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Juni 2020

18.06.2020: Vor 50 Jahren: Herabsetzung des Wahlalters auf 18

Ein Paar betrachtet Anfang der 1970er Jahre ein Plakat, auf dem steht "Ja ab 18". Es wirbt für das Wahlrecht ab 18, das seit der Bundestagswahl 1972 in Deutschland gilt.Ein Plakat, das für das Wahlrecht ab dem 18. Lebensjahr wirbt. Seit der Bundestagswahl 1972 dürfen 18-Jährige in Deutschland wählen, bei Landtags- und Kommunalwahlen gilt heute zum Teil das Wahlrecht ab 16. (© picture-alliance/dpa)

Guten Morgen!

Wählen mit 21? Das war vor ein paar Jahrzehnten noch üblich. Heute vor 50 Jahren hat der Bundestag entschieden, das aktive Wahlalter von 21 auf 18 Jahre zu senken.

Die Vorgeschichte
  • Im Zuge der Student/-innen-Proteste Mitte der 1960er-Jahre wurden auch Forderungen nach einem Wahlrecht ab 18 Jahren laut.
  • Befürworter/-innen argumentierten, dass die jungen Protestierenden so ihren Wunsch nach Veränderung auf parlamentarischem Wege äußern könnten und viele 18- bis 20-Jährige bereits politisch gut informiert seien.
  • Gegner/-innen argumentierten, Jugendlichen fehle in dem Alter noch die nötige Reife zu wählen.
  • Die damalige sozialliberale Regierung unter Bundeskanzler Willy Brandt brachte schließlich eine Änderung des Grundgesetzes (Art. 38, GG) auf den Weg.
  • Am 18. Juni 1972 stimmten trotz heftiger Debatten alle drei Fraktionen im Bundestag (SPD, FDP, CDU) für eine Grundgesetzänderung (Art. 38). Gleichzeitig wurde das passive Wahlalter (Wählbarkeit) von 25 auf 21 Jahre abgesenkt.
Und heute – Wählen mit 16?
  • In über der Hälfte der Bundesländer können bereits 16- und 17-Jährige bei Kommunalwahlen ihre Stimme abgeben; in Bremen, Hamburg, Brandenburg und Schleswig-Holstein auch bei Landtagswahlen.
  • In der EU liegt das Wahlalter überwiegend bei 18 Jahren, nur in Österreich und Malta darf schon ab 16 gewählt werden.
  • Politiker/-innen von Grünen, SPD und FDP wollen das Wahlalter auch auf Bundesebene auf 16 Jahre senken. Aktuelle Protestbewegungen wie Fridays for future würden zeigen, dass Jugendliche an politischen Entscheidungen (über ihre Zukunft) beteiligt werden möchten.
  • Kritiker/-innen warnen u.a. davor, dass 16- und 17-Jährige leichter manipulierbar seien und eher zu Extrempositionen neigten.
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Mehr zur Diskussion ums Wahlalter – heute und damals https://kurz.bpb.de/dtdp685

Viele Grüße
Deine bpb Online-Redaktion

30.06.2020



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