In einem Labor der Gewebebank des Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrums Adipositaserkranungen (IFL) an der Universität Leipzig beobachtet Tierpflegerin Eva Böge eine adipöse Maus mit einem Gewicht von 52 Gramm (l) und eine normale Maus mit 20 Gramm, aufgenommen am 06.01.2012. Die Labormäuse gehören zu einem großen Forschungsprogramm der Wissenschaftler am IFL, die hier unter anderem auch auf der Suche nach der ultimativen Schlankheitspille ohne Nebenwirkungen sind. Helfen sollen dabei Untersuchungen des Fettgewebes von adipösen Patienten und bei Tieren. In einer bundesweiten Gewebebank, die gegenwärtig weiter ausgebaut wird, lagert bereits Material von rund 800 Patienten. Foto: Waltraud Grubitzsch dpa/lsn (zu dpa-Korr vom 08.01.2012)

14.2.2012 | Von:
Kathrin Voss

Kontrovers und sexy - Kampagnen der Tierrechtsorganisation PETA

Auffallen um jeden Preis?

Der amerikanische Journalist Michael Specter hat PETAs Strategie treffend beschrieben: "PETA's publicity formula - eighty per cent outrage, ten per cent each of celebrity and truth - insures that everything it does offends someone."[35] PETA-Gründerin Ingrid Newkirk gibt im selben Artikel zu, dass sie bei PETA alles tun, um mediale Aufmerksamkeit zu erlangen. Das gelingt ihnen ohne Frage. PETA hat dafür einen interessanten Mix von Strategien entwickelt. Wie Greenpeace setzt PETA zum einen darauf, Missstände durch drastische Bilder und Aktionen zu dokumentieren und einzelne Gegner in großen Kampagnen gezielt anzugreifen. Mit dieser Herangehensweise hat PETA auch einige Erfolge erzielt und sicherlich dazu beigetragen, die öffentliche Aufmerksamkeit auf Grausamkeiten gegen Tiere in der Landwirtschaft und in Forschungseinrichtungen zu lenken. Zum anderen schafft es PETA wie keine andere NGO, sich selbst als eine Marke mit Lifestyle-Charakter zu etablieren. Dafür werden vor allem Prominente geschickt in Szene gesetzt und auf das Prinzip Sex sells gesetzt. Diese Strategie hat PETA viel öffentliche Aufmerksamkeit beschert, auch außerhalb der klassischen Nachrichtenmedien. PETA konnte so Zielgruppen erreichen, die sich vorher kaum für Tierrechtsfragen interessiert haben. Ob diese Strategie auch langfristig funktioniert und vor allem, ob sie auch das Thema Tierrechte selbst transportieren kann, ist fraglich. Die Lifestyle-Strategie hat PETA auch viel Kritik eingebracht. In Artikeln über PETA geht es oft mehr um die Methoden der Organisation und um ihre prominenten Fürsprecher denn um das Thema Tierrechte selbst.

Fußnoten

35.
Michael Specter, The extremist - The woman behind the most successful radical group in America, in: The New Yorker vom 14.4.2003, S. 52-67.

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