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24.11.2008 | Von:
Rainer Geißler
Sonja Weber-Menges

Migrantenkinder im Bildungssystem: doppelt benachteiligt

Nachteile in der Leistungsentwicklung

Die im vergangenen Jahrzehnt durchgeführten internationalen Vergleichsstudien zeigen, dass Migrantenkinder in fast allen wichtigen Einwanderungsländern der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) tendenziell mehr oder weniger große Leistungsdefizite im Lesen, in Mathematik und in den Naturwissenschaften gegenüber den Einheimischen aufweisen. Deutschland gehört allerdings zu denjenigen Gesellschaften, in denen diese Defizite am größten sind (vgl. Tabelle 1 der PDF-Version). In der letzten PISA-Studie führt Deutschland die "Hitliste" der Länder mit den größten Defiziten der Migrantenkinder im Bereich Naturwissenschaften an, in Mathematik ist es bei PISA 2003 "Vizemeister" der OECD und im Lesen liegt es 2006 auf Platz 3. Die so genannte Zweite Generation - das heißt Jugendliche, die im Zuwanderungsland geboren sind und deren beide Eltern zugewandert sind - weist in Deutschland 2006 in allen drei Leistungsbereichen die größten Rückstände gegenüber den Einheimischen auf. Offensichtlich gelingt es in Deutschland nicht, das Leistungspotenzial von jungen Menschen mit Migrationshintergrund so zu fördern und zu entwickeln, wie es in den meisten anderen Einwanderungsländern der Fall ist.