LED-Fernseher auf der Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin

1.9.2012

Time Warner Inc.

Umsatz 2011: $ 28,974 Mrd. (€ 20,815 Mrd.)

Management

Trotz positiver Entwicklungen sind die Strategie von Time Warner und die Position von CEO Richard Parsons umstritten. Ende 2005 kam es zu einer Herausforderung der besonderen Art, als sich Großinvestor Charles Icahn über Hedge-Fonds die Kontrolle über ein beachtliches Aktienpaket sicherte. Icahn stellte öffentlichkeitswirksam Forderungen. So monierte er die schleppende Entwicklung des Aktienkurses und forderte, den Konzern zu zerschlagen. Gewünschte Synergieeffekte zwischen den einzelnen Konzernsparten seien nicht zustande gekommen. Time Warner solle, so Icahn, neu organisiert, die Verlags- und Kabelsparten abgespaltet und die Führungspositionen neu besetzt werden. Der Disput zwischen Icahn und Parsons erreichte seinen Höhepunkt als Icahn, unterstützt von der Investmentbank Lazard, im Februar 2006 ein 343 Seiten starkes Papier herausgab, das mit Anschuldigungen gegen Konzernchef Parsons gespickt war. Kurz darauf berichtete die englische „Times“, dass Icahn Time Warners größten Anteilseigner, den Investmentfondsverwalter Capital Research, auf seine Seite gezogen hätte. Doch derartige Vermutungen verliefen sich, und angesichts von seinen (nur) drei Prozent Anteilen, ungenügender Unterstützung von der Wall Street und keinerlei Möglichkeiten, selbst einen Posten zu besetzen, beschloss Icahn, seine Pläne vorerst zu verwerfen.

Zudem halfen die erfreulichen Kennzahlen „Dick“ Parsons' Position wieder zu stärken. Da Parsons weitere Expansionen vermied und sich ganz auf Effizienz konzentrierte, wurde 2005 für Time Warner zu einem gesunden Geschäftsjahr. Durch den Verkauf der Time Warner Book Group und von AOL-Anteilen an Google im Jahr 2006 schaffte sich Time-Warner-CEO „Dick“ Parsons Luft im Kampf gegen den Großinvestor Carl Icahn - obgleich dieser nicht locker lässt. Noch im Herbst 2006 ließ Carl Icahn verlauten, er habe seine Beteiligung an Time Warner erneut aufgestockt. Aus einem Bericht an die amerikanische Börsenaufsicht SEC Mitte Februar 2007 ging schließlich hervor, dass Icahn und seine Investmentgruppe Icahn Management im vierten Quartal 2006 rund 44 Millionen Time-Warner-Aktien verkauft haben.

Nachfolger von Konzernchef Richard Parsons wurde Jeffrey Bewkes ab 1. Januar 2008, fünf Monate bevor Parsons' Vertrag offiziell endete. Bewkes gilt vielen an der Wall Street als Macher, der Time Warner aufspalten und den Aktienkurs nach längerer Zeit wieder beleben könnte. Die Financial Times Deutschland bezeichnet Bewkes als „Pionier in der Unterhaltungsindustrie“, weil er den Time-Warner-Sender HBO, dessen CEO er seit 1995 war, in „eines der weltweit profitabelsten Fernsehunternehmen“ verwandelte. Bewkes glänzt zwar mit einem charmanten Auftreten, scheut jedoch keine Konfrontation, wie eine Anekdote aus dem Jahr 2002 zeigt: In einem Meeting soll er den AOL-Gründer Stephen M. Case mit dem schlechten Abschneiden der Online-Einheit konfrontiert haben. Dafür kassierte er dann eine ordentliche Abfertigung durch Parsons.



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