Krieg in den Medien

Glossar

Manipulation

Manipulation, die [franz. zu lat. manipulus: eine Hand voll, von manus: Hand und plere: füllen]; die Beeinflussung oder Lenkung eines Menschen, eines Sachverhalts oder eines sozialen Phänomens wie der öffentlichen Meinung durch gezielte, aber für den Adressaten undurchschaubare Steuerungsimpulse beziehungsweise Informationsvorgaben. Manipulation geht in der Regel einher mit einer bewussten Verzerrung der Realität. Dabei wird der Mensch ohne sein Wissen und oft gegen seinen Willen beeinflusst. Deshalb ist der Begriff heutzutage meist negativ besetzt. Im 18. Jahrhundert hatte er noch eine neutrale Bedeutung. Manipulation bezeichnete damals alle praktischen Handlungen beziehungsweise alle Tätigkeiten, die mit der Hand ausgeführt wurden. Später war damit speziell eine geschickte Handhabung beziehungsweise ein Kunstgriff gemeint – etwa in der Medizin, im Handwerk oder in der künstlerischen Produktion. Erst seit dem 19. Jahrhundert wurde der Begriff dafür verwendet, die verdeckte Beeinflussung von Menschen in politischen und gesellschaftlichen Zusammenhängen im Sinne von Machenschaft, Trick oder Täuschung zu kritisieren. Mit der Entwicklung der Massenmedien wuchsen auch die Möglichkeiten, die öffentliche Meinung zu lenken und zu beeinflussen, also zu manipulieren. So fand und findet in Ländern mit einer staatlich gelenkten Presse eine Medienmanipulation durch die Regierung statt. Sie schreibt mit Hilfe offenkundiger wie auch versteckter Zensur vor, über welche Ereignisse wie berichtet wird, und zwingt die Medien dazu, diese Meinung – auch wenn es eine andere als die eigene ist – zu vertreten. Eine massive Medienmanipulation gab und gibt es in Diktaturen wie zum Beispiel dem Dritten Reich und der Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Aber auch in Ländern, in denen Pressefreiheit herrscht, ist Manipulation denkbar. Die Einflussnahme auf die journalistische Berichterstattung kann dort beispielsweise von der Werbeindustrie, von Parteien, Verbänden oder verschiedenen Lobbys ausgehen. Da Medienmanipulation im Widerspruch zu dem Berufsethos von Journalisten steht, gibt es eine Reihe von Maßnahmen wie zum Beispiel den Pressekodex des Deutschen Presserats, um diese zu verhindern. Der wirksamste Schutz vor einer Manipulation durch Medien besteht im Wettbewerb der Medien untereinander und in der Vielfalt miteinander konkurrierender Medien. Dagegen birgt die Konzentration der Medien und das Fehlen einer Gegenöffentlichkeit immer eine Gefahr im Hinblick auf eine ausgewogene Berichterstattung. Eine neue Dimension für Manipulation, aber ebenso für deren kritische Aufklärung bietet sich mit den weltweit vernetzten Computerinformationssystemen, dem Internet. Um Manipulation durchschauen zu können, müssen Mediennutzer zu einem kritischen Umgang mit den Medien befähigt sein. Denn je aufgeklärter und emanzipierter sie sind und sich ihr Handeln nach eigenen Überzeugungen richtet, umso schwieriger sind sie zu manipulieren.
Siehe auch: Objektivität, Propaganda



01.10.2011



Die neuen technischen und inhaltlichen Entwicklungen der digitalen Medien sind eine Herausforderung für Medienmacher, Publikum und Politik. Journalisten müssen beispielsweise immer mehr Informationskanäle beobachten und große Mengen an Daten auswerten. Für die Bürger können die Veränderungen in der Medienlandschaft zu einer stärkeren (politischen) Beteiligung führen und Medien werden genutzt, um für politische Belange Aufmerksamkeit zu erzeugen. Neue Entwicklungen wie soziale Medien oder das Internet der Dinge werden bezüglich des Daten- und Verbraucherschutzes kontrovers diskutiert. Das Dossier möchte Grundlagen zum Rundfunk- und Medienrecht vermitteln, die neuen Herausforderungen und Nutzungsmöglichkeiten aufzeigen und eine kritische Auseinandersetzung mit der sich ständig wandelnden Welt der Medien und der sie regulierenden Medienpolitik fördern.

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