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16.5.2007 | Von:
Wolfgang Seifert

Integration und Arbeit

Arbeitsmarktzugang und Generation

Für die zweite Generation, also für in Deutschland geborene Kinder von Zuwanderern, könnten günstigere Voraussetzungen für die Arbeitsmarktintegration angenommen werden, weil sie das deutsche Bildungssystem durchlaufen hat und entsprechend für die Erfordernisse des Arbeitsmarktes ausgebildet sein sollte. Im Folgenden wird die zweite mit der ersten Generation von Zuwanderern der gleichen Altersgruppe und somit mit den unmittelbaren Konkurrenten am Arbeitsmarkt verglichen.

Für die zweite Generation zeigt sich eine günstigere Bildungsstruktur als für Zugewanderte. Während 4,1 % der Männer der zweiten Generation ohne Schulabschluss sind, sind es 11,8 % der zugewanderten Männer der ersten Generation. Bei den höheren Abschlüssen weisen Männer der zweiten Generation mit einem Anteil von 37,8 % mit (Fach-)Hochhochschulreife ebenfalls einen höheren Anteil auf als Zugewanderte der ersten Generation (31,3 %). Bei türkischen Männern fallen die Unterschiede ebenfalls deutlich aus. 5,5 % der zweiten Generation sind ohne allgemeinbildenden Abschluss im Vergleich zu 21,7 % der zugewanderten Türken der ersten Generation.

Noch stärker als bei Männern sind die Unterschiede bei Frauen ausgeprägt. 5,9 % der zweiten Generation sind ohne allgemeinbildenden Abschluss, bei den Zugewanderten der ersten Generation sind es 17,1 %. Über die (Fach-)Hochschulreife verfügen 40,0 % der Frauen der zweiten Generation - und somit ein etwas höherer Anteil als bei Männern der zweiten Generation - im Vergleich zu 27,9 % der zugewanderten Frauen der ersten Generation. Türkische Frauen der zweiten Generation erreichen etwas seltener die (Fach-)Hochschulreife als türkische Männer und bleiben häufiger ohne allgemeinbildenden Schulabschluss (vgl. Abbildung 6 der PDF-Version).

Die durchschnittlich höhere Bildungsstruktur der zweiten Generation wirkt sich bei Männern nicht auf den Zugang zum Arbeitsmarkt aus. Lediglich bei türkischen Männern zeigen sich für die zweite Generation kleinere Vorteile bei der Erwerbsbeteiligung gegenüber Zugewanderten insgesamt, im Vergleich zu türkischen zugewanderten Männern der ersten Generation ist die Erwerbsquote jedoch niedriger.

Klare Unterschiede ergeben sich hingegen bei den Frauen. Während 58,0 % der Frauen der zweiten Generation erwerbstätig sind, trifft dies lediglich auf 41,5 % der zugewanderten Frauen der ersten Generation zu. Bei türkischen Frauen ist die Erwerbsbeteiligung zwar insgesamt niedriger, doch auch hier ist sie bei Frauen der zweiten Generation höher. 37,8 % der türkischen Frauen der zweiten Generation sind erwerbstätig im Vergleich zu 27,9 % der zugewanderten Frauen der ersten Generation. Kaum Unterschiede zeigen sich hingegen bei der Erwerbslosigkeit. Hier sind sowohl Frauen der zweiten Generation als auch zugewanderte Frauen der ersten Generation in hohem Maße betroffen (vgl. Abbildung 7 der PDF-Version).