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25.6.2010 | Von:
Götz Nordbruch

Islamische Jugendkulturen in Deutschland

Schluss

Die Vielfalt dieser Optionen, aus denen junge Muslime wählen können, lässt sich als Hinweis auf eine zunehmende "Einbürgerung" des Islam in Deutschland deuten. Bei allen Besonderheiten, von denen die einzelnen Szenen geprägt sind, zeigen sich diverse Parallelen und Anknüpfungspunkte zu jugendkulturellen Trends und Stilen, die für eine pluralistische Gesellschaft charakteristisch sind. Die Suche nach Orientierung und Gemeinschaft sind für junge Muslime Anlass, sich unter Gleichaltrigen zusammenzuschließen und nach Antworten auf Fragen des Alltags zu suchen.

Das Schwinden der Deutungshoheit, welche die traditionellen islamischen Verbände lange Zeit auch unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen ausübten, eröffnet jungen Muslimen insofern die Möglichkeit, unter verschiedenen Stilen und Szenen zu wählen. Eine Öffnung der nicht-islamischen Vereine und Initiativen für junge Muslime und Migranten und eine konsequentere Kritik von rassistischen Ressentiments und Anfeindungen durch die nicht-islamische Öffentlichkeit böten zusätzliche Chancen, einen solchen Pluralismus zu befördern.


Dossier

Jugendkulturen in Deutschland

Skinheads, Punks, Hooligans, Gothics, Skater oder Hip-Hopper: Nicht alle Jugendlichen schließen sich einer Jugendkultur an. Aber der Einfluss derjenigen, die mit ganzem Herzen dabei sind, ist nicht zu unterschätzen. Sie sind Meinungsbildner und kulturelle Vorbilder für eine große Zahl von Gleichaltrigen.

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