3.11.2006

Kindermedienkonferenz

Hauptsache bunt, Hauptsache leicht, Hauptsache lustig? Wie kinderfreundlich sind die Medien wirklich? Auf der Konferenz vom 06. bis 08.12.2006 in Köln diskutierten Macherinnen und Macher der Medienpraxis mit Expertinnen und Experten der Wissenschaft über erfolgreiche Ansätze, neue Ideen, gelungene Beispiele und Qualitätsstandards für Kindermedien.

KinderMedienKonferenz 2006

Hauptsache bunt, Hauptsache leicht, Hauptsache lustig - viel zu häufig gilt in den Redaktionen der Kindermedien das ebenso schlichte wie bequeme Prinzip. Comics und Basteltipps füllen Seiten und Sendeminuten.


Aber haben Kinder lediglich ein Recht auf "soft news"? Wer erläutert ihnen die Entwicklungen und Zusammenhänge einer zunehmend komplexen Welt? Immer mehr Zeitungen veröffentlichen heute eigene Kinderseiten, und auch eine wachsende Anzahl von Online-Angeboten, Radio- und Fernsehsendungen kämpft um die Gunst der Jüngsten. Doch wie kinderfreundlich sind die Medien wirklich?

Auf der ersten KinderMedienKonferenz der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb in Köln vom 6. bis 8. Dezember 2006 diskutierten die Macherinnen und Macher der Medienpraxis mit den Expertinnen und Experten der Wissenschaft über erfolgreiche Ansätze, neue Ideen, gelungene Beispiele und Qualitätsstandards für Kindermedien, denn Kinder sind die Zielgruppe der Zukunft - und der Gegenwart. Teilgenommen haben engagierte Macherinnen und Macher von Kindermedien aus Print-, Online-, Hörfunk- und Fernseh-Redaktionen.

In Vorträgen berichteten Wissenschaftler, was Kinder können und wollen und welche Medien sie nutzen. Zahlreiche Podiumsgespräche thematisierten Politik- und Wissensvermittlung für Kinder, Interaktivität und mediale Aktionen. Doch der Blick blieb nicht auf Deutschland haften. Stuart Gunn, Producer bei der BBC in London, berichtete über die kindgerechten Online-Angebote seines Senders, über Interaktivität und Frühstücks-Internet-TV. Per Bengtsson von der fast 115 Jahre alten schwedischen Zeitung Kamratposten zeigte, wie politische und gesellschaftliche Themen in seinem Blatt aufbereitet werden. Aus Belgien reisten Bénédicte Lemercier und Nathalie Lemaire nach Köln um zu erläutern, wie sie mit Le Journal des enfants belgische Jungen und Mädchen begeistern.

Die KinderMedienKonferenz war die erste medienübergreifende Tagung dieser Art in Deutschland. Nach dem großen Erfolg der Veranstaltung ist eine Nachfolgekonferenz in Planung: "Die bpb engagiert sich intensiv, um mit der KinderMedienKonferenz eine nachhaltige Diskussionsplattform für Kindermedienmacherinnen und -macher zu schaffen und das Thema 'qualitätsvolle Kindermedien' in die Öffentlichkeit zu tragen", sagt bpb-Präsident Thomas Krüger.

Interviews und Statement der Teilnehmer finden Sie hier