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26.5.2002 | Von:
Uwe Britten

Kindheit in der Dritten Welt

Wie schon die achtziger, so müssen auch die neunziger Jahre für eine kinderbezogene Entwicklungspolitik als ein verlorenes Jahrzehnt gelten. Trotz wichtiger Fortschritte hat sich an den zentralen Problemen kaum etwas verbessert.

Einleitung

Die biographische Phase der Kindheit scheint inzwischen auch in den westeuropäischen Staaten "brüchig" zu werden. Die Shell-Jugendstudie von 1997 sprach davon, dass die gesellschaftlichen Probleme nun auch die Jugend erreicht hätten. Die relative Armut nimmt zu und ließ in den vergangenen Jahren immer mehr Kinder abhängig von Sozialhilfe werden. Leistungsdruck bei gleichzeitiger Perspektivlosigkeit (Jugendarbeitslosigkeit) führen bei Jugendlichen zunehmend zu somatischen Reaktionen und Krankheiten, die bis vor wenigen Jahren noch als Erwachsenenkrankheiten galten. Durch gesellschaftliche Transformationsprozesse finden sich Kinder und Jugendliche immer öfter auf der Verliererseite. Was für uns noch neue Phänomene sind, gehört für die jungen Generationen in der so genannten Dritten Welt seit drei Jahrzehnten zum Alltag. Die Zustände sind in vielen Ländern und Regionen verheerend, obwohl sie es nicht sein müssten.


Auf der Jahrestagung des Wirtschafts- und Sozialrats der Vereinten Nationen (Ecosoc) im Juli 1999 wartete UN-Generalsekretär Kofi Annan mit interessanten Zahlenverhältnissen auf: Lediglich 40 Milliarden US-Dollar jährlich, so meinte er, seien notwendig, um den Bevölkerungen in den Dritte-Welt-Ländern nicht nur das Überleben zu sichern, sondern etwa auch allen Kindern den Grundschulbesuch zu ermöglichen. Das sei weniger, als die Europäer für Zigaretten ausgeben würden und entspräche nur einem Drittel der Militärausgaben der Entwicklungsländer.

Dem Vergleich Annans ließen sich noch weitere aussagekräftige Relationen hinzufügen: "In den letzten drei Jahrzehnten hat sich der Einkommensunterschied zwischen den reichsten und den ärmsten 20 Prozent der Weltbevölkerung von 30:1 auf 78:1 mehr als verdoppelt. In den weniger entwickelten Regionen weisen nicht weniger als 89 Staaten heute ein niedrigeres Pro-Kopf-Einkommen als vor zehn Jahren auf. 19 dieser Staaten, darunter Haiti, Liberia, Ruanda, der Sudan und Venezuela, sind heute ärmer als 1960." [1] Oder: "Das Vermögen der 358 reichsten Menschen der Welt, allesamt Dollar-Milliardäre, übersteigt das Jahreseinkommen der ärmsten 45 Prozent der Weltbevölkerung, das heißt von 2,6 Milliarden Menschen." [2]

Solche Überlegungen stehen beinahe immer in dem Kontext, wie das Leben der kommenden Generationen zu sichern bzw. qualitativ zu steigern sei. Entsprechend hat sich entwicklungspolitisches Handeln in der westlichen Welt in den vergangenen Jahrzehnten stark auf die Förderung (oder zuweilen schlicht auf die Überlebenssicherung) von Kindern und Jugendlichen bezogen: ärztliche Versorgung, Schulbesuch, Schutz vor Ausbeutung und Prostitution, Schutz vor Zwangsrekrutierung in militärische Einheiten u. Ä. Insbesondere gilt dies für die Arbeit von NROs (Nicht-Regierungsorganisationen).

Diese Schwerpunktsetzung braucht natürlich nicht zu überraschen. Kinder und Jugendliche genießen zunächst einmal uneingeschränkte Sympathie und gelten überall auf der Welt als die Träger der (gesellschaftlichen) Zukunft. Wer der Jugend das Überleben sichert und ihr Bildung gibt, trägt auch dazu bei, manchem am Boden liegenden Land die Zuversicht auf eine bessere Zukunft (zurück)zugeben. Die Kinder von heute sind, so die Theorie, die politisch Agierenden von morgen.

Ein wichtiger Grund, warum sich entwicklungspolitische Arbeit auf die junge Generation bezieht, ist zudem die schlichte Tatsache, dass fast alle diese Gesellschaften demographisch sehr jung sind. Rund ein Drittel der Bevölkerungen ist unter 15 Jahre und etwa 60 Prozent sind jünger als 25 Jahre. Das bedeutet, dass man in vielen Lebensbereichen zwangsläufig mit einem hohen Anteil junger Menschen zu tun hat [3] .

I. Die Talfahrt ist nicht gestoppt

Auf welche Bedingungen aber hat die entwicklungspolitische Arbeit zugunsten der jungen Generationen zu reagieren? Welche sind die Aufgaben, die sich den Hilfswerken wie terre des hommes, Caritas International, UNICEF, Misereor, Brot für die Welt, amnesty international, der Deutschen Welthungerhilfe, der Kindernothilfe oder medico international, um nur einige zu nennen, stellen?

Während die siebziger Jahre als ein Jahrzehnt galten, in dem es für viele Gesellschaften der Dritten Welt wirtschaftlich, politisch und sozial aufwärts ging und auch die Dritte-Welt-Bewegung in der Bundesrepublik einen Höhepunkt erlebte, so führten die achtziger Jahre schon bald zur Ernüchterung. Bereits Mitte der Dekade wurde ein "verlorenes Jahrzehnt" prognostiziert [4] , was sich weitestgehend bewahrheitete. Was aber haben die neunziger Jahre für Kinder und Jugendliche in Dritte-Welt-Ländern gebracht? Und welche entwicklungspolitischen Aufgaben stellen sich für den Start ins neue Jahrhundert?

Der erbärmliche Zustand von Millionen von Kindern auf der Welt erwächst natürlich zunächst aus meistens katastrophalen Lebenslagen ihrer Familien. Den niedrigsten 40 Prozent der Bevölkerung geht es nach wie vor sehr schlecht. In den Entwicklungsländern verfügen diese 40 Prozent der Menschen über lediglich 15 Prozent des Gesamteinkommens!

Die Tabelle zeigt, dass auch bezüglich Lateinamerikas die häufig vorzufindende Meinung, der dortige Demokratisierungsprozess habe spürbare Fortschritte für die breite Bevölkerung bewirkt, stark differenziert werden muss oder vielerorts gar nicht zutrifft. Insgesamt lässt sich feststellen, dass im Zeitraum von 1990 bis 1995 in den Entwicklungsländern rund ein Drittel der Bevölkerung täglich mit weniger als einem US-Dollar auskommen musste. Im Afrika südlich der Sahara waren es 39 und in Südasien sogar 47 Prozent. Auch in Lateinamerika und der Karibik umfasste dieser Anteil der Bevölkerung noch 22 Prozent. So ist inzwischen von der "neuen Armut in der Dritten Welt" die Rede [5] , während sich gleichzeitig eine reicher werdende Mittelschicht herausbildet [6] .

II. Medizinische Fortschritte

Für die medizinische, präventive Versorgung von (kleinen) Kindern hatte sich UNICEF, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, noch vor einigen Jahren viel vorgenommen. Im UNICEF-Jahrbuch von 1990 [7] wurden Ziele für die neunziger Jahre formuliert. Darin hieß es etwa, die völlige Beherrschung der Neugeborenen-Tetanie solle bis 1995 erreicht werden. Jedoch ließ sich für die Jahre 1992 und 1993 sogar ein Anstieg der Todesfälle durch Tetanus feststellen, und zwar überproportional zum Anstieg der Bevölkerungen. Inzwischen ist dieser Trend allerdings wieder umgekehrt worden. Das damalige Ziel "Faktische Eliminierung von Vitamin-A- und Jodmangelkrankheiten" ist noch so weit entfernt, dass das Jahrbuch von 1998 [8] beide Defizite erneut betonen musste. Nun mögen solche Zielsetzungen immer etwas utopisch gewählt sein, unerreichbar waren und sind sie hingegen nicht.

Die größten Fortschritte gab es bei einigen Kinder-Impfungen. So könnten bei Polio, Masern und Tuberkulose im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrhunderts Impfquoten von rund 90 Prozent weltweit erreicht werden. Auch die TT2-Impfung bei schwangeren Frauen gegen die Neugeborenen-Tetanie liegt gegenwärtig bei über 60 Prozent und steigt weiter. Diese Erfolge sind in den vergangenen beiden Jahrzehnten durch große internationale Programme erreicht worden.

Sehr erfolgreich ist zuletzt auch der Einsatz der "oral rehydration therapy" (ORT) gewesen, mit der Wasser- und Salzverluste etwa aufgrund von Diarrhoe ausgeglichen werden können. Waren es 1980 erst drei Prozent der Kinder, die mit diesem Hilfsmittel erreicht wurden, beträgt die Rate gegenwärtig rund 75 Prozent. Damit wurde das Ziel von UNICEF, bis 1995 die 80-Prozent-Marge zu erreichen, nur knapp verfehlt. Das körperliche Austrocknen der Kinder durch Diarrhoe ist jahrzehntelang eine der häufigsten Todesursachen gewesen.

Bei all diesen Erfolgen darf nicht vergessen werden, dass sie zerbrechlich sind und bleiben. Impfprogramme etwa sind nie abgeschlossen, sondern müssen fest institutionalisiert werden, um jedes neugeborene Kind zu schützen. Erforderlich ist es also, nicht nur "Programme" durchzuführen, sondern "Infrastrukturen" im Gesundheitswesen zu schaffen, die auch langfristig sicherstellen, dass jedes Neugeborene geimpft werden kann.

Das Ausbrechen etwa kriegerischer Konflikte mit all seinen Folgen oder das Einstellen der Gesundheitsprogramme können innerhalb weniger Jahre die Problematik wieder aufbrechen lassen. Ruanda ist hierfür ein trauriges Beispiel: Während dort in den achtziger Jahren große Fortschritte im allgemeinen Gesundheitszustand der Bevölkerung erreicht worden waren, hat der seit Anfang der neunziger Jahre herrschende Krieg fast alles wieder zunichte gemacht [9] . Andere afrikanische Länder wie Sierra Leone oder Liberia kommen durch die jahrelangen Konflikte strukturell kaum einen Schritt voran.

Ein Erfolg wäre es in der Zukunft auch, das Stillen von Babys wieder zu einer Selbstverständlichkeit werden zu lassen. Die Rückschritte, die auf diesem Gebiet insbesondere durch die Strategien der großen Babynahrungskonzerne eintraten [10] , waren immens. Inzwischen gibt es wieder internationale Stillprogramme. Das Stillen hat allerdings eine entscheidende Voraussetzung. Die Mütter müssen gesundheitlich einigermaßen stabil sein und sich selbst gut genug ernähren können. Auch das ist ein Grund dafür, warum Frauen dringend aus ihrer strukturellen Benachteiligung befreit werden müssen.

Eine bisher nicht zu stoppende Krankheit ist die HIV-Infizierung, die in einer Reihe afrikanischer Länder so bedrohliche Ausmaße annimmt, dass die Zukunftsaussichten dieser Länder Horrorszenarien gleichen. "Geschieht nichts, werden im Jahr 2000 weltweit etwa 26 Millionen Menschen HIV-positiv sein und rund zwei Millionen an AIDS sterben" [11] , so eine Schätzung vor einigen Jahren, und sie dürfte eher zu niedrig angesetzt sein. Aktuelle Schätzungen gehen von Folgendem aus: "Jeden Tag infizieren sich weltweit 8500 Kinder und Jugendliche mit HIV." [12] Und 1998 dürften in Afrika rund zwei Millionen Menschen Opfer des Virus geworden sein. In einigen Regionen Afrikas sind bis zu 30 Prozent der Schwangeren infiziert, und rund ein Drittel der Neugeborenen kommt mit dem Virus zur Welt. In Simbabwe ist AIDS inzwischen die häufigste Todesursache bei Kindern unter fünf Jahren. Auch in Ländern wie Uganda, Sambia und Botswana sind die Zustände ähnlich. Besonders die Gruppe der Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist sehr gefährdet, weshalb insbesondere eine verstärkte Sexualerziehung notwendig ist.

Für einige asiatische Länder ist die Entwicklung nicht weniger dramatisch. In Thailand etwa stieg die Kindersterblichkeit zuletzt durch die AIDS-Erkrankung deutlich an; gegenwärtig geht man von rund 60 000 infizierten Kindern aus. Zur Verschärfung dieser Lage trägt in vielen Ländern der Sextourismus bei, was auch bedeutet, dass dort Mädchen überproportional häufig zu den Infizierten gehören.

Trotz der genannten medizinischen Fortschritte ist, nicht zuletzt durch das Anwachsen der Weltbevölkerung, die Zahl jener Kinder konstant geblieben, die täglich aufgrund von vermeidbaren Erkrankungen und von Unter- oder Mangelernährung sterben: rund 50 000!

III. Schule und Arbeit

Nach einer Schätzung der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) gehen rund 250 Millionen Kinder (unter 15 Jahre) einer regelmäßigen Arbeit nach. Sie arbeiten in Bergbaustollen, auf Großplantagen, in Teppichknüpfereien, in Hotelküchen, auf Märkten oder als Hausangestellte. Viele dieser Tätigkeiten mit niedrigster Bezahlung haben die Grenze zur Ausbeutung deutlich überschritten und ähneln eher Sklavenverhältnissen, wie etwa bei der völligen Abhängigkeit als Hausangestellte oder in Bordellen. Die UN-Menschenrechtskommission schätzt den Anteil jener Menschen, die unter sklavenähnlichen Bedingungen leben, weltweit auf rund 200 Millionen; der Anteil der Jugendlichen daran ist sehr hoch.

Während Kinderarbeit in keinem Land der Welt offiziell erlaubt ist, wenn auch mit unterschiedlichen Altersgrenzen, so gibt es in vielen Sektoren die Anstellung von Kindern und Jugendlichen. Auf dem informellen Arbeitsmarkt dominieren sie sogar und verdrängen die Erwachsenen. Diese Dynamik kann geradezu zu einer strukturellen Exklusion von Erwachsenen und zunehmenden Inklusion von Kindern und Jugendlichen führen, wie es in Lateinamerika zu beobachten ist [13] . Auch an illegalen Strukturen wie dem Drogenhandel sind Jugendliche oft in großem Umfang beteiligt.

Die Verbreitung von Kinderarbeit hängt von kulturellen Bedingungen ab und schwankt stark. In Indien etwa ist sie auch ein Ergebnis der so genannten Schuldknechtschaft, nach der Kinder die Schulden ihrer Eltern abtragen müssen und schon sehr früh in Sklavenverhältnisse geraten. In Asien sollen zirka sieben Prozent der Kinder unter 15 Jahre arbeiten, in manchen afrikanischen Regionen sind es rund 20 Prozent und in Lateinamerika schwanken die Angaben zwischen zwölf und 25 Prozent [14] .

Der Verbreitung von Kinderarbeit ist nicht einfach zu begegnen [15] . Sie ist nicht allein ein Merkmal von Armut und auch nicht in erster Linie in Exportindustrien zu finden, sondern hängt von einem vielfältigen Bedingungsgeflecht ab. Insbesondere der Aufbau von Schul- und anderen Bildungsangeboten kann eine Antwort auf Kinderarbeit sein, jedoch nur dann, wenn auch andere Rahmenbedingungen verändert werden.

Schulprojekte in Ländern der Dritten Welt gehören traditionell zur entwicklungspolitischen Arbeit, gerade auch der NROs. Mit Projekten allein lässt sich das Bildungsniveau eines ganzen Landes aber noch nicht heben. Mit der Weltkonferenz "Bildung für alle" 1990 im thailändischen Jomtien ist eine internationale Initiative in Bewegung gesetzt worden, die sich zum Ziel gesetzt hat, bis zum Jahr 2015 allen Kindern dieser Welt eine Grundschulbildung zu ermöglichen. Die Industrieländer haben damals massive Unterstützung zugesagt. Hier bedarf es dringend einer Trendwende: "Zwischen 1980 und 1987 fielen in Lateinamerika und der Karibik die Bildungsausgaben pro Kopf der Bevölkerung um etwa 40 Prozent, in Afrika sogar um katastrophale 65 Prozent." [16] Gegenwärtig geht UNICEF davon aus, dass rund 130 Millionen Kinder in den Entwicklungsländern keine Schule besuchen.

In der Schul- und Bildungsdiskussion der gegenwärtigen internationalen Kampagne wird auch danach gefragt, wie Schule für die Familien und die Kinder attraktiv sein kann. Völlig untauglich wäre die Übertragung des traditionellen europäischen Modells von Schule auf die Länder anderer Kulturen - nicht zuletzt auch deshalb, weil Schule ein Moment der Kolonialisierung war und damit stark Aspekte von "Umerziehung" (etwa hin zur christlichen Religion) trug. In vielen Dritte-Welt-Ländern ist die Art und Weise der Unterrichtung geradezu absurd zu nennen. Bei Klassenstärken von über 60 Schülerinnen und Schülern wie in Bangladesch ist Schule oft eher eine Disziplinierungsanstalt und geht völlig am Individuum vorbei.

Wichtig ist zudem, dass die Schule des europäischen Modells auf Bedingungen abzielt, die in jenen Ländern überhaupt nicht herrschen, wie beispielsweise eine Beschäftigungsstruktur für die aus der Schule Entlassenen [17] . Schule muss ihre Legitimation bei den Familien und Kindern erst erreichen. Rein formale Bildung ist dabei viel zu wenig. Wer im alltäglichen Überlebenskampf steckt und schon mit zehn oder zwölf Jahren zur Existenzsicherung der Familie beiträgt, braucht eine zeitlich flexible Schule und Lerninhalte, die im Alltag anwendbar sind. Erforderlich ist nicht nur eine Einrichtung von Räumen mit entsprechenden Lern- und Lehrmaterialien, sondern auch die Aufwertung des Lehrerberufs. Wo dieser nämlich nicht einmal zur Grundsicherung ausreicht, ist es kein Wunder, dass Lehrer diese Aufgabe eher als Nebenverdienst betreiben und in der Erntezeit anderswo arbeiten gehen.

Die nach wie vor in vielen Ländern oder Kulturen bestehende schulische Benachteiligung von Mädchen verringert sich beständig, betrachtet man den Zeitraum der letzten vier Jahrzehnte [18] . Diese Entwicklung wird gegenwärtig zu forcieren versucht, da sich beispielsweise herausgestellt hat, dass Bildung bei der Lösung mittelbarer Probleme eben doch "durchschlägt". So zeigte sich etwa, dass die Geburtenrate bei jungen Frauen mit einem höheren Maß an Bildung niedriger ausfällt als bei Frauen, die nie oder kaum eine Schule besucht haben.

IV. Problematische Lebenslagen

Zu den sich in besonderer Weise zuspitzenden Krisensituationen von Kindern und Jugendlichen zählen nach wie vor die Obdachlosigkeit ("Straßenkinder"), die sexuelle Ausbeutung und Prostitution, Kriege und kriegsähnliche Zustände sowie Flucht. Trotz großer nationaler wie internationaler Anstrengungen haben sich diese Zustände und die aus ihnen erwachsenen Folgen in vielen Ländern oft dramatisch verschlechtert.

1. Obdachlosigkeit



Die Zahl der Straßenkinder ging in den letzten zwanzig Jahren stetig nach oben. Mitte der achtziger Jahre ging man weltweit von 30 Millionen obdachlosen Kindern aus, am Ende der neunziger Jahre sind es rund 100 Millionen. "Straßenkinder" gehören heute beinahe zum Bild jeder größeren Stadt. Zwar ist es längst nicht zwingend, dass diese Kinder keine Kontakte mehr zur Familie haben, sehr häufig allerdings schlagen sie sich völlig autonom oder in Banden durchs Leben. In der brasilianischen Stadt Salvadore de Bahia geht man von rund 16 000 solcher Kinder und Jugendlichen aus. In Bombay sogar von 100 000. Und für Addis Abeba schätzt UNICEF allein etwa 10 000 Mädchen mit inzwischen eigenen Kindern, die auf der Straße leben.

Das Thema Kinder- und Jugendobdachlosigkeit ist ein Symptom zerfallender Sozialstrukturen. Unter den jahrzehntelangen wirtschaftlichen Krisen, durch das Leben unter absoluter Armut, und zwar in vielen Familien bereits seit mehreren Generationen, durch Resignation, Arbeitslosigkeit und familiäre Gewalt lösen sich Kinder sehr früh von ihren Eltern. Diese Kinder und Jugendlichen brauchen eigenständige Unterstützung zur Lebensbewältigung in ihrem Alltag; Rückführungen in die Familien und damit in die "Kind-Rolle" scheitern meistens. Wie sehr diese Kinder auf Hilfe angewiesen sind, zeigt das Beispiel Brasilien, wo in vier Jahren 16 000 Straßenkinder von so genannten Todesschwadronen ermordet wurden.

2. Sexuelle Ausbeutung



Das Leben auf der Straße führt insbesondere für Mädchen häufig in die Prostitution. Sie kann zwar sehr wohl "selbstgewählt" sein, um in möglichst kurzer Zeit genügend Geld zu verdienen, ist aber weit häufiger das Ergebnis von Abhängigkeiten und direktem Zwang. Insbesondere in Asien führt das Weggeben durch die Eltern der Kinder an andere Haushalte in entfernten Regionen, um dort Geld zu verdienen, nicht selten in die sexuelle Ausbeutung.

Die höchsten Zahlen von Kinderprostituierten finden sich in Asien (Thailand und Indien), wo es komplexe Strukturen organisierter Prostitution und die entsprechenden Wege des Menschenhandels gibt. So fand nicht zufällig in Thailand im Mai 1990 erstmals eine internationale Tagung zum Thema statt, bei der die wahren Ausmaße sichtbar wurden. Insbesondere mit Blick auf die HIV-Verbreitung entstanden für einige Länder Schre-ckensszenarien. Aus dieser Tagung entstand die inzwischen überall auf der Welt vernetzte Organisation ECPAT (End Child Prostitution in Asian Tourism). Veröffentlichte Beispiele zeigen, dass auch schon unter 10-Jährige oft über lange Zeiträume in abgesperrten Räumen "gehalten" werden und täglich zehn bis zwanzig und noch mehr Männer auf welche Weise auch immer "befriedigen" müssen. Große Bedeutung für diese Sexgeschäfte hat der Sextourismus aus den westlichen Ländern und aus Japan [19] .

Die internationale Kampagne der ECPAT gegen Sextourismus hatte immerhin zur Folge, dass deutsche Reiseunternehmen ihren Kunden bei Reisen in diese Regionen darüber in Kenntnis setzen, dass sexueller Missbrauch von Minderjährigen im Ausland inzwischen auch in Deutschland ein Delikt ist und in den vermieteten Hotelzimmern nicht toleriert wird.

3. Kriege



Internationale Hilfswerke beziffern die in Kriegen und an der Waffe kämpfenden Minderjährigen auf rund 300 000 weltweit; diese Schätzung liegt um 100 000 höher als noch vor zehn Jahren. Der Anteil so genannter Kindersoldaten ist insbesondere in einigen afrikanischen Kriegen sehr hoch, so etwa in dem im Kongo herrschenden Krieg. Der ugandische Präsident Museveni sagte in einem Interview, dass man in Afrika bereits mit vier Jahren lernen würde zu kämpfen, das sei nun mal die Tradition. Auch seine Truppen bestanden schon früh zu einem bedeutenden Anteil aus Kindern [20] . So sind Kinder an Kriegen etwa in folgenden afrikanischen Staaten beteiligt: Angola, Kongo, Liberia, Ruanda, Sierra Leone, Sudan.

Eine Kampagne internationaler Kinderhilfswerke unter der Federführung der schwedischen Organisation Rädda Barnen und des englischen Save the Children macht zur Zeit unter dem Titel "Coalition to Stop the Use of Child Soldiers" auf die Problematik aufmerksam. Kinder aktiv in Kriege einzubeziehen, hat inzwischen eine rund dreißigjährige Tradition, angefangen in Kambodscha, im Libanon, im Iran etc. Zwangsrekrutierungen werden immer häufiger über aktuelle sowie auch inzwischen beendete Kriege [21] bekannt.

Da die moderne Kriegsführung oft zivile Ziele einbezieht, ist häufig die Zahl der getöteten Zivilisten höher als die der Soldaten. Angaben über getötete Zivilisten in Kampfhandlungen bedeuten immer einen hohen Prozentsatz auch an Kindern und Jugendlichen. Auf andere Art werden Mädchen in Kriegsgebieten Opfer der Soldaten. Fast immer - und in jüngster Zeit immer systematischer - werden Frauen und Mädchen vergewaltigt, gefangen genommen und verschleppt sowie auf diese Weise zu "Lagerprostituierten". Die systematische und sogar angeordnete Vergewaltigung von Mädchen in Kriegen ist nicht ein Phänomen "unzivilisierter" Völker, wie die jüngsten Kriege in Europa gezeigt haben. Wie sehr sich solche Kriegshandlungen auch auf die Zukunft eines Landes auswirken, zeigt sich seit dem Vietnam-Krieg an all jenen, die aufgrund solcher Vergewaltigungen geboren wurden [22] .

4. Flucht



Das Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) schätzt die Zahl der weltweit vertriebenen Menschen auf rund 100 Millionen. 22 Millionen [23] davon gelten ganz offiziell als Flüchtlinge; hinzu kommen etwa fünf Millionen Binnenflüchtlinge, die nie eine Staatengrenze überschreiten. Der Anteil von Kindern in Flüchtlingsbewegungen liegt durchschnittlich bei rund 40 bis 50 Prozent. Damit ist Flucht und Vertreibung in einem erheblichen Maß ein Kinderproblem! Kinder flüchten nicht, weil sie sich ein besseres Leben in fernen Ländern erhoffen, sie fliehen (mit den Erwachsenen) aus Not. Dabei bedeutet Flucht für sie ganz besondere Härten: körperliche Strapazen, Desorientierung, Verzicht auf Essen und Trinken, fremde neue Umgebung, in der Orientierung schwer möglich ist.

Die Ankunft etwa in Flüchtlingslagern lindert oft kaum die Not. Ansteckungsgefahren aufgrund miserabelster hygienischer Bedingungen nehmen zu, das Essen ist rationiert. Kleine Kinder, die lange Zeit unter solchen Verhältnissen leben, tragen lebenslange Folgen davon: das Wachstum stoppt, der Körper bildet kaum noch Muskulatur aus und Krankheiten mit bleibenden Schäden entstehen. Diese Kinder sind oft nicht einmal in der Lage zu stehen und zu gehen.

Zerrissenheit und die vage Hoffnung einer fernen Zukunft bestimmen das Lebensgefühl von Lageridentitäten. Die birmanische Karen-Minderheit auf dem thailändischen Grenzgebiet zu Myanmar ist ein krasses Beispiel [24] dafür. Hier gibt es inzwischen Kinder, die nie etwas anderes erlebt haben als das Lagerleben im Dschungel. Trotz inzwischen eingerichteter Lager-Schulen stand ihnen das thailändische Bildungssystem nie offen.

Das UNHCR hat jüngst auf das große Problem der Staatenlosigkeit bei Kindern hingewiesen [25] . In Ländern, in denen die Staatsangehörigkeit über Abstammung (und nicht via Geburtsort) erworben wird, bleiben viele Flüchtlingskinder aufgrund unklärbarer Verhältnisse staatenlos und erhalten damit nie den Schutz des Staates, in dem sie (als Flüchtlinge) leben.

V. Die Aufgaben sind gestellt

Mit dem weiteren Anwachsen der Weltbevölkerung von gegenwärtig sechs Milliarden Menschen auf acht, neun oder sogar elf Milliarden im Jahr 2025 [26] und dem gleichzeitigen Trend in den Industrieländern, die Entwicklungshilfeetats herunterzufahren, kommen auf die Staatengemeinschaft große Herausforderungen zu. Schon das Bevölkerungswachstum allein wird in den kommenden Jahrzehnten Anstrengungen erforderlich machen, die über das gegenwärtige Maß weit hinausgehen müssen.

Mit der Annahme der internationalen Kinderkonvention im November 1989 hat sich die Staatengemeinschaft erstmals in der Geschichte auf einen Konsens über die Bedingungen von Kindheit geeinigt. Nie zuvor ist eine internationale Übereinkunft in einer so kurzen Zeit von so vielen Staaten ratifiziert worden wie die Kinderkonvention nach 1989. Viele Probleme haben seither dennoch zugenommen! Kindheit ist nun mal von den allgemeinen Bedingungen in Ländern, Kontinenten und der gesamten Welt abhängig. Sicher würde ein umfangreicher Schuldenerlass dazu führen, dass sich zumindest einige dieser allgemeinen Bedingungen verbessern.

Dass das Aufwachsen von Kindern von internationalen Prozessen abhängig ist und deshalb auch internationale Anstrengungen zur Verbesserung ihrer Lebenslagen notwendig erscheinen, bestreitet heute niemand mehr. Entsprechend sehen die Strategien von UN-Organisationen wie UNICEF und UNESCO aus: Um ein Problem in die Weltöffentlichkeit zu bringen, startet man Kampagnen mit Welt-Konferenzen, um auf ihnen zu Beschlüssen zu gelangen, die dann nach und nach in konkrete Programme umgesetzt werden (sollen). Nach der Annahme der Kinderkonvention geschah es so mit dem Weltgipfel für Kinder im September 1990, im März desselben Jahres mit der Weltkonferenz "Bildung für alle", 1996 mit dem Weltkongress gegen kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Kindern in Stockholm und 1997 mit der Internationalen Konferenz über Kinderarbeit in Oslo.

In einem gewissen Sinn funktioniert diese Strategie. Die Staaten kommen zu gemeinsamen Überlegungen und erkennen globale Probleme an. Wie erfolgreich dann die konkreten Programme zur Umsetzung der Lösungsschritte in den Staaten sind, ist dennoch oft eine ganz andere Frage. Bei den globalen Problemen von Kindern und Jugendlichen ist es erforderlich, nach solchen Initialveranstaltungen die Durchsetzung zu erhöhen. Von strukturellen Verbesserungen kann in fast allen Bereichen nicht gesprochen werden, abgesehen von einigen medizinischen Aspekten.

So erfolgreich also diese Strategie in einem gewissen Sinn ist - auch die internationalen NROs wenden sie immer wieder an -, so haftet ihr doch der Makel des Spektakels an. Die zuvor beschriebenen Zahlen und Zusammenhänge zeigen deutlich, dass trotz zahlreicher Deklarationen der Alltag vieler Kinder noch beschwerlicher geworden ist. Regierungen präsentieren sich gerne auf Weltkonferenzen als "fortschrittlich" und "human", konkrete Umsetzungen jedoch werden dann nur halbherzig angegangen. Immer wieder zeigen die Zahlen der UN oder der Weltbank, dass manche Länder heute in gewissen Bereichen (wie Schulbesuch) auf einem niedrigeren Niveau stehen, als sie 1960 bereits einmal waren.

Internationale Organisationen hegen gegenwärtig juristische Hoffnungen in Bezug auf die Einrichtung des Internationalen Strafgerichtshofs in Rom. Dieses Gericht soll Verbrechen gegen die Menschenrechte ahnden. Das könnte zur Folge haben, dass in absehbarer Zeit Vergehen gegen Kinderrechte juristisch international verfolgt werden. So würde etwa das Einbeziehen von Kindern in Kriegsaktivitäten auch juristisch ein Verbrechen. Ähnlich könnte es bei Vertreibungen oder auch bei sexueller Ausbeutung aussehen. Zahlreiche internationale Organisationen betreiben gegenwärtig Kampagnen für die Rechte von Kindern, um Kinder auch zu rechtlichen Subjekten zu machen.

Auf juristische Lösungen allein zu setzen, wäre naiv. Langfristig erfolgreicher wäre sicher ein Prozess internationaler Kommunikation und internationaler Programme zur Lösung der genannten Kinderprobleme. Wenn die Rhetorik der Globalisierung mehr ist als Gerede, dann kommt es darauf an, die Länder der Dritten Welt beim Aufbau tragfähiger gesellschaftlicher und sozialer Strukturen zu unterstützen. Der wirtschaftliche Aufbau hinge ab vom Schuldenerlass, von kontinuierlicher wirklicher Entwicklungshilfe und von der Einrichtung fairer Handelsstrukturen (inklusive Veränderungen bei Weltbank und IWF). Letzteres wird sich etwa bei den neuen Verhandlungen des Lomé-Abkommens zugunsten der AKP-Staaten zeigen.

Die Probleme von Kindern und Jugendlichen in den Dritte-Welt-Ländern haben sich in den neunziger Jahren mit Ausnahme weniger Bereiche verschärft und zugespitzt, obwohl es ein Jahrzehnt war, das so viele internationale Bemühungen kannte wie keines zuvor. Das stimmt pessimistisch. Aber jüngste Bestrebungen könnten auch Durchbrüche zeitigen. Wir haben die Chance, im angebrochenen Jahrzehnt vieles besser zu machen.
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Fußnoten

1.
UNHCR, Zur Lage der Flüchtlinge in der Welt. Erzwungene Migration: Eine humanitäre Herausforderung, Genf 1997, S. 15.
2.
Le Monde diplomatique (deutsche Ausgabe), Mai 1998.
3.
Vgl. M. Liebel, Mala Onda - Wir wollen nicht überleben, sondern leben. Jugend in Lateinamerika, Frankfurt/M. 1990; P. Strack, Kein Papst, kein Che. Jugendliche in Lateinamerika, Göttingen 1995.
4.
Vgl. G. A. Cornia/R. Jolly/F. Stewart (Hrsg.), Adjustment with a human face, 2 Bde, Oxfort 1987 und 1988, hier: Bd. I, S. 29.
5.
J. Betz/St. Brüne, Jahrbuch Dritte Welt 1999, München 1998, S. 9-19.
6.
Vgl. dies., Jahrbuch Dritte Welt 1998, München 1997, S. 9-23.
7.
Vgl. J. P. Grant, Zur Situation der Kinder in der Welt, Köln 1990, S. 74.
8.
Vgl. UNICEF, Zur Situation der Kinder in der Welt 1998 (Schwerpunkt: Ernährung und Gesundheit), Frankfurt/M. 1997.
9.
Ruanda war das erste afrikanische Land, das eine 80-prozentige Impfrate erreicht hatte! Vgl. UNICEF, Zur Situation der Kinder in der Welt, Frankfurt/M. 1995, S. 25.
10.
Vgl. UNICEF (Anm. 8), S. 57 ff.
11.
Dies., Zur Situation der Kinder in der Welt, Frankfurt/M. 1995, S. 39.
12.
Dies., Zur Situation der Kinder in der Welt 2000 (Kinder haben Recht), Frankfurt/M. 1999, S. 32.
13.
Vgl. M. Liebel, Wir sind die Gegenwart - Kinderarbeit und Kinderbewegung in Lateinamerika, Frankfurt/M. 1994; G. Schibotto, Unsichtbare Kindheit - Kinder in der informellen Ökonomie, Frankfurt/M. 1993.
14.
Vgl. UNICEF, Zur Situation der Kinder auf der Welt 1997 (Schwerpunkt: Kinderarbeit), Frankfurt/M. 1996, S. 20 ff.
15.
In welchem Ausmaß Kinderarbeit tatsächlich geächtet werden soll oder vielmehr (arbeitsrechtlich und gesellschaftlich) anerkannt werden sollte, darüber wird gegenwärtig viel diskutiert. Ein Ansatz, der aus Lateinamerika stammt, plädiert für den so genannten "kindlichen Protagonismus", vgl M. Liebel u. a. (Hrsg.), Was Kinder könn(t)en, Frankfurt/M. 1999.
16.
UNICEF, Zur Situation der Kinder in der Welt 1999 (Schwerpunkt: Das Recht auf Bildung), Frankfurt/M. 1999, S. 23.
17.
Ein Modell, das ja selbst in Europa und den USA mit dem zunehmenden Ausschluss der Bildungsschwachen gar nicht mehr wirklich trägt.
18.
Vgl. Tabelle 3.
19.
Vgl. R. O'Grady, Die Vergewaltigung der Wehrlosen - Sextourismus und Kinderprostitution, Bad Honnef 1997.
20.
Vgl. Der Spiegel, Nr. 5/1987, S. 126 ff.
21.
Die in zahlreichen Ländern eingesetzten "Wahrheitskommissionen" zur Aufarbeitung der jüngeren Geschichte in Unrechtssystemen wie Südafrika, Argentinien oder Guatemala rekonstruieren diese Hintergründe.
22.
Vgl. P. Krebs, Die Kinder von Vietnam. Bilanz eines modernen Krieges, München 1990.
23.
Als vom UNHCR offiziell erfasste Personen gelten momentan rund 13 Millionen Menschen, vgl. UNHCR, Zur Lage der Flüchtlinge in der Welt 1997-98, Bonn 1997, S. 2. Vgl. P. J. Opitz (Hrsg.), Der globale Marsch - Flucht und Migration als Weltproblem, München 1997.
24.
Vgl. L. Liepe, Identitäten und Integration der Flüchtlinge von Huai Ka Loak - Flüchtlinge aus Burma in Thailand, Frankfurt/M. 1995.
25.
Vgl. UNHCR (Anm. 23), S. 269.
26.
Dies sind Zahlen dreier Modellrechnungen der Vereinten Nationen.