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Beleuchteter Reichstag

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23.4.2012 | Von:
Peter Löhnert
Emmy Attinger-Goldacker

Dokumentation: Späte Genugtuung

Die Rehabilitierung der Emma Goldacker

Dokument 4: Urteil

Urteil gegen Emma Goldacker.Vorderseite des Urteils gegen Emma Goldacker, 25. September 1945. (© Emmy Attinger-Goldacker)
Urteil im Namen der Union der Sowjetischen Sozialistischen Republiken

Prozess Nr. 00232

25. September 1945. Militärgericht der Berliner Garnision in der Zusammensetzung
unter dem Vorsitz Justiz-Major [Name entfernt]
und Mitgliedern der Roten Armee [Namen entfernt]
mit dem Sekretär Leutnant [Name entfernt]
und der Teilnahme [Name entfernt]

In einer geschlossenen Gerichtssitzung in Berlin wurde der Fall der Anklage gegen die Deutsche Staatsangehörige Goldacker, Emma, geboren 1919, gebürtig in der Stadt Dessau, Bundesland Anhalt, Deutschland, welche eine höhere Schule besucht hat, Büroangestellte war, keiner Partei zugehörig, ledig, geprüft auf Schuldigkeit der Straftat nach Artikel 58-2 des Strafgesetzbuches der RSFSR.

Mit den Materialien der Vor- und Justiz-Untersuchungen stellte das Militärgericht fest:

Die Angeklagte Goldacker, Emma war von 1942 bis April 1945 eine Mitarbeiterin der Verwaltung für nationale Sicherheit des Deutschen "SD", umfassend beauftragt als eine Radio-Agentin und Radio-Botschafterin im Deutschen Konsulat in der Türkei, und als Agentin Deutschlands im Japanischen Konsulat in Ungarn.

In der 6. Abteilung des "SD" arbeitend, erfüllte Goldacker Arbeit bei der Registrierung aus einer Zahl von sowjetischen Kriegsgefangenen, die von Deutschen angeworben worden waren und auf das Territorium der Sowjetunion zurückgeschickt worden waren. Sie half auf diese Weise den deutschen Verantwortlichen bei der Durchdringungsarbeit gegen die Sowjetunion.

Auf der Basis der oben genannten Feststellungen erkannte das Militär-Gericht, dass Goldacker, Emma schuldig ist gemäß Straftatbestand des Artikels 58-2 des Strafgesetzbuches der RSFSR.

Unter Anwendung der Artikel 319-320 der Straf- und Prozessgesetze der RSFSR wurde geurteilt:

Goldacker, Emma, auf der Basis des Artikels 58-2 des Strafgesetzbuches der RSFSR soll unterworfen sein dem Freiheitsentzug in einem Besserungslager für die Zeit von zehn Jahren. Die Zeit von Goldacker's Bestrafung beginnt im Juli 1945. Das Urteil ist endgültig, und es ist kein Kassationsantrag zulässig.

Vorsitzender [Unterschrift]

Mitglieder [zwei Unterschriften]



Im Verlaufe des Prozesses wandelte sich also die Anschuldigung gemäß Strafgesetzbuch-Artikel 58-6 bis zur Urteilsbegründung, bei der 58-2 zur Anwendung kam. Dieser Wandel erschließt sich nicht, zumal sich am Strafmaß wahrscheinlich nichts geändert hätte.



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