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Ausgebombt! Eine Zeitreise ins kriegszerstörte Berlin

31 Bildmontagen von Alexander Kupsch

Anhand dieses alten Stadtplans von Berlin können durch Klicken auf die roten Punkte die Bildmontagen des Berliner Fotografen und Designers Alexander Kupsch von den jeweiligen Orten aufgerufen werden. Die Bildmontagen übertragen die Ruinen und Schuttberge, die am Kriegsende vom Berliner Stadtzentrum übriggeblieben waren, in die Stadtansicht des heutigen Berlins.

Karte für die Galerie "Ausgebombt!" Alte Jakobstraße/Ecke Hollmannstraße, Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, Ortsteil Kreuzberg:
Die Alte Jakobstraße beginnt im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg an der Lindenstraße und führt bis zur Kreuzung Annenstraße/Ecke Neue Roßstraße und Neue Jakobstraße im Bezirk Mitte. In der Alten Jakobstraße befinden sich u.a. die Bundesdruckerei und die Berlinische Galerie.
Die Hollmannstraße ist heute für den Autoverkehr gesperrt. Auf einem Teil der Straße befindet sich das Gelände des Jüdischen Museums. ((c) Landesarchiv Berlin/Alexander Kupsch inklusive Montage) Askanischer Platz, Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, Ortsteil Kreuzberg:
Der Platz vor dem ehemaligen Kopfbahnhof der Berlin-Anhaltischen Eisenbahn wurde in Erinnerung an das Geschlecht der Askanier aus dem Hause Anhalt benannt. Hier steht das Portikusfragment des im Zweiten Weltkrieg beschädigten und ausgebrannten Anhalter Bahnhofs, der 1959 gesprengt wurde. Bürgerproteste verhinderten den vollständigen Abriss des stehengebliebenen Bahnhofsfragments. Es steht als letztes Relikt des einst bedeutendsten Berliner Bahnhofs inzwischen unter Denkmalschutz. Daneben befindet sich seit 2002 das Neue Tempodrom auf dem Gelände des Anhalter Bahnhofs. 

Das Viertel rund um den Anhalter Bahnhof zwischen Potsdamer Platz und Belle-Alliance-Platz (seit 1947: Mehringplatz) war eine sehr gute Berliner Adresse. Unweit ihrer Gründungsstätte baute die Siemens & Halske AG für ihre Zentralverwaltung und die Planungsabteilungen zwischen 1899 und 1901 das Haus Askanischer Platz 3. Dieses wurde 1912 an die Accumulatoren-Fabrik AG (AFA, ab 1962 in VARTA umbenannt) verkauft, die es als Konzernsitz nutzte. Das im Zweiten Weltkrieg fast völlig zerstörte AFA-Haus wurde stark vereinfacht wiedererrichtet. Noch bis Mitte der 1980er Jahre war hier ein Varta-Verkaufshaus. Bis 2000 nutzte die Oberfinanzdirektion Berlin das Gebäude. Seit 2009 hat nunmehr der Verlag des Tagesspiegels mit seinen Töchterblättern seinen Sitz am Askanischen Platz. ((c) Landesarchiv Berlin/Alexander Kupsch inklusive Montage) Bahnhof Zoo, Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf, Ortsteil Charlottenburg:
Der Bahnhof Zoologischer Garten eröffnete 1882 für den Regionalverkehr über die neu angelegte Stadtbahntrasse, die durch ganz Berlin führte. Zwei Jahre später hielten dort auch Fernzüge. Seit 1902 gibt es auch einen U-Bahnhof „Zoologischer Garten“ der ersten Hoch- und Untergrundbahn-Linie Berlins. Bis zur Bildung Groß-Berlins im Jahr 1920 gehörte der Bahnhof zur vormals selbständigen Stadt Charlottenburg.
 
Anlässlich der Olympischen Spiele 1936 wurde der Bahnhof umgebaut und erweitert. Die S-Bahn erhielt eine eigene, abgetrennte Halle. Im November 1943 gab es schwere Luftangriffe auf den Bezirk Charlottenburg. Vor allem die Gegend vom heutigen Ernst-Reuter-Platz bis zum Bahnhof Zoo wurde dabei massiv getroffen und zerstört. Am Bahnhof Zoo gab es einen großen Bunker, der von Zwangsarbeitern errichtet worden war. Hier fanden bis zu 18.000 Menschen Platz. Nach dem Krieg wurden der Bunker gesprengt und die Trümmern beseitigt.

Während der Teilung Berlins war der Bahnhof der wichtigste Fernbahnhof im Westteil der Stadt. Der Erlebnisbericht „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ schilderte 1978 die Situation drogenabhängiger Jugendlicher im Bahnhofsmilieu und verlieh dem Bahnhof traurige Berühmtheit. Nach Wiedervereinigung der Stadt 1990 und der Eröffnung des neuen Hauptbahnhofs 2006 verlor der Bahnhof Zoo an Bedeutung. Heute halten hier keine Fernzüge der Deutschen Bahn mehr. ((c) Landesarchiv Berlin/Alexander Kupsch inklusive Montage) Breitscheidplatz/Ecke Rankestraße, Bezirk Charlottenburg- Wilmersdorf, Ortsteil Charlottenburg:
Der Schmuckplatz in Charlottenburg hieß seit 1889 zunächst Gutenbergplatz und wurde 1892 nach der deutschen Kaiserin in Auguste-Viktoria-Platz umbenannt. Das markanteste Gebäude des Platzes war die 1891–1895 im Stil der Neoromanik errichtete Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, mit der an Wilhelm I. erinnert werden sollte. Gegenüber der Kirche wurden ein weiteres Gebäude im neoromanischen Stil der Gedächtniskirche gebaut. Das so genannte Romanische Haus erlangte Berühmtheit, weil sich dort seit 1916 das „Romanische Café“ befand, in dem sich Intellektuelle und Literaten trafen. 

Während des Zweiten Weltkrieges wurden nicht nur die Kirche, sondern auch die benachbarten Gebäude stark zerstört. Die Turmruine sollte zunächst abgetragen werden, wurde aber nach Bürgerprotesten erhalten und erinnert seither an den Krieg. Das Erscheinungsbild des Platzes, der 1947 nach dem von den Nationalsozialisten verfolgten und ermordeten Sozialdemokraten Rudolf Breitscheid benannt worden war, wurde bei der Wiederbebauung nach den Vorstellungen der 1950er Jahre gestaltet. 1961 wurde neben der Turmruine der Neubau der Gedächtniskirche eingeweiht, der durch den Architekten Egon Eiermann und den Glaskünstler Gabriel Loire gestaltet wurde. Das Ensemble aus Kirchenruine und Kirchenneubau avancierte zum Wahrzeichen West-Berlins.

Im Zuge der Neubebauung wurde auch die Straßenführung verändert. Die Integration des Autoverkehrs in die Stadt dominierte das städtebauliche Konzept. Zwischen der Gedächtniskirche und dem 1965 errichteten Europa-Center verlief eine Hauptverkehrsverbindung, genannt die Schnalle. Darüber und über einen Tunnel fuhren die Autos ohne Kreuzung in die Budapester Straße.
Der Breitscheidplatz war ein zentraler Platz West-Berlins und gilt als westliches Gegenstück zum Alexanderplatz. Das Europacenter steht am Ort des Romanischen Cafés. 
An der Westseite wurde der Platz von 1960 bis 2009 durch des frühere Schimmelpfeng-Haus, das quer über die Kantstraße errichtet worden war, begrenzt. Heute steht hier das so genannte Zoofenster mit dem Hotel Waldorf Astoria, das eine neue Höhendominante am Breitscheidplatz bildet.
Im Dezember 2016 erlangte der Platz traurige Berühmtheit durch einen Terroranschlag auf den dortigen Weihnachtsmarkt. ((c) Landesarchiv Berlin/Alexander Kupsch inklusive Montage) Chausseestraße, Bezirk Mitte:
Die Chausseestraße im Berliner Bezirk Mitte ist die älteste Straße der Oranienburger Vorstadt. Sie ist etwa 1,7 Kilometer lang und führt von der Friedrichstraße zur Müllerstraße im Ortsteil Wedding. An der Straße liegen zahlreiche bemerkenswerte Bauten und Friedhofsanlagen Berlins. Entlang der Chausseestraße entwickelte sich nach 1800 die erste frühkapitalistische Schwerindustrie Preußens, das nach den Hochöfen und Schornsteinen so genannte „Feuerland“. Es folgten erste Eisenbahnproduktionsstätten der Firmen Borsig und Schwarzkopff, die im Zuge der industriellen Randwanderung Ende des 19. Jahrhunderts die Oranienburger Vorstadt wieder verließen. 

Die Straße gehörte bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs zur innerstädtischen Geschäftsgegend. Seit 1928 stand hier ein Warenhaus des Unternehmens Hermann Tietz. Nach der Arisierung des Unternehmens 1933 trug es den Namen Hertie. Es wurde am Kriegsende geplündert und demoliert, aber gleich nach der Währungsreform wieder repariert und als Hertie neu eröffnet. Anfang der 1970er Jahre wurde es geschlossen und abgerissen.
Über die Chausseestraße zogen am 17. Juni 1953 Tausende streikende Stahlarbeiter aus Hennigsdorf auf ihrem Weg über Reinickendorf und Wedding ins Ost-Berliner Zentrum. Sie brannten die Baracken der Grenzposten nieder und verjagten die Volkspolizei. Am Abend fuhren sowjetische Panzer vor, die den Volksaufstand blutig niederschlugen. ((c) Landesarchiv Berlin/Alexander Kupsch inklusive Montage) Friedrichstraße/Ecke Unter den Linden, Bezirk Mitte: 
Die Kreuzung Friedrichstraße/Unter den Linden im Bezirk Mitte war zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine der belebtesten der Stadt. Die Bebauung am Prachtboulevard Unter den Linden wurde im Zweiten Weltkrieg bei den alliierten Luftangriffen und der Schlacht um Berlin fast völlig zerstört. Eines der wenigen noch nutzbar gebliebenen Gebäude war das neoklassizistische Haus der Schweiz (am linken Bildrand). Eine Bronzefigur an der Ecke des Geschäftshauses zeigt den Sohn Wilhelm Tells mit einer Armbrust und einem Apfel.

Nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg begannen die Trümmerbeseitigung und die Aufbaumaßnahmen in der DDR. Unter den Linden an der Ecke zur Friedrichstraße (altes Kranzler-Eck) wurde 1966 ein Appartementblock mit Läden im Erdgeschoss fertiggestellt. 1987 wurde an dieser Stelle das Grand Hotel eröffnet, eines der sogenannten Devisenhotels der DDR, das vor allem für zahlungskräftige Gäste aus dem Westen gedacht war. Dort wo einst das Café Bauer stand, wurde 1966 das Café Lindencorso eingeweiht.

Nach der Wiedervereinigung Berlins wurde die Friedrichstraße stark umgestaltet und zu einer noblen Einkaufsstraße umgewandelt. 2006 wurde das in den 1960er Jahren erbaute Interhotel Unter den Linden abgerissen. An der Ecke steht seit 2008 der Gebäudekomplex Upper Eastside Berlin. Von 1994 bis 1996 wurde bereits anstelle des Lindencorso ein Neubau errichtet. Die neuen Gebäude wurden unmittelbar entlang der Friedrichstraße gebaut, womit die historischen Blockrandbebauung wiederhergestellt wurde. ((c) Landesarchiv Berlin/Alexander Kupsch inklusive Montage) Hochstraße/Ecke Grenzstraße, Bezirk Mitte, Ortsteil Wedding:
Ende des 19. Jahrhunderts entwickelten sich Wedding und Gesundbrunnen durch die anhaltende Landflucht und die Ansiedlung neuer Großbetriebe z. B. der AEG, Osram oder Rotaprint zu dicht besiedelten Arbeiterbezirken. Der „rote“ Wedding galt als Hochburg der Arbeiterbewegung. Hier lebten die Arbeiter auf engstem Raum in sogenannten Mietskasernen. Die Bevölkerung von Wedding und Gesundbrunnen wuchs von 1867 bis 1910 von 16.668 auf 240.662 Einwohner an.

Am 1.10.1920 entstand durch das Groß-Berlin-Gesetz aus Wedding, Gesundbrunnen, Teilen der Oranienburger Vorstadt und der Rosenthaler Vorstadt der 3. Verwaltungsbezirk von Groß-Berlin mit 337.193 Einwohnern. Er erhielt den Namen Wedding.

Es ist nicht bekannt, wie viele Jüdinnen und Juden aus dem Wedding von den Nationalsozialisten umgebracht wurden. Die Bezirksverwaltung von 1947 nannte mindestens 358 Männer, 265 Frauen und 49 Kinder, also 672 Personen, die aus „rassistischen“ Gründen ermordet wurden. Außerdem mussten mindestens 98 Weddinger wegen ihres Widerstands gegen den Nationalsozialismus sterben. Über 1.367 Menschen wurden wegen Widerstandes inhaftiert und wurden wegen Vorbereitung zum Hochverrat, Landesverrat, Wehrkraftzersetzung, Heimtücke oder Führerbeleidigung angeklagt. 
Nach dem Zweiten Weltkrieg war rund ein Drittel aller Gebäude im Wedding zerstört oder schwer beschädigt. Zahlreiche verbliebene Gebäude wurden in den 1960er und 1970er Jahren im Zuge der Flächensanierung abgerissen und durch neue Sozialbauten ersetzt. Die Bezirke Reinickendorf und Wedding bildeten von 1945 bis 1990 den Französischen Sektor in Berlin. ((c) Landesarchiv Berlin/Alexander Kupsch inklusive Montage) Hofjaegeralle/Ecke von der Heydt Straße, Bezirk Mitte, Ortsteil Tiergarten:
Die Hofjägerallee wurde im Rahmen einer Neugestaltung des Tiergartens 1832 angelegt. Ihr Name bezieht sich auf das Wohnhaus des früheren königlichen Hofjägers, das am südlichen Ende der Allee stand. Später entstand hier das „Winguthsche Etablissement“, das als Kaffeehaus mit Biergarten bei den BerlinerInnen sehr beliebt war. 

Die Von-der-Heydt-Straße wurde 1861 angelegt. Hier hatte sich August Freiherr von der Heydt, Bankier und Minister im letzten Kabinett des preußischen Ministerpräsidenten Otto von Bismarck, eine stattliche Villa erbauen lassen. Sie ist eine der ältesten und die einzige erhaltene freistehende Villa des einstigen Villenviertels aus dem 19. Jahrhundert. In den Gründerjahren war das Tiergartenviertel auch ein Wohnort vieler hoher Beamter und wurde deshalb auch Geheimratsviertel genannt. Die Villa Von-der-Heydt steht seit 1966 unter Denkmalschutz und beherbergt seit 1980 die Verwaltung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. In ihrer Nachbarschaft befindet sich das Bauhaus-Archiv.

Im Zweiten Weltkrieg wurde der im 16. Jahrhundert angelegte Tiergarten stark zerstört und in den ersten Nachkriegsjahren fast vollständig abgeholzt, um die BerlinerInnen mit Heizmaterial zu versorgen. Auf den gerodeten Flächen wurden wegen der schlechten Versorgungslage Kartoffeln und Gemüse angebaut. Seit 1949 wurde der Tiergarten aufgeforstet und als Landschaftspark wiederhergestellt. Am 17.3.1949 pflanzte der West-Berliner Oberbürgermeister Ernst Reuter (SPD) die erste neue Linde an der Hofjägerallee. Daran erinnert heute ein Gedenkstein. ((c) Landesarchiv Berlin/Alexander Kupsch inklusive Montage) Innsbrucker Platz, Bezirk Tempelhof-Schöneberg, Ortsteil Schöneberg/Friedenau:
Der Innsbrucker Platz ist ein zentraler Verkehrsknotenpunkt. Hier verläuft die Ringbahn um Berlin, die 1877 fertiggestellt wurde. Der S-Bahnhof Innsbrucker Platz wurde allerdings erst 1933 angelegt. Unter der Innsbrucker Straße liegt seit 1910 der Bahnhof der Schöneberger U-Bahn, der heutigen Linie U4. Mit deren Eröffnung entstanden weitere Straßen in diesem Gebiet, das als „Tiroler Viertel“ geplant war. 

Zusammen mit dem U-Bahn-Bau wurden die Innsbrucker Straße und die Wexstraße angelegt. Bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs entstanden hier einzelne prachtvolle viergeschossige Wohnhäuser mit Läden im Erdgeschoss.
Am 14. September 1927 wurde der Platz als Anfangspunkt der Innsbrucker Straße ebenfalls nach der Stadt Innsbruck benannt. Hier entstand im Auftrag der städtischen Wohnungsbaugesellschaft degewo ein Musterbeispiel an moderner Architektur der 1920er Jahre. Außerdem stand hier das große Kaffeehaus Café Innsbruck.

Die Ringbahn sollte zum Ende des Zweiten Weltkriegs als eine der letzten Verteidigungslinien von den deutschen Truppen gehalten werden. Bei den Kampfhandlungen wurden viele Gebäude am Innsbrucker Platz stark beschädigt oder zerstört. Das ehemals viergeschossige Haus am S-Bahnhof wurde mit drei Geschossen notdürftig instandgesetzt und noch einige Jahre genutzt. Auch das markante Wohnhaus der degewo war stark beschädigt. Die Wohnungsbaugesellschaft erteilte Paul und Jürgen Emmerich den Auftrag zur Wiederherstellung des Hauses – nun mit sieben anstatt fünf Geschossen.
Seit 1979 führen die Anschlussstellen der Stadtautobahn auf den Platz. Die Hauptfahrbahnen des Stadtrings liegen jedoch im Tunnel unter dem Innsbrucker Platz. ((c) Landesarchiv Berlin/Alexander Kupsch inklusive Montage) Kantstraße, Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf, Ortsteil Charlottenburg:
Die Kantstraße beginnt am Breitscheidplatz und führt bis zum Funkturm im Westen. Sie verläuft längs zum Kurfürstendamm. Wegen der vielen asiatischen Geschäfte und Restaurants werden die Straße und ihre Umgebung auch Chinatown genannt. Anfang des 20. Jahrhunderts kamen die ersten Chinesen nach Berlin und studierten an der Technischen Hochschule Charlottenburg oder an der Hochschule für Politik. Am nahegelegenen Kurfürstendamm befand sich zu dieser Zeit auch die chinesische Botschaft. In den 1920er Jahren hatte der seit 1902 bestehende Verein chinesischer Studenten sein Büro in der Kantstraße 118. 1923 eröffnete das erste chinesische Restaurant in Berlin in der Kantstraße 130b. Es wurde vom ehemaligen Koch der Gesandtschaft betrieben und hieß Tientsin. Kurz danach kam ein zweites Restaurant in der Nähe hinzu.

1895 wurde in der Kantstraße 10-12 das Theater des Westens errichtet, das bis heute eine der bekanntesten Musical- und Operettenbühnen Berlins ist.

1901 begründete der Bildhauer Arthur Lewin-Funcke an der Kantstraße 159 seine privaten Studienateliers für Malerei und Plastik, auch Lewin-Funcke-Schule oder Berliner Académie Julian genannt. Die Schule bestand bis 1935. Die meisten Lehrer waren Mitglieder der Berliner Secession wie die Maler Lovis Corinth, Hans Baluschek und der Bildhauer Max Kruse. Unter den SchülerInnen finden sich Namen wie Paul Citroen, Käthe und Peter Kollwitz sowie Felix Nussbaum. 1949 wurde an dieser Stelle das Kaufhaus am Zoo errichtet, das allerdings bereits 1955 abgerissen wurde. Hier stand nun ein Bilka-Kaufhaus, dessen Gebäude bis heute erhalten ist.

Zur Zeit des Nationalsozialismus befand sich in der Kantstraße 158 der Sitz der Reichsvereinigung der Juden in Deutschland.
In der Kantstraße 30 lebte von 1905 bis 1933 die Kinderbuchautorin und Schriftstellerin Else Ury, die 1943 von den Nationalsozialisten nach Auschwitz deportiert und dort ermordet wurde. ((c) Landesarchiv Berlin/Alexander Kupsch inklusive Montage) Kirchstraße mit der Moabiter Brücke (auch Bärenbrücke), Bezirk Mitte, Ortsteil Tiergarten (Moabit):
Der Berliner Ortsteil Moabit wird von der Spree, dem Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal, dem Westhafenkanal und dem Charlottenburger Verbindungskanal umschlossen. 25 Straßen-, Bahn- und Fußgängerbrücken verbinden die künstliche Insel Moabit mit der sie umgebenden Stadt. 
Aus Moabit sind von 1941 bis 1945 mehr als 1900 Juden deportiert worden. Die meisten wurden in Auschwitz und Theresienstadt ermordet. Schätzungen zufolge konnten etwa genauso viele Juden ins Ausland fliehen.

Durch die Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg wurden rund zwei Drittel der Gebäude Moabits zerstört. Auf einen kompletten Wiederaufbau wurde zugunsten einer offeneren Bebauung verzichtet.
Die Kirchstraße wurde im 18. Jahrhundert angelegt und später nach der Johanniskirche benannt, auf die sie heute vom S-Bahnhof Bellevue aus zuführt. Die Johanniskirche wurde von 1832 bis 1834 von Karl Friedrich Schinkel erbaut und von 1854 bis 1856 von August Stüler erweitert. Sie ist die älteste Kirche Moabits. Heute sind in der Kirchstraße Teile des Amtsgerichts Tiergarten und das Berliner Verwaltungsgericht ansässig.

Die heutige Moabiter Brücke wurde von 1893 bis 1894 vom Ingenieur Karl Bernhard und dem Architekten Otto Stahn als Steinbrücke über die Spree gebaut. Sie verbindet das Hansaviertel mit Moabit. Bis zum Zweiten Weltkrieg zierten vier bronzene Bärenskulpturen der Künstler Karl Begas, Johannes Boese, Johannes Götz und Carl Piper die Brücke, weshalb sie auch Bärenbrücke genannt wurde. Während des Zeiten Weltkrieges wurden die Bären eingeschmolzen.

Durch eine Sprengung 1945 wurde der südliche Teil der Brücke bis auf einen kleinen Teil des Gehwegs vollkommen zerstört. 1946 wurde über dem zerstörten Teil eine Notbrücke gebaut, die eine Trümmerbahnstrecke für die Abräumarbeiten der Häuserruinen möglich machte. Durch die Reparatur des Brückengewölbes mit Ziegelsteinen von 1948 bis 1950 sowie fortlaufende Restaurierungen wurde das historische Erscheinungsbild der Moabiter Brücke wiederhergestellt. Seit 1981 gibt es wieder eine Bärengruppe von Günter Anlauf an der Brücke. ((c) Landesarchiv Berlin/Alexander Kupsch inklusive Montage) Klopstockstraße im Bezirk Mitte, Ortsteil Tiergarten (Hansaviertel):
„Hansa-Viertel“ war der ursprüngliche Name eines 1874/75 gegründeten Wohngebiets zwischen Spree und Großem Tiergarten. Der Name Hansa-Viertel wurde gewählt, weil das Quartier von der Berlin-Hamburger Immobiliengesellschaft Hansa erschlossen wurde, an der hauptsächlich Hamburger Unternehmer beteiligt waren. Das Zentrum bildete der Hansaplatz, an ihm kreuzten sich Klopstock-, Lessing- und Altonaer Straße. Die ältere Brückenallee am östlichen Rand des Viertels wurde integriert. Hier lagen die besten Grundstücke, auf denen Ein- und Mehrfamilienhäuser im Landhausstil errichtet wurden. Die restliche Bebauung bestand vorwiegend aus mehrgeschossigen Wohnhäusern. 

Seit 1877 wurde der Viadukt der Stadtbahn durch das Hansa-Viertel geführt, die 1882 eröffnet wurde. Das Viertel war seit 1885 durch die Bahnhöfe Bellevue und Tiergarten mit dem Berliner Zentrum und Charlottenburg verbunden.

In der Lessingstraße befand sich eine Synagoge, die von den Nationalsozialisten während des Pogroms am 9. November 1938 niedergebrannt und 1939 abgerissen wurde. Juden, die ihre Wohnungen räumen mussten, wurden eine Zeit lang in sogenannte „Judenhäuser“ zwangseingewiesen. 1941 begannen die Deportationen in die Vernichtungslager; vor einigen Häusern des Hansaviertels erinnern heute „Stolpersteine“ an verschleppte und ermordete Bewohner.

Von 1943 an war das Hansa-Viertel Ziel von alliierten Luftangriffen. Am Ende des Zweiten Weltkriegs waren von den 343 Gebäuden des Viertels etwa 300 zerstört, der Rest war zum Teil schwer beschädigt. Der Bezirk Tiergarten gehörte von 1945 bis 1990 zum britischen Sektor. Das heutige „Hansaviertel“ bezeichnet die Mustersiedlung zwischen dem Großen Tiergarten und der Trasse der Stadtbahn. Es wurde 1953 geplant und im Rahmen der Internationalen Bauausstellung „Interbau 1957“, von 1955 bis 1960 errichtet. Es galt als Demonstrationsobjekt moderner Stadtplanung und Architektur der klassischen Moderne. Dazu gehört in der Klopstockstraße beispielsweise das Wohnhaus Giraffe von Klaus Müller-Rehm und Gerhard Siegmann. Alvar Alto, Werner Düttmann, Egon Eiermann, Walter Gropius, Oscar Niemeyer und weitere namhafte Architekten errichteten im Hansaviertel Wohnbauten im Stile der klassischen Moderne. ((c) Landesarchiv Berlin/Alexander Kupsch inklusive Montage) Klosterstraße, Bezirk Mitte:
Die Klosterstraße ist eine der ältesten Berliner Straßen. Ihr Name geht auf das Graue Kloster zurück, ein ehemaliges Franziskanerkloster, das sich in der Straße befand. Davon ist jedoch nur noch die Ruine der Klosterkirche übriggeblieben. Nach der Straße ist wiederum das Klosterviertel benannt, in dem sich zahlreiche Baudenkmäler befinden. Bei den alliierten Luftangriffen im Zweiten Weltkrieg wurde das Umfeld der Straße stark getroffen. Die Klosterkirche als eines der bedeutendsten mittelalterlichen Gebäude Berlins wurde beinahe komplett zerstört.

Nach dem Kriegsende blieb das Gelände, abgesehen von Beräumungen von kriegszerstörten Gebäuden, vorerst in seinem Zustand erhalten. In den 1960er Jahren wurde im Rahmen der Bauarbeiten zur Neugestaltung des Alexanderplatzes und seines Umfeldes die Bebauung nördlich und östlich der Rathausstraße (ehemalige Königstraße) beseitigt. In der Nachbarschaft der Straße befindet sich der Sitz des Regierenden Bürgermeisters von Berlin im sogenannten Roten Rathaus. ((c) Landesarchiv Berlin/Alexander Kupsch inklusive Montage) Kurfürstenstraße/Ecke Nürnberger Straße, Bezirk Tempelhof-Schöneberg, Ortsteil Schöneberg:
Die Kurfürstenstraße trägt ihren Namen seit 1863 nach dem Titel der Kurfürsten von Brandenburg, die zu den sieben bis zehn Fürsten gehörten, die den deutschen König beziehungsweise römischen Kaiser wählten.
In der Nürnberger Straße stand von 1913 bis 1945 der Tauentzienpalast. Darin befand sich ein großes Kino mit Großraum-Café. Es war eines der wichtigsten Premierenkinos der UFA. Das Haus verfügte über 995 Plätze. Hier grenzte der Femina-Palast an, der von 1928–1931 errichtet wurde. Der noch erhaltene Gebäudekomplex hat vier Etagen, ist 150 Meter lang und wurde als Bürogebäude mit Läden im Erdgeschoss konzipiert. Der integrierte Ballsaal war einer der beliebtesten Tanzsäle der 1930er Jahre. Das Gebäude vereinte Art déco und Bauhausstil. An der Kreuzung Budapester Straße/Kurfürstenstraße/Nürnberger Straße stand gegenüber dem Zoo-Aquarium das Eden-Hotel. Hier trafen sich bekannte Schriftsteller, Künstler und Schauspieler.

Am 15. Januar 1919 wurden die illegal verhafteten Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg in das Hotel verschleppt und dort verhört. Hier fiel die Entscheidung, die beiden zu ermorden.

Im Zweiten Weltkrieg gab es in der Gegend starke Schäden durch Bombardierungen. Dennoch blieben der Femina-Palast und fast alle ihm gegenüberliegenden Gründerzeitbauten stehen. Das südliche Ende der Nürnberger Straße wurde vollständig zerstört. 
In den 1950er und 1960er Jahren existierte hier mit der Badewanne der bekannteste Jazz-Club Berlins. Die berühmte West-Berliner Diskothek Dschungel, die auch als Stammlokal von David Bowie galt, befand sich von 1978 bis 1993 im Gebäude des Femina-Palastes. Bis 1996 saß in den Büroetagen die Berliner Finanzverwaltung mit der Landeshauptkasse Berlin. Heute befindet sich hier das Ellington Hotel. ((c) Landesarchiv Berlin/Alexander Kupsch inklusive Montage.) Schillstraße/Ecke Kurfürstenstraße, Bezirk Mitte, Ortsteil Tiergarten:
Die Schillstraße trägt ihren Namen seit 1870 und führt als Verlängerung der Straße An der Urania zum Lützowplatz. Sie ist nach Ferdinand von Schill benannt, der 1809 in den antinapoleonischen Befreiungskriegen gefallen war. Auch die Gegend rund um die Schillstraße wurde von den Luftangriffen auf das Berliner Zentrum stark getroffen, vieles wurde zerstört. Die heutigen Gebäude stammen aus allen Nachkriegsjahrzehnten. Die enorme Breite der Straße rührt von früheren Plänen, entlang des Straßenverlaufs der Schillstraße eine Stadtautobahn zu errichten.
An der Schillstraße befinden sich das in den 1970er Jahren von der Gruner + Jahr-Gruppe erbaute Constanze-Pressehaus sowie das Hotel Berlin, Berlin. ((c) Landesarchiv Berlin/Alexander Kupsch inklusive Montage) Kurfürstendamm in der Nähe zur Ecke Joachimsthaler Straße, Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf, Ortsteil Charlottenburg:
Der Kurfürstendamm führte bereits um 1542 als Dammweg vom Berliner Stadtschloss zum Jagdschloss Grunewald. Es war zunächst ein Reitweg für den Kurfürsten Joachim II., der über einen Bohlendamm die Durchquerung sumpfigen Terrains ermöglichte. 
Otto von Bismarck hegte nach der Reichsgründung Pläne, aus dem Kurfürstendamm einen Prachtboulevard nach Pariser Vorbild zu machen. Mit der Gründung der Kurfürstendamm-Gesellschaft im Dezember 1882 begann der Ausbau des Kurfürstendamms und der Villenkolonie Grunewald. Bereits in den 1880er Jahren wurde die Straße zu einer begehrten Wohnlage. Bis zum Ersten Weltkrieg entwickelte sich der Kurfürstendamm schnell zu einem Vergnügungs-, Kauf- und kulturellen Zentrum im Berliner Westen, der damals noch außerhalb der Stadtgrenzen lag.

Bereits im September 1931 fanden massive antisemitische Übergriffe statt, die sogenannten „Kurfürstendamm-Krawalle“, bei denen die SA vermeintlich jüdisch aussehende Ladenbesitzer und Passanten attackierte. Viele jüdische Geschäftsleute hatten den Kurfürstendamm entscheidend geprägt, mit ihrer Vertreibung und Ermordung erlosch die Ausstrahlungskraft des Boulevards. Hier sei an den erfolgreichen Ku’damm-Gastronomen Karl Kutschera erinnert, dessen Betriebe vor 1933 internationales Renommée hatten. Seine zweite Frau und er selbst überlebten das KZ Theresienstadt, die beiden gemeinsamen Kinder wurden in Auschwitz umgebracht. Kutschera und seine Frau kehrten nach 1945 zurück nach Berlin und konnten ihre Gaststätten wiedereröffnen.
Während des Zweiten Weltkrieges wurden viele Gebäude durch alliierte Luftangriffe zerstört. Beim Wiederaufbau Berlins wurde im Zuge der Teilung der Stadt das Ziel verfolgt, den Kurfürstendamm zum „Schaufenster des Westens“ und als Symbol für das Wirtschaftswunder zu gestalten.

Nach dem Ende des Kalten Krieges stand der Boulevard in der Gunst der Investoren, KundInnen und PassantInnen zunächst hinter der Friedrichstraße im Osten der Stadt zurück. Mehrere traditionsreiche Kinos und Cafés mussten schließen. Inzwischen entwickelt sich der traditionsreiche Berliner Boulevard erneut immer stärker zur exklusiven Einkaufsstraße. ((c) Landesarchiv Berlin/Alexander Kupsch inklusive Montage) Kurstraße, Bezirk Mitte:
Die Kurstraße führt vom Werderschen Markt zum Spittelmarkt. Der Name verweist auf das Recht der Kurfürsten von Brandenburg, den deutschen König beziehungsweise römischen Kaiser zu küren, das heißt zu wählen. Hier stand das frühere Fürstenhaus, das von 1698 bis 1825 den brandenburgischen Kurfürsten und preußischen Königen als Gästehaus zur Unterbringung hochrangiger Besucher in ihrer Hauptstadt diente.
Heute ist der markanteste Bau in der Kurstraße der Erweiterungsbau des Gebäudes, in dem das Zentralkomitee der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands – kurz: SED – seinen Sitz hatte. Zuvor war das Hauptgebäude Sitz der ehemaligen Reichsbank. Es wurde als eines der ersten nationalsozialistischen Großbauprojekte 1933 begonnen und 1940 fertiggestellt. 
Seit den späten 1990er Jahren befindet sich hier der Dienstsitz des Auswärtigen Amtes. ((c) Landesarchiv Berlin/Alexander Kupsch inklusive Montage) Lützowplatz, Bezirk Mitte, Ortsteil Tiergarten:
Der Lützowplatz erhielt seinen Namen 1869 und diente lange Zeit als Lager für Kohlen und Holz. Von 1889 bis 1890 wurde er durch die Herkulesbrücke an den Großen Tiergarten angebunden. Im Jahr 1900 wurde der Platz durch Hermann Mächtig gärtnerisch gestaltet. Im Oktober 1903 erhielt er den von Stadtbaurat Ludwig Hoffmann und Bildhauer Otto Lessing erschaffenen Herkulesbrunnen. Die Gegend um den Lützowplatz war bei Künstlern und Prominenten Anfang des 20. Jahrhunderts bis in die 1930er Jahre sehr beliebt. 
Im Zweiten Weltkrieg befand sich eine Flugabwehrstellung am Lützowplatz. Durch die Kriegszerstörungen blieben nur die beiden Wohnhäuser Lützowplatz 7 und 9 stehen. Zudem wurde die Herkulesbrücke zerstört. 1950 wurde zunächst eine dreispurige Stahlbetonbrücke gebaut, die von 1962 bis 1964 durch eine Spannbetonbrücke – ebenfalls dreispurig – erweitert wurde.
Das Haus am Lützowplatz (Nr. 9) wird als Ausstellungszentrum für zeitgenössische Kunst genutzt. Der Kabarettist Wolfgang Neuss hatte in den 1960er Jahren im Souterrain des Hauses das „Domizil“ als Spielstätte. Eine große Brache am Lützowplatz wurde bis in die 1990er Jahre als Festplatz genutzt, auf dem unter anderem Zirkusse gastierten. ((c) Landesarchiv Berlin/Alexander Kupsch inklusive Montage) Lützowufer, Bezirk Mitte, Ortsteil Tiergarten: 
Die Straße entstand bei der Anlage des Landwehrkanals Mitte des 19. Jahrhunderts und erhielt ihren Namen 1849 nach dem Ort Lietzow, dem ursprünglichen Namen Charlottenburgs. Über den Landwehrkanal wurden die Baustoffe, Lebensmittel und Kohlevorräte transportiert, die bei der Urbanisierung und Industrialisierung Berlins seit Mitte des 19. Jahrhunderts eine zentrale Rolle spielten. 
Unweit des Lützowufers versenkten Freikorpssoldaten am 15. Januar 1919 den Leichnam Rosa Luxemburgs im Landwehrkanal, nachdem sie die Revolutionärin erschossen hatten.  
Die Gegend rund um das Lützowufer wurde während des Zweiten Weltkriegs stark zerstört. Am 1. Juli 1965 wurde der Abschnitt des Gartenufers zwischen Budapester Straße bis zur Höhe der Lichtensteinallee ebenfalls in Lützowufer umbenannt, am 4. Juli dann in Katharina-Heinroth-Ufer. ((c) Landesarchiv Berlin/Alexander Kupsch inklusive Montage) Martin-Luther-Straße, Bezirk Tempelhof-Schöneberg, Ortsteil Schöneberg:
Schöneberg wurde im Zweiten Weltkrieg besonders stark zerstört. Ungefähr sechs Millionen Kubikmeter Schutt sollen nach Kriegsende auf den Straßen und Grundstücken Schönebergs gelegen haben. Das erklärt, warum die Martin-Luther-Straße von Norden kommend bis zur Hohenstaufenstraße und teilweise noch weiter südlich vor allem von Nachkriegsarchitektur geprägt ist. 
In der Martin-Luther-Straße 46 war die von Paul Egeling gestaltete Feuerwache untergebracht, die heute unter Denkmalschutz steht. 

Westlich von der Martin-Luther-Straße beginnt das so genannte Bayerische Viertel, das zu den guten Wohnlagen Berlins gehört. 

An der Martin-Luther-Straße/Ecke Grunewaldstraße liegt das Amtsgericht Schöneberg. Kurz dahinter führt die Martin-Luther-Straße am John-F.-Kennedy-Platz mit dem Rathaus Schöneberg vorbei. Hier befand sich zur Zeit der Teilung der Sitz des Regierenden Bürgermeisters und des Abgeordnetenhauses von West-Berlin. Südlich daran grenzt der Rudolph-Wilde-Park als Beginn des Stadtparks Schöneberg. Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich die Senatsverwaltung für Wirtschaft. ((c) Landesarchiv Berlin/Alexander Kupsch inklusive Montage) Mauer-/Ecke Mohrenstraße, Bezirk Mitte:
Hier stand bis zur Zerstörung im Zweiten Weltkrieg die Rückfront des Luxushotels Kaiserhof am Wilhelmplatz. Ende der 1940er Jahre wurde dieses enttrümmert und die Fläche eingeebnet. Auf dem Gelände befindet sich heute die Botschaft Volksrepublik Korea, die zwischen 1969 und 1975 als Botschaft in der DDR erbaut wurde. Seit 2001 unterhält die Bundesrepublik Deutschland diplomatische Beziehungen mit Nordkorea. In einem Teil des Botschaftsgebäudes befindet sich heute ein Hostel. 
Die Mauerstraße ist nach der so genannten Akzisemauer (Zollmauer) benannt, die 1734-1737 um Berlin und seine barocke Stadterweiterungen gezogen wurde. Die Kronenstraße erhielt ihren Namen wahrscheinlich in Erinnerung an die Krönung Friedrichs I. zum ersten König in Preußen 1701. Heute befindet sich hier unter anderem die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. ((c) Landesarchiv Berlin/Alexander Kupsch inklusive Montage) Moritzplatz, Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, Ortsteil Kreuzberg:
Der Berliner Moritzplatz liegt im Norden von Friedrichshain-Kreuzberg im Ortsteil Kreuzberg. Der Platz ist nur etwa 140 Meter von der Bezirksgrenze zum Bezirk Mitte entfernt. Früher gehörte er zur Luisenstadt.
Der quadratisch angelegte Platz wurde Mitte des 19. Jahrhunderts nach Moritz Prinz von Oranien benannt. Er wird von der Oranienstraße in Ost-West-Richtung und von der Prinzenstraße in Nord-Süd-Richtung gekreuzt. 

Berlin dehnte sich Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts stark aus. Im Rahmen dieser Entwicklung wurden rund um den Moritzplatz Kaufhäuser, Gasthäuser, Wohnhäuser und Geschäfte errichtet. Der Platz war ein belebter Einkaufsort in Kreuzberg, an dessen südöstlichem Teil sich bis zur Zerstörung im Zweiten Weltkrieg ein Kaufhaus des Wertheim-Konzerns befand. 

Durch den Luftangriff am 3. Februar 1945 wurde der Moritzplatz stark zerstört. Östlich des Platzes blieben einige Altbauten stehen, während westlich davon in den 1950er und 1960er Jahren Neubauten errichtet wurden. Im Zuge der Sanierungspolitik des Berliner Senats, die dem Motto des Neuen Bauens „Licht, Luft und Sonne“ folgte, wurden in den 1970er Jahren noch verbliebenen Altbauten – bis auf die nordöstlich vom Platz liegenden Häuser – abgerissen. Übrig blieben viele Brachen. Das war auch der Planung der Stadtautobahn A 106 geschuldet sowie unklarer Eigentumsverhältnisse und der Randlage zu Ost-Berlin. Von 2011-2015 entstand an der Südwestecke des Moritzplatzes das Aufbauhaus, in dem unter anderem die Verlage Aufbau und Ch. Links ihren Sitz haben.

Unter dem Moritzplatz liegt der gleichnamige U-Bahnhof der heutigen Linie U8, der 1928 in Betrieb genommen wurde. Nach 1961 war hier der letzte Halt in West-Berlin, bevor die U-Bahn über die geschlossenen Geisterbahnhöfe dieser Linie, die in Ost-Berlin lagen, in Richtung Wedding fuhr. Vom August 1961 bis Ende 1989 befand sich nördlich des Platzes die Grenzübergangsstelle Heinrich-Heine-Straße. ((c) Landesarchiv Berlin/Alexander Kupsch inklusive Montage) Petristraße/Ecke Rittergasse, Bezirk Mitte:
Die Petristraße und die Rittergasse befanden sich auf der Fischerinsel, die zu Cölln, der mittelalterlichen Schwesterstadt Berlins gehörte. Heute stehen dort Wohnhäuser mit bis zu 21 Geschossen, die zu DDR-Zeiten von 1967-1972 errichtet wurden. 
In der Petristraße/Ecke Rittergasse stand vor der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg das Wirtshaus Alt-Berlin. Die Fischerinsel wurde weitgehend zerstört, die verbliebene Altbausubstanz wurde Ende der 1960er Jahre abgerissen. Nur ein Gebäude blieb erhalten: das Haus Friedrichsgracht 15 von 1740, das jetzt gegenüber am Märkischen Ufer 12 steht. ((c) Landesarchiv Berlin/Alexander Kupsch inklusive Montage) Die Potsdamer Straße, Bezirk Mitte, Ortsteil Tiergarten:
Ursprünglich wurde die Straße vor dem Potsdamer Tor als Verbindung zu den königlichen Residenzen in Potsdam (Schloss Sanssouci und Neues Palais) gebaut. Nach dem Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte sich die Potsdamer Straße zur verkehrsreichsten Straße im Deutschen Reich. Am Anfang der Potsdamer Straße stand seit 1924 die erste Ampel mit dem Verkehrsturm am Potsdamer Platz. Eine Rekonstruktion des Verkehrsturms steht seit 1997 unweit der historischen Stelle.

Bereits vor dem Zweiten Weltkrieg war der Teil der Potsdamer Straße zwischen der Lützow- sowie Pallas- und Goebenstraße ein Rotlichtviertel mit Prostitution in entsprechenden Nachtclubs. Diese Entwicklung setzte sich nach dem Krieg fort und änderte sich erst Ende 1980er Jahre.

An der Potsdamer Straße stand das unvollendete und im Krieg leicht beschädigte Haus des Fremdenverkehrs, das die Nationalsozialisten hier an der geplanten neuen Nord-Süd-Achse der „Welthauptstadt Germania“ errichten wollten. Durch den naheliegenden Landwehrkanal lief die Baugrube voll und wurde so zu einem innerstädtischen Freibad, in das die Kinder kurz nach Kriegsende sprangen. Die Rohbauruine wurde 1962 abgerissen. An derselben Stelle wurde die Staatsbibliothek (Haus Potsdamer Straße) nach den Plänen von Hans Sharoun gebaut.
  
In der geteilten Stadt Berlin verlor die Straße an Bedeutung, was durch den Mauerbau noch verstärkt wurde. Nördlich der Potsdamer Brücke legte Hans Scharoun das Kulturforum mit der Neuen Nationalgalerie, der erhaltenen St. Matthäuskirche, der Philharmonie und der Staatsbibliothek an. Hierfür wurde die Potsdamer Straße nach Westen verschoben. Der Rest der ursprünglichen Straße führt heute als Alte Potsdamer Straße zum Potsdamer Platz. ((c) Landesarchiv Berlin/Alexander Kupsch inklusive Montage) Ritterstraße, Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, Ortsteil Kreuzberg:
Seit 1845 gibt es die Ritterstraße in Kreuzberg, die zuvor Neue Junkerstraße hieß. Weil die Lage zwischen Anhalter- und Görlitzer Bahnhof verkehrsgünstig war, siedelte sich in der Gegend viel Gewerbe an, was zu einem erhöhten Transportaufkommen mit Pferdekutschen führte. Deshalb hieß das Gebiet rund um die Ritterstraße im Volksmund auch „Rollkutscherviertel“. In der Hochphase der Gewerbetätigkeit soll es hier etwa 1.391 Fabrikanten mit 1.344 Vertretungen ausländischer Firmen gegeben haben. Die Ritterstraße war das zentrale Exportviertel Berlins und wurde „Goldene Meile“ genannt. Hinter den Wohngebäuden entstanden zahlreiche Gewerbehöfe. Diese Kombination aus Produktionsstätten und Wohnraum wurde später „Kreuzberger Mischung“ genannt. Die meisten Gebäudekomplexe in der Ritterstraße wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört, manche auch später abgerissen. 

Heute erinnern noch der Ritterhof und das Pelikan-Haus an die frühere Bedeutung der Ritterstraße. Seit den 1950er Jahren wurde geplant, durch das Gebiet eine Stadtautobahn („City-Band“) zu bauen, was jedoch nicht realisiert wurde. Neue Impulse zur Stadtentwicklung entwickelten sich mit der Internationalen Bauausstellung (IBA) 1984-1987. ((c) Landesarchiv Berlin/Alexander Kupsch inklusive Montage) Schöneberger Ufer, Bezirke Mitte (Ortsteil Tiergarten) und Friedrichshain-Kreuzberg (Ortsteil Kreuzberg):
Direkt am Landwehrkanal gelegen, verbindet die Straße Schöneberger Ufer die Bezirke Mitte (Ortsteil Tiergarten) und Friedrichshain-Kreuzberg (Ortsteil Kreuzberg). Seit November 1849 heißt die Straße, die im Zuge des Kanalbaus angelegt wurde, nach dem Berliner Vorort Schöneberg, der 1920 im Zuge des Groß-Berlin-Gesetzes eingemeindet wurde.

Das Gebiet rund um das Schöneberger Ufer wurde im Zweiten Weltkrieg stark zerstört. Praktisch unbeschadet blieb das Gebäude, in dem seit 1879 die Königliche Eisenbahndirektion Berlin der Preußischen Staatseisenbahnen ihren Sitz hatte. Nachdem die Preußischen Staatsbahnen 1920 auf die Deutsche Reichsbahn übergegangen waren, befand sich in dem Haus die „Reichsbahndirektion Berlin". Nach 1947 saß in dem Gebäude eine von acht Direktionen der Deutschen Reichsbahn der DDR, obwohl sich das Gebäude im amerikanischen Sektor und damit in West-Berlin befand. Heute sind in dem sanierten Gebäude moderne Büroräume untergebracht. ((c) Landesarchiv Berlin/Alexander Kupsch inklusive Montage) Spichernstraße/Ecke Bundesallee, Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf, Ortsteil Wilmersdorf:
Die Spichernstraße wurde 1888 nach der Erstürmung der Spicherner Höhen im Jahr 1870 während des Deutsch-Französischen Krieges benannt. Bertolt Brecht und Helene Weigel lebten Ende der 1920er Jahre in der Spichernstraße. Beide emigrierten 1933 in die USA. Heute erinnert an Brecht und Weigel eine Gedenktafel am Haus Spichernstraße 16. Nach dem Krieg lebten beide seit 1948 wieder in Berlin, allerdings im Ostteil und gründeten dort 1949 das Berliner Ensemble.

Die Straße wurde im Krieg stark zerstört. Seit 1986/87 wurden auf dem Gleis der U-Bahn Linie 9 nach Plänen der Künstlerin Gabriele Stirl weiße und farbige Fliesen angebracht, die die Partitur eines Musikstücks abbilden. Dies soll an das nahe dem Bahnhof gelegene ehemalige Joachimsthalsche Gymnasium erinnern, das heute unter anderem durch den Fachbereich Musik der Universität der Künste genutzt wird. ((c) Landesarchiv Berlin/Alexander Kupsch inklusive Montage) Stresemannstraße, Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, Ortsteil Kreuzberg:
Die Stresemannstraße beginnt im Norden am Potsdamer Platz und mündet im Süden in die Wilhelmstraße. Sie war Teil der Berliner Zollmauer, die bis 1868 auf der Mitte der Straße verlief. 1930 wurde die vormalige Königgrätzer Straße zu Ehren des 1929 verstorbenen Außenministers der Weimarer Republik Gustav Stresemann umbenannt. Von 1935 bis 1947 trug sie den Namen Saarlandstraße. Seit 1947 heißt sie wieder Stresemannstraße.
 
An der Stresemannstraße befindet sich das Europahaus, ein modernes Bürogebäude. Zusammen mit dem benachbarten Deutschlandhaus wurde es von 1926 bis 1931 im Stil der Neuen Sachlichkeit erbaut. In dem Gebäudekomplex befanden sich in den 1930er Jahren der Europa Tanz Pavillon, Festsäle, Cafés, der Hofbräuhaus Augustiner-Keller sowie das Lichtspieltheater Europa-Palast mit 2.000 Plätzen. Berühmtes Kennzeichen war die Leuchtreklame der Allianz an der Fassade, später durch einen Lichtturm auf dem Dach um den Schriftzug Odol ergänzt. Ein weiterer Anziehungspunkt war das Dachgartenrestaurant „Palmengarten“.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Europahaus beschädigt, sodass umfangreiche Instandsetzungsmaßnahmen durchgeführt werden mussten. Nach verändertem Wiederaufbau von 1959 bis 1966 war im Europahaus das Fernmeldeamt 2 Berlin (später: 3 Berlin) der Deutschen Bundespost untergebracht. Heute befindet sich hier der Berliner Sitz des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Im Deutschlandhaus soll voraussichtlich im Sommer 2021 das Dokumentationszentrum der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung eröffnen. ((c) Landesarchiv Berlin/Alexander Kupsch inklusive Montage) Tiergartenstraße, Bezirk Mitte, Ortsteil Tiergarten:
Schon im 18. Jahrhundert gab es hier einen so genannten Kanonenweg. Die Tiergartenstraße erhielt 1831 ihren Namen, begrenzt im Süden den Tiergarten und ist die nördliche Grenze des Tiergartenviertels. 
Als Generalbauinspektor für die Neugestaltung der Reichshauptstadt Berlin unter den Nationalsozialisten legte Albert Speer den Bereich zwischen Bendlerstraße und Lichtensteinallee 1938 als Diplomatenviertel fest. Bis 1943 wurden hier sieben Botschaften errichtet, die zum Teil sehr monumental waren. Hierzu gehörten vor allem die Botschaften Japans und Italiens, die für die beiden wichtigsten Bündnispartner des „Dritten Reiches“ errichtet worden waren. 

In einer Stadtvilla in der Tiergartenstraße 4 befand sich seit 1940 die Planungs- und Verwaltungsbehörde für die „Euthanasie“-Morde an kranken und geistig behinderten Menschen, die in Anlehnung an die Adresse unter dem Tarnnamen Aktion T4 durchgeführt wurden. 

Am Ende des Zweiten Weltkriegs entstanden durch Luftangriffe schwere Schäden an vielen Gebäuden, die nach 1945 nur notdürftig instandgesetzt wurden oder leer standen und dem Verfall preisgegeben waren. Erst mit der Deutschen Einheit im Oktober 1990 kam es durch den 1991 gefassten Hauptstadt-Beschluss des Bundestages zugunsten Berlins zu einer Wiederbelebung des Diplomatenviertels. Die alten Botschaftsgebäude wurden saniert und neue wurden errichtet. An der Tiergartenstraße befinden sich heute zahlreiche Botschaften: Die (auf dem Bild abgebildete) Botschaft Österreichs steht an der Ecke zur Stauffenbergstraße. Daneben liegt die Landesvertretung von Baden-Württemberg. Das Grundstück gehörte zur Hälfte dem bekannten Kunstmäzen James Simon, nach dem das neue Besucherzentrum auf der Museumsinsel benannt ist. Die andere Hälfte des Grundstücks war einst im Besitz des Bankiers Emil Salomons. Des Weiteren befinden sich an der Tiergartenstraße die Botschaften von Indien, Südafrika, der Türkei (das Gelände war seit 1918 im Besitz des früheren Osmanischen Reiches), die Italienische Botschaft in ihrem Gebäude von 1941, die Japanische Botschaft und das katholische Canisius-Kolleg, das sich im ehemaligen Krupp-Haus von 1938 befindet. Daneben liegt die neu errichtete Botschaft Saudi-Arabiens, gefolgt vom Hauptstadtbüro der Konrad-Adenauer-Stiftung. 

Im Großen Tiergarten stehen nördlich davon das Richard-Wagner-Denkmal und das Denkmal für den Élysée-Vertrag, das im Jahr 2002 errichtet wurde. ((c) Landesarchiv Berlin/Alexander Kupsch inklusive Montage) Winterfeldtstraße, Bezirk Tempelhof-Schöneberg, Ortsteil Schöneberg:
Seit 1885 heißt die vormalige Straße 10 der Abteilung IV des Berliner Bebauungsplanes zwischen Potsdamer Straße und Maaßenstraße Winterfeldtstraße. Die Straße wurde nach dem preußischen General Hans Karl von Winterfeldt benannt. Der Straßenverlauf folgte auf einen früheren Feldweg. 1889 erhielt die westliche Verlängerung den Namen Neue Winterfeldtstraße. Dieser Teil heißt seit 1962 auch Winterfeldtstraße.

Das ehemalige Fernamt Berlin liegt in der Winterfeldtstraße 19-23 und ist heute ein Baudenkmal. In dem 1929 fertiggestellten Bau war die zentrale Handvermittlung für Fernverbindungen untergebracht. Aus dem Fernamt sendete seit dem 15. Februar 1946 der „Drahtfunk im amerikanischen Sektor“ (DIAS), der Vorgänger des RIAS Berlin. Seit Mitte 1958 war hier das Fernmeldeamt 1 Berlin zu Hause. Heute befindet sich hier unter anderem die Telekom Innovation Arena mit Start-up-Unternehmen, die von der Deutschen Telekom gefördert werden. 

Ansonsten ist die Winterfeldtstraße eine typische Wohnstraße in Schöneberg, deren gründerzeitliche Bebauung im Zweiten Weltkrieg zum Teil zerstört und durch Nachkriegsbauten ergänzt wurde. ((c) Landesarchiv Berlin/Alexander Kupsch inklusive Montage) Wittenbergplatz, Bezirk Tempelhof-Schöneberg, Ortsteil Schöneberg:
Der Wittenbergplatz wurde von 1889 und 1892 angelegt. In West-Ost-Richtung läuft durch ihn der Straßenzug Tauentzienstraße – Kleiststraße, ein Teil des so genannten Generalzugs, der nach Feldherren aus den antinapoleonischen Befreiungskriegen benannt wurde. Der Platz gehört zu den bekanntesten Platzanlagen im Westteil der Stadt. 

Der U-Bahnhof Wittenbergplatz verfügt als einziger U-Bahnhof Berlins über fünf nebeneinanderliegende Gleise. Hier fahren die Linien U1, U2 und U3 der BVG. 1902 wurde hier zunächst ein einfacher Bahnhof eröffnet, der wenige Jahre später umgestaltet wurde und im Jahr 1913 auch ein neues Gebäude erhielt. Die Eingangshalle wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und bis 1951 wiederaufgebaut. Von 1982 bis 1983 wurde der U-Bahnhof denkmalgerecht restauriert. Vor dem Bahnhofsgebäude wurden 1967 Hinweisschilder aufgestellt, die an die größten Konzentrations- und Vernichtungslager der NS-Diktatur erinnern.

Das berühmte Kaufhaus des Westens (KaDeWe), das von Adolf Jandorf gegründet und am 27. März 1907 eröffnet wurde, liegt schräg gegenüber des U-Bahnhofs. Seit 1927 gehörte das Warenhaus zum Warenhauskonzern Hermann Tietz OHG. Unter den Nationalsozialisten wurde der gesamte Konzern arisiert und firmierte nun als Hertie GmbH. Nach dem Zweiten Weltkrieg war das KaDeWe stark zerstört. Als ein US-Flugzeug auf das Gebäude stürzte, brannte es fast völlig aus. Im Jahr 1950 wurden die ersten zwei Etagen wiedereröffnet und die BerlinerInnen strömten wieder in das KaDeWe. Heute ist das Kaufhaus im Luxussegment angesiedelt und das größte Warenhaus auf dem europäischen Kontinent. ((c) Landesarchiv Berlin/Alexander Kupsch inklusive Montage)

Ausgebombt! Eine Zeitreise ins kriegszerstörte Berlin

31 Bildmontagen von Alexander Kupsch

Plakat "Ausgebombt" für ein gleichnamiges Fotoprojekt zum Kriegsende und der Zerstörung Berlins.Das Fotoprojekt "Ausgebombt" verdeutlich anhand von Bildmontagen die Zerstörung Berlins zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Mit Klick auf das Bild gelangen Sie zur Bildergalerie. (© bpb)

Die historischen Fotos, die das zerstörte Berlin zeigen, stammen aus der Fotosammlung des Berliner Landesarchivs, das diese Aufnahmen dankenswerterweise zur Verfügung gestellt hat. Die Bildmontagen entstanden anlässlich des 70. Jahrestages des Kriegsendes im Jahr 2015. Das Deutschland Archiv der bpb zeigt sie noch einmal, weil sie am Beispiel Berlins eindrücklich vor Augen führen, wohin der Größenwahn der Nationalsozialisten am Ende des Zweiten Weltkrieges im Mai 1945 führte: zu Tod und Zerstörung.

Die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht beendete vor 75 Jahren am 8. Mai 1945 den Zweiten Weltkrieg auf europäischem Boden. 1939 hatten die Nationalsozialisten mit dem Überfall auf Polen diesen rasseideologischen Vernichtungskrieg begonnen, der Millionen Menschenleben kostete. Darunter allein sechs Millionen europäische Jüdinnen und Juden, die auf brutalste Weise ermordet wurden. Insgesamt bedeutete der Zweite Weltkrieg 60 bis 70 Millionen Tote. Danach entstanden eine neue bipolare Weltordnung, ein geteiltes Europa und zwei deutsche Staaten.

Die meisten Luftangriffe galten Berlin

Der Großteil der Luftangriffe auf Berlin im Zweiten Weltkrieg wurde von der britischen Royal Airforce (RAF) und der US-amerikanischen ASAAF geflogen. Insgesamt galten 363 Luftangriffe der damaligen Reichshauptstadt Berlin und der Region. 310 Angriffe zielten direkt auf Berlin. Dazu zählten auch 40 schwere und 29 Großangriffe. Der Luftkrieg gegen Berlin begann im November 1943 als „Battle of Berlin“ und dauerte bis März 1944. Die schwersten Luftangriffe gab es während der letzten drei Monate vor dem Kriegsende. Vom 1. Februar bis zum 21. April 1945 sollen mehr als 100.000 Tonnen Sprengstoff und Phosphor über Berlin abgeworfen worden sein. Insgesamt sollen auf Berlin 45.517 Tonnen Bomben niedergegangen sein. 421-mal sollen so genannte Vollalarme vor Angriffen gewarnt haben. Über die Zahl der zivilen Opfer gibt es unterschiedliche Angaben: Es wird von mindestens 20.000 und maximal 50.000 Toten in Berlin ausgegangen. Dabei herrscht Unklarheit über viele Vermisste.

Über 500.000 Wohnungen waren vollkommen zerstört

Bei Kriegsende waren 28,5 qkm der bebauten Fläche von Berlin zerstört. Die Stadt glich einem Trümmerfeld. Hunderttausende Berliner verloren Ihre Wohnung. Zudem waren viele Menschen in der Stadt unterwegs, die aus den früheren Ostgebieten geflohen waren. Vor dem Krieg gab es in Berlin 1.562.641 Wohnungen, nach dem Krieg konnten nur 370.000 davon sofort bewohnt werden. Gut 380.000 Wohnungen waren leicht beschädigt. Aber über 500.000 Wohnungen waren total zerstört worden und gut 100.000 galten als schwer beschädigt. Mehr als 50 Prozent der Wohnungen in den Innenstadtbezirken Mitte und Tiergarten waren komplett oder zumindest schwer zerstört. Allein in West-Berlin sollen mindestens 45 Millionen Kubikmeter Trümmer gelagert haben und mindestens 30 Millionen Kubikmeter im Osten der Stadt. Vom ursprünglichen Berliner Straßennetz mit insgesamt gut 4.300 Kilometern, waren rund 1.350 Kilometer vollkommen zerstört.

Aus Schutt und Trümmern entstanden 14 Trümmerberge in Berlin, dazu zählen der Insulaner in Schöneberg-Tempelhof, der Teufelsberg in Charlottenburg-Wilmersdorf und der Volkspark Friedrichshain in Friedrichshain-Kreuzberg. Von den ursprünglichen 4,339 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern Berlins, die im Jahr 1939 in der Stadt lebten, sollten sich im Mai 1945 nur noch 2,807 Millionen in der Stadt aufhalten.

Wir danken dem Verlag Pharus Plan GmbH, dass wir den historischen Plan für dieses Online-Projekt nutzen dürfen.



Deutschland Archiv

Illustration, die Kathrin und Ereignisse rund um den Mauerfall 1989 zeigt.
Messenger-Projekt

Der Mauerfall und ich

Es ist Leipzig im Spätsommer des Jahres 1989. Die Studentin Kathrin und ihre Freundinnen und Freunde erleben eine Zeit des Umbruchs in der DDR. Im November fällt die Mauer und damit die Grenze, die Deutschland und die Deutschen viele Jahrzehnte trennte. Über ihre Erlebnisse hat Kathrin von August bis November 2019 im bpb-Messengerprojekt "Der Mauerfall und ich" berichtet.

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Ausgebombt! Eine Zeitreise ins kriegszerstörte Berlin

31 Bildmontagen des Berliner Fotografen Alexander Kupsch, aus historischen Fotos vom zerstörten Berlin und Aufnahmen aus dem Jahr 2015, rücken die zerstörerische Kraft des Krieges erneut ins Bewusstsein, indem sie die Ruinen aus dem Mai 1945 ins Berlin von heute übertragen.

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Vom Einläuten der Friedlichen Revolution

Rund um den 7. Oktober 1989 herrschte Ausnahmezustand in mehreren Städten der DDR. Polizei und Stasi gingen gewaltsam gegen Demonstranten vor, die friedlich für Reformen eintraten. Ein filmischer Überblick.

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30 Jahre Mauerfall

Die Berliner Mauer war über 28 Jahre das Symbol der deutschen Teilung und des Kalten Krieges. Am 9. November 1989 reagierte die DDR-Regierung mit Reiseerleichterungen auf den Ausreisestrom und monatelange Massenproteste – die Mauer war geöffnet. Wir präsentieren ausgewählte Angebote zur Geschichte der Mauer und des Mauerfalls.

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Ausstellung + Film

Die Mauer. Sie steht wieder!

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Es erwartet Sie eine Fülle von multimedial aufbereiteten Informationen über Mauerbau und Mauerfall - und über die Opfer der Grenze.

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Stasi

Alles wissen, alles kontrollieren, Menschen manipulieren. Aus der Arbeitsweise der DDR-Geheimpolizei "Stasi" ist auch viel zu lernen über die Mechanismen von Diktaturen der Gegenwart. In der DDR überwanden couragierte Bürgerinnen und Bürger allerdings 1989 ihre Angst vor der "Staatssicherheit". Vor 30 Jahren wurde sie gänzlich entmachtet.

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Online-Angebot der bpb und der Robert-Havemann-Gesellschaft

jugendopposition.de

Wie haben junge Menschen in der DDR mit Mut und Musik gegen Stasi und SED-Diktatur gekämpft? Zeitzeugen berichten. Mit zahlreichen Texten, Videos, Audios, Fotos und Dokumenten.

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Online-Archiv

www.wir-waren-so-frei.de

Fast 7.000 private Filme und Fotos aus der Umbruchzeit 1989/90 sowie über 100 begleitende Erinnerungstexte. Dazu ost- und westdeutsche Medienberichte. Die persönlichen Erfahrungen der Fotografen und Filmemacher bieten zusammen mit der öffentlichen Berichterstattung vielfältige Blicke auf die historischen Ereignisse und deren Auswirkungen auf den Alltag in Ost und West.

Mehr lesen auf wir-waren-so-frei.de

Wird die DDR-Diktatur verharmlost? Und warum begann die intensive Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit erst so spät? Die Deutung von Geschichte ist oft umstritten - und nicht selten ein Politikum.

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13. August 1961: In den frühen Morgenstunden beginnt der Bau der Mauer, die Deutsche Teilung wird zementiert. Am Abend des 9. November 1989 kommt es zum Mauerfall. Bald 30 Jahre danach ist Deutschland in vielem noch immer ein Land mit zwei Gesellschaften.

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Zu dem Thema "Children of Transition, Children of War, the Generation of Transformation from a European Perspective" diskutierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf der Deutschlandforschertagung 2016 vom 3. bis 5. November 2016 in der Universität Wien. Die Tagungsdokumentation gibt Einblick in die Themen und Ergebnisse.

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Gedenkstätten, Museen, Dokumentationszentren, Mahnmale, Online-Angebote - zahlreiche Einrichtungen und Initiativen erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus, bieten Bildungsangebote zur Geschichte des Nationalsozialismus und engagieren sich für Überlebende und Jugendbegegnungen. Wo Sie welche Erinnerungsorte mit welchem pädagogischen Angebot finden, erfahren Sie in der Datenbank.

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