Afrika Bambaataa - Konzert in London

23.2.2018 | Von:
Martin Seeliger

Rap und Gegenidentitäten in der Migrationsgesellschaft

Zum Potential von Rap im Umgang mit (Post-)Migration

Wie die Rekonstruktion des Skandaldiskurses um migrantische Männlichkeiten gezeigt hat, gelingt es den Gestaltern der deutschsprachigen Medienöffentlichkeit bislang nicht, einen insgesamt sachlichen Zugang zum Problemfeld der Integrationspolitik zu finden. Für die wissenschaftliche ebenso wie für die journalistische Beschäftigung mit dem Thema gilt es, das Postulat einer kritischen Migrationsforschung zu beachten, die der Sichtweise der zentralen Akteure auch eine entsprechend zentrale Stellung einräumt: "Der dominanten und von anderen Leuten ausgeheckten Erzählung haben sie alle ihre eigene Sicht der Dinge entgegenzusetzen."[35]

Für eine vernünftige öffentliche Auseinandersetzung mit dem Thema stellt die offene Proklamation der eigenen Weltsicht durch die Betroffenen, wie sie etwa im Gangsta-Rap erfolgt, einen ersten Schritt dar. Solange dieser Sichtweise allerdings vor allem im Rahmen kulturindustrieller Inszenierungen öffentliche Aufmerksamkeit zuteilwird, die in erster Linie darauf ausgelegt sind, sich am Markt zu bewähren, erscheint eine seriöse Darbietung nur schwer oder gar nicht zu gewährleisten.

Fußnoten

35.
Bartholomäus Figatowski et al., Vorwort: The Making of Migration, in: dies. (Anm. 27), S. 14–23, hier S. 18.
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