LED-Fernseher auf der Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin

1.9.2012

Viacom Inc./CBS Corp.

Umsatz 2011: $ 29,159 Mrd. (€ 20,948 Mrd.)

Aktuelle Entwicklung

Viacom


Im Juli 2012 hat ein Streit zwischen Viacom und dem US-Satelliten-TV-Anbeiter DirecTV dazu geführt, dass 26 Viacom-Fernsehsender mehrere Tage lang nicht über DirecTV empfangbar waren. Laut Medienberichten war es bei Neuverhandlungen über die Einspeisegebühren zunächst zu keiner Einigung gekommen, worauf DirecTV die Viacom-Kanäle abschaltete.

Im April 2012 hat ein Berufungsgericht in den Vereinigten Staaten im seit mehreren Jahren andauernden Rechtsstreit zwischen Viacom und Google im Sinne von Viacom entschieden und den Fall zurück verwiesen an ein Bezirksgericht im US-Bundesstaat New York. Die Entscheidung stellt nach Ansicht einiger Beobachter einen Etappensieg für Viacom dar, dessen CEO Philippe Dauman im Februar 2012 in einem Interview erklärt hatte, die Auseinandersetzung mit Google “aus Prinzip” weiter zu führen. Viacom vertritt die Auffassung, Googles Video-Plattform YouTube habe über mehrere Jahre urheberrechtlich geschütztes Material unrechtmäßig veröffentlicht.

Im Juli 2010 war Viacom im Rechtstreit mit Google vor dem New Yorker Gericht vorerst gescheitert, hatte gegen die Entscheidung aber Berufung eingelegt. Viacom fordert von der Google-Tochter YouTube eine Milliarde US-Dollar Schadenersatz, weil die Videoplattform nicht effektiv gegen illegal hochgeladenes Material vorgegangen sei. Insbesondere nach dem Start in den Jahren 2005 bis 2007 habe YouTube dort veröffentlichte urheberrechtlich Geschützte Werke toleriert, um die Zugriffszahlen zu erhöhen. Das Gericht hatte die Klage Viacoms abgewiesen, nachdem YouTube innerhalb weniger Tage tausende beanstandeter Videos von der Plattform gelöscht hatte. Die Videoplattform berief sich dabei auf den Digital Millennium Copyright Act von 1998, wonach Klagen nur dann möglich sind, wenn Unternehmen Kenntnis von Urheberrechtsverstößen erlangen. Nur dann müssen geschützte Werke sofort entfernt werden. Die Auseinandersetzung zwischen den beiden Konzernen war erbittert geführt worden. Viacom hatte YouTube mit illegalen Tauschbörsen verglichen, Google konterte mit dem Vorwurf, Viacom stelle urheberrechtlich geschütztes Material mittels Agenturen selbst auf YouTube online.

CBS


CBS steht ebenso wie das Schwesterunternehmen Viacom vor der Herausforderung, den Vertrieb seiner Produktionen an technologische Entwicklungen wie (Internetfernsehen (IPTV) und veränderte Nutzungsgewohnheiten anzupassen. CBS hat dazu mit zahlreichen weiteren, im Internet tätigen Vertriebsplattformen Vereinbarungen über die Bereitstellung von Sendeinhalten getroffen. Diese werden inzwischen über das so genannte CBS Interactive Audience Network vertrieben. CBS stellt populäre Formate zur Verfügung und teilt sich in der Regel mit den Vertriebspartnern die Werbeeinnahmen. Vertragliche Vereinbarungen existieren bislang u.a. mit Yahoo, Amazon, AOL, Microsoft, und Comcast. Auch im Mobilsektor kooperiert man mit zahlreichen Partnern wie AT&T/Cingular, Verizon Wireless und Sprint.

Im Juli 2011 schloss CBS mit dem US-amerikanischen Video-Streaming-Anbieter Netflix ein Lizenz-Übereinkommen für den kanadischen und den lateinamerikanischen Markt.

Die Einnahmen aus Streaminglizenzen sind zwar im Vergleich zu den Werbeeinkünften des Konzerns gering, für CEO Lesley Moonves sind sie jedoch von strategischer Bedeutung, weil sie helfen, unabhängig von der Werbekonjunktur eine stabile Einnahmenbasis zu schaffen.

Bereits im August 2010 hatte man sich mit Comcast geeinigt, dem größten Kabelfernsehbetreiber der Vereinigten Staaten, über die Einspeisung der CBS-Programme in das US-Kabelfernsehnetz. Comcast überträgt diese für 10 weitere Jahre und erhält zusätzlich erweiterten Zugriff auf die On-Demand-Inhalte. Somit sichert sich CBS die Distribution über das Kabelnetz und die Pay-TV-Angebote Comcasts. Die alte Übereinkunft der beiden Unternehmen wäre 2011 ausgelaufen. Die genauen Konditionen des Deals wurden nicht veröffentlicht, Schätzungen zufolge erhält CBS jedoch ca. 50 US-Cents monatlich pro Comcast-Kunden, die sich auf 75 Millionen US-Dollar im Jahr summieren würden. CBS setzt zunehmend auf Einnahmen aus solchen Übertragungsgebühren und hat das Ziel ausgegeben, auf diese Weise 250 Millionen US-Dollar jährlich einzunehmen.

Am 30. März 2012 verlieh die Handelskammer Hollywood dem CBS- und Viacom-Besitzer Sumner Redstone einen Walk-of-Fame-Stern auf dem Hollywood Boulevard.


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