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5.4.2007 | Von:
Martin Löffelholz

Kriegsberichterstattung in der Mediengesellschaft

Fazit: Kernressourcen - Think Tank - Netzwerk

In demokratischen Gesellschaften gewinnen das sicherheitspolitische Kommunikationsmanagement und die Public Diplomacy an Relevanz, während traditionelle Formen zur Aushandlung politischer Entscheidungen über Krieg und Frieden an Bedeutung verlieren. Vor allem das US-Militär versteht Information und Kommunikation als Kernressourcen der globalen Kriegsführung des 21. Jahrhunderts. Der nicht-deterministische Charakter der Beziehungen von Medien und Sicherheitspolitik wird dabei zunehmend berücksichtigt. Ob der Journalismus vorbereitet ist, den aktuellen Herausforderungen der Kriegs- und Krisenkommunikation zu begegnen, erscheint aber zweifelhaft.

Die Analyse der Beziehungen von Kriegsberichterstattung und sicherheitspolitischem Kommunikationsmanagement steht allerdings - trotz einer großen Zahl von Einzelstudien - erst am Anfang. Untersuchungen, in denen die Produktion von Medienaussagen inklusive der dahinterstehenden Einflüsse mit den journalistischen Produkten und der Rezeption von Kriegs- und Krisenberichterstattung systematisch verknüpft werden, gibt es bislang genauso wenig wie einen Think Tank, der die Veränderungen der sicherheitspolitischen Kommunikation in Deutschland systematisch in den Blick nimmt.

Diese Funktion übernehmen weder die Bundeswehrhochschulen noch das Sozialwissenschaftliche Institut der Bundeswehr noch die Akademie der Bundeswehr für Information und Kommunikation oder die Bundesakademie für Sicherheitspolitik (BAKS).[39] Um die Beziehungen von Kriegsberichterstattung und sicherheitspolitischem Kommunikationsmanagement systematischer zu erschließen, ist es deshalb an der Zeit, neben einer verbesserten Kooperation interessierter Fachwissenschaftler in Deutschland ein Forschungsnetzwerk einzurichten, das dazu beiträgt, den vielfältigen Herausforderungen der Krisen- und Kriegskommunikation im 21. Jahrhundert besser zu begegnen.[40]

Fußnoten

39.
Vgl. M. Löffelholz (Anm. 10), S. 23f.; S. Stoltenow (Anm. 22), S. 47ff.
40.
Vgl. www.crisis-communication.de.