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21.2.2011 | Von:
Loay Mudhoon

Wandel der regionalen Ordnung und Aufstieg neuer Mächte in der Golfregion

Ausblick: Konfrontation zwischen Saudi-Arabien und dem Iran

Die hegemoniale Konfrontation in der Golfregion zwischen Iran und Saudi-Arabien als Folge des Irak-Kriegs 2003 markiert den Anfang eines "Kalten Kriegs" im Nahen und Mittleren Osten. Im Mittelpunkt steht die Tatsache, dass Saudi-Arabien ein Vakuum füllen müsste, das der amerikanische Einflussverlust infolge des Debakels im Irak hinterlassen hat. Doch Riad steht dem Aufstieg des Iran zu einer führenden Regionalmacht weitgehend hilflos gegenüber.[30] Die anderen führungsschwachen arabischen Staaten greifen notgedrungen auf die wieder erstarkte Türkei zurück, in der Hoffnung, den iranischen Einfluss, den Teheran über seine Stellvertreter und "trojanischen Pferde" wie die Hamas und die Hisbollah aufgebaut hat, einzudämmen.[31] Aus globalstrategischer Sicht lässt sich sagen: "Der Irakkrieg ist für die USA nicht zu dem von vielen prognostizierten Fiasko geworden, aber er bürdete Amerika hohe politische Kosten auf."[32] Am schwersten wiegt, dass die Bush-Regierung die moralische Kreditwürdigkeit und den politischen Führungsanspruch der USA aufs Spiel setzte - und ihre strategische Hegemonie im Mittleren Osten zugunsten regionaler Akteure verlor.

Fußnoten

30.
Vgl. Guido Steinberg, Saudi-Arabiens Außenpolitik unter König Abdallah: Wachsende Herausforderungen, begrenzte Handlungsspielräume, in: Qantara.de vom 21.6.2010, online: http://de.qantara.de/webcom/show_article.
php/_c-468/_nr-1373/i.html (20.1.2011).
31.
Vgl. Rainer Hermann, Iranisches Großmachtgehabe am Golf, in: FAZ vom 20.5.2010, S. 5.
32.
Stephan Bierling, Das Vermächtnis des Irakkriegs, in: Neue Züricher Zeitung vom 16.12.2010, online: www.nzz.ch/nachrichten/startseite/das_
vermaechtnis_des_irakkriegs_1.8696561.
html# (18.1.2011).