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1.9.2012

Viacom Inc./CBS Corp.

Umsatz 2011: $ 29,159 Mrd. (€ 20,948 Mrd.)

Viacom wurde Anfang 2006 in zwei separate, börsennotierte Gesellschaften aufgespalten, die allerdings jeweils durch Firmenpatriarch Sumner Redstone über dessen Holding National Amusements, Inc. kontrolliert werden: Viacom Inc. und CBS Corp.

Überblick

Das Logo über dem Eingang der Viacom-Zentrale in New York.Die Viacom-Zentrale in New York. (© AP)

Viacom, zuvor ein vertikal integrierter Medienkonzern, wurde Anfang 2006 in zwei separate, börsennotierte Gesellschaften aufgespalten, die allerdings jeweils durch Firmenpatriarch Sumner Redstone über dessen Holding National Amusements, Inc. kontrolliert werden: Viacom Inc. und CBS Corp. In dem neuen Konzern CBS wurden in erster Linie das Free-TV-Geschäft um das gleichnamige landesweite US-Network, die TV-Produktion, sowie Verlage und Außenwerbung zusammengefasst. Der Kabelsender MTV, Nickelodeon und das Hollywood-Filmstudio Paramount, operieren weiter unter dem Namen Viacom (new Viacom). Die Mediendatenbank wird Viacom und CBS voraussichtlich ab Mitte 2011 getrennt im Ranking auflisten.

Basisdaten

Hauptsitz CBS Corp.:
51 W. 52nd St., New York, NY 10019-6188, USA
Telefon: 001-212-975-4321
Telefax: 001-212-975-4516
Internet: www.cbscorporation.com

Branche: Fernsehsender (Free-TV), Radio, TV-Sendestationen, TV-Produktion, Rechtehandel, Freizeitparks, Außenwerbung, Buchverlage
Rechtsform: Aktiengesellschaft
Geschäftsjahr: 01.01. – 31.12.
Gründungsjahr: 1912 (Paramount Pictures), 1927 (CBS: zunächst Columbia Phonograph
Broadcasting System, später Columbia Broadcasting System)

Hauptsitz (new) Viacom Inc.:
1515 Broadway, New York, NY 10036, USA
Telefon: 001-212-258-6000
Telefax: 001-212-258-6464
Internet: www.viacom.com

Branche: Film, Fernsehsender (Free-TV, Pay-TV), TV-Produktion, Rechtehandel
Rechtsform: Aktiengesellschaft
Geschäftsjahr: 01.10. – 30.09.
Gründungsjahr: 1970 (Viacom Inc.)


Geschäftsführung

Geschäftsführung CBS Corp.:
  • Leslie Moonves, President & CEO, CBS Corporation
  • Anthony G. Ambrosio, EVP, Human Resources and Administration, CBS Corporation
  • Louis J. Briskman, EVP & General Counsel, CBS Corporation
  • Martin D. Franks, EVP, Planning, Policy and Government Relations, CBS Corporation
  • Susan C. Gordon, SVP, Corporate Controller and Chief Accounting Officer, CBS Corporation
  • Joseph R. Ianiello, SVP, Finance and Treasurer, CBS Corporation
  • Richard M. Jones, SVP & General Tax Counsel, CBS Corporation
  • David F. Poltrack, Chief Research Officer, CBS Corporation, President, CBS Vision
  • Sumner M. Redstone, Chairman of the Board, Viacom; Chairman of the Board, CBS Corporation; Chairman of the Board and CEO, National Amusements, Inc.
  • Frederic G. Reynolds, EVP & CFO, CBS Corporation
  • Gil Schwartz, EVP, Corporate Communications, CBS Corporation
  • Martin M. Shea, EVP, Investor Relations, CBS Corporation
  • Angeline C. Straka, SVP, Deputy General Counsel and Secretary
  • Adam Townsend, Executive Vice President, Investor Relations, CBS Corporation
Vorstand CBS Corp.:
  • Leslie Moonves
  • Sumner Redstone
  • Shari Redstone
  • David R. Andelmann
  • Joseph A. Califano Jr.
  • William S. Cohen
  • Gary L. Countryman
  • Charles K. Gifford
  • Leonard Goldberg
  • Bruce S. Gordon
  • Linda Griego
  • Arnold Kopelson
  • Doug Morris
  • Fred Salerno
Gesellschafter CBS Corp.: National Amusements, Inc. (77,4%, im Besitz von Chairman Sumner M. Redstone), Mario J. Gabelli, Gabelli Asset Management, Inc. (7,2%), Rest: Streubesitz

Geschäftsführung (new) Viacom Inc.:
  • Phillipe Dauman, President & CEO
  • Thomas E. Dooley, Senior Executive Vice President, Chief Administrative Officer & Chief Financial Officer
  • Robert Bakish, President and Chief Executive Officer, Viacom International Media Networks
  • James Barge, Executive Vice President, Controller, Tax and Treasury
  • James Bombassei, Senior Vice President, Investor Relations
  • Wade Davis, Senior Vice President, Strategy, Mergers and Acquisitions
  • Carl D. Folta, Executive Vice President, Corporate Communications
  • Michael D. Fricklas, Executive Vice President, General Counsel and Secretary
  • Brad Grey, Chairman & Chief Executive Officer, Paramount Pictures Corporation
  • DeDe Lea, Executive Vice President, Government Affairs
  • Debra Lee, Chairman & Executive Officer, BET Networks
  • Judy McGrath, Chairman & Chief Executive Officer, MTV Networks
  • Denise White, Executive Vice President, Human Resources and Administration
Vorstand (new) Viacom Inc.:
  • Sumner M. Redstone
  • Shari Redstone
  • George S. Abrams
  • Phillipe P. Dauman
  • Thomas E. Dooley
  • Alan C. Greenberg
  • Robert K. Kraft
  • Blythe J. McGarvie
  • Charles E. Phillips, Jr.
  • Frederic V. Salerno
  • William Schwartz
Gesellschafter (new) Viacom: National Amusements, Inc. (78,3%, im Besitz von Chairman Sumner M. Redstone), Mario J. Gabelli / Gabelli Asset Management, Inc. (7,38%), Rest Streubesitz

Geschichte und Profil

Von Filmstudios bis Autostoßstangen – die Aktivitäten des Viacom-Konzerns umfassten seit seiner Gründung die unterschiedlichsten Bereiche. Das Medien-Konglomerat in seiner heutigen Struktur ist das Ergebnis einer Vielzahl von Fusionen und Firmenübernahmen, die bis zu 90 Jahre zurückliegen.

Das 1928 gegründete Radiounternehmen CBS gehörte zunächst der Columbia Phonograph, dann dem Zigarrenbaron Sam Paley. Mit dem Eintritt ins TV-Geschäft in den 1940er Jahren erhielt CBS durch seine hochklassigen Programme den Beinamen "The Tiffany Network". Es war in den 1950er und -60er Jahren lange Zeit die Nummer Eins unter den großen Networks. Trotz vieler Turbulenzen in der Führungsetage konnte CBS seine Spitzenposition bis in die 70er Jahre halten.

1970 verbot die staatliche Telekommunikationsbehörde FCC, landesweiten TV-Networks wie CBS, Sendestationen und Kabelsysteme im gleichen Markt zu betreiben. Daher rief CBS Viacom Inc. ins Leben, das fortan die Programm-Distribution von CBS übernehmen sollte. Im Anschluss erwarb Viacom weitere TV- und Radiostationen und gründete 1978 den Pay-TV-Sender Showtime, der mit dem Warner Bros./Amex-Sender The Movie Channel zu Showtime Networks fusionierte. 1986 erwarb Viacom auch Warners Anteile an Showtime. Im Paket miterworben wurde ein damals noch unbedeutender, kleiner Musikkanal namens MTV, heute eine der weltweit stärksten TV-Marken und ein Sender, der heute über 480 Millionen Haushalte in 179 Ländern erreicht.

1987 erschien Sumner Redstone, bis heute Chef des Branchenriesen, auf der Bildfläche. Schon frühzeitig hatte er das Potenzial der Viacom-Beteiligungen erkannt und erwarb mit seinem Unternehmen National Amusements, Inc. (NAI), einer landesweiten Kinokette, rund 83 Prozent der Viacom-Anteile. Unter Redstones Führung ging Viacom auf Expansionskurs. Zum Aufwärmen wurde 1990 zunächst King Entertainment (Themenparks) aufgekauft. Es folgten 1994 für 8,4 Milliarden Dollar die Videovertriebskette Blockbuster und damit Anteile an der profilierten TV-Produktionsfirma Spelling Entertainment. Noch im gleichen Jahr zog Viacom nach hartem Kampf mit Barry Diller und einem von QVC geführten Konsortium schließlich das Hollywood-Studio Paramount für 10 Milliarden Dollar an sich. Nach der Paramount-Übernahme musste Viacom den hohen Investitionen Tribut zollen und zum Abbau des Schuldenberges Unternehmen abstoßen, darunter das Kabelnetz und zehn Radiostationen.

Das fehlende Glied in der Verwertungskette des Medienkonzerns war nur noch ein landesweites TV-Network. 1995 brachte Viacom gemeinsam mit Chris-Craft zunächst das United Paramount Network (UPN) auf Sendung. In einer der bis dato größten Fusionen der amerikanischen Rundfunkgeschichte übernahm im August 1995 der Elektronik-Konzern Westinghouse für 5,4 Milliarden Dollar CBS. Westinghouse-Chef Michael Jordan begann im Anschluss mit dem Umbau des Konzerns zu einem reinen Medienunternehmen. Beteiligungen am Bau von Atomkraftwerken, Turbinengeneratoren sowie Kühl- und Lüftungssystemen wurden abgestoßen. An alte Radio-Traditionen anknüpfend, erwarb Jordan mit Infinity Broadcasting Corporation die führende Radiokette der USA. Außerdem investierte er ins Kabel-TV-Geschäft und akquirierte u. a. The Nashville Network und Country Music Television . 1997 wurde aus Westinghouse CBS Corp., die 1999 schließlich von Viacom geschluckt wurde.

Doch massive Probleme traten auf. Nach einem erbitterten Rechtsstreit mit Universal wurden die Anteile an dem populärsten US-Kabelsender USA Networks veräußert. Zudem hielt die als Cash Cow eingekaufte Videokette Blockbuster nicht das, was ihr Name versprach. Viacom durchlief eine Krise. 1997 erreichte der Aktienkurs ein Rekord-Tief. In den Folgejahren erholte sich der Konzern und ging erneut auf Einkaufstour. Der größte Deal ist auf das Jahr 2000 datiert. Mit der Übernahme von CBS, für rund 45 Milliarden Dollar, entstand ein Firmenimperium, das mit über 24 Milliarden Dollar Umsatz zu den größten Medienkonzernen weltweit zählte. Mit der Fusion von Viacom und CBS fand zeitweilig wieder zusammen, was schon einmal zusammengehörte.

Nach zahlreichen Investitionen ins Internet übernahm Viacom 2001 für drei Milliarden Dollar die Black Entertainment Holdings (BET), eine Sendergruppe, die sich an Zuschauer afro-amerikanischer Herkunft richtet. 2004 spaltete Viacom die strauchelnden Blockbuster-Videotheken ab, deren Stammgeschäft zunehmend von der Konkurrenz neuer Medien bedroht wurde. Anfang 2006 wurde der Konzern zweigeteilt. Seither existieren die CBS Corp. und (new) Viacom Inc. parallel.

Management

Viacom-Chef Redstone präsentiert sich gerne als Verkörperung des amerikanischen Gründermythos'. Sein Vater zog als Linoleum-Händler in Boston von Haus zu Haus, bis er sich entschloss, ein Drive-In-Kino zu betreiben und den Familiennamen von Rothstein in Redstone umwandelte. Der Sohn ging zunächst nach Harvard, absolvierte die Law School, arbeitete im Justizministerium, ließ sich zwischenzeitlich als Anwalt nieder, um schließlich doch den Familienbetrieb zu übernehmen – die Saat seines Medienimperiums. Es war seine Zähigkeit, so Redstone in seiner Autobiographie, die während eines Hotelbrands aus dem Fenster hängend sein Überleben sicherte, dieselbe Zähigkeit, mit der er sich beim Aufbau seines Medienimperiums gegen alle Widerstände durchsetzte.

Doch so unbestritten Redstones Status als Unternehmer ist, seine Management-Fähigkeiten wurden immer wieder in Frage gestellt. In der Branche wird er nicht eben als praxisnaher "Hands-on-Executive" gerühmt. Zudem gilt er als schwieriger Chef, der niemanden neben sich duldet, in seiner Personalpolitik nicht auf Kontinuität setzt und Entscheidungen gerne aus dem Bauch heraus fällt. Spannungen gab es auch im Verhältnis Redstones zu Viacom-COO Mel Karmazin. Der ehemalige Radiomanager, als rigoroser Kostendrücker und Sanierer berüchtigt, war 2000 an die Viacom-Spitze berufen worden. Es gelang Karmazin jedoch nicht, den stagnierenden Aktienkurs des Unternehmens zu beflügeln. Belastend wirkte auch die anhaltend schwache Performance der Radiosparte Infinity – ein Bereich, mit dem Karmazin persönlich identifiziert wurde. Im Juni 2004, nach vier konfliktreichen Jahren, zog der Manager schließlich die Konsequenzen und trat von seinem Posten zurück.

Seitdem regieren die "Golden Boys of Television". Mit MTV-Chef Tom Freston und CBS-Chef Leslie Moonves installierte Sumner Redstone ein Gespann verdienstvoller TV-Manager an der Spitze des Konzerns. Freston war es gelungen, die Kabel-TV-Gruppe um MTV als Wachstumsmotor im Konzern zu etablieren. Moonves verdiente sich vor allem seine Meriten, indem er das siechende CBS Network in weniger als zehn Jahren wieder an die Branchenspitze zurückführte. Der Wechsel an der Konzernspitze wirkte entspannend nach innen wie nach außen. Karmazin war für sein hartes Kostenmanagement und seine konservative Einstellung gegenüber Investitionen in neue Geschäftsbereiche bekannt gewesen. Die Neuen, Moonves und Freston, gelten hingegen als smarte Business-People, die einen eher stilleren, pragmatischen Stil pflegen.

Im September 2006 kam es jedoch erneut zu einem Wechsel an der Konzernspitze. Dabei wurde Viacom-Eigner Sumner Redstone einmal mehr seinem Ruf als wenig zimperlicher Konzernherr gerecht. Wegen Meinungsverschiedenheiten im Hinblick auf die Internet-Strategie des Unternehmens und wohl auch aus Enttäuschung über die anhaltend schwache Performance der Viacom-Aktie feuerte Redstone den verdienten TV-Manager Freston nach dessen über 26-jähriger Konzernzugehörigkeit. Vor allem wurmte es den 82-Jährigen, bei der Übernahme der erfolgreichen MySpace -Webseite hinter Konkurrent Rupert Murdoch (News Corp. in der Mediendatenbank) das Nachsehen gehabt zu haben – was er vor allem Freston ankreidet. Besser machen soll es nun Phillipe Dauman (52), der an Frestons Stelle als President und CEO rückt, im Team mit Tom Dooley (49) auf dem neu geschaffenen Posten als Senior Vice President und Chief Administration Officer. Dauman, der bereits in den 90ern als Deputy Chairman im Unternehmen seinen Dienst verrichtete, gilt als Spezialist in Sachen Unternehmensübernahmen und war bereits in der Vergangenheit an zahlreichen Viacom-Deals beteiligt. Fortan soll dem Entertainment-Riesen kein wichtiger Deal durch die Lappen gehen. Die Spekulationen unter Analysten gegen Ende letzten Jahres, Viacom trage sich mit dem Plan einer Großfusion mit Firmen wie Yahoo! oder Comcast, haben bislang keine neue Nahrung erhalten.

Sumner Redstone hat Ende November 2006 wieder mit Personalquerelen zu kämpfen. Ein Neffe Redstones klagt gegen den Unternehmer. Er erhebt Anspruch auf einen Teil des Imperiums. Im Frühjahr 2006 war bereits Redstones Sohn Brent per Gericht gegen seinen Vater vorgegangen. Beide wollen nicht einsehen, dass alle Familienanteile der diversen Medienholdings von Redstone persönlich kontrolliert werden. Mit seinem Sohn konnte sich Redstone inzwischen einigen und dieser hat die Firma bereits verlassen. Obwohl eine Einigung mit dem Neffen noch aussteht, deutet nun vieles darauf hin, dass Redstone nicht fürchten muss, an Macht zu verlieren.

Kaum weniger spektakulär vollzog sich die Abkehr Redstones von seiner Tochter Shari, die (noch) an der Spitze der Familienholding National Amusements steht und bereits als seine Nachfolgerin auserkoren war. Vor Reportern eines amerikanischen Hochglanzmagazins gab Redstone auf die Frage nach seiner Nachfolge zu Protokoll, dass Shari in Ungnade gefallen sei: "Meine Tochter und ich haben freundliche Geschäftsdifferenzen", so Redstone. Jüngsten Presseberichten zufolge bahnt sich nun aber offenbar eine Einigung zwischen Vater und Tochter an, Shari hat sich angeblich bereit erklärt, für die Kontrolle über die konzerneigenen Kinoketten auf Anteile an der Dachgesellschaft Viacoms zu verzichten. Mit Finanzchef Michael Dolan verlor Viacom Ende 2007 einen weiteren Spitzenmanager. Dolans Aufgaben übernimmt der mächtige Verwaltungschef Thomas Dooley zusätzlich zu seinen eigenen.

Sumner Redstone lässt trotz seiner 83 Jahre keinen Zweifel daran, dass er alle Zügel im Unternehmen fest in der Hand hält und nur er persönlich über Regisseure wie Oliver Stone, Trickfiguren wie "Spongebob" und" Shrek" oder Fernsehstars wie David Letterman entscheidet. Mit dem Satz "Ich bin Viacom", verdeutlichte er Reportern gegenüber im Winter 2006 seine Position im Konzern.

Geschäftsfelder

Mit der Aufspaltung von CBS/Viacom zu Beginn des Jahres 2006 wurden die Geschäftsfelder der nunmehr zwei unabhängigen Unternehmen neu geordnet: Viacom betreibt in erster Linie die Fernseh- und die Filmsparte sowie Internetplattformen und –Dienste. Zu CBS gehören seinerseits das weit verzweigte CBS-Fernseh-Network, zu dem neben Produktionsfirmen und Cross-Media-Marken auch der Verlag Simon & Schuster und CBS-Radio gehören.

Viacom:
Fernsehen: Zur Sparte "Media Networks" gehören die BET Networks, die sich an Freunde der "Black Music" und afroamerikanischer Kultur im allgemeinen richten, sowie die MTV Networks mit den Hauptmarken MTV, Comedy Central, Nickelodeon und VH1.

Film: Die Filmsparte "Filmed Entertainment" besteht aus der Paramount Pictures Corporation, die wiederum die Unternehmensteile Paramount Pictures, Paramount Vantage, MTV Films, Nickelodeon Movies sowie Home Entertainment umfasst.

CBS Corporation:
Fernsehen: Das CBS Television Network ist ein weit verzweigtes Fernsehimperium, zu dem neben den zugehörigen eigenen und den lizenzierten Sendern auch Produktions- und Distributionsfirmen gehören. Im Jahr 2006 wurde das Network "The CW", das sich vornehmlich an Frauen richtet, als Joint Venture mit Warner Bros. (Time Warner) gegründet.

Verlagswesen: Der amerikanische Großverlag Simon & Schuster gibt jährlich mit seinen Töchtern über 2000 Buchtitel heraus. Die bereits 1924 gegründete Verlagsgruppe wurde 1975 an den Mischkonzern Gulf+Western verkauft und expandierte von da an stetig durch den Zukauf zahlreicher Kleinverlage. 1994 wurde das als Teil von Paramount Communications firmierende Verlagskonglomerat von (old) Viacom aufgekauft und in die eigenen Konzernstrukturen eingegliedert. Seit der Aufspaltung Viacoms gehört Simon & Schuster zur CBS Corporation.

Radio: CBS betreibt 130 Stationen und ist damit eine der größten Radiogruppen der USA. Die ursprünglich selbständige Infinity Broadcasting Corporation fusionierte 1997 mit CBS und war bis Ende 2005 eine Tochtergesellschaft von Viacom. Seit der Neustrukturierung firmiert die Sendegruppe unter dem neuen Namen CBS Radio und gehört nunmehr auch zur CBS-Gruppe. Sämtliche Genres und Formate werden bedient. CBS-Radio kooperiert beim Internet-Hörfunk eng mit AOL und übernimmt den Werbezeitenverkauf für die rund 200 AOL-Internet-Sender.

Werbung: CBS Outdoor ist eine der weltweit größten Außenwerbungsfirmen mit Büros in über 50 Ländern.

Online: Zu CBS gehören eine Vielzahl von Informations- und Unterhaltungsangeboten zu Sport, Technik, Küche usw. Das Markenportfolio wurde in den letzten Jahren konsequent erweitert: So hat man die Internet-Radiostation Last.fm 2007 für 280 Millionen US-Dollar erworben, das TV/Online-Unternehmen CNET Networks wurde 2008 für 1,8 Milliarden US-Dollar übernommen.

Engagement in Deutschland/Europa

Mit Engagements im deutschen Medienmarkt hielt sich Viacom lange Zeit eher zurück. Nur mit der MTV-Gruppe ist man seit Jahren präsent. Die nach mehreren Anläufen erfolgte Übernahme des deutschen Konkurrenten VIVA und dessen gesamter Sendergruppe für 310 Mio. Euro leitete 2004 einen Strategiewechsel ein. Auch der Kindersender Nickelodeon, der bereits zwischen 1995 und 1998 relativ erfolglos in Deutschland auf Sendung gewesen war, ist seit September 2005 wieder zu empfangen. Nickelodeon übernahm die Frequenzen vom in Deutschland eingestellten Viacom-Sender MTV2 Pop. Die kurzfristige Umbenennung des Senders in NICK ist bereits wieder rückgängig gemacht worden. Auch mit der Marke Comedy Central ist man auf dem deutschen Markt vertreten.

Im Zuge der VIVA-Übernahme kam auch die VIVA-Tochter Brainpool TV GmbH zu Viacom. Im Rahmen eines Management-Buyout haben die VIVA-Gründer ihre Anteile allerdings Ende Dezember 2006 von Viacom/MTV zurückgekauft, so dass die Firma wieder eigenständig wurde. Mittlerweile hat das Pariser Unternehmen Banijay Entertainment 50% der Anteile der Kölner Firma erworben. Für Brainpool produzieren deutsche Fernsehgrößen wie Stefan Raab, Anke Engelke, Bastian Pastewka, Oliver Pocher oder Christian Ulmen.

Aktuelle Entwicklung

Viacom


Im Juli 2012 hat ein Streit zwischen Viacom und dem US-Satelliten-TV-Anbeiter DirecTV dazu geführt, dass 26 Viacom-Fernsehsender mehrere Tage lang nicht über DirecTV empfangbar waren. Laut Medienberichten war es bei Neuverhandlungen über die Einspeisegebühren zunächst zu keiner Einigung gekommen, worauf DirecTV die Viacom-Kanäle abschaltete.

Im April 2012 hat ein Berufungsgericht in den Vereinigten Staaten im seit mehreren Jahren andauernden Rechtsstreit zwischen Viacom und Google im Sinne von Viacom entschieden und den Fall zurück verwiesen an ein Bezirksgericht im US-Bundesstaat New York. Die Entscheidung stellt nach Ansicht einiger Beobachter einen Etappensieg für Viacom dar, dessen CEO Philippe Dauman im Februar 2012 in einem Interview erklärt hatte, die Auseinandersetzung mit Google “aus Prinzip” weiter zu führen. Viacom vertritt die Auffassung, Googles Video-Plattform YouTube habe über mehrere Jahre urheberrechtlich geschütztes Material unrechtmäßig veröffentlicht.

Im Juli 2010 war Viacom im Rechtstreit mit Google vor dem New Yorker Gericht vorerst gescheitert, hatte gegen die Entscheidung aber Berufung eingelegt. Viacom fordert von der Google-Tochter YouTube eine Milliarde US-Dollar Schadenersatz, weil die Videoplattform nicht effektiv gegen illegal hochgeladenes Material vorgegangen sei. Insbesondere nach dem Start in den Jahren 2005 bis 2007 habe YouTube dort veröffentlichte urheberrechtlich Geschützte Werke toleriert, um die Zugriffszahlen zu erhöhen. Das Gericht hatte die Klage Viacoms abgewiesen, nachdem YouTube innerhalb weniger Tage tausende beanstandeter Videos von der Plattform gelöscht hatte. Die Videoplattform berief sich dabei auf den Digital Millennium Copyright Act von 1998, wonach Klagen nur dann möglich sind, wenn Unternehmen Kenntnis von Urheberrechtsverstößen erlangen. Nur dann müssen geschützte Werke sofort entfernt werden. Die Auseinandersetzung zwischen den beiden Konzernen war erbittert geführt worden. Viacom hatte YouTube mit illegalen Tauschbörsen verglichen, Google konterte mit dem Vorwurf, Viacom stelle urheberrechtlich geschütztes Material mittels Agenturen selbst auf YouTube online.

CBS


CBS steht ebenso wie das Schwesterunternehmen Viacom vor der Herausforderung, den Vertrieb seiner Produktionen an technologische Entwicklungen wie (Internetfernsehen (IPTV) und veränderte Nutzungsgewohnheiten anzupassen. CBS hat dazu mit zahlreichen weiteren, im Internet tätigen Vertriebsplattformen Vereinbarungen über die Bereitstellung von Sendeinhalten getroffen. Diese werden inzwischen über das so genannte CBS Interactive Audience Network vertrieben. CBS stellt populäre Formate zur Verfügung und teilt sich in der Regel mit den Vertriebspartnern die Werbeeinnahmen. Vertragliche Vereinbarungen existieren bislang u.a. mit Yahoo, Amazon, AOL, Microsoft, und Comcast. Auch im Mobilsektor kooperiert man mit zahlreichen Partnern wie AT&T/Cingular, Verizon Wireless und Sprint.

Im Juli 2011 schloss CBS mit dem US-amerikanischen Video-Streaming-Anbieter Netflix ein Lizenz-Übereinkommen für den kanadischen und den lateinamerikanischen Markt.

Die Einnahmen aus Streaminglizenzen sind zwar im Vergleich zu den Werbeeinkünften des Konzerns gering, für CEO Lesley Moonves sind sie jedoch von strategischer Bedeutung, weil sie helfen, unabhängig von der Werbekonjunktur eine stabile Einnahmenbasis zu schaffen.

Bereits im August 2010 hatte man sich mit Comcast geeinigt, dem größten Kabelfernsehbetreiber der Vereinigten Staaten, über die Einspeisung der CBS-Programme in das US-Kabelfernsehnetz. Comcast überträgt diese für 10 weitere Jahre und erhält zusätzlich erweiterten Zugriff auf die On-Demand-Inhalte. Somit sichert sich CBS die Distribution über das Kabelnetz und die Pay-TV-Angebote Comcasts. Die alte Übereinkunft der beiden Unternehmen wäre 2011 ausgelaufen. Die genauen Konditionen des Deals wurden nicht veröffentlicht, Schätzungen zufolge erhält CBS jedoch ca. 50 US-Cents monatlich pro Comcast-Kunden, die sich auf 75 Millionen US-Dollar im Jahr summieren würden. CBS setzt zunehmend auf Einnahmen aus solchen Übertragungsgebühren und hat das Ziel ausgegeben, auf diese Weise 250 Millionen US-Dollar jährlich einzunehmen.

Am 30. März 2012 verlieh die Handelskammer Hollywood dem CBS- und Viacom-Besitzer Sumner Redstone einen Walk-of-Fame-Stern auf dem Hollywood Boulevard.

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