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31.10.2008 | Von:
Anja Mihr

Die Vereinten Nationen und Menschenrechtsbildung

Institutionelle Bemühungen

Maßgeblich verantwortlich für die Aktivitäten zur Menschenrechtsbildung ist das Hochkommissariat für Menschenrechte, dessen Einrichtung im Dezember 1993 beschlossen wurde. Ein Jahr später verkündete die UN-Generalversammlung die Dekade für Menschenrechtsbildung 1995-2004,[3] was eine zusätzliche Personalaufstockung in diesem Bereich bewirkte. Jedoch war von vornherein klar, dass die Dekade und die mit ihr verbundene Forderung nach nationalen Aktionsplänen nur Erfolg haben könnten, wenn es eine enge Kooperation mit Bildungsministerien, NGOs, Lehrern, Bildungseinrichtungen, Ombudspersonen, Minderheitenvertretern, Nationalen Menschenrechtskommissionen, -zentren oder -instituten sowie mit anderen UN-Einrichtungen und regionalen internationalen Organisationen geben würde.

Der Europarat in Straßburg stellte sich als erste regionale Organisation dieser Herausforderung. Später kam auch die Europäische Union (EU) hinzu. Die Afrikanische Union und die Organisation der Amerikanischen Staaten hielten sich mit der Kooperation weitgehend zurück. Mit der Menschenrechtsbildung begannen sie erst nach dem Ende der Dekade und mit Beginn des Weltaktionsprogramms für Menschenrechtsbildung im Jahr 2005. Doch bereits lange vor der Dekade spielte die UNESCO die wichtigste Rolle bei der institutionellen Förderung der Menschenrechtsbildung. Als "Bildungsorganisation" der Vereinten Nationen sah sie sich einmal mehr in der Verantwortung, regionale internationale Treffen zu veranstalten und die Ziele des Aktionsprogramms von 1993 und die UN-Dekade zu fördern. In Zusammenarbeit mit dem Hochkommissariat in Genf und Regierungsvertretern der jeweiligen Mitgliedstaaten organisierte die UNESCO 1997 in Finnland eine regionale Menschenrechtsbildungskonferenz für Europa, zu der auch NGOs und Bildungseinrichtungen aus der Region eingeladen waren. Nach demselben Muster ging die UNESCO 1998 in Senegal für Afrika vor. 1999 veranstaltete sie eine Konferenz für den arabischen Raum in Marokko und eine weitere für den asiatisch-pazifischen Raum in Indien. Die vorerst letzte Menschenrechtsbildungskonferenz folgte im Jahr 2001 in Mexiko.

Fußnoten

3.
Zwischenbilanz der UN-Dekade und weiterführender Beschluss durch die UN-Generalversammlung: UN-Dokument GA, A/RES/56/167, United Nation Decade for Human Rights Education, New York 2002.