19.1.2008

Dschungelcamp im Radio?

Seit dem 6. Januar 2008 sind Deutschlands werbetragenden Radioprogramme wieder auf Hörerjagd. Gewinnspiele sollen dafür sorgen, dass die Hörer sich an die Sender erinnern.

Die werbetragenden Radioprogramme in Deutschland sind derzeit wieder auf Quotenjagd. Vom 6. Januar bis zum 20. April 2008 erhebt die Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse (ag.ma) durch computergestützte Telefoninterviews Zuhörerzahlen in allen Bundesländern. Hochkonjunktur für Gewinnspiele im Radio.

"Hi Kollegen, ist das ein Thema? Was macht Ihr in Eurer Morgenshow? Wartet Ihr noch? Bis die Quote besser wird, oder mal was passiert?", lautet eine Useranfrage auf www.radioforen.de, der meistgenutzten deutschen Onlineplattform für "Radioprofis unter sich".

Die Frage zielt auf die Berichterstattung im Radio zur dritten Neuauflage der RTL-Realityshow "Ich bin ein Star - holt mich hier raus" im australischen Dschungel. Spiegel-Online bezeichnet die Show als "TV-Trash auf Spitzenniveau, in der wieder reichlich Gewürm gekaut wird". Beim Fernsehpublikum kommt's an, RTL erzielt Traumquoten.

Auf Quotenjagd sind derzeit auch wieder alle werbetragenden Radioprogramme in Deutschland. Vom 6. Januar bis zum 20. April 2008 erhebt die Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse (ag.ma) durch computergestützte Telefoninterviews Zuhörerzahlen in allen Bundesländern. Mit mehr oder weniger einfallsreichen Gewinnspielen buhlen die Radiostationen um Aufmerksamkeit

Vom RTL-Dschungelcamp vielleicht inspiriert, präsentierte Antenne Bayern, der erfolgreichste Privatsender aus dem Süden der Republik, seinen Hörern in der Morgensendung eine eigene kleine Ekelshow.
Foto: Antenne BayernFoto: Antenne Bayern (© ABY Pressefoto )
"Was würden Sie für den Antenne Bayern-Neujahrswagen machen?", wollte der Sender seit Jahresbeginn von seinen Hörern wissen. "Was würden Sie einsetzen für diesen Traum auf vier Rädern? Würden Sie Ihr altes Auto verschrotten? Ein Jahr lang freiwillig und ehrenamtlich in einem Altenheim arbeiten? In lebenden Spinnen baden?"

Mehr als 20.000 kreative Vorschläge hat der Sender bekommen. Die drei ungewöhnlichsten Ideen wurden in die Tat umgesetzt. Via Online-Voting entschieden die Antenne-Bayern-Hörer, wem der schicke Wagen im Wert von schätzungsweise 40.000 Tausend Euro in Zukunft gehört.

Die zwanzigjährige Alexandra aus Pfronten im Allgäu durfte, auserwählt von einer Jury, ihren Vorschlag umsetzen. Sie ist - begleitet von vielen "iiihh's" und "uuuuhhs" der weiblichen Antenne-Bayern-Moderatorenriege - mit echten Vogelspinnen in die Badewanne gestiegen. Wer es noch realistischer möchte, kann auf der Internetseite des Senders in einem siebenminütigen Video nachverfolgen, wie die Spinnen dem bayerischen Mädel von den Beinen aufwärts über den Bauch bis an die Schulter krabbeln.

Der Einsatz hat sich nicht gelohnt. Die Nobelkarosse fährt jetzt Konkurrent Manfred aus Berching. Sein Vorschlag stieß auf wesentlich gößere Sympathie: Manfred legte seinen 30 Kilometer langen Weg zur Arbeit mit einem Bobby-Car zurück.