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22.5.2002 | Von:
Holger Schütz
Hans Peter Peters

Risiken aus der Perspektive von Wissenschaft, Medien und Öffentlichkeit

Wissenschaftliche Risikoforschung, Massenmedien und Öffentlichkeit kommen häufig zu sehr unterschiedlichen Risikoeinschätzungen. Sie folgen dabei ihren jeweils eigenen "Regeln".

I. Einleitung

Eine zentrale Erkenntnis der Risikowahrnehmungsforschung ist: Die Risiken, die Menschen ängstigen und empören, sind nicht unbedingt die Risiken, an denen sie (statistisch gesehen) am häufigsten sterben. Wissenschaftliche Risikoforschung, Massenmedien und sog. Laien zeichnen höchst unterschiedliche Bilder der "Risikowirklichkeit". Die öffentliche Aufregung über Risiken entspricht in vielen Fällen nicht der wissenschaftlichen Risikoeinschätzung. Meist wird die Diskrepanz als Irrationalität oder Täuschung gewertet und die wissenschaftliche Risikobeschreibung als Kriterium zur Bewertung der Angemessenheit der Medienberichterstattung und der Risikowahrnehmung durch Laien herangezogen.

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  • Allerdings gibt es nicht nur einen Dissens zwischen Experten und Medien bzw. Laien, sondern auch die Diskussion unter den Experten selbst ist häufig durch Unsicherheit und Kontroversen geprägt. Häufig lässt sich gar keine einheitliche wissenschaftliche Bewertung eines Risikos mehr finden. Dies hat Folgen sowohl für das Risikomanagement durch die dafür verantwortlichen Institutionen wie auch für die Risikowahrnehmung der Öffentlichkeit.


    Im Folgenden skizzieren wir zunächst die "Regeln", nach denen wissenschaftliche, mediale und individuelle Risikokonstrukte erstellt werden. Danach erörtern wir die Konsequenzen der Diskrepanz dieser Risikokonstrukte für das gesellschaftliche Risikomanagement.