BUNDESTAGSWAHL 2021 Mehr erfahren
LED-Fernseher auf der Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin

1.9.2012

Walt Disney Company

Umsatz 2011: $ 40,893 Mrd. (€ 29,377 Mrd.)

Geschäftsfelder

Fernsehen: Disney ist mit der "Disney-ABC-Television Group" einer der weltweit führenden Produzenten von Fernsehformaten und Betreiber des "ABC Televison Network". Auch die "Disney-Channel-Gruppe" und der ebenfalls global operierende Sportsender "ESPN" zählen zu diesem Netzwerk.

Die ABC-Serie "Lost" ist laut eigenen Angaben die sich am schnellsten verkaufende TV-Serie aller Zeiten, und auch die Erlebnisse der “Desperate Housewives” sind ein weltweiter Hit. Beide Erfolgsformate sind jedoch inzwischen in die Jahre gekommen: In den USA ist die letzte Staffel von "Lost" bereits im TV gezeigt worden und auch die "Desperate Housewives" enden 2012 mit der achten Staffel. Dafür lebt die Kultserie mit Eva Longoria und Co. in anderer Form weiter: Momentan entsteht eine eigene lokale Adaption für den südamerikanischen und den türkischen Markt. Von den Langzeitserien ABCs ist nur noch "Grey´s Anatomy" weiterhin in Produktion.

Doch neue Erfolgsserien können sich etablieren: Etwa das Rachedrama "Revenge“ - eine zweite Staffel wurde im Mai 2012 bestellt - und allen voran das auf Motiven von klassischen Märchen beruhende "Once upon a time“. In dem innovativen Serienformat - in Deutschland ab September auf Super-RTL zu sehen - werden etliche bekannte Märchenfiguren wie Schneewittchen oder Rumpelstilzchen in Gegenwartmillieus übertragen. Gespannt darf man auch auf das in Entwicklung befindliche Serienprojekt "Hulk“ von Guillermo del Toro sein.

Zwei umstrittene Serien musste ABC auch aufgrund öffentlichen Drucks wieder einstellen: Die Comedy "Work it“ über zwei Männer, die für einen Job in Frauenkleider schlüpfen, rief die "Gay & Lesbian Alliance Against Defamation (GLAAD)“ auf den Plan und zahlreiche christliche Organisationen opponierten heftig gegen die Dramedy "Good Christian Belles“ über eine Witwe, die versucht in ihrer alten Heimatstadt wieder Fuß zu fassen. Im der Literaturvorlage heißt die Serie „Good Christain Bitches“ - doch nur in Skandinavien und in Australien traute sich ABC unter diesem Titel das Format auszustrahlen.

Im Herbst 2012 gehen gleich zehn neue ABC-Serien ins Quotenrennen, darunter sehr ambitionierte Projekte wie der potentielle "Housewives"-Nachfolger "Mistresses“ über das wilde Leben von vier Freundinnen in den End20igern und das Mysterieformat "666 Park Avenue“.

Auch bei den Kinderprogrammen gibt es Veränderungen. Seit Anfang 2011 greift "Disney Junior" die amerikanischen Marktkonkurrenten "Nick Jr." und "PBS Kids" an. Gemeinsam mit den Partnersendern Disney Channel, Disney XD,, Radio Disney sowie den Kinder-Webseiten des Konzern hat man sich darauf verständigt, Werbung für ungesundes Essen zu verbieten. Von 2015 an dürften nur noch Lebensmittel auf den Kanälen Disneys beworben werden, die bestimmte Nährwertstandards erfüllten.

Das "ESPN-Netzwerk" wird weiter ausgebaut. Dazu zählt mit "espnW.com" die Einrichtung einer eigenen Webseite für Frauen, auf der zur Hälfte über Frauensport berichtet wird und die auch eine starke Personality-Berichterstattung beinhaltet. ESPN ist inzwischen mit 47 internationalen Sendern das größte Sportmediennetzwerk der Welt. Im Internet werden zahlreiche Sportereignisse über „WatchESPN“ ausgestrahlt. Darüber hinaus erhalten bestimmte Breitbandkabelkunden durch den Online-Streaming-Dienst "ESPN3" einen eigenständigen Sportkanal im Netz mit ausgewähltem Live-Content. Der Dienst ist seit November 2010 auch über die Xbox zu empfangen.

Die Konzentration auf die Kernmarken "ABC", "ESPN" und "Disney" im Fernsehsektor geht weiter: Der von Disney betriebene Channel "SOAP NET" soll 2012 eingestellt werden, aufgrund langfristiger Verträge mit Kabelnetzanbietern läuft er jedoch zunächst auf unbestimmte Zeit weiter. Eine stärkere Rolle wird jedoch zukünftig der Marke "Marvel" zufallen: Im Juni 2010 gründete der Disney-Ableger eine eigene Fernsehdivision, im März 2012 startete ein großer Marvel-Trickfilmblock auf "Disney XD".

Auch das Newssegment soll wieder an Bedeutung gewinnen: Gemeinsam mit dem Partner Univision Communications plant ABC einen 24-Stunden-Newskanal für US-Bürger lateinamerikanischer Abstammung.

Film: Die Anzahl seiner eigenen Filmproduktionen hat Disney nach zahlreichen Flops in der Ägide des ehemaligen Studiochefs Dick Cook vor allem im Spielfilmbereich in den letzten Jahren drastisch zurückgefahren. Man setzt in erster Linie auf die bewährten Marken „Marvel“ und „Pixar“.

Das Erwachsenen-Label Touchstone Pictures dient nur noch als Vertriebsarm für den 2009 geschlossenen, langfristigen Vertriebsdeal (Disney erhält entsprechende Verleihgebühren) mit Dreamworks Pictures. Disney verleiht jedoch keine Animationsfilme aus dem Studio des in Ungnade von Disney geschiedenen Dreamworks-Trickfilmchefs Jeffrey Katzenberg, jedoch die Highlights aus dem Spielfilmbereich unter Steven Spielbergs Verantwortung. Das anspruchsvolle Drama "The Help" über die Rolle von afroamerikanischen Hausmädchen in den Südstaaten in den 60er Jahren wurde dabei ein echter Überraschungserfolg - drei Wochen an der Spitze der US-Kinocharts plus ein Oscar für die beste Nebendarstellerin Octavia Spencer. Gespannt sein darf man in 2012 auf das Biopic "Lincoln" und das Action-Spekatakel "Robocalypse", bei dem Steven Spielberg selbst Regie führt.

Im Mittelpunkt der Filmsparte stehen inzwischen die seit 2010 von Disney verantworteten Marvel Studios. Einige Neuproduktionen wie "The Amazing Spiderman" werden aufgrund längerfristiger Verträge noch von anderen Studios produziert und distribuiert. Die mega erfolgreichen "The Avengers" wurden jedoch bereits von Disney selbst verliehen. Zahlreiche Fortsetzungen von Erfolgstiteln sind in Vorbereitung, darunter "Captain America - The Winter Soldier ", "Thor - The Dark Wold" und „Iron Man 3“. Marvel Studio Boss Kevin Feige gilt inzwischen als der starke Mann in Disneys Filmsparte.

Der neue Disney-Filmstudioboss Alan Horn, der im Juni 2012 den glücklosen Rich Ross ablöste und sämtliche Disney-Filmsparten bereichsübergreifend verantwortet, wird sich vor allem auf die Wiederbelebung der Disney-Studios und auf die Verträge mit unabhängigen Produzenten wie Jerry Bruckheimer konzentrieren.

Internet: Mit einer großangelegten Internetoffensive will der Konzern das World Wide Web umfassend als Vertriebskanal ausbauen und dadurch das Fundament für zukünftiges Wachstum legen. Die Stärkung der digitalen Aktivitäten steht im Vordergrund der neuen strategischen Ausrichtung unter Iger.

Alle Aktivitäten sind in der "Disney Interactive Media Group" gebündelt. Der Internetauftritt Disneys soll zu einer Art "MySpace für Kids" weiterentwickelt werden und als "Haustür zur Disney-Welt" fungieren. Die neu gestaltete Website soll künftig mit einem komplexen Videoplayer ausgestattet werden, über den Games und Filme gekauft und gemietet werden können.

Mit dem Kauf der populären Online-Community "Club Penguin" verstärkte Disney sein Internet-Engagement weiter. Die Kinder-affine Plattform verfügte im Herbst 2007 über 700.000 Mitglieder. Ca. 6 USD pro Monat kostet es, in einer von Pinguinen bevölkerten schneebedeckten virtuellen Welt zu chatten oder Games zu spielen. Die Ende 2005 gestartete Website ist bislang vor allem in Kanada, den USA und Großbritannien populär, doch Disney will mit dem Angebot auch in andere Regionen vorstoßen.

Disney plant eine großangelegte Einkaufstour im Internet, einige interessante Start-Up-Unternehmen sollen übernommen werden. Mit der konzerneigenen Investmentfirma "Steamboat Ventures" - benannt nach dem ersten Micky-Maus-Cartoon - will Disney noch stärker in den Bereich Neue Medien investieren.

Doch die Internet-Sparte entwickelt sich bislang nicht wie gewünscht, der zuständige CEO Steve Wadsworth musste kürzlich seinen Hand nehmen. Die Sparte hatte zuletzt zwar den Umsatz gehalten, war allerdings mit einem Minus von 65 Millionen US-Dollar tief in die roten Zahlen geraten.

Der Turnaround soll jedoch schnell erfolgen, der Internetbereich wird stärker denn je aufgerüstet. Neue Verantwortungsträger sollen den Onlinebereich massiv aufwerten: Der ehemalige Yahoo!-Manager James Pitaro übernimmt die Leitung des Online-Segments, in dem alle Webauftritte gebündelt sind. Statt Millionensummen für klassische TV-Spots auszugeben, soll der neue Leiter der Home Entertainment-Sparte, Bob Chapek, zielgerichtete Marketingkampagnen in den sozialen Netzwerken initiieren.

Die sozialen Netzwerke rücken damit endgültig an die Spitze der Digitalstrategie Disneys, zuletzt etablierte man sogar ein eigenes Ticketing-System für "Toy Story 3" auf Facebook. Außerdem rückt John Pleasants, der Direktor der erst kürzlich übernommenen Onlinespielefirma Playdom, in die Geschäftsführung ein.

Themenparks: Die Themenparks tragen rund 30 Prozent zum Umsatz des Konzerns bei und sind besonders konjunkturabhängig. So bedroht die derzeitige Konsumflaute in den USA auch die Vergnügungsparks. 2007 schrumpften die Gesamtbesucherzahlen in Kalifornien bereits um ein Prozent.

Die Anlage in Hongkong macht ebenfalls weiter Sorgen. Bei dem dortigen Park handelt es sich um ein Joint Venture mit der chinesischen Regierung, die mit 1,74 Millionen Dollar an Disneyland Hongkong beteiligt ist. Im April 2006 gab es dort heftige Proteste der Gewerkschaften, die zu lange Arbeitszeiten der Beschäftigten kritisierten und höhere Löhne einforderten. Trotz solcher Startschwierigkeiten ist das angekündigte Vorhaben eines weiteren Parks in Shanghai nicht gefährdet. In der Millionen-Metropole entsteht der sechste Vergnügungspark des Konzerns. Nach einem fünfzehnjährigen Tauziehen billigte die chinesische Zentralregierung den Bau des Vergnügungsparks. Der Park soll bis 2014 fertig gestellt sein.

Sorgen bereitet jedoch wie fast ständig seit der Eröffnung"Disneyland Paris". Die Pläne einer neuen, nach ökologischen Kriterien gestalteten Parkanlage sind immer noch auf Eis gelegt, dennoch bleibt der Vergnügungspark pünktlich zu seinem 20. Geburtstag 2012 das meistbesuchte Touristenziel Europas.

Disney plant dennoch auf internationaler Ebene seine Aktivitäten im Bereich Themenparks weiter auszubauen. Disney hat Melbourne (Australien) und Johor in Indonesien als mögliche Park- Standorte ins Auge gefasst. Für die kommende Jahre kündigte der Konzern nun die "größte Erweiterung seiner Geschichte" sowohl für Anaheim als auch für Orlando an. Zu den neuen Attraktionen für den Park in Florida zählt seit Mai 2011 eine Star Wars-Simulation in 3D. All dies in den Schatten stellen wird aber wohl die sensationelleste Ankündigung: Im September 2011 verkündete Disney eine Partnerschaft mit James Cameron. In Florida soll eine eigene Themenwelt rund um seinen Mega-Blockbuster "Avatar" entstehen, die laut Cameron die "derzeitigen Grenzen von technischer Innovation und experimenteller Erzählung sprengen" soll.

Ein besonders spannendes Projekt entsteht gerade in Dubai. Das indische Filmstudio „Yash Raj Films”, mit dem Disney ein Joint-Venture im Bereich Zeichentrickfilme betreibt, will gemeinsam mir der ortsansässigen “Dubai Infinity Holdings“ einen Themenpark in Dubai errichten. Sicherlich nicht ohne das Know-How von Disney.

Der Konzern plant, sein unter der Marke "Disney Cruise Line" in Eigenregie durchgeführtes und bislang sehr erfolgreiches Kreuzfahrtgeschäft weiter auszuweiten und für diesen Zweck, neben den bereits operierenden Luxuslinern „Disney Magic“ und „Disney Wonder“, weitere Schiffe in Dienst zu stellen und neue Reiseziele anzupeilen. Seit 2007 ist die "Disney Magic" bereits im Mittelmeer unterwegs, Ende 2012 ging die in Deutschland (Papenburg) gebaute "Disney Dream" auf hohe See in Richtung Bahamas. Das neueste Flaggschiff der Disney Cruise Line, die Disney Fantasy, wird im Januar 2012 aus der Papenburger Meyer Werft ausgedockt.

Publishing: Auch im Verlagssektor kann Disney eindrucksvolle Ergebnisse liefern. So hat sich "Disney Publishing Worldwide" zum wohl erfolgreichsten Kinderbuchverlag der Welt entwickelt. Seit dem Amtsantritt von Deborah Dugan als Präsidentin im Jahre 2002 hat der Verlag, der mit seinen Büchern und Magazinen jeden Monat laut eigenen Angaben mehr als hundert Millionen Leser erreicht, eine jährliche Wachstumsrate im zweistelligen Bereich erzielen können.

Games: Große Hoffnungen setzt Disney auf den Bereich Computerspiele. Auch wenn die wirtschaftliche Bedeutung für den Konzern noch nicht allzu hoch ist – der Jahresumsatz liegt momentan bei rund 500 Millionen Dollar -, rechnet man mit hohen Wachstumsraten. Disney hat deshalb in den letzten Jahren auch zahlreiche Entwicklungsstudios für Computerspiele übernommen bzw. neu gegründet. Hierzu zählen die Firmen Avalanche Software, Fall Line Studio und Junction Point Studios. Jüngster Coup ist die Übernahme des chinesischen Spieleentwicklers „Gamestar“. Die Gamesparte „Disney Interactive Studios“ beschäftigt inzwischen insgesamt über 700 Angestellte und verfügt über Büros in London, Brasilien, Hongkong, Japan, Kanada und den USA.

Während sich Disney lange Zeit nur darauf beschränkte, Kinoerfolge als Computerspiel zu adaptieren, werden nun auch verstärkt filmunabhängige Produktionen in Angriff genommen. Im Internet sollen verstärkt virtuelle Spielwelten, so genannte „Massively Multiplayer Online Games“ entstehen. Den Auftakt bildete, parallel zum weltweiten Filmstart von „Fluch der Karibik 3: Am Ende der Welt", eine entsprechende virtuelle Piratenwelt.

Nachdem teure Konsolenspiele wie "Micky Epic" die Erwartungen an die Verkaufszahlen jedoch nicht annähernd erfüllen konnten, kam es zu einem Strategiewechsel. Zukünftig will man sich in erster Linie auf Download- und Social Network-Titel konzentrieren. Diese Neuausrichtung führt zunächst zu einem massiven Personalabbau. Das Entwickler-Studio Propaganda Games wurde ganz geschlossen, die eigenständige Entwicklersparte Fall Line Studio in die bestehende Firma Avalanche uberführt.

Auch „Epic Mickey“ erhält eine neue Chance: Aktuellen Berichten nach soll "Epic Mickey 2: The Power of Two" diesmal neben der Wii auch für die Playstation 3, die Xbox 360 und auch für den PC erscheinen. Offizieller US-Verkaufsstart ist der 26. September 2012. Weiter wurde bekannt, dass das neue Spiel starke Mu-sical-Züge tragen soll.

Die hohe strategische Bedeutung der Game-Sparte wird aber insbesondere durch den 800 Millionen Dollar schweren Kauf von "Playdom" überdeutlich. Der Spielentwickler nutzt für seine populären Online-Spiele insbesondere Facebook als Vertriebskanal. Die Übernahme scheint sich bereits auszuzahlen: Playdoms "Gardens of Time"war das meistgespielte Facebook-Game in 2011.

Weitere aktuelle Aquisitionen im Gamesbereich sind die auf Browser- und Mobile-Spiele ausgerichteten Firmen Gamesalad und Rocket Pack.

Doch auch im großen Stil wird expandiert: So kaufte man im Oktober 2011 die komlette Gaming-Sparte der bereits mit Disney verbandelten indischen Softwarefirma UTV-Software/Indiagames.

Zu dem aktuell ehrgeizigsten Projekt zählt "Disney Universe" - ein Multimedia-Action-Adventure mit zahlreichen Disney Charaktheren aus so unterschiedlichen Filmen wie "Lilo und Stich" oder "Tron" - für alle gängigen Konsolen so wie für Mac und PC.

Musical: Sehr erfolgreich ist Disney seit Jahren mit seiner Musicalsparte "Buena Vista Theatrical Productions". An Disney-Zeichentrickfilme angelehnte Produktionen wie "Die Schöne und das Biest" oder "Der König der Löwen" laufen seit Jahren erfolgreich am Broadway und international. Zu den neuesten Produktionen zählen "Tarzan" mit Songs von Phil Collins, "Arielle – The litte mermaid" und eine aktuelle Bühnenadaption von "Mary Poppins", sowie für verschiedene Altersgruppen konzipierte Aufführungen des Disney Channel-Hits "High School Musical". Der Soundtrack zum Musical ist 2006 das am meisten verkaufte Album in den Vereinigten Staaten gewesen. In Hamburg eröffnete im Herbst 2008 die Musicalversion des Trickfilms "Tarzan" mit Musik von Phil Collins. Von zahlreichen Unfällen der Darsteller wird bislang leider die erste Marvel-Broadway Inszenierung "Spider-Man Turn off the Dark" überschattet, ein Abbruch jedoch bislang ausgeschlossen.

Mobile Entertainment: Einen weiteren Geschäftszweig eröffnete Disney mit der Einführung von Disney Mobile. Seit Juni 2006 bietet der Konzern einen Mobilfunkdienst an, der Eltern Auskunft über das Telefonverhalten ihrer Kinder gibt. Zudem können die Eltern ihre Sprösslinge mit einem entsprechenden Zweittelefon via GPS orten und wissen so immer über deren Aufenthaltsort Bescheid. Einen ganz speziellen MP3-Player will die koreanische Firma Iriver – vorläufig nur in Asien - auf den Markt bringen. Das Abspielgerät soll die Form von Mickeys Kopf haben. Weitere, speziell an Kinder gerichtete Elektronik-Produkte sind angekündigt, darunter Lautsprechersysteme für den iPod und mehrere LCD-Fernseher.

Die Übernahme des kalifornischen iPhone-App-Entwicklers Tapulous zeigt, dass Disney auch diesen Vertriebskanal für sich erschließen will.

Der neue Fokus auf mobile Social Games scheint sich schon auszuzahlen: Mit der App “Where’s My Water?” hat Disney im Herbst 2011 einen echten Hit für den "itunesstore" produziert. Der Hauptdarsteller, Kroko das Krokodil, könnte der erste Disney-Held werden, der seinen Ursprung in einer Applikation hat.

Musik: Auch in diesem Sektor ist Disney mit mehreren Labels vertreten, eines davon ist Hollywood Records, das in den USA demnächst mit einem neuen CD-Standard auf den Markt gehen soll. Das neue Format "CD view plus" soll neben den herkömmlichen Audiotracks zusätzliche Datenbestandteile enthalten, die Inhalte wie Songtexte, Fotos und ähnliche Hintergrundinformationen auf den Alben bereitstellen. Riesige Erfolge auf dem amerikanischen Markt feierte seit Jahren das Disney-Label "Lyric Street Records", das sich auf Country-Musik spezialisiert hat. Auch dieses Speziallabel wurde jedoch aufgrund der Konzentration auf die Kernmarke Disneys inzwischen geschlossen, die kommerziell wichtigen Künstler wurden zur neu firmierten Disney Music Group transferiert.


Dossier

Medienpolitik

Die neuen technischen und inhaltlichen Entwicklungen der digitalen Medien sind eine Herausforderung für Medienmacher, Publikum und Politik. Journalisten müssen beispielsweise immer mehr Informationskanäle beobachten und große Mengen an Daten auswerten. Für die Bürger können die Veränderungen in der Medienlandschaft zu einer stärkeren (politischen) Beteiligung führen und Medien werden genutzt, um für politische Belange Aufmerksamkeit zu erzeugen. Neue Entwicklungen wie soziale Medien oder das Internet der Dinge werden bezüglich des Daten- und Verbraucherschutzes kontrovers diskutiert. Das Dossier möchte Grundlagen zum Rundfunk- und Medienrecht vermitteln, die neuen Herausforderungen und Nutzungsmöglichkeiten aufzeigen und eine kritische Auseinandersetzung mit der sich ständig wandelnden Welt der Medien und der sie regulierenden Medienpolitik fördern.

Mehr lesen