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Robert Pitterle am 02.05.2012

Tag eins der re:publica 2012 — ein Resümee

Tag eins der re:publica 2012 ist zu Ende. Die Mit­ar­bei­ter des netzdebatte.bpb-Teams berich­ten von ihren Ein­drü­cken auf der Ber­li­ner Netzpolitik-Konferenz:

Die Orga­ni­sa­tion

Um es den Besu­chern in den wei­ten Hal­len ein­fa­cher zu machen, die 350 Spre­che­rin­nen und Spre­cher auf den fast 300 Ver­an­stal­tun­gen auf den acht Büh­nen zu fin­den, haben die Orga­ni­sa­to­ren ein neues Ord­nungs­sys­tem ein­ge­führt. Es soll das Pro­gramm the­ma­tisch bün­deln, wie Mar­kus Becke­dahl bei der Eröff­nung erläu­tert: Unter re:open gehe es um öffent­li­ches Regie­ren; re:invent suche nach tech­no­lo­gi­schen Inno­va­tio­nen; in re:mix werde um das Urhe­ber­recht gerun­gen; re:unite habe die euro­päi­sche Öffent­lich­keit zum Thema; re:open stelle freie Bil­dungs­ma­te­ria­lien vor. Und der Klas­si­ker, wie das Netz den Jour­na­lis­mus ver­än­dert, den gibt es unter re:port. Bevor man sich nun aber die­ses Sys­tem merkt, schaut man am bes­ten gleich auf den Titel der Ver­an­stal­tung oder wahl­weise der Teil­neh­mer. (Tobias Asmuth)

Die Presse

Es gibt kei­nen Pres­se­be­reich auf der re:publica. Das ist nur kon­se­quent, denn die re:publica steht auch dafür, dass die Tren­nun­gen zwi­schen Schrei­ben und Lesen, Dabei­sein und Machen auf­ge­ho­ben wer­den. Und sicher­lich sind viele der Besucher/innen im Netz aktiv. Wer nicht schreibt, wird zumin­dest das tei­len, was er/sie im Netz so fin­det. Trotz­dem hat die re:publica einen Presse-Counter, und wäh­rend um 9 Uhr mor­gens sich die Besu­cher­schlange schon bis in den Hof staute, war der Presse-Counter ganz leer. Das war erstaun­lich, erfreu­lich und lässt die Hoff­nung auf­kom­men, dass es im nächs­ten Jahre wie­der einen Pres­se­be­reich gibt, in dem die akkre­di­tie­ren Journalisten/innen Ruhe zum Schrei­ben finden.

Viel­leicht finde ich den Schal­ter ja nicht, aber mei­ner Mei­nung nach ist die Seite der re:publica nicht wirk­lich Smartphone-tauglich. Das hat mich doch sehr ver­wun­dert – und gleich­zei­tig beru­higt, denn bis heute lief ich mit dem Intro­jekt durch die Medi­en­welt: “Dass alles mobile ist, das ist heute Vor­aus­set­zung.” Gesucht hatte ich den Mobile-View auch nur ein­mal, als ich mir am Abend vor der Eröff­nung den Zeit­plan im iCal-Format auf mein Smart­phone laden wollte. Gut, dass es diese Mög­lich­keit gibt. Und der iCal-Kalender ist auch gut auf­be­rei­tet. Ich habe dann aber doch davon abge­se­hen die 199 Events, die dort gelis­tet sind, in mei­nen Cal zu inte­grie­ren. Too much.

Der Umzug in die Sta­tion Ber­lin hin­ter­lässt bei mir gemischte Gefühle. Gut ist, dass die neue Loca­tion die re:publica wie durch ein Gesichts-Peeling jung hält. Es tut gut, dass man sich als Besu­cher neu ori­en­tie­ren muss. Was nicht so viel Spaß macht: die Größe oder die Auf­tei­lung der Räume oder die Archi­tek­tur in der Halle — es ist schwer zu sagen, aber in der Summe habe ich das Gefühl, dass hier nicht alles zusam­men­passt. Blog­ger ken­nen das Dilemma: zwei oder drei Spal­ten? Die re:publica ist defi­nitv drei­spal­tig und als Besu­cher muss man sich sel­ber akti­ver ein­brin­gen, wäh­rend man sich im letz­ten Jahr noch ein­fach mit­rei­ßen las­sen konnte. (Micz Flor)

Das Netz

Es ist nicht schlimm, dass es auf der re:publica kei­nen geson­der­ten Pres­se­be­reich gibt — der Digi­tal Native kann ja schließ­lich immer und über­all. Aber was er dafür wie die Luft zum Atmen braucht, ist eine funk­tio­nie­rende Netz­werk­ver­bin­dung. Diese lag bis sechs Stun­den nach Eröff­nung nicht vor, sodass er zum vor­sint­flu­ti­gen Surfstick grei­fen oder das Daten­vo­lu­men sei­nes Smart­pho­nes arg stra­pa­zie­ren musste. Der fast schon obli­ga­to­ri­schen Schimpf­ka­no­nade über die Band­breite zum trotz: Die re:publica ist nach mei­nem ers­ten Ein­druck nach ein kom­mu­ni­ka­ti­ver Ort mit sehr inter­es­sier­ten Besu­chern, die sich tat­säch­lich wei­ter­bil­den und Kon­takte knüp­fen wol­len. (Ste­fan Brück­ner)

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