 auf Facebook aktiven NRW-Lokalradios. Auf Platz 1 liegt Antenne Düsseldorf, die bald den 10.000ten Fan begrüßen dürfte. "Die Zahl der Fans ist für uns nur im Bezug zur eigenen Steigerungsrate wichtig", sagt Knabenreich, "nicht im Vergleich mit anderen Sendern".

Innerhalb der Redaktion von Radio Bielefeld gibt es eine feste Ansprechpartnerin, die in Absprache mit Chef vom Dienst und den Moderatoren für die Bestückung und Reaktionen auf Useranfragen bei Facebook verantwortlich ist.
Roxane Brockschnieder moderiert im Wechsel mit Timo Fratz die Morgenshow bei Radio Bielefeld.Roxane Brockschnieder moderiert im Wechsel mit Timo Fratz die Morgenshow bei Radio Bielefeld.
Nur das Frühteam um Timo Fratz und Roxane Brockschnieder postet morgens eigenständig. Schon ab 4:30 Uhr, vor Beginn der Morningshow, wird über die Themen entschieden und ob es Aufrufe zu Interaktionen geben wird. Der interne schriftliche Leitfaden sieht vor, dass Höreranfragen schnellstmöglich beantwortet werden. Am Wochenende kann es aufgrund der dünneren Personaldecke aber auch schon mal bis zum Montag dauern, bis der Sender reagiert.

Facebook-User loben gerne ihren Radiosender

Genutzt wird Facebook für Meinungsabfragen und Diskussionen, deren Ergebnisse und Meinungsbilder auch im Radioprogramm zitiert werden. Per Facebook ruft der Sender zu Mitmachaktionen auf, wie zum Beispiel zu einer Trabbi-Parade am Tag der deutschen Einheit oder Weihnachtsliedersingen mit 100 Bürogemeinschaften am Morgen. "Facebook bietet uns die Chance zur Interaktion mit anderen Zielgruppen als z.B. bei Call-ins und Straßenumfragen. Über die Rückmeldungen bekommen wir interessante Stimmungsbilder", sagt der Senderchef, der in dem Sozialen Netzwerk auch eine Chance sieht, für das Programm zu werben.
Zum Radiogeburtstag am 1.Juni haben zahlreiche Hörer Glückwünsche und Grüße gepostet, eine große Motivation für die Mannschaft. Foto: Radio BielefeldZum Radiogeburtstag am 1.Juni haben zahlreiche Hörer Glückwünsche und Grüße gepostet, eine große Motivation für die Mannschaft. Foto: Radio Bielefeld


"Immer wieder werden wir über Facebook und Twitter auf interessante Themen und Neuigkeiten hingewiesen. Der Kontakt zu einem besonderen Kreis von ‚heavy usern' hat sich intensiviert", so Knabenreich, der vor allem begrüßt, dass sich auch die Form und Inhalte der Kommunikation mit den Hörern positiv verändert. "Unsere Hörer ergreifen Partei für den Sender und geben regelmäßig positives Feedback. Anrufer beschweren sich meistens, Facebook-User loben auch regelmäßig!"

Mitmachaktionen

"Hörerbeteiligung auf Augenhöhe ist für uns ganz allgemein zentral", sagt Knabenreich. Gemeint sei damit nicht die Interaktion über Gewinnspiele oder Hörergrüße, sondern das aktive Mitgestalten von Programmstrecken. Bestes Beispiel sei "Die Radio Bielefeld Wochenaufgabe":Die beiden Morgenteams um Roxane Brockschnieder und Timo Fratz wecken Bielefeld im wöchentlichen Wechsel. Und sie geben sich gegenseitig Aufgaben. Das Team der jeweiligen Woche erhält immer am Montagmorgen seinen Auftrag und muss ihn schon wenige Tage später am Freitag erledigt haben. Die Aufgaben sind knifflig und die Teams brauchen dafür die Hilfe der Hörer. "Das macht uns und den Hörern Spaß", sagt Morgenmoderator Timo Fratz. "So haben wir mit 350 Hörern einen eigenen Fanblock bei Arminia-Bielefeld gefüllt, mit über 120 Hörern den ersten Innenstadt-Karnevalsumzug Bielefelds organisiert, obwohl Bielefelder in der Regel mit Karneval nichts anfangen können. Und wir haben mit 50 verkleideten Hörern vor Saisonbeginn bei 9 Grad Außentemperatur die Freibad-Saison eröffnet."

Radio soll Spaß machen

Die erste Wochenaufgabe von Roxane an Timo in 2011 lautete: "Bis Donnerstag müsst ihr den allerersten Stau auf der A33 organisieren! Und zwar auf dem noch nicht freigegebenen Teilstück an der Buschkampstraße. Der Stau muss genau 50 Autos lang sein." Morgenmoderator Timo Fratz hat die Aufgabe gelöst und ein Beweisvideo angefertigt. Video: Radio Bielefeld

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Um die Zukunft ist Chefredakteur Martin Knabenreich nicht bange, wenn es dem Sender mit dem imposanten Marktanteil von über 40 Prozent nur gelingt, die Kernkompetenz der lokalen Hörernähe in die zukünftigen Vertriebswege wie Internet und Social Media zu überführen und gleichzeitig das klassische Radioprogramm zur kommunikativen Klammer im Sendegebiet auszubauen. Dafür engagiert sich der Sender lokal auch über das Programm hinaus. Ein Beispiel dafür ist der Bielefeld-Preis. "Hier haben wir Programm, Event, Internet, Video, Downloads, Votingtools usw. erfolgreich miteinander kombiniert und eine lokale Marke aufgebaut", sagt Martin Knabenreich stolz. Mehr Infos dazu unter radiobielefeld.de oder www.bielefeld-preis.de.