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26.9.2011 | Von:
Anne Huffschmid

Alltag statt Apokalypse: Mexiko-Stadt als Labor städtischen Lebens - Essay

Mexiko-Stadt erscheint oft als Moloch, in dem Chaos, dicke Luft und Kriminali­tät vorherrschen. Die Megastadt kann jedoch auch als Laboratorium urbaner All­tagskultur und öffentlichen Lebens betrachtet werden.

Einleitung

Literaten wie Bewohner der Ciudad de Mexico imaginieren die Riesenstadt oft als "Krebsgeschwür", unaufhaltsam wuchernd und letztlich tödlich. Schon längst sind ihre urbanen Ballungsräume über die Grenzen des Bundesdistrikts (Distrito Federal, DF) hinausgewachsen. Dabei leben im Bundesdistrikt selbst "nur" knapp neun Millionen Menschen. Erst mit jenen Flecken Stadt, die im Norden und Osten in die angrenzenden Bundesstaaten hinüberreichen, sind es dann die viel zitierten 20 oder 22 Millionen. Jahrzehntelang galt die mexikanische Hauptstadt zudem als Hochburg urbaner Kriminalität. Doch jenseits des Klischees vom kollabierenden Moloch bildet sich angesichts des allerorten eskalierenden "Drogenkrieges" derzeit ein neues Stadtbild heraus: Mexiko-Stadt als sichere Insel in einem Meer entfesselter Gewalt. Dabei war die gigantische Flächenstadt im Tal von Mexiko schon immer anders als andere: Kaum eine wuchs so schnell, doch in kaum einer anderen Megalopolis leben die Menschen weniger dicht beieinander. Und inmitten des rechten politischen Mainstreams im Lande wird Mexiko-Stadt seit knapp 15 Jahren links regiert.



Länderprofil 14

Mexiko

Mexiko ist sowohl von Zuwanderung und Transmigration – vor allem von Mittelamerika ausgehend in die USA – betroffen, als auch von Abwanderung, zumeist in die USA. Während des vergangenen Jahrhunderts war die Abwanderung am stärksten, dennoch haben alle drei Migrationsformen Spuren hinterlassen.

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