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pweber am 04.10.2013

Inklusion - was heißt das für mich?

Wir wollen wissen: Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Was müssen wir tun, damit unsere Gesellschaft barrierefrei wird? Sieben Menschen, die sich für das Thema engagieren, machen den Anfang. Diskutieren Sie mit!

  • Inklusion heißt für mich...
    Raul Krauthausen

    ... dass ich auch mal von Busfahrern angeschnauzt werde oder in einer Schlange stehen muss. Denn Inklusion soll das gesellschaftliche Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung fördern, und zur gleichberechtigten Teilhabe gehört auch, dass ich nicht anders behandelt, aber auch nicht behindert werden möchte.

    Raul Krauthausen, Sozialhelden e.V. Zum Kurz-Interview: "Auch mal angeschnauzt werden"
  • Inklusion heißt für mich...
    Hubert Hüppe

    ... dass Menschen mit und ohne Behinderungen leben können, wie und wo sie wollen. Behinderte Menschen bekommen die Unterstützung, die sie für ein selbstbestimmtes Leben brauchen. Sonderwelten werden abgebaut, gleichberechtigte Teilhabe in Schule, Beruf und Alltagsleben ist eine Selbstverständlichkeit. Statt Begründungen zu suchen, warum Inklusion nicht möglich ist, finden wir Wege, wie wir sie erreichen können.

    Hubert Hüppe, Beauftragter der Bundesregierung Zum Kurz-Interview: "Teilhabe muss man erfahren"
  • Inklusion heißt für mich...
    Martin Zierold

    ... das Gegenteil der derzeitig üblichen Separation einzelner Gruppen. Für mich heißt Inklusion aber auch nicht Zwang zum Anpassen an eine gedachte Mehrheit, sondern ein gleichberechtigtes Zusammenleben verschiedenster Individuen mit ihren Stärken und Besonderheiten, ohne dass ein "Nichtkönnen“ im Vordergrund der Wahrnehmung steht.

    Martin Zierold, Bündnis 90/Die Grünen Zum Kurz-Interview: "Gleichberechtigung statt Anpassung an die Mehrheit"
  • Inklusion heißt für mich...
    Christine v. Kirschbaum

    ... uneingeschränktes und selbstverständliches Miteinander von Menschen mit unterschiedlichen Begabungen und Fähigkeiten, die in ihrer Vielfalt als solche wertgeschätzt werden.




    Christine v. Kirschbaum, mittendrin e.V.
    Zum Kurz-Interview: "Wir brauchen eine Kultur des Willkommens"
  • Inklusion heißt für mich...
    Rita Vock

    ... auch, dass jeder und jede sich informieren kann, und zwar auf ganz verschiedenen Wegen. Beim Deutschlandfunk versuchen wir mit unseren Nachrichten in Einfacher Sprache, die Hürden möglichst niedrig zu halten - ohne auf den Anspruch eines vernünftigen Nachrichtensenders zu verzichten.

    Rita Vock, nachrichtenleicht.de Zum Kurz-Interview: "Menschen haben eine Meinung, nicht nur eine Behinderung"
  • Inklusion heißt für mich...
    Ronny Blaschke

    Erst wenn niemand mehr nach Inklusion fragt, herrscht tatsächlich Inklusion. So lange das nicht der Fall ist, müssen wir immer und immer wieder danach fragen.




    Ronny Blaschke, Journalist
    Zum Kurz-Interview: "Auf sprachliche Feinheiten achten"
  • Inklusion heißt für mich...
    Station 17

    ...Wir begreifen Inklusion als einen dynamischen Prozess, der nicht ausschließlich über strukturelle Bedingungen gesichert werden kann. Inklusion wird von Moment zu Moment entschieden. Auch in unserer Gruppe wird es immer Situationen der Exklusion geben.


    Station 17, Band aus Hamburg
    Zum Kurz-Interview: "Inklusion wird von Moment zu Moment entschieden"
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Inklusion ist in aller Munde, nicht zuletzt durch die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention ist der Begriff ins Blickfeld gerückt. Aber was genau bedeutet er? Es geht um die Teilhabe für alle in einer Gesellschaft – könnte man zunächst vereinfacht sagen. Hinter dem so leicht klingenden Wort „Inklusion“ steht jedoch noch viel mehr: eine gesellschaftliche Vision, konkrete Umsetzungskonzepte, genauso wie zahlreiche Debatten und Diskussionen. Vor allem vereinen sich hierin: viele Perspektiven.

Im bpb:magazin haben wir dies als Ausgangspunkt genommen und Menschen gefragt, die sich jeder auf ihre Weise mit Inklusion beschäftigen. Was bedeutet dies für sie? Wo sollte man ansetzen, aber auch "Was müsste noch erfunden werden"?

Wir wollen uns in Zukunft weiter mit dem Thema befassen. Statt uns auf die Suche nach "der einen" Definition zu machen, wollen wir das Feld offen erkunden. Wir würden uns freuen, wenn Sie mitmachen, die Perspektiven zu erweitern. Wie erleben, begreifen und erfahren Sie Inklusion?



Station 17 (© Station 17)

Station 17: "Inklusion wird von Moment zu Moment entschieden"



Die Hamburger Band macht seit über 25 Jahren Musik und bewegt sich dabei immer wieder zwischen ganz unterschiedlichen Genres von Indie bis Elektro. Welche Rolle Individualität für sie spielt, Kreativität und Exklusion und warum man sie als "inklusive Band" bezeichnen könnte - und warum auch wieder nicht, erklären sie im Interview. Weiter...
Hubert Hüppe (© Hubert Hüppe)

Hubert Hüppe: "Teilnahme muss man erfahren"



Hubert Hüppe ist Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung. Im Kurz-Interview spricht er über fehlende Erfahrung von nichtbehinderten Menschen, Inklusion als Zukunftsinvestition und den einseitigen Blickwinkel auf Defizite. Wer ist schon "schwermehrfachnormal"? Weiter...
Ronny Blaschke (© Ronny Blaschke)

Ronny Blaschke: "Auf die sprachlichen Feinheiten achten"



Inklusion im Sport ist selten ein Thema in den Medien. Dabei gäbe es viel zu berichten, meint der freie Journalist Ronny Blaschke: Über nicht barrierefreie Schwimmbäder und Sporthallen, über fehlende Sportlehrer und Betreuer in Vereinen. Worauf sollten Berichtende, Athleten und Funktionäre dabei achten? Weiter...

Christine v. Kirschbaum (© privat)

Christine v. Kirschbaum: "Wir brauchen eine Kultur des Willkommens"



Nur ein kleiner Teil der Gesellschaft hat Erfahrung im Umgang mit Menschen mit Behinderung. Wie sich dies ändern könnte und welche Rolle die inklusive Schule dabei übernimmt, beschreibt Christine v. Kirschbaum vom Elternverein "mittendrin e.V." Das Motto des Vereins "Eine Schule für Alle." Weiter...
Raul Krauthausen (© Sozialhelden e.V.)

Raul Krauthausen: "Auch mal angeschnauzt werden"



Es gibt Barrieren im Alltag, die lassen sich mit Rampen überwinden - andere treten erst in der Sprache zutage, etwa wenn davon die Rede ist, dass jemand "an den Rollstuhl gefesselt sei". Raul Krauthausen und der Verein Sozialhelden kämpfen mit kreativen Projekten gegen beides - und für Inklusion im Alltag. Weiter...
Rita Vock (© Deutschlandradio/Bettina Fürst-Fastré)

Rita Vock: "Menschen haben eine Meinung, nicht nur eine Behinderung"



Teilhabe setzt Information voraus. Dazu will nachrichtenleicht.de beitragen. Das Nachrichtenportal berichtet in Einfacher Sprache über politische Themen weltweit. Für Redakteurin Rita Vock ist das aber nur ein Teil von Inklusion in den Medien. Weiter...
Martin Zierold, Abgeordneter der Grünen in der Bezirksverordnetenversammlung Berlin-Mitte, gestikuliert am Mittwoch (14.03.2012). Er ist jung und politisch engagiert - und er kann nicht hören. Das hindert Martin Zierold nicht, in der Berliner Politik mitzumischen. Am Sonntag wählt er auch den Bundespräsidenten. Foto: Maurizio Gambarini dpa/lbn (zu dpa-Korr: "Ohne Stimme, doch nicht stumm - Tauber wählt Bundespräsidenten" vom 15.03.2012) (© picture-alliance/dpa)

Martin Zierold: "Gleichberechtigung statt Anpassung an die Mehrheit"



"Nichtkönnen" sollte nicht im Vordergrund stehen: Das ist eine Kernforderung von Martin Zierold beim Thema Inklusion. Der Berliner Abgeordnete von Bündnis 90/die Grünen engagiert sich ehrenamtlich, beruflich und politisch für Barrierefreiheit. Wie wichtig es ist, dass Menschen mit Behinderung an politischen Prozessen beteiligt werden, erklärt er im Kurz-Interview. Weiter...


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Kommentare anderer Nutzer

Gerhard Sauter | 08.11.2013 um 12:03 [Antworten]

Inklossion

Ich denke bei der Inklusssion sollte man daran denken dass man die Behinderung nicht zu sehr in den Vordergrund stellt. Ich bin selbst Behindert und ich arbeite in einer WfB doch ich denke dass Problem ist dass die Gesellschaft immer perfekter sein möchte und menschen die anderst sind nicht nur Behinderte bleiben auf der Strecke. Ich brauche keine Inklussion sondern ein gesunden Menschenverstand dass es andere Menschen gibt den ich möchte nicht besonders gut oder schlecht behandelt werden

Klaus-Dieter Dingel | 17.11.2013 um 13:48 [Antworten]

Inklusion

Inklusion bedeutet für mich als Rollstuhlfahrer, dass ich nicht nur eine bezahlbare Barrierefreie Wohnung habe, sondern dass ich endlich meine Kinder, Freunde und Bekannten Barrierefrei besuchen kann. Das die Gesetze wie das BGG oder die UN-BRK endlich umgesetzt werden.
Inklusion bedeutet: das Umfeld passt sich den einzelnen an um dessen Handicaps auszugleichen.
Integration: Der einzelne passt sich der vorhandenen Gesellschaft an.

Heike Keppel | 18.11.2013 um 09:07 [Antworten]

Wunsch

Inklusion bedeutet für mich, daß jede/jeder nicht nur an sich selbst denkt, sondern an den anderen: abgeben, teilen, teilhaben, einladen, helfen, mitdenken, mitmachen, sorgen, beten, ... es wäre so schön und so viel einfacher!!

J | 19.11.2013 um 13:16 [Antworten]

B

Inklusion bedeutet für mich, dass von Anfang an keine Ausgrenzung von allen Menschen möglich ist. Ich arbeite in einer inklusiven Grundschulklasse. Hier kann man sehen, dass es für Kinder ein Lernerlebnis ist miteinander umzugehen. Sie haben tatsächlich auch Spaß miteinander.
Allerdings sollte die Politik sich im klaren sein, dass die Teilnahme an der Inklusion auch eine Bereitstellung ausreichender Gelder mit sich bringen sollte. Ausreichende Unterstützung ist bis jetzt nicht gegeben...

joachim sehl | 19.11.2013 um 23:30 [Antworten]

behinderung

es wird immer wieder über behinderung geschrieben. aber zb. die einfachsten dinge werden vergessen. die leichte sprache schreibt keiner. sie ist extra für behinderte erdacht wworden. also haltet euch doch mal an die regeln. und schreibt nicht nur darüber. gruß joachim sehl behinderter 80 % Borderliner, legasteniger, epileptiker, diapetiker, bludhochdruck patient, depressiver, bandscheiben prothese, colesterin zu hoch, coleriker

Luitgard Möhrle | 20.11.2013 um 22:04 [Antworten]

Mitteinander auf gleicher Ebene, mit Respekt, Achtung sich selb

Inklusion ist kein Thema sondern Normalität.
Wer will schon auf einer falschen Schlaimspur ausrutschen,nach unterschiedlichen Ranglisten in Schubladen verstaut werden??? Menschen die auf einer Ebene mitteinander Komonizieren möchten nicht.Den von alten Behinderten Menschen lernt mann etwas sehr wertvolles, MENSCHLICHKEIT und SENSIBILITÄT, das immer mehr verloren geht. LEIDER

Soziales | 02.02.2016 um 17:08 [Antworten]

Inklusion

Inklusion ist heute leider immer noch nicht da wo sie eigentlich schon sein sollte! Das fängt schon bei Dingen an die heute klar sein sollten da sie schon ewig diskutiert und die Verantwortung dafür immer nur weiter geschoben wird.
Damit meine ich nicht nur die "aktuellsten" Themen wie Seiteneinsteiger oder Kinder mit besonderem Förderbedarf an Regelschulen. Auch bei "altbekannten" Problematiken ist man noch nicht wirklich weiter.

Wie sieht es zum Beispiel mit eigentlichen Hilfen für bestimmte Problematiken aus? Ich nenne nur ein Beispiel:
Jemand der Gehörlos ist hat das Recht auf einen Gebärdensprachendolmetscher, aber immer wieder kommt die Frage auf wer bezahlt dies? Dadurch kommt es dazu das viele falsch oder unzureichend beraten werden.
Zuviele "Zuständigkeiten" sind einfach unklar oder nicht vorhanden auch wenn es gesetzlich schwarz auf weiß vorhanden ist. Schon bei solchen Problemen fängt es an und solange Zuständigkeiten nur weiter verschoben werden, stehen wir leider auch weiter ziemlich am Anfang was Inklusion betrifft.....

Zitteronkel | 27.10.2016 um 16:51 [Antworten]

Inklusion

Inklusion heißt, bekennen zu können, dass man schizo ist und keiner schreckt besonders auf. Aber wer würde das schon riskieren?


 

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