Der Berliner Reichstag

17.1. BRD: Ansätze zur Ost- und Entspannungspolitik

6. Juni 1962

Adenauer schlägt der Sowjetunion über Botschafter Smirnow einen zehnjährigen Burgfrieden vor: Zehn Jahre lang solle man stillhalten und alles so akzeptieren, wie es jetzt sei, danach sehe man weiter; allerdings sollten die Menschen in der DDR davon profitieren und freier leben können. Adenauer erstrebt mit seiner »Arkanpolitik« einen Modus vivendi mit der Sowjetunion. Zwar geht er, beeinflusst von seinem Staatssekretär und engstem Vertrauten Hans Globke (Globke-Pläne 1959/60), vom territorialen Status quo und Selbstbestimmungsrecht des deutschen Volkes aus, auch von der Existenz der DDR, er fordert jedoch eine Humanisierung der Lebensverhältnisse und mehr Freiheit in der »Zone«. Mit seinen nicht veröffentlichten Burgfriedens- und Stillhalteangeboten zieht Adenauer unter dem Druck der amerikanischen »Friedensstrategie« Konsequenzen aus dem Mauerbau (13. 8. 1961), den der neue Präsident Kennedy hingenommen hatte. Die neue Ära der Koexistenz hatte bereits vor dem Präsidentenwechsel die Genfer Viermächte-Außenministerkonferenz (11. 5. - 5. 8. 1959) angekündigt.

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