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Stefan Lampe am 07.05.2013

Digitale Gesellschaft startet neue Initiative zum Urheberrecht

Logo der Kampagne 'Recht auf Remix'Logo der Kampagne 'Recht auf Remix' Lizenz: cc by/3.0/de

Nach den "schmutzigen Kampagnen" der letzten Jahre sei es Zeit für einen "Neustart der Urhebrrechtsdebatte". Mit der Website "rechtaufremix.org" wollen die Netzpolitik-Lobbyisten der Digitalen Gesellschaft sich für das Recht auf Remix stark machen.

Der Versuch eine große Lösung mit Kulturflatrate und weitgehenden Veränderungen des Urheberrechtes zu erreichen sei gescheitert, so Leonhard Dobusch, Juniorprofessor an der FU Berlin. Die Kampagne setzt sich für ein Recht auf Remix ein, das eine "grundlegende Voraussetzung für die Kunst- und Medienfreiheit in einer digitalen Gesellschaft" sei. Die jetzige Rechtelage kriminalisiere Nutzerinnen und Nutzer. Abmahnungen drohen, wenn veränderte Werke online gestellt werden und die Urheber gingen auch leer aus.

Damit das in Zukunft anders wird, schlägt die Digitale Gesellschaft eine Veränderung des Urheberrechts vor, die es ermöglichen soll, Werke zu verändern und öffentlich zugänglich zu machen. So soll es in Zukunft möglich sein, ein Video mit Hintergrundmusik ungestraft online zu stellen. Auch Remixe von Filmtrailern oder ähnlichen Werken sollen erlaubt werden. Werden Werke kommerziell verwertet, wie zum Beispiel bei Mashups von Musikstücken sollen die Urheber "angemessen" vergütet werden.

Um zu zeigen, wie kreativ die Remix-Kultur schon heute ist, soll im Herbst ein Remix-Award in den Kategorien Musik, Video und Freestyle verliehen werden. Nutzerinnen und Nutzer können dafür Remixe auf der Kampagnen-Website vorschlagen. Ein Online-Museum soll die Remix-Kultur einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen. Als Kuratoren konnten der Journalist Dirk von Gehlen ("Mashup – Lob der Kopie") und die Professorin für Mediengeschichte Susanne Regener gewonnen werden.

Die Digitale Gesellschaft feierte auf der re:publica ihren zweiten Geburtstag, sie beschäftigte sich mit Netzpolitischen Themen wie Datenschutz, Netzneutralität, Störerhaftung und Urheberrechts.


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