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Annika Meixner am 06.05.2013

"It's not about technology, it's about social change!"

Social Media als Verstärker sozialen Wandels sind ein mächtiges Instrument – sowohl für Regierungen als auch für Bürgerbewegungen. Ben Scott hält viel von den Möglichkeiten des Online-Networking - Porträt eines Netzoptimisten.

Ben ScottBen Scott Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (Annika Meixner)

Ben Scott kennt beide Seiten politischer Kommunikation: NGOs und Regierungsorganisationen. Er ist Mitgründer von freepress.net und arbeitete als Berater für Hillary Clinton, als sie noch die oberste Diplomatin der USA und Objekt diverser Memes war.

In seinem Vortrag zur Funktionsweise politischer Interessenvertretung via Social Media wird schnell deutlich, dass Scott viel hält von den Möglichkeiten des Online Networking:

Die Macht der Grassroots

"What was impossible ten years ago is now possible all the time: a shift in power from centralized authority to decentralized authority" - eine Verschiebung des politischen Machtgefüges als Resultat dezentraler, internetbasierter Kampagnen. Was bedeutet das genau? Mit der Verbreitung von Social Media hat sich die Zivilgesellschaft mehr Platz erkämpft im politischen Meinungsbildungsprozess. Politisches Messaging im großen Stil kann nicht mehr von Regierungen und Unternehmen monopolisiert werden, sondern ist dank sozialer Netzwerke wie Facebook, Twitter und Co. auch zum Instrument von NGOs und vernetzten Individuen geworden.

An Beispielen mangelt es Scott nicht. Das Spektrum der Erfolgsgeschichten politischer Kommunikation über Social Media reicht von Obamas innovativer Internetkampagne 2008 über die Teaparty-Bewegung bis zum Auftritt Beppe Grillos bei den italienischen Parlamentswahlen 2013.

Netzwerke sind die Zukunft

So unterschiedlich die politische Verortung dieser Phänomene ist, so ähnlich sind sie sich in ihrer Funktionsweise: Online-Netzwerke dienen als Katalysator für sozialen Wandel. "The internet doesn't start revolutions but it helps them moving along", sagt Scott mit Bezug auf den Arabischen Frühling.

Social Media als Verstärker sozialen Wandels, ein mächtiges Instrument für Bürgerbewegungen. Dass Regierungen auf den politischen Einfluss von Grassroots-Kampagnen reagieren, liegt auf der Hand. Und das nicht immer nur positiv: Ein Reflex ist der Wunsch nach Steuerung oder Unterdrückung von Internetkommunkation. Doch diese Versuche werden auf lange Sicht scheitern, sagt Scott: "People are going to communicate no matter what“.

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