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7.3.2005 | Von:
Ludwig Watzal

Editorial

Trotz aller Schwierigkeiten bei der Umsetzung von Frieden in Musik haben Komponisten aller Epochen und unterschiedlichster Kulturkreise immer wieder versucht, dem Friedensgedanken in ihren Werken Ausdruck zu verleihen.

Musik spielt in der modernen Gesellschaft eine große Rolle. Sie bietet nicht nur ästhetischen Genuss, sondern wird für vielfältige Zwecke eingesetzt. Ihre gesellschaftliche Rolle unterliegt historischen Wandlungen, insbesondere im Hinblick auf ihre Verwendung zu kriegerischen oder friedlichen Zwecken - unabhängig vom jeweiligen politischen System.

Die Friedensforschung setzt sich mit Krieg und Frieden nicht nur politisch, sondern auch künstlerisch auseinander. Sie bereitet Erkenntnisse auf, die für die Friedensproblematik von Bedeutung sind. Gerade im Zeitalter der Globalisierung der Gewalt und des "Krieges gegen den Terror" bedarf es einer solchen aktiven Friedenspolitik. Erst vor dem Hintergrund von Krieg und Gewalt entsteht die Notwendigkeit, Frieden künstlerisch zu bearbeiten. Dazu kann auch die Musik beitragen, wie die Verarbeitung der Terroranschläge vom 11. September 2001 zeigt.

Doch die musikalische Umsetzung des Friedensthemas ist kein leichtes Unterfangen. Das dokumentiert sich in klassischen und zeitgenössischen Kompositionen auf unterschiedliche Weise. Das Spektrum erstreckt sich von apologetischer Kriegsdarstellung bis zu den Versuchen, das Positive des Friedens in Töne zu setzen - mit Letzterem tun sich viele Komponisten schwer.

Trotz aller Schwierigkeiten bei der Umsetzung von Frieden in Musik haben Komponisten aller Epochen und unterschiedlichster Kulturkreise immer wieder versucht, dem Friedensgedanken in ihren Werken Ausdruck zu verleihen. Dass Musik auf zynischste Weise missbraucht werden kann, zeigt deren Rolle und Funktion in den NS-Konzentrationslagern.