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Beleuchteter Reichstag

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31.8.2011 | Von:
Gu Sup Kang

Innere Einheit als Herausforderung der deutschen Wiedervereinigung

Zur Rolle der Erwachsenenbildung für die innere Einheit Deutschlands

2. Tagungsdiskussionen als Quellenmaterial

Untersuchungsgegenstand sind zehn Tagungsdiskussionen, die im Rahmen der Konzertierten Aktion Weiterbildung (KAW) durchgeführt wurden. Die KAW war ein unabhängiges Sachverständigengremium für den Bereich der Weiterbildung, das als Forum für alle im Bereich der allgemeinen, politischen, beruflichen und der wissenschaftlichen Weiterbildung Verantwortlichen fungiert. Eingerichtet wurde die KAW, nachdem eine Reihe von Faktoren wie der Strukturwandel und die technische Entwicklung in den letzten Jahren die Bildungsarbeit vor neue Herausforderungen stellte.[5] Die KAW lieferte einen Input über relevante Themen zur Weiterbildung, wobei aktuelle bildungspolitische Themen im Vordergrund stehen.

Das KAW-Kolloquium war ein organisiertes Forum für die Bildungsexperten. Da diese aus verschiedenen Bereichen kommen und auf der Grundlage wissenschaftlicher Theorien und Erfahrungen zu aktuellen Themen umfassende Diskussionen führten – und dadurch Anregungen für die Partizipation am gesellschaftlichen Entwicklungsprozess gaben – dürften die Tagungsdiskussionen auf die Praxis der Weiterbildung wesentlichen Einfluss ausgeübt haben. Schließlich dienten die Tagungen der KAW als bundesweites Konsultations- und Koordinationsveranstaltungen für die im Bereich der allgemeinen, politischen, beruflichen und wissenschaftlichen Weiterbildung tätigen Träger und Organisationen und hatten einen offenen und kontinuierlichen Informations-, Erfahrungs- und Meinungsaustausch zu wichtigen weiterbildungsbezogenen Themen zu pflegen und in bildungspolitischen Fragen zu beraten und Empfehlungen zu erarbeiten.

Die Konzertierte Aktion Weiterbildung konnte deshalb als der erste – gelungene – Versuch in der Geschichte der deutschen Erwachsenenbildung gelten, alle Träger, die in diesem Bereich tätig sind, zu kontinuierlichen partnerschaftlichen Beratungen und Abstimmungen über gemeinsame Anliegen und Probleme zusammenzubringen.[6] Von den Kolloquien war zu erwarten, dass sie sich auch mit der Frage der "inneren Einheit" beschäftigten. Doch wie haben die Bildungsexperten aus unterschiedlichen Gesellschaftsgruppen diese gesellschaftliche Herausforderung wahrgenommen? Und gaben die Diskussionen Impulse für die Herstellung einer "inneren Einheit" Deutschlands durch die Bildungsarbeit? Schließlich dürfte eine Evaluation der tatsächlich durchgeführten Weiterbildung in den neuen Bundesländern erkennen lassen, wie die Ergebnisse der KAW-Diskussionen in die Praxis umgesetzt worden sind.

Den Untersuchungszeitraum bilden die Jahre 1990–1996. Die wichtigsten Beiträge hatte die Weiterbildung in der Anfangsphase des deutschen Vereinigungsprozesses zu leisten, und dementsprechend ist diese Thematik in jenen Jahren am intensivsten behandelt worden. In methodischer Hinsicht wird ist die vorliegende Untersuchung hauptsächlich als qualitative Inhaltsanalyse[7] angelegt. Nach der theoretischen Auseinandersetzung mit dem Begriff "innere Einheit", der die Grundlage für die Analyse der Tagungsdiskussionen bildete, wurden die Untersuchungskriterien induktiv aus dem Material gewonnen und die Kernaussagen der Debatten durch die Analysekriterien kategorisiert. Danach wurden die Kernaussagen durch die Analysekriterien systematisch analysiert und weiteres Material für die Interpretation herangezogen.


Fußnoten

5.
Axel Vulpius, Die Konzertierte Aktion Weiterbildung. Ein neues Clearinginstrument für die Bildungsplanung in der Weiterbildung, in: Perspektiven der wissenschaftlichen Weiterbildung für die neunziger Jahre – gesellschaftliche Herausforderungen und bildungspolitische Rahmenüberlegungen, Hg. Arbeitskreis Universitäre Erwachsenenbildung, Hannover 1990, S. 36–43, hier 36.
6.
Günther Dohmen, "Konzertierte Aktion Weiterbildung", in: Rolf Arnold u.a. (Hg.), Wörterbuch Erwachsenenpädagogikm Bad Heilbrunn 2001, S. 178.
7.
Wilfried Bos u.a. (Hg.), Angewandte Inhaltsanalyse in empirischer Pädagogik und Psychologie, Münster u.a. 1989, S. 11.

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