Beleuchteter Reichstag

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8.9.2011 | Von:
Cornelia Kühn

Sozialistische Folklore?

Der Stralauer Fischzug in Berlin zwischen 1954 und 1962

Das Bemühen um eine "sozialistische Kulturveranstaltung"

Bei der Wiederbelebung des Stralauer Fischzuges 1954 wurde das Fest in den Zeitungen als das "größte Volksfest dieses Jahres" angekündigt und die anschließenden Schilderungen berichteten von 200.000 Teilnehmern aus Ost- und West-Berlin. Allerdings kam es im ersten Jahr zu vielerlei organisatorischen und infrastrukturellen Schwierigkeiten. Die Versorgungsstände von HO und Konsum öffneten zu spät, und bereits um 17 Uhr waren alle Speisen und Getränke ausverkauft. Die Bootsanlegestellen konnten nicht rechtzeitig fertiggestellt werden, weshalb der angekündigte Fährbetrieb zwischen Treptow und Stralau entfiel.[25] Die "Berliner Zeitung" berichtete: "Nachdem sich der große Festzug in Alt-Stralau aufgelöst hatte, schlugen viele Berliner den Weg nach dem Schwanenberg ein. Zwei Stunden mußten sie hier allerdings warten, ehe die zahlreichen Lebensmittelverkaufsstände der HO öffneten und den beliebten Aal mit Schrippe anboten. Ab 15 Uhr spielte auf der großen Freilichtbühne ein Blasorchester bekannte Melodien von Paul Lincke. Nach einer weiteren zweistündigen Wartezeit zeigte um 19 Uhr das Rumänische Ensemble für Lieder und Tänze des ZK der Gewerkschaft Eisenbahner sein Können. [...] Viele Berlinerinnen und Berliner, die in den Nachmittagsstunden nach der großen Spreewiese aufbrachen, erlebten eine neue Enttäuschung. Der Pendelverkehr des DSU [Deutsche Schiffahrts- und Umschlagzentrale] vom Schwanenberg nach der Insel der Jugend fiel ins Wasser, so daß ihnen nichts weiter übrigblieb, als zu Fuß nach der Spreewiese zu gehen."[26]

Auch danach verlief das Fest nicht reibungslos. Die Gesellschaft für Sport und Technik (GST) hatte zugesagt, Boote und Kutter für den geplanten Bootskorso zur Verfügung zu stellen. Diese Schiffe sollten den Kern des Umzugs bilden, dem sich andere Wassersportler anschlossen. 20 Fahrgastschiffe wurden bereitgestellt, um den Besuchern die Möglichkeit zu geben, den Korso vollständig zu sehen. Einen Tag vorher sagte die GST allerdings ab, da sie im Regattatraining sei. Die Fahrgastschiffe waren zwar alle vollbesetzt, der Blumen- und Lampionkorso aber fiel – zur Verärgerung der Besucher – aus.[27]

Nach diesem missglückten Start wurde das Fest ab 1955 nicht mehr als historisches Volksfest für ganz Berlin inszeniert, sondern als ein Stadtteilfest für den Stadtbezirk Friedrichshain angekündigt. Dennoch standen die Organisatoren der Kulturabteilung des Stadtbezirks Friedrichshain bei der Festgestaltung vor erheblichen Schwierigkeiten. Sie mussten den kulturpolitischen Richtlinien und dem Erwartungsdruck der Besucher gerecht werden sowie dem Desinteresse der Massenorganisationen und der Überlastung der Betriebe und der (Betriebs-)Kulturgruppen begegnen.

Der Stralauer Fischzug war jedes Jahr als eine achttägige Veranstaltung geplant. Am Eröffnungswochenende fand der Festzug bzw. eine Eröffnungsveranstaltung mit dem Fischzug statt, die Woche über waren vielfältige Programmpunkte vorgesehen, die von den verschiedenen Massenorganisationen vorbereitet werden sollten.

Plakat vom Stralauer Fischzug 1957.Plakat vom Stralauer Fischzug 1957. (© Landesarchiv Berlin, C Rep. 135 – 15, Nr.: 57 – Stralauer-Fischzug 1957, Blatt 50)
In den Jahren zwischen 1955 und 1962 lässt sich an den Programmplanungen ablesen, wie sich die politische Programmatik änderte und in welch unterschiedlicher Weise folkloristischer Aufführungen eingesetzt wurden. Während in den Jahren 1955 und 1956 neben Sportwettkämpfen noch Lampionfahrten, Volkskunstaufführungen einer Bauernkapelle, Darstellungen alter Handwerkskunst und Tanzveranstaltungen unter den Mottos "Wie hätten Sie's denn gern?"[28] oder "Heißa, wie die Röcke fliegen"[29] stattfanden, wurde der Inhalt der Veranstaltungen ab 1957 mit dem Aufbau der Sozialismus verbunden. So sollte beispielsweise 1958 die Freie Deutsche Jugend (FDJ) unter dem Stichwort "Wir sind junge Sozialisten" ein Jugendprogramm zusammenstellen, und für den Abschlusstag war ein Programm mit dem Titel "Unser Ziel ist nah: Der Sieg des Sozialismus" vorgesehen, das die gewünschte gegenwartsbezogene Volkskunst präsentieren sollte.[30]

Allerdings gab es auch 1958 noch vom Deutschen Turn- und Sportbund (DTSB) organisierte Sportveranstaltungen, eine vom Demokratischen Frauenbund (DFD) veranstaltete Modenschau und ein Abendprogramm mit Filmausschnitten und der Vorstellung von "beliebten Schauspielern" durch die DEFA. An den Wochentagen und am Abschlusswochenende fanden abends Konzerte und Kulturveranstaltungen von professionellen Künstlern und Betriebsensembles statt. Das Programm reichte dabei von Volksliedern und Volkstänzen des Staatlichen Ensembles für Sorbische Volkskultur über einen Ballettabend des Metropoltheaters bis hin zu einer Volkskunstestrade mit Chor und Tanzgruppe des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB) Groß-Berlin, dem Chor des Stahl- und Walzwerkes Hennigsdorf und dem Ensemble des Reichsbahnamtes I Berlin.[31] Außerdem gab es Ausstellungen, Großkundgebungen, Filmveranstaltungen und Bastelstraßen für Kinder. Am Eingang des Festplatzes wurde jedes Jahr ein Rummelplatz mit Karussells und Buden aufgebaut.

Die Auswertungsberichte der Organisatoren des Stadtbezirkes, die Rechenschaft über das Gelingen des Volksfestes ablegen mussten, zeigen allerdings die Ambivalenz der Festgestaltung zwischen den Vergnügungswünschen des Publikums und den kulturpolitischen Anweisungen für eine sozialistische Kulturveranstaltung. So wurde in den Abschlussberichten in jedem Jahr wieder stereotyp formuliert, dass es zu viele Schaustellerbuden gegeben hätte und dass das Fest einen zu starken "Rummelcharakter" aufweisen würde, weshalb der positive Eindruck der Kulturveranstaltungen zerstört wurde. Außerdem bemängelten die Organisatoren des Stadtbezirks, dass "keine breite Bewegung der Vorbereitung in Betrieben und Wohngebieten" stattgefunden hätte und dass es kaum gelungen sei, Betriebsensembles zu rekrutieren. Für die Folgejahre wurde immer wieder ein "höheres Niveau" und ein "stärkerer sozialistischer Charakter"[32] gefordert, mit dem Hinweis: "Konzessionen an den sogenannten Publikumsgeschmack werden nicht geduldet."[33]

Die Abschlussberichte des Stadtbezirks zum Stralauer Fischzug schildern aber auch konkrete Probleme bei den Veranstaltungen: So mussten bei einer Konzertveranstaltung die Bewohner des gegenüberliegenden Altenheims herbeigeholt werden, damit die Aufführung besser besucht war,[34] Veranstaltungen mit politischem Inhalt wurden – insbesondere durch "größere Gruppen von Jugendlichen [...], mit der Absicht Krawalle zu inszenieren" – gestört[35] , im Jahr 1955 fiel das Kinderfest aus, was von FDJ organisiert werden sollte, und einige Kulturveranstaltungen anderer Massenorganisationen wurden kurzfristig abgesagt, weshalb die Organisatoren vom Stadtbezirksrat schnell Alternativen finden mussten.[36] Die daraufhin veranstalteten und – laut den Berichten – "gut besuchten" Tanzveranstaltungen wurden aber wiederum kritisiert, weil dort zu viel "Boogie Woogie" gespielt worden sei.[37] Für die nächsten Jahre sollten entsprechend langfristig Veranstaltungen mit größerem politischem oder erzieherischem Inhalt geplant werden, wie zum Beispiel ein großer Gesellschaftstanzabend unter dem Motto "Wie tanze ich richtig".[38]

Es wurde auch jedes Jahr aufs Neue von "jugendlichen Krawalltäter[n] am Abend beim Tanz" und von Schlägereien berichtet, die angeblich von Jugendlichen aus den Westsektoren initiiert wurden. So hieß es im Auswertungsbericht des Jahres 1955: "Besonders kraß kam dieser Zustand am Dienstag, dem 23. August zum Ausdruck, als die Jugendlichen durch Pfeiffen und Jodeln die Kulturveranstaltung störten und verlangten, daß die Tanzkapelle in Aktion treten sollte. Dem Verlangen wurde nicht stattgegeben und die Veranstaltung durchgeführt. Auch der Schluß um 22.00 Uhr wurde trotz Protest eingehalten."[39]

In dem Auswertungsbericht 1959 konnte zwar festgestellt werden, "daß sich die Zusammensetzung der Besucher im Vergleich zum vorigen Jahr günstig verändert hat.
Titelseite des Programmhefts zum Stralauer Fischzug 1961.Titelseite des Programmhefts zum Stralauer Fischzug 1961. (© Märkisches Museum, Bibliothek der Stiftung Stadtmuseum Berlin)
Nur am ersten und letzten Abend überwogen die Scharen von halbwüchsigen Jugendlichen aus Westberlin." Allerdings sei auch in diesem Jahr "keine breite massenpolitische Vorbereitung" gelungen und für den Fischzug und den Festzug hätte keine große Zahl an Mitwirkenden gewonnen werden können. Vielmehr "zeigten sich in diesem Jahr [...] wieder sehr ernsthafte Mängel, die Anlass geben, die weitere Entwicklung des Stralauer Fischzuges ernsthaft zu überlegen." Als Schlussfolgerung aus dem Scheitern des Festes und als Aufgabe für die "weitere Entwicklung des Stralauer Fischzuges zum sozialistischen Volksfest im Rahmen des Siebenjahrplanes" hieß es entsprechend: "Die Auswertung des diesjährigen Stralauer Fischzuges zeigt also deutlich, daß die gesamte Gestaltung, Vorbereitung und Durchführung des Volksfestes grundlegend verändert werden muss."[40]

Im folgenden Jahr war vorgesehen, den Stralauer Fischzug als "Gesamtberliner Volksfest" zu inszenieren, das "der Rolle Berlins als Hauptstadt der DDR würdig werden" müsse.[41] Dafür sollten die Schausteller vollkommen verschwinden und stattdessen ein größeres Ausstellungsgelände mit Bastelstraßen und populärwissenschaftlichen Filmen entstehen. Um dies zu realisieren, wurde der Zeitpunkt des Festes verschoben – vom traditionellen Bartholomäustag, dem 24. August, auf die erste Juliwoche –, um dadurch mehr Schulen und Betriebsgruppen bei der Vorbereitung mit einbeziehen zu können. Die "Berliner Zeitung" kündigte das Fest im Juli 1960 dann auch euphorisch an: Dieses Jahr würde es sich lohnen, nach Stralau zu gehen, da die Veranstalter sich bemüht hätten, dem Stralauer Fischzug den bisherigen Rummelcharakter zu nehmen und ihn kulturvoller zu gestalten.[42] Aber auch der Fischzug von 1960 misslang, wie der Auswertungsbericht zeigt[43]: Das vorgesehene Festprogramm des Abschlusstages mit dem Motto "Fest der sozialistischen Brigaden" wurde kurzfristig abgesetzt, da die Zeit zu knapp war, nicht die passenden Chöre zur Verfügung standen oder man mit dem Skript nicht einverstanden war. Der Ersatz durch professionelle Künstler wäre aber – laut Bericht – zu teuer geworden. Auch der Schiffskorso fand nicht statt, und das Märkische Museum hatte die geplante Ausstellung mit der Begründung abgesagt, dass es überlastet sei. Und auch die Programme auf den Bühnen seien fast nur Unterhaltungsprogramme ohne sozialistischen Inhalt gewesen – so der Bericht weiter. Außerdem wurde kein politisches Kabarettprogramm aufgeführt, und Lipsi[44] oder Foxtrott – als "sozialistische" bzw. nationale Paartänze – wurden nicht aufgeführt.

Festplatz des Stralauer Fischzugs 1961.Festplatz des Stralauer Fischzugs 1961. (© Märkisches Museum, Bibliothek der Stiftung Stadtmuseum Berlin)
Ab 1961 wurde der Fischzug dann nur noch als kleines Stadtbezirksfest mit den anliegenden Betrieben, Schulen und Anwohnern gefeiert. Allerdings warb man in jenem Jahr in Zeitungsberichten und im Programmheft noch mit der Tradition des historischen Fischzuges. Im "Neuen Deutschland" hieß es: "Oft wurde der Stralauer Fischzug zu einer politischen Tribüne und zum Schauplatz politischer Demonstrationen gegen Not und Elend, gegen Unterdrückung und Ausbeutung. Das war der herrschenden Klasse ein Dorn im Auge, und sie versuchte dieses Volksfest auszuschalten, was aber nie ganz gelang. Zwar gab es nach 1870/71 ein Verbot, aber im Stillen wurde der Fischzug weitergeführt. [...] Erst nach dem zweiten Weltkrieg unter der Arbeiter- und Bauern-Macht unserer Republik, im Jahre 1954, wurde der Stralauer Fischzug wieder entsprechend seiner alten kämpferischen Traditionen zu einem kulturvollen Stadtfest erweckt."[45] Allerdings konnte auch 1961 keine breite Mitwirkung der Betriebe und Massenorganisationen bei dem Fest erreicht werden, und die Besucherzahlen nahmen von Jahr zu Jahr immer mehr ab.

Besucherzahlen des Stralauer Fischzuges zwischen 1954 und 1962[46]
Jahr Teilnehmerzahl (gesamt) tägliche Teilnehmerzahl (Durchschnitt)
1954200.000
1955120.000
1956200.000
195795.0007.000–27.000 täglich
1958102.0006.000–22.500 täglich
195969.5006.000–18.000 täglich
196057.5001.500–12.000 täglich
196132.579
1962 ca. 7.200 täglich

Im Auswertungsbericht des Stralauer Fischzugs von 1961 wurde erneut beklagt, dass es "in keiner Weise gelungen" sei, die "Bevölkerung in ihrer Mehrheit für das Volksfest zu interessieren und zum Gestalter werden zu lassen". Das läge zum Teil daran, "daß das Fest einzig und allein Sache einiger weniger Kulturfunktionäre" und "nicht zu[r] Sache des gesamten Staatsapparates, der Bezirksverordneten-Versammlung, der Partei und Massenorganisationen" geworden sei.[47]

Diese Abschlussberichte zu dem Fest und die Besucherzahlen zeigen, dass die Agitationspraxis und die Ideologisierung nicht nur kaum funktionierten, sondern sogar zu einem Desinteresse der Berliner an dem Volksfest führten. 1962 fand der Stralauer Fischzug – diesmal im September und mit angekündigtem Vergnügungspark mit Achterbahn – als Stadtbezirksfest für die Anwohner letztmalig statt und wurde dann, 1963, als Stadtteilfest für Friedrichshain in den Volkspark Friedrichshain verlegt. Als Anlass dafür wurden vorrangig infrastrukturelle Gründe genannt.[48] Allerdings spielte einerseits die Nähe der im August 1961 errichteten Berliner Mauer zu Stralau und der Korsostrecke auf der Spree eine Rolle für die Verlegung. Andererseits veränderte sich nach dem Mauerbau auch die Symbolsprache des Kalten Krieges, und die historische Inszenierung des Stralauer Fischzuges als Berliner Tradition wurde nun bewusst ausgespart. In einem Dokument über die zukünftige Planung und Entwicklung der kulturellen Massenarbeit des Stadtbezirkes Friedrichshain vom Dezember 1961 hieß es entsprechend: "Der Stralauer Fischzug ist nicht mehr durchzuführen. Der traditionelle Kerngedanke, die künstlerische Selbstbetätigung, verbunden mit unmittelbarer politischer Aussage, kann auch von anderen Volksfesten verwirklicht werden. Diese Volksfeste sollen an den inzwischen zur Tradition gewordenen Feiertagen, am 1. Mai, 8. Mai, 7. Oktober und außerdem zum ND Pressefest im Juni jeden Jahres sowie zum Pressefest des Friedrichshainers Anfang September, im Volkspark Friedrichshain stattfinden."[49]

Fußnoten

25.
Abschlussbericht des Stralauer Fischzuges v. 15.9.1954, LAB, C Rep. 135-01, Nr. 358, Bd. 2, Bl. 23–28, hier 25.
26.
Stralauer Seejungfrau in der Stalinallee, in: Berliner Zeitung, 24.8.1954.
27.
Abschlussbericht des Stralauer Fischzuges v. 15.9.1954, LAB, C Rep. 135-01, Nr. 358, Bd. 2, Bl. 23–28, hier 25f.
28.
Festprogramm [...] 1955, in: Oskar Heinemann, Bericht über den Stand der Vorarbeiten zur Durchführung des Stralauer Fischzuges 1955, 30.7.1955, LAB, C Rep 135-01, Nr. 357, Bd. 1, Bl. 25–36, hier 30.
29.
Programmabfolge, 4.7.1956, LAB, C Rep 135-01, Nr. 358, Bd. 2, Bl. 2–5, hier 3.
30.
Vgl. dazu Bericht d. Abt. Kultur für die Ratssitzung am 15.8.1958, Betr.: Stralauer Fischzug – Festzug auf dem Wasser + Festprogramm, 14.8.1958, LAB, C Rep. 135-01, Nr. 359, Bd. 3, Bl. 1–3, hier 2. Das Folgende ebd.
31.
Bericht d. Abt. Kultur für die Ratssitzung am 15.8.1958, Betr.: Stralauer Fischzug – Festzug auf dem Wasser + Festprogramm, 14.8.1958, LAB, C Rep. 135-01, Nr. 359, Bd. 3, Bl. 1–3, hier 2/Rücks.
32.
Siehe z.B.: Bericht über die 1. Auswertung des Stralauer Fischzuges 1957, 10.9.1957, LAB, C Rep. 135 – 15, Nr. 57, Bl. 8–10.
33.
Rat des Stadtbezirks Friedrichshain, Abt. Kultur, Konzeption zum Stralauer Fischzug 1959, 13.3.1959, LAB, C Rep. 135-15, Nr. 52, Bl. 15.
34.
Georg Kubitza, Abschlußbericht über den Stralauer Fischzug, Berlin, 17.10.1955, LAB, C Rep. 135-015, Nr. 357, Bl. 5–11, hier 9.
35.
Schneider, Vorläufige Einschätzung des Stralauer Fischzuges 1957, Berlin, 3.9.1957, LAB, C Rep. 135-15, Nr. 57, Bl. 1–3, hier 2.
36.
Vgl. dazu: Georg Kubitza, Abschlußbericht über den Stralauer Fischzug, Berlin 17.10.1955, LAB, C Rep. 135-015, Nr. 357, Bl. 5–11, hier 9/Rücks. Auch in den Berichten der folgenden Jahre wird über die kurzfristigen Absagen z.B. der DSF oder das Nichterscheinen der FDJ geklagt. Dabei wurde v.a. die "Unterschätzung der Kulturarbeit" der verschiedenen Massenorganisationen, der Gewerkschaften und der Betriebsräte kritisiert: LAB, C Rep. 135-15, Nr. 57, Bl. 12 u. 9.
37.
Siehe: Georg Kubitza, Abschlußbericht über den Stralauer Fischzug, Berlin 17.10.1955, LAB, C Rep. 135-015, Nr. 357, Bl. 5–11, hier 9.
38.
Vgl. Informationsbericht über den Verlauf des Stralauer Fischzuges v. 22.–29.8.1959, Berlin 27.8.1959, LAB, C Rep. 135-15, Nr. 52, Bl. 31–34, hier 31/Rücks., sowie bereits: Rat d. Stadtbezirks Friedrichshain, Abt. Kultur, Konzeption zum Stralauer Fischzug 1959 v. 13.3.1959, ebd., Bl. 15. – Zur Jugendkultur in der frühen DDR vgl. Peter Skyba, Vom Hoffnungsträger zum Sicherheitsrisiko. Jugend in der DDR und Jugendpolitik der SED 1949–1961, Köln u.a. 2000; zum Umgang mit westlicher Tanzmusik vgl. Bernd Lindner, DDR – Rock & Pop, Köln 2008; Wiebke Janssen, Halbstarke in der DDR. Verfolgung und Kriminalisierung einer Jugendkultur, Berlin 2010, u. Cornelia Kühn, Grenzen der Unterhaltung. Zur "Hebung des Kulturniveaus" in den 1950er Jahren, in: Ulrike Häusser/Marcus Merkel (Hg.), Vergnügen in der DDR, Berlin 2009, S. 253–270, insb. 265ff.
39.
Zwischenbericht Stralauer Fischzug, LAB C Rep. 135-01, Nr. 357, Bd. 1, Bl. 3f.
40.
Auswertung des Stralauer Fischzuges 1959 und Vorschläge für die weitere Entwicklung [...], 23.9.1959, LAB, C Rep. 135-01, Nr. 360, Bd. 4, Bl. 9–17, hier 10 u. 12.
41.
Auswertung des Stralauer Fischzuges 1959 und Vorschläge für die weitere Entwicklung [...], 23.9.1959, LAB, C Rep. 135-01, Nr. 360, Bl. 12.
42.
Stralau ladet ein, in: Berliner Zeitung, 2.7.1960.
43.
Auswertung des Stralauer Fischzuges 1960 und erste Konzeption für den Stralauer Fischzug 1961, LAB, C Rep. 135-01, Nr. 361, Bl. 1–10.
44.
Zum "Lipsi" vgl. Wiebke Janssen, Heute, tanzen alle jungen Leute, im Lipsi-Schritt, nur noch im Lipsi-Schritt. SED und Jugend in den fünfziger Jahren, in: Hallische Beiträge z. Zeitgeschichte, 6/1999, S. 58–74.
45.
Stralauer Fischzug im Wandel der Zeiten. Fest der sozialistischen Brigaden setzt Traditionen des Volksfestes fort, in: ND, 6.7.1961.
46.
Vgl. dazu die Auswertungsberichte des Organisationskomitees des Stadtbezirkes Friedrichshain, LAB, C Rep. 121, Nr. 1095, C Rep. 135-01, Nr. 357–363, u. C Rep. 135-15, Nr. 52 u. 59.
47.
Ergebnis der Untersuchung der KPKK (SED-Kreis-Partei-Kontrollkommission Friedrichshain) über die Durchführung des Stralauer Fischzuges 1961, 20.12.1961, LAB, C Rep. 135-01, Nr. 362, Bd. 6, Bl. 12–14, hier 13.
48.
Rat d. Stadtbezirks Friedrichshain, Abt. Kultur, Vorlage für das Büro der Kreisleitung der SED, 20.12.1961, LAB, C Rep. 135-1, Nr. 362, Bd. 6, Bl. 1–5, hier 1.
49.
Rat d. Stadtbezirks Friedrichshain, Abt. Kultur, Vorlage für das Büro der Kreisleitung der SED, 20.12.1961, LAB, C Rep. 135-1, Nr. 362, Bd. 6, Bl. 1–5, hier 1f.

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