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1.9.2012

Walt Disney Company

Umsatz 2011: $ 40,893 Mrd. (€ 29,377 Mrd.)

Engagement in Asien

Disneys Expansionsstrategie gilt vor allem dem asiatischen Markt. Bereits 2003 eröffnete Disney gemeinsam mit dem Unternehmen NTT in Japan einen Download-Dienst für Breitbandinhalte, der mittlerweile über rund 8 Millionen Abonnenten verfügt. Einen ähnlichen Dienst betreibt das Unternehmen seit 2005 auch mit einem lokalen Partner in Taiwan. Vertriebsabkommen über Inhalte für Mobilfunkdienste existieren mittlerweile in 13 lokalen Märkten in der Pazifikregion, darunter China, Thailand und Korea. Praktisch sämtliche der derzeit rund 700 Millionen Mobilfunknutzer in der Region haben somit Zugang zu Disneys Inhalten.

Die japanische Konzerntochter Disneys will gemeinsam mit dem drittgrößten japanischen Mobilfunkbetreiber Softbank einen eigenen Mobilfunkservice anbieten und bei der Entwicklung von Geräten, Diensten und Inhalten mit den Japanern zusammenarbeiten. Jüngst brachte man ein auf Android basierendes Smartphone auf den Markt.

Insbesondere der chinesische Markt gestaltet sich aufgrund der dortigen Restriktionen für ausländische Investitionen jedoch weiter schwierig, Fortschritte können jedoch auch hier vermeldet werden. Disney kündigte im April 2012 ein neues Joint Venture mit der staatlichen China Animation Group und dem Internet-Provider Tencent an. Ziel der Kooperation sei es, den chinesischen Animationsfilm auf ein international konkurrenzfähiges Niveau zu bringen. Unter der Bezeichnung "Animation Creative Research and Development Cooperation" will man lokale Talente ausbilden und chinesische Geschichten und Franchises internationalem Standards anpassen. In einem weiteren Abkommen sicherte sich Disney die Rechte an der beliebtesten chinesischen Zeichentrickserie, "Pleasant Goat and Big Big Wolf", die zukünftig auf Disney-Sendern in der Asien-Pazifik-Region ausgestrahlt werden soll.

Ein bedeutender Schritt war auch der Kinostart von Disneys erster in und für China produzierter Filmproduktion "The Magic Gourd". "Wir wollen als chinesische Walt Disney Company wahrgenommen werden und nicht als bloßer Walt Disney Ableger in China“, so der Managing Director von Disney Greater China, Stanley Cheung. Disney erweiterte außerdem seine erfolgreiche Teenie-Film-Reihe "High School Musical" auf China. 2010 erschien eine neue Version eigens für das Land der Mitte mit chinesischen Schauspielern.

Schwierigkeiten gibt es jedoch weiterhin mit einheimischen Produktionsstätten in China, die für Disney Spielzeug und andere Konsumartikel produzieren. Die Vorwürfe von NGOs sind massiv: Überstunden sollen nicht vorschriftsgemäß bezahlt werden, die Arbeitszeiten seien länger als gesetzlich erlaubt und für Wohnheimplätze und Kantinenessen soll mehr Geld vom Lohn abgezogen werden als angekündigt.

Das Sportnetzwerk ESPN zuieht sich zunächst aus dem asiatischen Raum zurück: Wie das Unternehmen im Juni 2012 erklärte, übernimmt News Corp. den 50 Prozent Anteil von ESPN an ESPN STAR Sports (ESS), welches mit Sitz in Singapur insgesamt 17 Kanäle im asiatischen Raum betreibt. Dafür will ESPN International stärker in Lateinamerika expandieren, so Disney-Boss Iger in einem Statement zu dem Asien-Deal.

Besonderes Augenmerk hat Disney in letzter Zeit auch dem indischen Markt gewidmet. Millionen von indischen Haushalten empfangen bereits den Disney Channel über Kabel und Satellit. Nun wird auch ein indischer Ableger des Nachrichtenkanals "ABC News" in Kooperation mit dem landesweiten digitalen Infrastrukturbetreiber "Dish TV" auf Sendung gehen. Disney übernahm 2006 den erfolgreichen Kinderkanal "Hungama" für 30,5 Mio. Dollar von dem heimischen Medienunternehmen "United Home Entertainment". Im Rahmen dieser Transaktion hat sich Disney auch für 14 Mio. Dollar zu 14,9 Prozent an dem größten integrierten Medienkonzerns Indien, der "UTV Software Communications", beteiligt - laut Presseberichten vom Juli 2011 plant Disney nun sogar eine Komplettübernahme. Auch eine groß angelegte Partnerschaft mit dem indischen Medienriesen "Reliance" ist laut Informationen der FT in Vorbereitung.

Der neueste Coup: Mit der "Rotana Media Group", die im Nahen Osten und in Nordafrika zu den größten Medienanbietern zählt, wurde ein umfangreicher Output-Deal abgeschlossen.


Dossier

Medienpolitik

Die neuen technischen und inhaltlichen Entwicklungen der digitalen Medien sind eine Herausforderung für Medienmacher, Publikum und Politik. Journalisten müssen beispielsweise immer mehr Informationskanäle beobachten und große Mengen an Daten auswerten. Für die Bürger können die Veränderungen in der Medienlandschaft zu einer stärkeren (politischen) Beteiligung führen und Medien werden genutzt, um für politische Belange Aufmerksamkeit zu erzeugen. Neue Entwicklungen wie soziale Medien oder das Internet der Dinge werden bezüglich des Daten- und Verbraucherschutzes kontrovers diskutiert. Das Dossier möchte Grundlagen zum Rundfunk- und Medienrecht vermitteln, die neuen Herausforderungen und Nutzungsmöglichkeiten aufzeigen und eine kritische Auseinandersetzung mit der sich ständig wandelnden Welt der Medien und der sie regulierenden Medienpolitik fördern.

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