Krieg in den Medien

1.10.2011

Salam Pax

*1976

"Salam Pax" beim Rotterdam International Film Festival 2005. Bild: AP Photo / Fred Ernst"Salam Pax" beim Rotterdam International Film Festival 2005. (© AP)
Das Internet birgt ein riesiges Potenzial bei der Suche nach alternativen Informationen. Es bringt Stimmen zu Gehör, die sonst zum Schweigen verdammt wären. Eine dieser Stimmen nennt sich selbst "Salam Pax". Der Begriff setzt sich zusammen aus dem arabischen (salam) und dem lateinischen Wort für "Frieden". Während des Irakkrieges 2003 war der Name plötzlich in aller Munde. Der junge irakische Architekt, der sich hinter diesem Pseudonym verbarg, betrieb den Blog "Where is Raed?", der für großes Medienaufsehen sorgte: "Salam Pax" schilderte
Screenshot des Blogs "Where is Raed?" von "Salam Pax".Screenshot des Blogs "Where is Raed?" von "Salam Pax".
darin das Leben in Bagdad vor, während und nach der Militärinvasion der Amerikaner. Als "unabhängige Quelle" berichtete er unzensiert und direkt vom Ort des Geschehens. Durch die Darstellung aus der Opferperspektive machte er die Einseitigkeit der Fernsehberichterstattung deutlich, die den Krieg nur aus Sicht der übermächtigen amerikanischen Streitkräfte präsentierte. Das Tagebuch von "Salam Pax" wurde von Tausenden von Menschen täglich gelesen. Schließlich erhielt er sogar eine Kolumne bei der großen Londoner Tageszeitung "The Guardian".

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