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Glossar Open & Big Data

Library-SchildDas Glossar zum Thema Open & Big Data Lizenz: cc by-nc-sa/2.0/de (CC, Ellen Forsyth)

EU Public Sector Information (PSI) Richtlinie

Die EU-Richtlinie zur Nutzung von Daten des öffentlichen Sektors (2003/98/EC) umschreibt die Anforderungen an Institutionen des öffentlichen Sektors, die Weiterverwendung ihrer Datensätze zu ermöglichen. In Deutschland sichert das s.g. Informationsweiterverwendungsgesetz die Umsetzung der Richtlinie.

Die Richtlinie in voller Länge und weitere Informationen findet ihr hier.


Lizenzierung

Lizenzen oder auch Nutzungsbedingungen legen die Voraussetzungen und Konditionen der Weiter- und Wiederverwendung bestimmter, frei zugänglicher Inhalte fest. Zu den bekanntesten Lizenzformaten gehören die Creative Commons (CC) Lizenzen, die beispielsweise vorschreiben, dass bestimmte Inhalte nur unter namentlicher Nennung des Urhebers oder nicht für kommerzielle Zwecke verwendet werden dürfen. Einfache, geradlinige Lizenzbedingungen sollen die Weiterverwendung und Verbreitung von Inhalten fördern.


Maschinenlesbarkeit

Maschinenlesbar sind prinzipiell alle Datensätze die von bestimmter Software interpretiert werden können. Wichtig ist dabei, vor allem natürlich im Zusammenhang von Open Data, dass es sich um Datenformate mit offenen Standards handelt, die eine Weiterverwendung ermöglichen. Zudem sollten sie möglichst kosten- und barrierefrei zugänglich sein.

Open

Der Begriff der Offenheit bezieht sich vor allem auf den nicht kommerziellen und nicht rechtlich Geschützen Aspekt bestimmter Anwendungen, Daten, Software etc. Es handelt sich also um (kosten)frei verwendbare Applikationen und Daten die vor allem nicht urheberrechtlich geschützt sind. Alternative Lizenzmodelle, wie z.B. die Creative Commons, regeln stattdessen die Nutzungsbedingungen. Ein weiteres Lizenzmodell für Open Data ist die Open Database License (ODbL).

Open Government

Open Government beschreibt ein eng and die Ideale von Open Data geknüpftes Modell der Transparenz in Verwaltungs- und Regierungsangelegenheiten. Die Regierung wird hier als eine Art zur Offenheit verpflichteten Plattform verstanden, zu der die Bürger freien Zugang haben. Dies bezieht sich in erster Linie auf die Möglichkeit Informationen über Entscheidungs- und Planungsprozesse zu erhalten, aber auch um das Agieren einzelner Abgeordneter nachvollziehen zu können, z.B. was deren Abstimmungsverhalten in konkreten Fragen betrifft. Idealerweise soll Open Government auch eine Offenheit im Sinne der Partizipationsmöglichkeit bedeuten, also den Bürgern ermöglichen, sich aktiv an politischen Gestaltungsprozessen zu beteiligen. Ansätze, Open Government zu realisieren, gibt es sowohl von Seiten der Verwaltung, als auch von zivilgesellschaftlichen Organisationen und den Medien.

Open Science

Open Science beschreibt das Ideal der freiwilligen Veröffentlichung wissenschaftlicher Datensätze und deren Zugänglichkeit für die breite Öffentlichkeit. Das Ideal der "offenen" Wissenschaften hat eine lange Tradition, die bereits mit dem Veröffentlichen wissenschaftlicher Tagebücher im 16. Jahrhundert begann. Dank des Internets ist das Teilen und Verbreiten wissenschaftlicher Datensätze zwar einfacher denn je, jedoch ist die Praxis der völligen Offenheit nicht nur in der Wissenschaft umstritten. Persönliche und vor allem finanzielle Interessen stehen einem weitreichenden Bekenntnis zur Open Science bisweilen im Wege.

Rohdaten

Rohdaten sind noch nicht analysierte, bzw. kategorisierte und kontextualisierte Datensätze. Zwar können die Daten schon ob ihrer rechtlichen Konditionen bearbeitet und eingeordnet sein, um mögliche Verstöße (Staatsgeheimnis, Urheberrecht) zu vermeiden, jedoch sind sie noch nicht in einen praktikablen Zusammenhang gebracht worden.

Scraper

Aus dem Englischen für Schaber bezeichnet Scraper ein Programm, das Rohdaten aus einer Website, einem Dokument oder einem Server ausliest. Das Scraping ist eine der gängigsten Methoden um sich Datensätze zu verschaffen, da ein Großteil der vorhandenen Datensätze noch nicht als Open Data zur Verfügung stehen.

Mehr Info dazu wie das Scraping genau funktioniert, findet ihr auf dem englischsprachigen Scraper Wiki.
Weitere schöne Anlaufstellen zur Navigation durch das Open Data Universum sind u.a.:
  • Open Definition - hier findet ihr die genaue Definition und damit verbundenen Konditionen von Open Data.
  • Open Data Handbook - ein Handbuch das vor allem jenen als Anleitung dienen soll, die selbst Daten sammeln und veröffentlichen möchten.




Dossier

Open Data

Open Data steht für die Idee, Daten öffentlich frei verfügbar und nutzbar zu machen. Welches Potential verbirgt sich hinter den Daten, die Behörden und Ministerien, Parlamente, Gerichte und andere Teile der öffentlichen Verwaltung produzieren? Das Dossier klärt über die Möglichkeiten offener Daten für eine nachhaltige demokratische Entwicklung auf und zeigt, wie Datenjournalisten mit diesen Datensätzen umgehen.

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Big Data ist Realität und Big Data wird unser Leben verändern. Über Big Data wachsen Medienbildung und politische Bildung untrennbar zusammen. Diese Website liefert Material für die Bildungsarbeit: Mit exemplarischen Thesen und herausragenden Vertreter_innen dieser Disziplinen, Einführungen, Definitionen, Bild- und Tondokumenten und vor allem Handreichungen für die Praxis.

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Debatte

Bedingungsloses Grundeinkommen

Was wäre, wenn jede_r von uns jeden Monat vom Staat einen festen Betrag aufs Konto überwiesen bekäme - ohne etwas dafür tun zu müssen? Das ist, vereinfacht gesagt, die Idee eines Bedingungslosen Grundeinkommens (BGE). Die Idee ist kontrovers, denn sie kratz an einigen elementaren Fragen: Ist der Mensch von Natur aus faul oder fleißig? Wie sehr vertrauen wir unseren Mitmenschen wirklich? Was ist der eigentliche Sinn von Arbeit? Woran misst sich eigentlich der Wert von Arbeit?

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Debatte

Robotersteuer

Machen uns Roboter in Zukunft überflüssig? Oder schaffen sie neue Freiräume? Gewiss ist, dass die Automatisierung der Arbeit, aktuell unter dem Schlagwort Industrie 4.0, unsere Arbeitswelt verändern wird. Wie Politik, Gesellschaft und Wirtschaft darauf reagieren, ist allerdings noch offen. Diskutiert wird im Zuge dessen auch über die Einführung einer sogenannten Robotersteuer, die die befürchteten negativen sozialen Effekte abmildern soll. Wir haben zwei Experten zum Thema, um ihre Einschätzung gebeten.

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