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Schülerinnen einer Berliner Grundschule in ihrem Klassenraum

26.11.2014

Schule in der DDR

Eine fünfteilige Miniserie über den Schulalltag in der DDR im Jahr 1989. Eine Klasse aus Niedersachsen erlebt diesen eine Woche lang in einem Schullandheim in der Nähe von Leipzig. Begleitet wird sie dabei von einem Fernsehteam. Im Mittelpunkt des Projektes steht dabei nicht, allein Daten und Fakten zu vermitteln. Historisches wird hier an die Lebenswirklichkeit der Schülerinnen und Schüler geknüpft. Über den alltagspraktischen Ansatz erhalten die Jugendlichen die Möglichkeit, Geschichte mit ihrer eigenen Identität zu verbinden und sich eventuell die Relevanz historischen Wissens für ihr Leben und ihre Zukunft zu erschließen.

Folge 1

Ankunft im Schullandheim, Vorbereitung der Woche – Smartphones müssen die Mädchen und Jungen abgeben. Auch Lieblingsdeos und Duschbäder werden eingesammelt und auf jedem Bett liegt ein FDJ-Hemd bereit. Die Rollen werden verteilt – Piyawan und Pia werden zu Gruppenratsvorsitzenden ernannt, Ben-Luca übernimmt die Rolle des Nicht-FDJ-lers.


Folge 2

Tag 2 im Schullandheim: Die Schülerinnen und Schüler erleben ihren ersten Fahnenappell. Alle müssen bestimmte Regeln befolgen und sich zum Beispiel in Reih und Glied aufstellen. Ohne FDJ-Hemd muss Ben-Luca in die hinterste Reihe. Piyawan und Pia übernehmen erste Aufgaben als Gruppenratsvorsitzende. Die Reaktionen der Schülerinnen und Schülern sind unterschiedlich. Einige finden das gemeinsame Singen eigentlich schön und das militärisch anmutende Exerzieren ziemlich cool. Aber auch erste kritische Gedanken sind zu hören.

Beim Mittagessen erfahren die Jugendlichen, was es mit "Toter Oma", Soljanka und Jägerschnitzel auf sich hat. Am Ende des Tags schauen sich alle eine Ausgabe der "Aktuellen Kamera", dem Nachrichtenmagazin der DDR an.


Folge 3

In der dritten Folge steht der Wehrkundeunterricht im Mittelpunkt. Die Schülerinnen und Schüler üben nicht nur den Gleichschritt in Uniform, sondern auch das Werfen von Handgranaten. Einigen fällt der Unterricht schwer, ein wenig faszinierend ist das Abenteuer schon. In den Statements zeigen sich gute und schlechte Seiten dieser Art von Unterricht. Abends beim Lagerfeuer bekommen die Jugendlichen Überraschungsbesuch von Bürger Lars Dietrich, der von seinen Erfahrungen in der DDR erzählt.


Folge 4

Im Geografieunterricht dürfen die Schülerinnen und Schüler auf einer Weltkarte markieren, wohin sie gern einmal reisen würden und müssen feststellen, dass Urlaub in ihren Lieblingsländern für die meisten DDR-Bürgerinnen und -Bürger nicht möglich war.

Frau Lehmann lehrt nicht nur die Grenzen der sozialistischen Länder, sondern nimmt vor allem die ideologische Erziehung sehr ernst. Als sie Johann auffordert, sein T-Shirt linksherum anzuziehen, damit man das Logo nicht mehr sieht, protestiert nicht nur Johann.

Folge 5

Am letzten Abend im Schullandheim steht Disco auf dem Programm – mitsamt originalgetreuer Kleidung und passendem Haarstyling und einem Schallplattenunterhalter, so hießen die DJs in der DDR. Die Kleidung gefällt nicht allen und zwei Schüler steigen aus dem Projekt aus. Das Tanzen zur Musik im 60:40 Mix - 60 % DDR- und 40% andere Musik macht aber allen Spaß.

Am letzten Tag berichtet Zeitzeuge Helmut Richter von seiner Flucht durch den Teltowkanal 1966. Die Schülerinnen und Schüler kommen mit ihm ins Gespräch. Mit Helmut Richters Besuch endet der Ausflug in die DDR: Mit neuen Erfahrungen geht es für die 22 Jugendlichen wieder zurück zu ihren Familien, in ihren Alltag, in die Gegenwart.


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