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Micz Flor am 04.05.2012

Sag mir, wo die Stühle sind. Die Wanderung des Monobloc auf der re:publica 12

Das Wich­tigste vor­ne­weg: Ich bin kein Freund von Plas­tik. Kunst­stoff hat wenig Platz in mei­nem Lebens­ent­wurf, des­sen Umgang mit der Umwelt sich so zusam­men­fas­sen lässt: „Hin­ter­lasse nur sanfte Fußabdrücke.“

Trotz­dem haben mich die Plas­tik­stühle der re:publica 2012 in ihren Bann gezo­gen. Die Spritz­guss­klas­si­ker Mono­bloc — sta­pel­bar und wet­ter­fest — ließ die re:publica aus Süd­afrika reim­por­tie­ren. Gerüchte gehen um, dass diese spe­zi­elle Form ursprüng­lich aus der DDR stammt, von wo sie mit­samt der Spritz­guss­ma­schine nach Süd­afrika reiste. Meine Klimabilanz-Bedenken begra­digt Cle­mens Ler­che von der re:publica mit dem Blick in die Zukunft: „Irgendwo steht hier schon ein 3-D-Drucker. Nächs­tes Jahr kann sich dann jeder sei­nen Stuhl hier dru­cken lassen.“

Kul­tur­theo­re­tisch passt der Mono­bloc natür­lich famos zur re:publica. Glo­ba­li­sie­rung, Dif­fe­renz, trans­lo­cal, Stan­dards, No Logo. Die Liste lässt sich belie­big ver­län­gern. Bequem sind sie für maxi­mal zwei Stun­den. Bunt sind sie. Und per­ma­nent unter­wegs. Das obige Bild zeigt die Stühle wenige Minu­ten vor der Eröff­nung der re:publica. Das fol­gende Bild zeigt den­sel­ben Ort am Mor­gen des drit­ten Tages. Wo sind sie geblieben?

Und damit komme ich zu mei­ner gro­ßen Freude auf der re:publica 2012: die Wan­de­rung der Stühle. Wer jeden Tag früh auf dem Gelände ankommt, hat das Ver­gnü­gen, die Stühle wie Polaroid-Fotos des vori­gen Tages zu erle­ben. Reden, rau­chen, arbei­ten, essen, flir­ten, schla­fen, alleine, zu zweit und alle zusam­men. Die Mono­blocs als teil­nahms­lose Zeu­gen des ver­gan­ge­nen Abends.


Hier fehlen noch die Bilder


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