APUZ Dossier Bild

7.9.2011 | Von:
Prune Antoine

Unter den Rockschößen der Europäischen Kommission

Máire Geoghegan-Quinn

Máire Geoghegan-Quinn, 61 Jahre alt, Irin und ausgebildete Lehrerin, ist EU-Kommissarin für Forschung, Innovation und Wissenschaft.

"Männer und Frauen sind unterschiedlich, und deshalb spielt auch die Tatsache, eine Frau zu sein, in meiner täglichen Arbeit als Kommissarin eine Rolle. Ich glaube, dass Frauen besser darin sind, ihre Position standhaft zu verteidigen und gleichwohl weiter mit allen gut zusammenzuarbeiten. Das ist auch mein persönlicher Ansatz: In Europa wirst Du nichts, wenn Du alleine bist. Frauen sind hervorragend, wenn es um Multitasking geht: mehrere Dinge gleichzeitig tun und die Zeit effizient nutzen. Schließlich waren viele von uns gezwungen, einen anspruchsvollen Job und die Bedürfnisse von kleinen Kindern zu vereinbaren.

Ich habe mit vielen Politikern zusammengearbeitet, und nicht alle sind Machos! Noch nie haben so viele Frauen einen Kommissionsposten erhalten wie in der Kommission Barroso II. Ich glaube, dass das fortdauernde Ungleichgewicht lediglich die Tatsache widerspiegelt, dass Europa und die ganze Welt stärker dafür sorgen müssen, dass Frauen gleiche Chancen erhalten. Das gilt quer durch die Gesellschaft und nicht nur für die Politik. Ich habe mich immer erfolgreich durchgesetzt, sonst hätte ich niemals 22 Jahre in der Politik überlebt. Aber das erreicht man nicht durch Schreien und indem man andere überfährt, um nicht zu sagen: indem man noch 'machohafter' ist als die Männer! Sicherlich gibt es Hindernisse für Frauen innerhalb der EU, wie überall sonst auch. Aber ich glaube wirklich nicht, dass Brüssel 'machohafter' ist als Berlin, Bordeaux, Bratislava oder Birmingham!"