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Tobias Asmuth am 30.04.2012

Thema Datenschutz auf der re:publica 2012: Eine kurze Übersicht

Der Daten­schutz ist ein Klas­si­ker der re:publica. Die Frage, wie wir mit unse­ren Daten im Netz umge­hen, hat die Kon­fe­renz schon immer beschäf­tigt. Auch die­ses Jahr wid­men sich auf der Ber­li­ner Netzpolitik-Konferenz "Ses­si­ons" und "Speaker" der Pro­ble­ma­tik, dass Daten aus dem Netz jeder­zeit auch in der rea­len Welt ver­füg­bar sind und Infor­ma­tio­nen aus unse­rem Leben in die vir­tu­elle Welt inte­griert wer­den. Wir haben einige beson­ders loh­nend erschei­nende Ver­an­stal­tun­gen zu den The­men Daten­schutz und Pri­vat­sphäre in einer Über­sicht zusammengestellt:

Mitt­woch, 2. Mai, 14.45 Uhr, Stage 4: Daten­schutz — Vor­sprung durch Technik

Seda Gür­ses, die an der Uni­ver­si­tät Leu­ven zu Secu­rity and Pri­vacy in Social Net­works forscht, und Clau­dia Diaz, die sich eben­falls mit dem Schutz der Pri­vat­sphäre im Netz beschäf­tigt, stel­len eine Reihe von tech­nik­ba­sier­ten Desi­gn­lö­sun­gen vor, mit denen man seine Daten sichert und zur Ver­fü­gung stellt. (Das Panel ist auf Englisch.)

Mitt­woch, 2. Mai, 18.45 Uhr, Stage 5: Ein Recht auf Ver­ges­sen und das Ver­falls­da­tum von Daten

Die Podi­ums­dis­kus­sion "Recht auf Ver­ges­sen und Erin­ne­rungs­kul­tur" fragt danach, wie mit sen­si­blen Daten in Archi­ven und Museen umge­gan­gen wurde und wird. Wie ist aus der Per­spek­tive der Erin­ne­rungs­kul­tur die For­de­rung nach einem "Recht auf Ver­ges­sen" ein­zu­ord­nen? Wie wird im Inter­net selbst die eigene Ver­gäng­lich­keit reflek­tiert? Was wurde in der ana­lo­gen Welt bewahrt und was nicht? Haben Daten ein "Ver­falls­da­tum", und lässt sich dies tech­nisch umset­zen? Teil­neh­mer sind u. a. der Poli­tik­wis­sen­schaft­ler Dr. Erik Meyer, Dr. Verena Metze-Mangold (Unesco) oder Bör­ries von Notz (Stif­tung Jüdi­sches Museum Berlin).

Don­ners­tag, 3. Mai, 10 Uhr, Stage 3: Das kom­mer­zi­elle Web 2.0 als öffent­li­cher Raum — wel­che Rechte haben Nutzer?

Auf dem digi­ta­len Dorf­platz tref­fen sich Sascha Lobo, Jan Möl­ler, Mar­tina Pick­hardt, Falk Lüke, Chris­toph Kap­pes (ange­fragt) und Ralf Les­ser, Refe­rent für Netz­po­li­tik im Bun­des­in­nen­mi­nis­te­rium, spre­chen über die Tat­sa­che, dass poli­ti­sche Mei­nungs­äu­ße­rung und gesell­schaft­li­che Dis­kus­sion in der digi­ta­len Welt ganz wesent­lich auf pri­vat­wirt­schaft­lich betrie­be­nen, kom­mer­zi­el­len Platt­for­men statt­fin­den. Wie ver­tra­gen sich die Grund­rechte der Nut­zer mit den wirt­schaft­li­chen Inter­es­sen der Betrei­ber? Bestim­men (künf­tig) all­ge­meine Geschäfts­be­din­gun­gen, wer oder was im digi­ta­len öffent­li­chen Raum statt­fin­det? Wer ent­schei­det, was öffent­lich wird, was öffent­lich bleibt?

Frei­tag, 4. Mai, 13.45 Uhr, Stage 7: Online-Reputation, Pri­vat­sphäre und die Spur der Daten im Netz

Der Jour­na­list Mar­cus Lin­de­mann ist Men­schen im Inter­net auf der Spur: „Was das Netz über einen Neti­zen weiß“ heißt sein Vor­trag, der auf einem Recherche-Experiment basiert: Aus­ge­hend von der These, dass sich aus den ein­zel­nen Fun­den im Web wei­ter­ge­hende, nicht ver­öf­fent­lichte Infor­ma­tio­nen gewin­nen las­sen, hat er die Recher­che meh­re­rer Por­träts begon­nen, die nur aus Internet-Informationen beste­hen. In fast allen Fäl­len gelang es, Schlüsse zu zie­hen und Infor­ma­tio­nen zu ver­knüp­fen, die die Betrof­fe­nen nicht preis­ge­ben woll­ten. In einem Fall hat er so viel gefun­den, dass der Betrof­fene nach­träg­lich seine Ein­wil­li­gung in die Ver­öf­fent­li­chung zurück­zog. Die­ses Bei­spiel für die Erstel­lung eines Pro­fils hat Lin­de­mann 2011 ver­öf­fent­licht und damit zur Dis­kus­sion gestellt, was dies für Online-Reputation und Pri­vat­sphäre bedeutet.

Übri­gens: Ein paar ganz inter­es­sante grund­le­gende Infor­ma­tio­nen zum Thema Open Data bie­tet das Dos­sier der Bun­des­zen­trale für poli­ti­sche Bildung.

Wei­tere Vor­schauen zur re:publica 2012: die The­men Bil­dung und Medi­en­kom­pe­tenz sowie Urhe­ber­recht.

Ergän­zun­gen zu unse­rem Über­blick zu den The­men Daten­schutz und Pri­vat­sphäre auf der Ber­li­ner re:publica 2012 kön­nen gern in den Kom­men­tar­be­reich geschrie­ben werden.

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