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1.9.2012

Walt Disney Company

Umsatz 2011: $ 40,893 Mrd. (€ 29,377 Mrd.)

Aktuelle Entwicklung

Die Partnerschaft zwischen Disney und Apple wird weiter ausgebaut. Bereits seit 2005 bietet Apples Onlineshop iTunes in den USA aktuelle Serien-Hits, Filme und Shows von Disney über den eigenen Store an, seit 2009 auch in Deutschland und zahlreichen anderen Ländern. Auch bei "Apple TV" ist Disney in den USA mit ABC-Serien zum Preis von 0,99 Cent pro Episode von Anfang an mit am Start. Disney ist auch der erste große Partner bei Apples neuem Werbeprogramm "iAd" für das "iPad". Die geschaltete Werbung für "Tron" bietet zahlreiche Multimedia-Inhalte, darunter Clips aus dem Soundtrack und eine umfangreiche Film-Vorschau.

Disney wird sich jedoch keineswegs auf eine digitale Verkaufsplattform beschränken: "Das Geschäft mit Apple ist in keiner Weise exklusiv", betont Iger, wie auch der On-Demand-Deal mit Comcast und Disneys eigenen Internetdownloadangebote zeigen.

Dies wird durch einen im Januar 2012 abgeschlossenen Mega-Deal mit dem größten Kabelnetzbetreiber der USA überdeutlich: Comcast und Disney einigten sich auf einen Vertrag über zehn Jahre. Aus diesem geht hervor, dass Comcast künftig seine 20 Millionen Kunden mit Inhalten der Disney-Fernsehsender auf verschiedensten Endgeräten wie Hybridfernsehgeräten aber auch Tablet-PCs versorgen kann.

Auch über die X-Box von Microsoft sind seit November 2006 Filme und Serien von Disney in den USA zu sehen. Disney kündigte darüber hinaus weitere, werbefinanzierte, freie Downloads bestimmter Filme über die eigene Webseite an. Auch mit dem in den USA ungemein populären Film-Streamingdienst "Netflix" und mit dem Amazon-Konkurrenten Lovefilm ist Disney eine umfangreiche Partnerschaft eingegangen. Bei Google Play ist Disney zumindest in Großbritannien mit dabei.

Die offensive Digitalstrategie zeigt sich auch im Einstieg Disneys 2009 bei der in den USA ungemein populären Streaming-Plattform „Hulu“. Weitere Gesellschafter dort sind NBC Universal, News Corp. und Providence Equity Partners." Nachdem sich die Filmstudios vor einigen Monaten noch von "Hulu" trennen wollten, wird der Kanal nun massiv mit eigenen Formaten ausgebaut: Dazu zählen die Drama-Serie "Battleground", die Doku "A day in the life" (von "Supersize me" Regisseur Morgan Spurlock) und "Up to Speed" von Richard Linklater.

Im November 2011 hat Disney einen umfangreichen Content-Deal mit der Google-Tochterfirma YouTube abgeschlossen. Die geplanten Themen-Kanäle sollen vor allem aus Sneak Previews und speziell für das Internet gedrehten Kurzfilmen bestehen. Hinzu kommt der Verkauf von Filmen, die Produktion eines eigenen Serien-Formats und die Integration von User-Generated-Content.

Pixar ist weiter sehr erfolgreich: Schon jetzt gilt Toy Story 3 als der erfolgreichste Animationsfilm aller Zeiten, auch "Cars2" war sehr erfolgeich, verschlang jedoch auch hohe Marketingkosten.

Seit 2010 ist Marvel nun bereits Teil von Disney. Strategisch macht der Deal für Disney sicherlich Sinn, da man sich seit geraumer Zeit – in jüngster Zeit insbesondere mit dem Neustart von „Disney XD“ – in Richtung actionreicherer Unterhaltung orientiert. Die Filmstudios werden dazu immer stärker auf die Marvel-Charaktere ausgerichtet - 2012/2013 stehen zahlreiche Premieren wie "The Avengers" oder "The Amazing Spiderman" bevor.

Disney setzt in Zukunft weiter auf das Thema 3-D. So schnitt das 3-D-Remake des Science Fiction Klassikers "Tron" sehr erfolgreich ab. Auch die 3-D-Wiederaufführung von "König der Löwen" erwies sich als so erfolgreich, dass Disney weitere Klassiker wie "Die Schöne und das Biest" in der neuen Technik präsentieren wird.

Im TV-Geschäft scheint Disney erfolgreicher denn je zu sein: Populäre ABC-Serien wie "Legend of the Seeker" oder "Criminal Minds" lassen sich blendend ins Ausland verkaufen - der Sportsender ESPN ist auf stetigem Wachstumskurs.

Disney Chef Iger setzt somit vor allem auf neue Technologien, die den umfangreichen Content Disneys im Verbund mit massiven Marketingkampagnen über alle gängigen Vertriebswege effektiv verbreiten: Egal ob mobil, in sozialen Netzwerken oder auf neuartigen TV-Geräten. Bei den Filmen dreht sich zwar alles vermehrt um Markenware und Franchises - dies lassen auch die neuen Fortsetzungsfilme wie "Monster University"oder die Fortführung der Tempelritter-Reihe mit Nicolas Cage in der Hauptrolle vermuten - aber die Produktpalette Disneys ist gerade durch die neuen Marvel-Superhelden so breit, dass man sicherlich nicht zum reinen "Corporate Hollywood" mutieren wird.

Doch ausgerechnet "Walt Disney Pictures" befindet sich in einer veritablen Krise. Während die "Marvel Studios" und "Pixar" reichlich Gewinne produzieren, gelingt es dem klassischen Disney-Filmstudio einfach nicht, neben "Fluch der Karibik" ein weiteres Movie-Franchise zu etablieren. Weder "Prince of Persia", noch "G-Force" oder jüngst "John Carter" (auch wenn die ursprünglich prognostizierten Verluste aufgrund des großen Erfolges des Filmes in wichtiger werdenden Märkten wie China und Russland abgemildert werden können) erfüllten auch nur annähernd die Erwartungen an den Kinokassen. Konsequenzen blieben nicht aus: Vor allem wegen des desaströsen US-Einspielergebnisses kostete "John Carter" den Kopf des Disney-Filmstudio-Chefs Rich Ross.

Abhilfe soll nun der neue Filmstudioboss Alan Horn schaffen. Der Veteran - der zuletzt bei Warner lauter Disney-affinen Projekten wie "Harry Potter“ oder "Batman“ zu großen Erfolgen verhalf, will mit sechs bis acht Filmen pro Jahr (inklusive Live-Action) den Disney Studios neues Leben einhauchen - die Marvel und Pixar-Veröffentlichungen kommen unabhängig davon dazu. Zunächst einmal übernimmt er zahlreiche Projekte seines Vorgängers wie die Märchen-Neuverfilmung "Maleficent“ mit Angela Jolie oder das Westernremake "The Lone Ranger“ mit Johnny Depp. Ob der Kurs des nicht durchgängig funktionierenden "Franchise-Management" weiter beibehalten wird, ist noch völlig offen.

Neben dem klassischen Film- und Fernsehgeschäft rücken andere Bereiche in den Vordergrund, wie z.B. die Sportvermarktung oder das Onlinebusiness.

Eine traurige Nachricht erreichte das Studio jedoch im Oktober 2011 mit dem Tod des visionären Aufsichtsratsmitglieds Steve Jobs. Im Abspann von "John Carter" - an dem das Pixar-Studio wesentlich beteiligt war - wird dem großen Visionär mit einem Nachruf gedacht.



Dossier

Medienpolitik

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