LED-Fernseher auf der Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin

1.9.2012

News Corp. Ltd.

Umsatz 2011: $ 33,405 Mrd. (€ 23,998 Mrd.)



Engagement in Europa

Nach einem Anfang 2010 abgeschlossenen kompletten Rückzug aus Osteuropa (Bulgarien, Lettland, Serbien und Polen) konzentrieren sich die Geschäftsaktivitäten von News Corp. in Europa in erster Linie auf Deutschland, Großbritannien und Italien.

Deutschland

In wenig schöner Erinnerung dürfte Rupert Murdoch Deutschland sein. Hier hat er seine größten Niederlagen einstecken müssen. 1991, wenige Monate nach der Wiedervereinigung, startete er mit Hubert Burda das Boulevardblatt „Super“ für die neuen Bundesländer mit dem Ziel, „Bild“ insbesondere auf dem ostdeutschen Markt Konkurrenz zu machen. 1992 wurde das Projekt bereits begraben. Die „Super“ hatte die Erwartungen verfehlt. Auch mit seinem Engagement am deutschen Fernsehmarkt hatte Murdoch wenig Glück. Seine Beteiligungen an den Sendern Vox (Bertelsmann) und TM3 (Kirch Gruppe) verkaufte er rasch wieder. Auch die Millionen, die er in eine Beteiligung an Premiere gesteckt hatte, waren schnell weg. Sein Partner Leo Kirch meldete 2002 Insolvenz an. Im Zuge von Kirchs Untergang musste Murdoch um die 1,7 Mrd. Euro abschreiben.

Einen großen, neuen Schritt in den deutschen TV-Markt machte Murdoch im Januar 2008 mit dem Kauf von 14,58 Prozent der Aktien am Münchener Unternehmen Premiere vom einstigen Besitzer Unity Media. Der Anteil wurde zwischen 2008 und 2010 auf 49,9 Prozent aufgestockt, womit News Corp. nun über eine Sperrminorität verfügt.

Mittels einer Umbenennung des Unternehmens in "Sky Deutschland" sollte ab Juli 2009 ein erfolgreicher Neuanfang gestartet werden. Änderungen der Programm-Pakete und eine neue Preisstruktur sollten eigentlich dabei helfen, endlich mehr Neukunden zu gewinnen. Doch der Abwärtstrend hielt zunächst an. Die siebte Kapitalerhöhung seit dem Börsengang seit 2005 (340 Millionen Euro) scheiterte im September 2010 bis auf weiteres am mangelnden Interesse der Aktionäre. Von den geplanten Einnahmen fehlten 100 Millionen, da nur 60 Prozent der Aktien abgesetzt worden konnten. Privatplatzierungen der restlichen Aktien bei institutionellen Investoren sollen dieses Defizit ausgleichen. Noch im zweiten Quartal des Kalenderjahres 2010 verlor Sky täglich eine Million Euro. Mittlerweile hat sich die Situation deutlich verbessert, schwarze Zahlen wurden - auch im Zuge eines 24-Stunden-Sportnachrichtenkanal - erstmals im zweiten Quartal 2012 geschrieben. Damit dies so bleibt, erwarb Sky die Übertragungsrechte der Fußball-Bundesliga bis 2017.

Großbritannien

Neben diversen britischen Tageszeitungen (darunter auch "The Sun" und "The London Times") ist das Herzstück von News Corps Engagement in Großbritannien der Satellitensender BskyB, der im März 2011 komplett übernommen wurde. Durch die Übernahme hat News Corp. ein bisher unerreichtes Ausmaß an crossmedialer Meinungsmacht in Großbritannien erreicht. Inklusive der drei sich im Besitz von News Corp. befindlichen britischen Zeitungen steht Murdoch einem Medienimperium vor, das 50 Prozent größer ist als die gegenwärtige BBC.

Im Juni 2010 kaufte BskyB für 1,6 Milliarden Pfund sämtliche Fernsehkanäle vom britischen Konkurrenten Virgin Media. Im Rahmen der größten Konsolidierung des britischen Privatfernsehmarktes dieses Jahrzehnts erwarb Sky acht Kanäle: Living, Livingit, Challenge, Challenge Jackpot, Bravo, Bravo 2 und Virgin1. Im Gegenzug darf Virgin Media künftig sämtliche Sky-Sender an seine Kabelkunden vertreiben.

Italien

In Italien ist News Corp. in erster Linie über den Pay-TV-Sender Sky Italia präsent. Das Kalenderjahr 2009 war für Sky Italia vor allem durch einen erbitterten Streit mit dem zum Medienimperium von Silvio Berlusconi gehörenden privaten Fernsehunternehmen Mediaset geprägt. Nachdem Mediaset sich geweigert hatte, Werbung für Sky Italia auf seinen frei empfangbaren Kanälen auszustrahlen, konterte Sky, indem es eine neue digitale Verschlüsselung veröffentlichte, die es Skys HD-Kunden ermöglichte, auch alle frei empfangbaren Sender inklusive den Mediaset-Kanälen zu empfangen. Berlusconi bezeichnete Sky daraufhin als "Feind", während Sohn und Mediaset-Vizechef Pier von einem "Krieg" mit Sky sprach.


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