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1.4.2004 | Von:
Bärbel Dieckmann
Maria Hohn-Berghorn

Kommunale Zusammenarbeit in der Praxis

Bonn und seine Projektpartnerstadt Ulan Bator

Kooperationen zwischen einzelnen Städten können eine ganze Menge bewirken

Seit dem Start des UN-Habitat-Prozesses[2] wird dies vielerorts in erhöhtem Maße wahrgenommen: von den Vereinten Nationen, die bei Vertragsstaatenkonferenzen, so etwa der Klimakonferenz, verstärkt Bürgermeister zu Wort kommen lassen, von weltweit agierenden Städtenetzwerken, von der Europäischen Union, aber auch auf nationaler Ebene. Ein Signal dafür ist die Einrichtung der Servicestelle für kommunale Entwicklungszusammenarbeit, die der Bund, mehrere Bundesländer sowie die Stadt Bonn unterstützen.

Intensiver wahrgenommen werden die Kommunen in den letzten Jahren auch von den Entwicklungsorganisationen selbst. Anzeichen hierfür sind Konferenzen wie das vor kurzem in Bonn durchgeführte Policy Forum zum Thema "Interkommunale Zusammenarbeit", das in eine Bonn-Erklärung mündete, oder auch das Aufgreifen dieses Themas in Publikationen.

All dies ermutigt. Denn Kommunen sind die Ebene, die den Menschen am nächsten ist. Dies ist weltweit so, auch wenn die administrativen und politischen Strukturen völlig anders sein mögen. Wenn die gemeinsame Zukunft der Menschen in den Städten liegt, ist es Zeit, dass die Verantwortung für ihre künftige Entwicklung gemeinsam getragen wird.


Fußnoten

2.
Die Habitat-Agenda der Vereinten Nationen gibt Leitlinien für den Umgang mit der zunehmenden Verstädterung vor und legt Ansätze und Strategien für die nachhaltige Entwicklung städtischer Gebiete fest. Sie bekräftigt den Grundsatz der aktiven, informierten Beteiligung der Bürger und die Bedeutung der Gleichberechtigung der Geschlechter, der Partnerschaft und der internationalen Zusammenarbeit. Eine Stadtverwaltung, die den Prinzipien von Transparenz, Rechenschaftspflicht, Bürgerbeteiligung an Entscheidungsprozessen und Partnerschaften folgt, ist wesentliche Voraussetzung für eine nachhaltige städtische Entwicklung und die Schaffung von angemessenem Wohnraum für alle Menschen.