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Redaktion am 04.10.2013

"Wir brauchen eine Kultur des Willkommens"

Christine v. Kirschbaum (© privat)
Christine v. Kirschbaum vom Kölner Elternverein mittendrin e. V. hat unsere sechs Fragen zum Thema Inklusion beantwortet. Der seit 2006 bestehende Verein setzt sich dafür ein, dass Kinder - egal ob mit oder ohne Behinderung - gemeinsam zur Schule gehen können.

Inklusion heißt für mich...

... uneingeschränktes und selbstverständliches Miteinander von Menschen mit unterschiedlichen Begabungen und Fähigkeiten, die in ihrer Vielfalt als solche wertgeschätzt werden.

Womit tut sich die Gesellschaft schwer, wenn es um den Umgang mit behinderten Menschen geht?

Nur ein kleiner Teil der Gesellschaft hat Erfahrung im Umgang mit Menschen mit Behinderungen. Daran wird sich nichts ändern, solange Menschen mit einem Handicap nicht im Alltag präsent sind. Deshalb ist es so wichtig, dass ein Miteinander von Anfang an ermöglicht wird, denn Kinder haben keine Vorbehalte.

Was braucht die inklusive Schule?

Die inklusive Schule heißt jedes Kind willkommen. Die Kultur des Willkommens ist die Grundvoraussetzung für das Gelingen von Inklusion. Seit rund 25 Jahren gibt es in Deutschland Schulen, in denen jedes Kind willkommen ist und individuell gefördert wird. Die didaktischen Methoden für den inklusiven Unterricht sind entwickelt worden. Dutzende wissenschaftlicher Studien haben diese Unterrichtskonzepte begleitet und überprüft. Es ist alles erforscht und alles in der Praxis erprobt. Es ist höchste Zeit für die Schule für alle. Überall.

Wenn es keine inklusive Schule gäbe, dann…

... hat Teilhabe im Erwachsenenalter keine Chance. Wer als Erwachsener integriert leben will, der sollte das als Kind schon lernen dürfen. Kinder und Jugendliche verbringen den Großteil ihrer Kindheit und Jugend unter "ihresgleichen“. Was sie brauchen, um sich in die Gesellschaft zu integrieren, sind Anregung und soziale Kontakte mit eben dieser Gesellschaft.

Wie kann die Gesellschaft barrierefrei werden?

Schon jetzt mit einer gehörigen Portion Offenheit für Vielfalt. Auf lange Sicht mit ausreichend Erfahrung, dass Vielfalt eine Bereicherung für alle ist.

Das müsste noch erfunden werden:

Die Taste, mit der man die Barrieren in den Köpfen ausschaltet.


Was bedeutet Inklusion für Sie? Hier können Sie mitdiskutieren.

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