LED-Fernseher auf der Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin
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1.9.2012

Bertelsmann AG

Umsatz 2011: € 15,253 Mrd.

Die Bertelsmann AG mit Hauptsitz im westfälischen Gütersloh bezeichnet sich selbst gerne als "internationalstes Medienunternehmen" der Welt. Tatsächlich besitzt der Konzern weltweit über 50 Tochterunternehmen.
Der Hauptsitz des deutschen Medienunternehmens Bertelsmann in Gütersloh.Die Zentrale des größten deutschen Medienunternehmens in Gütersloh.

Überblick

Die Bertelsmann AG mit Hauptsitz in der westfälischen Kreisstadt Gütersloh bezeichnet sich selbst gerne als "internationalstes Medienunternehmen" der Welt. Tatsächlich besteht das Unternehmenskonglomerat aus ca. 1200 Einzelfirmen oder Firmenbeteiligungen, besitzt Tochterunternehmen in über 50 Ländern und beschäftigt weltweit über 104.000 Mitarbeiter. Bertelsmann ist damit das größte Medienhaus Europas und einer der Mediengiganten der Welt. Die Produktpalette reicht von traditionellen Buchclubs, mit denen die Erfolgsgeschichte Bertelsmanns im Nachkriegsdeutschland begann, über Druckdienstleistungen, Software-Entwicklung und TV-Kanäle bis hin zu Radiostationen. Zudem baut Bertelsmann sein Dienstleistungsgeschäft aus und setzt unter anderem darauf, Dienstleistungen von Kommunen zu übernehmen.

Basisdaten

Hauptsitz
Carl-Bertelsmann-Straße 270
Postfach 111
33311 Gütersloh
Telefon: 05241-80-0
Telefax: 05241-80-62321
Internet: www.bertelsmann.de


Branche: Zeitungen, Zeitschriften, Buchverlage, Buchclubs, Tonträger, Musiklabel, Musikclubs, Video/DVD, Druckereien, Druck- und Mediendienstleistungen, Free-TV, Radio, Film-/TV-Produktion, Multimedia, Internet-Services, E-Commerce, Rechtehandel

Rechtsform: Aktiengesellschaft (seit 1971)
Geschäftsjahr: 01.01. - 31.12.
Gründungsjahr: 1835

Geschäftsführung

Geschäftsführung / Vorstand:

  • Thomas Rabe, Vorstandsvorsitzender
  • Rolf Buch, Vorsitzender des Vorstandes der Arvato AG
  • Bernd Buchholz, CEO Gruner + Jahr AG
  • Markus Dohle, CEO Random House
  • Anke Schäferkordt, CEO RTL Group
  • Thomas Hesse, Vorstand für Unternehmensentwicklung und Neugeschäfte Bertelsmann AG
Aufsichtsrat:

  • Dr. Gunter Thielen Vorsitzender der Bertelsmann Stiftung (Vorsitzender)
  • Hartmut Ostrowski, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann AG
  • Dr. Wulf Bernotat, Vorsitzender des Vorstands der E.ON AG
  • Kai Brettmann, Vorsitzender des europäischen Betriebsrats der RTL Group und Vorsitzender des Konzernbetriebsrats der Mediengruppe RTL Deutschland
  • Dr. Karl-Ludwig Kley, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Merck KGaA
  • Christa Gomez , Stellvertretende Vorsitzende des Konzernbetriebsrats der Bertelsmann AG
  • Ian Hudson, Vorsitzender der Führungskräftevertretung der Bertelsmann AG
  • Prof. Dr.-Ing. Joachim Milberg, Vorsitzender des Aufsichtsrats der BMW AG
  • Liz Mohn, stellvertretende Vorsitzende des Vorstands der Bertelsmann Stiftung, Vorsitzende der Gesellschafterversammlung und Geschäftsführerin der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft
  • Christoph Mohn, Geschäftsführer der Christoph Mohn Internet Holding GmbH, Vorstandsvorsitzender der Reinhard Mohn Stiftung und Gesellschafter der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft mbH
  • Dr. Brigitte Mohn, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung, Vorstandsvorsitzende der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe und Gesellschafterin der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft
  • Hans Dieter Pötsch, Finanzvorstand der Volkswagen AG
  • Kasper Rorsted, Vorstandsvorsitzender der Henkel AG & Co. KGaA
  • Erich Ruppik, Vorsitzender des Konzernbetriebsrats der Bertelsmann AG
  • Lars Rebien Sørensen, President und Chief Executive Officer der Novo Nordisk A/S, Bagsvaerd
  • Bodo Uebber, Vorstandsmitglied der Daimler AG
Besitzverhältnisse: Familie Mohn (19,1 %), Stiftungen (80,9 %): Bertelsmann Stiftung, Reinhard Mohn Stiftung und BVG-Stiftung

Geschichte und Profil

1835 gründete der Gütersloher Drucker und Lithograph Carl Bertelsmann einen Verlag für religiöse Literatur. Sein Sohn Heinrich erweiterte das Geschäft durch Zukäufe von Verlagen und den Ausbau einer Druckerei; dessen Schwiegersohn Johannes Mohn fügte ab 1881 Fachzeitschriften und pädagogische Buchreihen hinzu. In der vierten Generation unter Johannes Mohns Schwiegersohn Heinrich Mohn dehnte sich der Verlag von Beginn der Weimarer Republik an kontinuierlich aus, vor allem durch populäre Unterhaltungsromane. In der NS-Zeit lavierte sich der überzeugte Protestant Mohn durch die politischen Wirren, etwa als passives SS-Mitglied und Verleger von Wehrmacht- und NS-Literatur ("Panzer am Feind", "Volk ohne Raum").

Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm Mohns politisch unbelasteter zweitjüngster Sohn Reinhard (Jahrgang 1921) den danieder liegenden Buch- und Kirchenverlag und formte daraus einen Weltkonzern. Das Erfolgsrezept: So genannte "Leseringe", die Bücher im Abonnement zum Billigpreis sowie auch eigene Lexika und Atlanten anbieten. Für den Vertrieb sorgen aggressive Drückerkolonnen, die an Haustüren und in Innenstädten Kunden locken sollen. Das Club-Geschäftsmodell überträgt Mohn auch auf das Ausland. Mitte der 1950er Jahre tritt er mit dem Kauf von Ariola ins Schallplattengeschäft ein.

Der schrittweise Zukauf des Hamburger Zeitschriftenkonzerns Gruner + Jahr ("Stern", "Geo", "Brigitte"), 1972 vollendet, katapultiert das Unternehmen aus Gütersloh an die Spitze der deutschen Medienwirtschaft. Unter Bertelsmann-Regie stößt Gruner + Jahr als erster deutscher Großverlag ins Ausland vor und kauft 1994 die komplette Zeitschriftengruppe der "New York Times" und Ende 2000 die Wirtschaftstitel "Fast Company" und "Inc." - doch im Juni 2005 beschloss das Medienhaus, für Branchenkenner eher unerwartet, wieder den Rückzug aus den USA. International bekannt wurde Bertelsmann 1986 durch einen Doppelkauf in New York: die Akquisition des New Yorker Traditionsverlags Doubleday und des Musikriesen MCA. Zeitweilig, bevor 1989 Time mit Warner fusionierte, war Bertelsmann damit das weltgrößte Medienunternehmen. Auch im deutschen Privatfernsehgeschäft war Bertelsmann unter den Pionieren: Der 1984 zusammen mit der CLT gegründete Sender RTL wird 1993 Marktführer in Deutschland und steigt zu Europas größtem Werbeträger auf, später übernimmt Bertelsmann sogar in mehreren Etappen für hohe Kaufpreise die gesamte RTL-Gruppe. Nachdem sich der Gütersloher Konzern 1995 an AOL beteiligt hatte, investierte der Konzern zunehmend in Internet-Aktivitäten, etwa den Aufbau der amerikanischen Internet-Buchhandlung barnesandnoble.com sowie in das europäische Pendant BOL. Um über möglichst viele Inhalte für das vom damaligen Vorstandsvorsitzenden Thomas Middelhoff (November 1998 bis Juli 2002) hoch geschätzte E-Commerce zu verfügen, kauft Bertelsmann für schätzungsweise 4,7 Milliarden DM den New Yorker Verlag Random House und für knapp eine Milliarde DM die Mehrheit am wissenschaftlichen Springer-Verlag aus Heidelberg. Anfang 1999 steigen die Gütersloher aus dem deutschen Pay-TV (Premiere) aus und übernehmen in den folgenden Jahren im Free-TV die Produktionsgeschäfte von Pearson und Fremantle, den Kölner Sender Vox, sowie einen Anteil von 47 Prozent am Nachrichtensender n-tv, letzterer im Tausch gegen die "Berliner Zeitung". Aufgrund alter Verträge aus dem Jahr 1991 kaufte Bertelsmann 2002 außerdem die Musikfirma Zomba Records. Für hohe Sondererlöse sorgen die Verkäufe der 50 Prozent gehaltenen Anteile an AOL Europe und der 100 Prozent an der Technikfirma Mediaways an AOL. Middelhoffs Nachfolger Gunter Thielen trennte sich danach wieder von einigen Internet-Aktivitäten (E-Commerce), konsolidierte das Geschäft (Fusion von BMG und Sony) und akquirierte den DVD-Verkaufsklub Columbia House in den USA. Eine neue Firma für Tiefdruck vereinigte die Aktivitäten von Bertelsmann und der Tochter Gruner + Jahr sowie dem Juniorpartner Axel Springer AG. In zwei Büchern wurde jüngst die Klitterung der eigenen Geschichte im Dritten Reich kritisiert. Das Haus Bertelsmann, das sich zeitweise als Widerstandsverlag gerierte, arbeitete in Wahrheit mit den Nationalsozialisten gut zusammen.

Wegen des umstrittenen Spiegel-Geschäftsführers Mario Frank kam es 2008 erstmals zu einem offenen Machtkampf zwischen Gruner + Jahr und den Mitarbeitern des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“. Die Mitarbeiter KG besitzt 50,5 Prozent am Spiegel; Europas größter Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr hat mit 25,5 Prozent ein Vetorecht bei allen wichtigen Entscheidungen. Schlusspunkt war, dass der Spiegel-Verlag am 15. September 2008 einen neuen Geschäftsführer erhielt. Damit war der Streit beendet. Die Mitarbeiter hatten sich durchgesetzt und ihren Geschäftsführer Mario Frank abgesetzt, dem viele vorwarfen, auch als Geschäftsführer des Spiegels in erster Linie seinem alten Arbeitgeber Gruner + Jahr gedient zu haben. Bei der Personalentscheidung konnte aber auch der Mitbesitzer G+J sein Gesicht wahren. Der neue Mann, Ove Saffe, kommt wie sein Vorgänger Mario Frank von Gruner + Jahr, wo er zuletzt für die Stern-Gruppe (Stern, Geo, Art) verantwortlich war.

Am 6. Januar 2009 gab Gruner + Jahr bekannt, dass der Verlagsmanager Bernd Buchholz ab sofort Vorstandsvorsitzender des Hamburger Großverlags sei. Sein Vorgänger Kundrun hatte zuvor mitgeteilt, er habe sein Mandat „wegen unterschiedlicher Auffassungen über die zukünftige Strategie von Gruner + Jahr mit sofortiger Wirkung niedergelegt.“

Gruner + Jahr legte im Frühjahr 2009 die Redaktionen seiner Wirtschaftsmagazine „Capital“, „Impulse“ und „Börse Online“ mit der „Financial Times Deutschland“ zusammen und entließ zahlreiche Redakteure. Bei Bertelsmann und der Eigentümerfamilie Jahr fand dieser Kurs laut FAZ zwar grundsätzliche Zustimmung, doch wurde es als Affront verstanden, dass der Verlagschef Kundrun inmitten dieses Prozesses mit ProSieben verhandelte und offenbar gehen wollte. Gleichwohl hieß es nun mit der üblichen Floskel, man trenne sich „in gegenseitigem Einvernehmen“ voneinander. In den acht Jahren seiner Amtszeit wurden bei Gruner + Jahr zwar, wie der Verlag betont, mehr als 80 neue Zeitschriften in über 20 Ländern gegründet, zuletzt aber lief im deutschen Zeitschriftengeschäft nichts mehr rund. Das Gesellschaftsmagazin „Park Avenue“ wurde eingestellt, die Rettungsaktion für die Wirtschaftsmagazine und die FTD „wirkt brachial“ (FAZ). Daran beteiligt war in seiner bisherigen Funktion auch der neue Vorstandschef und frühere FDP-Politiker Buchholz.

Soziale Verantwortung, Unternehmenskultur, Führung und Partnerschaft, gesellschaftlicher Beitrag, Dialog - die wohlklingenden Begriffe sind Standardvokabular der Manager der Bertelsmann AG. Unentwegt beten sie der Öffentlichkeit einen Werte-Katechismus vor - und setzen ihn gegen die Shareholder-Value-Philosophie der Börsenunternehmen ein. Im Innenverhältnis dagegen messen sie sich an einer viel profaneren Größe: dem Gewinn. Das Unternehmen aus Gütersloh hat sich eine Rendite von mindestens zehn Prozent auf den Umsatz vorgeschrieben. Nur so hält sich Bertelsmann nach den Berechnungen der in dem Unternehmen traditionell starken Controller in der Spitzengruppe des weltweiten Mediengeschäfts und kann den Anlegern eine Verzinsung von 15 Prozent auf die Bertelsmann-Genussscheine bieten. Die Kalkulation erlaubt ständige Akquisitionen und Fusionen, mitunter hart an der kartellrechtlichen Grenze.

Bertelsmann musste 2008 den niedrigsten Nettogewinn seit fünf Jahren hinnehmen. 2008 verdiente die Gruppe nur noch 270 Millionen Euro, ein Drittel weniger als im Vorjahr. Der Vorstand verzichtete für 2009 auf seine Tantiemen und damit auf mehr als 50 Prozent seines Einkommens. Die Bezüge des Vorstandes summierten sich 2008 auf rund 22 Millionen Euro. Der Verzicht war ein Signal für den strikten Sparkurs, den der Konzernchef seinem Unternehmen angesichts der Konjunkturkrise verordnete. Bertelsmann litt unter der schlechten Konjunktur und milliardenschweren Schulden. Die Beiträge der wichtigsten Sparte RTL fielen vor allem aufgrund der Werbekrise geringer aus. Der Medienkonzern aus Gütersloh schrumpfte. 2009 stand im Zeichen der Sicherung von Geschäften, sodass 2010 der Konzernumsatz um 4,5 Prozent auf 15,8 Milliarden Euro gesteigert werden konnte und die Umsatzrendite mit 11,7 Prozent ihren bisher höchsten Wert erreichte.

Random House arbeitet seit Oktober 2008 mit dem Onlinekonzern Google zusammen. Das Abkommen, das zunächst nur für das US-Geschäft der Verlagsgruppe gilt, erlaubt Google Random House-Veröffentlichungen in die Bücher-Suchmaschine Google Book Search zu integrieren. Damit hat es Google geschafft, den größten Buchverlag der Welt für sein Digitalisierungsprojekt zu gewinnen, dessen Ziel es ist, sämtliches Wissen elektronisch zugänglich zu machen. In der Vergangenheit war Random House einer der prominentesten Gegner der Google-Buchsuche, die in einer urheberschutzrechtlichen Grauzone operiert.

Seit Beginn des Jahres 2009 gehört der Brockhaus-Verlag zur Bertelsmann AG.

Der Direktvertrieb gehörte bis zum 30. Juni 2011 in den Geschäftsbereich Direct Group. Wegen sinkender Mitglieder- und Buchhandelsumsätze kam es neben Entlassungen und Portfolioveränderungen zu Verkäufen der Unternehmen u.a. in Portugal, Italien, Australien, Neuseeland und Frankreich. Schließlich wurde die Direct Group als eigenständiger Unternehmensbereich der Bertelsmann AG aufgelöst und in andere Bereiche integriert bzw. verkauft. Die Club- und Direktmarketinggeschäfte in den deutschsprachigen Ländern, Spanien und Osteuropa werden seitdem unter einem Dach mit dem Musikrechtegeschäft (BMG), dem Fonds Bertelsmann Digital Media Investments (BDMI) und Bertelsmann Asia Investments (BAI) geführt, die dem Bereich Corporate Investments angehören. Hinsichtlich des Buchvertriebs in Russland, Osteuropa, der Ukraine sowie in der Slowakei und Tschechien wird derzeit laut Unternehmensangaben die „strategische Option“ des Verkaufs überprüft.

Management

Das Machtzentrum: die BVG

Bertelsmann wird über die Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft (BVG) gesteuert, in der 100 Prozent der Stimmrechte für alle Aktien gebündelt sind. An der Spitze steht ein Lenkungsausschuss, dem drei Mitglieder der Familie Mohn und drei gewählte, familienfremde Mitglieder angehören. Die BVG wurde eingerichtet, um die Interessen der Bertelsmann Stiftung und der Familie Mohn als Aktionäre der Bertelsmann AG zu wahren. Außerdem soll sie die Kontinuität und die Unternehmenskultur von Bertelsmann sichern.

Man kann sich streiten, welche Veränderung an der Spitze der Bertelsmann AG wichtiger war für die Zukunft von Europas größtem Medienkonzern. Die Ernennung im Januar 2008 von Hartmut Ostrowski zum neuen Vorstandsvorsitzenden? Oder die Beschneidung seines künftigen Amtes fünf Tage danach? Bereits bei Ostrowskis Ernennung war klar, dass er ein Unternehmen führen wird, das stärker als in der Amtszeit seiner Vorgänger Gunter Thielen und Thomas Middelhoff im Griff der Familie Mohn steckt. Ostrowski war lange genug bei Bertelsmann, um das zu wissen und als Basis und Übereinkunft seiner Ernennung zu akzeptieren. Das illustriert ein Vorgang, den die Öffentlichkeit kaum wahrgenommen hat: Fünf Tage nach seiner Berufung gab Bertelsmann eine Verkleinerung und Umbesetzung in der BVG bekannt. Der Vorsitzende des Konzernbetriebsrats, Erich Ruppik, und Christoph Mohn schieden als Gesellschafter aus. Gleichzeitig wurde die Zahl der BVG-Gesellschafter von acht auf sechs verkleinert. Das Prinzip, dass der Vorsitzende des Vorstands und der Aufsichtsratsvorsitzende kraft ihres Amtes in der BVG vertreten sind, wurde aufgegeben.

Weder die Person noch das Amt von Hartmut Ostrowski waren wohl Grund für die Änderung. Und doch bedeutet die neue Regelung einen Machtverlust für ihn gegenüber seinen Vorgängern. Der Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann AG sitzt nicht mehr automatisch in der BVG. Durch die Verkleinerung wurde die Familie gestärkt - und der Vorstandsvorsitzende geschwächt. Man kann das als Mohns Lehre aus dem Konflikt mit dem einstigen Vorstandsvorsitzenden Thomas Middelhoff ansehen. Einmal mehr wurde deutlich, dass nicht die Manager, sondern die Familie das Unternehmen führen – trotz des Ausscheidens von Christoph Mohn.

Zum Beginn des Jahres 2012 wird Hartmut Ostrowski von dem derzeitigen Finanzvorstand Thomas Rabe als Vorstandsvorsitzender abgelöst. Medienberichten zufolge soll Ostrowski gesagt haben, dass er nicht mehr die Kraft habe, Bertelsmann zu führen.

Die Eigentümer: Familie Mohn

Johannes Mohn: Er sollte einst das Unternehmen erben. 2008 schied er aus.

Im August 2008 wurde bekannt, dass Johannes Mohn Bertelsmann verlässt. Der älteste Sohn des Patriarchen Reinhard Mohn war jahrelang von ihm selbst als sein Nachfolger ins Gespräch gebracht worden. Das währte, bis Reinhards zweite Ehefrau Elisabeth ("Liz") mehr und mehr Macht übernahm und mit Christoph und Brigitte zwei ihrer drei Kinder in aussichtsreiche Positionen brachte. Ihr Sohn Andreas, das jüngste von sechs Kindern von Reinhard Mohn, spielt keine aktive Rolle im Unternehmen. Vorstandschef Hartmut Ostrowski kommentierte das Ausscheiden von Johannes Mohn in einem Schreiben an die Mitarbeiter mit den Worten: "Johannes Mohn war 27 Jahre lang eine wichtige Führungskraft."

Reinhard Mohn: Abschied vom Bertelsmann-Patron

Reinhard Mohn, der Bertelsmann nach dem 2. Weltkrieg gemeinsam mit seinen Managern an die Weltspitze geführt hat und der im Jahr 1980 den Vorstandsvorsitz abgab, ist im Oktober 2009 im Alter von 88 Jahren verstorben. In den Jahren vor seinem Tod trat er nach außen als Unternehmenschef nicht in Erscheinung - es gab jedoch keine wesentliche Entscheidung ohne sein Plazet, wobei der gesundheitlich angeschlagene Mohn vor allem auf seine Frau Liz Mohn hörte.

Christoph und Brigitte Mohn: Die Kinder, die das Unternehmen erben

Bücher von Reinhard Mohn sind keine Bestseller, enthalten aber entscheidende Botschaften, was die Macht und Nachfolge in seinem Unternehmen betrifft. 2003 war die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, damals noch Oppositionsführerin, nach Gütersloh an den Unternehmenssitz geeilt, um Mohns Buch "Die gesellschaftliche Verantwortung des Unternehmers" vorzustellen. Die Buchpremiere geriet als Inthronisation seiner Frau Liz als Familiensprecherin. Liz Mohn bedankte sich mit einer Empfehlung bei Angela Merkel.

2008 schrieb Reinhard Mohn: "Während sich Christoph durch große Eigenständigkeit auszeichnet, teilt Brigitte in ihrer zielgerichteten und verantwortungsvollen Art meine Auffassung, dass jedermann mit seiner Arbeit auch einen Beitrag für die Gemeinschaft zu erbringen hat." Brigitte sei einst das Sorgenkind gewesen. Wie ihr Großvater und ihr Vater, so leidet sie an Asthma.

Im Dezember 2007 wurde Brigitte Mohn mit Wirkung zum 1.1.2008 auf einer außerordentlichen Hauptversammlung in den Aufsichtsrat der Bertelsmann AG gewählt. Brigitte Mohn übernahm bereits 2001 den Vorstandsvorsitz der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe (SDSH) von ihrer Mutter und Stiftungsgründerin Liz Mohn. 2005 wurde Mohn Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung, in der sie die Bereiche tertiärer Sektor und Gesundheit verantwortet. Brigitte Mohn ist außerdem seit 2002 Gesellschafterin der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft (BVG). Mohn studierte Politik, Kunstgeschichte und Germanistik und promovierte an der privaten Universität Witten/Herdecke. 2001 absolvierte sie ein MBA-Studium an der Managementhochschule WHU Koblenz und am Kellogg Institute in den USA. Sie arbeitete am Institut für Weltwirtschaft in Kiel, bei den US-Verlagen Bantam, Doubleday und Dell in New York, sowie bei McKinsey und der Multimediaagentur Pixelpark.

Im Vorstand der Stiftung werde Brigitte die Kontinuität sichern, schreibt Reinhard Mohn. Mit diesen Worten erhebt er sie quasi zur Nachfolgerin seiner Frau. Das ist die Botschaft des Buches. So wurde das Buch bei Bertelsmann und in der Branche verstanden.

Christoph Mohn: Das "europäische Google" gibt auf - das Ende von Lycos

Christoph Mohn, 43, Chef der Internetfirma Lycos und Bertelsmann-Milliardenerbe, wurde erzogen, bescheiden zu sein. Als Unternehmer habe man Verantwortung, predigte sein Vater Reinhard, der ihn zusammen mit seinen Geschwistern Brigitte und Andreas adoptierte als er fast schon erwachsen war. "Ich kenne überhaupt keinen Manager, der so wenig führt wie Chris Mohn", sagte einst ein Geschäftsführer einer Lycos-Tochterfirma. Er habe die dezentrale Führungstechnik des Vaters Reinhard so sehr verinnerlicht, dass er überhaupt nicht mehr führe. Christoph Mohn studierte Marketing in Münster, arbeitete in New York und Hongkong bei der Bertelsmann Music Group (BMG) und bei McKinsey. Als er, zurück am Firmensitz in Gütersloh, für Bertelsmann Internet-Firmen fit für die Börse machen sollte, und niemand sich für Lycos interessierte, stieg er selbst ein und investierte Millionen. Die Eigentümer machten ihn zum Chef. Damals dachte man, Lycos werde ein zweites AOL, mit dem Bertelsmann Milliarden verdienen kann – und sein Gesellenstück auf dem Weg in den Vorstand von Bertelsmann. Lycos galt als seine Bewährungsprobe.

Beflügelt vom Börsengang im Jahr 2000, bei dem Lycos rund 700 Millionen Euro einnahm, kaufte Mohn andere Firmen auf und plante eine riesige Firmenzentrale mit drei 20 Meter hohen Türmen für 2000 Mitarbeiter. Er hatte große Träume. Damals war die Aktie 33mal überzeichnet. Doch dann brach die Internetblase ein, der Börsenkurs von einst 20 Euro sank auf Pennyniveau und Christoph und seine Mitarbeiter mussten in ihren Containern an der Carl-Bertelsmann-Straße bleiben. Für 2008 immerhin hatte Christoph schwarze Zahlen vorausgesagt.

Doch es kam anders. Lycos ist Geschichte. Mohn musste im November 2008 verkünden, das Unternehmen werde aufgelöst – profitable Teile wie das Domaingeschäft nach Dänemark verkauft, der Rest (Webhosting und Portal) geschlossen. Das hatte eine interne Analyse der Gesellschafter ergeben. 500 Mitarbeiter verlieren ihren Job; die Gesellschafter erhalten immerhin 50 Millionen der verbliebenen 130 Millionen Euro ausbezahlt. Seit dem Börsengang hat Lycos eine halbe Milliarde Euro verbraucht. Die Analyse habe ergeben, dass man in absehbarer Zeit nicht profitabel werden könne, sagte Mohn. Gegen Google habe Lycos keine Chance gehabt.

Welche Rolle wird Christoph Mohn künftig bei Bertelsmann spielen? Wird er ins Management wechseln? "Ich sitze im Aufsichtsrat", sagte er. "Das ist bei Bertelsmann meine Rolle und daran wird sich nichts ändern." Der Medienunternehmer Jürgen Richter (ehemals Springer-Vorstandschef), der bei Lycos den Aufsichtsrat führte und Christoph als Mentor vor Fehlern beschützte, sagte: "Christoph Mohn lernt nun fürs Leben. Er muss sich jetzt durchbeißen."

Die Bertelsmann Stiftung

Die 1977 gegründete Organisation soll einerseits die Unternehmenskontinuität sichern, wie das Fortbestehen des Betriebes im Gütersloher Jargon gern heißt, andererseits fördert sie Zukunftsprojekte auf den Gebieten Medien, Gesellschaftspolitik, internationale Verständigung, Kultur, Bildung, Medizin und Gesundheit. Die Stiftung hält 77,6 Prozent der Kapitalanteile an der Bertelsmann AG. Bertelsmann war in seiner Anfangszeit von der evangelischen Erweckungsbewegung geprägt und streng pietistisch sowie entschieden konservativ ausgerichtet. Ein bisschen Missionsgeist ist geblieben: Gesellschaftspolitisches Engagement nimmt Bertelsmann heute über die eigene Stiftung wahr, die sich auch zur Pflege des Meinungsklimas sowie der Kontaktaufnahme mit ranghohen Politikern gut nutzen lässt. Das Ergebnis der Anstrengungen war ein positives liberales Image, das der Bertelsmann AG seit Jahren anhaftet, anders als etwa dem 1985 verstorbenen Verleger Axel Springer oder dem Filmhändler Leo Kirch. Dabei hatte zum Beispiel die frühe Beteiligung des Bertelsmann-Personals am Betriebsgeschehen von vornherein den angenehmen Nebeneffekt, dass sich dank der Mitarbeiterdarlehen und Genussscheine die großen Akquisitionstouren des Konzerns auch ohne immense Bankschulden finanzieren ließen. Bertelsmann solle stets gegen Begehrlichkeiten von Geldgebern sowie Attacken von Konkurrenten immun sein, verfügte Mohn.

In der Vergangenheit führte die vorsichtige Finanzstrategie dazu, dass Bertelsmann beispielsweise den bereits mehrfach eingefädelten Kauf eines Hollywood-Filmstudios (Universal, Savoy) scheute. In der New Economy versuchte der Konzern 1999 und 2000 über Börsengänge von Tochter- und Beteiligungsfirmen ausreichend Kapital für Expansionspläne hereinzuholen. Die zwischenzeitlich von der Gütersloher Konzernspitze verordnete Kulturrevolution, zu der "Stock Options" für Mitarbeiter und Manager gehörten, ist längst verflogen. Nun ist es wieder Philosophie, dass sich die Manager des Hauses mit hohen Gewinnbeiträgen qualifizieren sollen.

Zwei Manager, die sich mit Wertsteigerungen profilierten, waren deshalb auch für die Nachfolge des Vorstandsvorsitzenden Thielen im Gespräch, der am 1. Januar 2008 sein Amt quittierte. Ein Jahr lang wurde über die Nachfolge Thielens spekuliert. Die Berufung von Christoph Mohn, Sohn von Reinhard und Liz Mohn, in den Aufsichtsrat Mitte November 2006 bot einen ersten Anlass für Mutmaßungen. Im Januar 2007 berief der Aufsichtsrat für den 48jährigen Hartmut Ostrowski, bisher Chef der Druck- und Onlinedienst-Sparte Arvato, zum neuen Bertelsmann-Vorstandsvorsitzenden. Der gebürtige Bielefelder Betriebswirtschaftler, lebenslängliche Bertelsmann-Angestellte und Zögling von Thielen setzte sich als typisches Bertelsmann-Gewächs souverän gegen seinen Hauptkonkurrenten Ewald Walgenbach, Chef der Direct Group, durch. Mit der Berufung von Ostrowski seien "Kontinuität" und zugleich "neue Impulse" gewährleistet, so Stimmen aus dem Hause Bertelsmann.

Nachfolger von Ostrowski als Arvato-Chef wurde Rolf Buch, der als Vorstandsmitglied von Arvato maßgeblich zum Erfolg der Gruppe und besonders zum Ausbau des Servicegeschäfts beigetragen haben soll. Buch wird zudem neues Vorstandsmitglied. Ostrowski übernimmt ab Januar 2008 das Amt von Gunter Thielen, der an die Spitze des Aufsichtsrats wechselte. Thielen, enger Vertrauter der Gründerfamilie Mohn, wird Nachfolger des Vorsitzenden Dieter Vogel, der nach 20 Jahren aus dem Aufsichtsrat ausscheidet. Vogel bleibt Gesellschafter der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft.

Anfang Januar 2008 wird bekannt, dass Ex-Bertelsmann-Chef Gunter Thielen, nach fünfeinhalb Jahren an der Konzernspitze, den Vorstandsvorsitz der deutschen Bertelsmann Stiftung übernimmt. "Mein vorrangiges Ziel ist es, die hohe Glaubwürdigkeit der Stiftung zu sichern, zudem wollen wir internationaler werden und uns intensiver als bisher mit den Auswirkungen der Globalisierung befassen", ließ Thielen wissen. Thielen hatte von Oktober 2001 bis Juli 2002 schon einmal den Vorstandsvorsitz der Stiftung inne, seit 2001 gehört er dem Kuratorium an. Gunter Thielen wurde Mitte Januar 2008 auch zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt, und trat damit die Nachfolge des 65-jährigen Dieter Vogel an, der sein Amt Ende 2007 niedergelegt hatte.

Geschäftsfelder

Fernsehen:

Die RTL Gruppe (u.a. RTL, RTL 2, Super RTL, Vox, n-tv), an der Bertelsmann über die RTL Group Verwaltungs- und Holding GmbH mit insgesamt 91,6 Prozent beteiligt ist, hat ihr Portfolio auf 42 TV- und 32 Radio-Stationen in zehn Ländern sowie ca. 30 Produktionsfirmen in insgesamt 40 Ländern ausgedehnt. Der europaweit größte Rundfunkanbieter setzte im Jahr 2010 mit 5,591 Milliarden Euro rund 7,8 Prozent mehr um als im Vorjahr (2009: 5,156 Milliarden Euro). Mit einem Anteil von mehr als 35 Prozent am Gesamtumsatz ist es die wichtigste ‚Cash Cow´ Bertelsmanns. Das Nettoergebnis (Operating EBIT) lag bei 1,109 Milliarden Euro. Der Zuwachs ist in erster Linie auf gestiegene Werbeeinnahmen in westeuropäischen Kernmärkten zurückzuführen. Insbesondere starke Geschäftsverläufe bei der Mediengruppe RTL Deutschland, bei der Groupe M6 in Frankreich und bei RTL Nederland führten zu diesem Ergebnis. Auf dem deutschen Markt erzielte RTL in der Hauptzielgruppe mit einem Zuschauermarktanteil von 35 Prozent einen Rekordwert. Erstmals seit 2003 setzte sich RTL Television auch beim Gesamtpublikum mit einem Marktanteil von 13,6 Prozent an die Spitze. Insbesondere Casting-Formate wie "Deutschland sucht den Superstar" waren beim Publikum besonders beliebt und erzielten Rekordeinschaltquoten. Sendungen wie "X Factor" werden auch in andere Länder importiert und lokal angepasst. So ist ein Ableger von "Das Supertalent" unter dem Titel "La France a un incroyable talent" auch Teil des französischen Fernsehprogramms auf M6. Die von Fremantle Media, der Produktionsfirma der RTL Group, produzierten Castingshows erzielten in allen Kernmärkten außerordentlich hohe Einschaltquoten und trugen 2010 für einen Anstieg des Umsatzes bei. Wie andere Geschäftsbereiche so investierte auch die RTL Group schwerpunktmäßig in digitale Geschäftsfelder wie Online-Videodienste und High-Definition-Angebote sowie in Diversifikationsgeschäfte. Rund 1,4 Milliarden Videoabrufe verzeichneten im Jahr 2010 die Online- und On-Demand-Plattformen in Europa. Mehr als 60 Apps werden derzeit von verschiedenen Tochterfirmen der RTL Group angeboten.

Seit Mitte Januar 2006 werden Fernsehserien über die Video-on-demand-Plattform RTL Now vertrieben. "RTL Now" ist, anders als Maxdome von ProSieben Sat.1, in die RTL.de-Websitestruktur integriert. Es wird nicht mit einem externen Zugangsprovider operiert. Auf der hauseigenen Seite Clipfish bietet RTL seit April 2007 Musikvideodownloads aus den Häusern Universal und Sony BMG gratis an.

Die RTL Group steigerte 2011 ihren Umsatz auf 5,8 Mrd. Euro (Vorjahr 5,6 Mrd. Euro). Insbesondere im Bereich der Fernsehproduktion konnte der Umsatz erhöht werden. So sorgte die Produktionsfirma Fremantle Media für positive Geschäftsergebnisse. Abgesehen von den Niederlanden stagnierte in Westeuropa der Fernseh-Werbemarkt. In Süd- und Osteuropa gab es noch deutlichere Rückgänge.

Musik:

Im November 2006 trennte sich Bertelsmann von seinem Musikverlag BMG Music Publishing, der an die Universal Music Group, einem Tochterunternehmen von Vivendi, verkauft wurde. Seit August 2008 hat sich Bertelsmann mit dem Verkauf seines 50-prozentigen Anteils an Sony BMG (an Joint Venture-Partner Sony) weiter aus dem Musikgeschäft zurückgezogen. Der Kaufpreis lag laut unternehmensnahen Kreisen wohl bei 1,5 Milliarden US-Dollar. Jedoch bereits ein Jahr später gründete der Konzern ein Joint Venture mit dem US-Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts (KKR) im Bereich Musikrechtevermarktung. Strategisch konnte sich Bertelsmann mit diesem Schachzug an die zunehmenden Möglichkeiten der Digitalisierung anpassen und weiterhin in der Musikbranche Umsätze generieren. Das neue Unternehmen namens BMG Rights Management kaufte schließlich im September 2011 den amerikanischen Musikverlag Bug Music. Noch im März 2011 hatte die Bertelsmann AG zusammen mit dem Investor KKR einen Kauf von Warner Music in Betracht gezogen.

Presse:

Das Hamburger Verlagshaus Gruner + Jahr wurde 1965 von Richard Gruner, dem Inhaber einer Druckerei im schleswig-holsteinischen Itzehoe, und den Verlegern John Jahr und Gerd Bucerius in Hamburg gegründet. Das Unternehmen beschäftigt 13.337 (2011) Mitarbeiter und gibt Zeitschriften (mehr als 500), Zeitungen und Online-Angebote in mehr als 30 Ländern heraus. In Deutschland zählen insbesondere die Zeitschriften Stern, Geo, Capital, Neon und Brigitte zu den bekanntesten Titeln. Der Verlag ist aber nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen europäischen Ländern sowie in Russland oder der Volksrepublik China aktiv und erwirtschaftet rund 54 Prozent seines Umsatzes (2011) außerhalb von Deutschland. Gruner + Jahr gehört zu 74,9 Prozent der Bertelsmann AG und zu 25,1 Prozent der Hamburger Verlegerfamilie Jahr.

Gruner + Jahr ist seit dem Ausstieg des britischen Medienkonzerns Pearson im Jahr 2008 alleiniger Gesellschafter der Wirtschaftszeitung Financial Times Deutschland. Das Unternehmen hält 59,9 Prozent an der Motor Presse Stuttgart, einem der größten Special Interest-Zeitschriftenverlage in Europa. In den USA ist die G+J-Tochtergesellschaft Brown Printing eines der größten Offsetdruck-Unternehmen. Die im Jahr 2006 ausgerufene „Expand your Brand“-Strategie bestimmt auch weiterhin das unternehmerische Handeln des Verlags. Gemeint ist der multimediale Ausbau bestehender Angebote und Medienmarken. Internet-Plattformen und Communities, Events und Merchandising sollen aus den bewährten Zeitschriften gewinnbringende Produkte machen.

Jedoch auch in neu aufstrebende Märkte wird verstärkt investiert: So kaufte G+J im August 2011 78,75 Prozent der Anteile an dem indischen Zeitschriftenhaus MaXposure Media Group. Ende Januar 2012 wurde bekannt, dass die Anteilsmehrheit an dem größten Online- und Mobile-Vermarkter des Subkontinents NetworkPlay erworben werden soll.

In süd- und osteuropäischen Ländern musste Gruner + Jahr 2011 Einbußen verkraften. Zudem schlugen sich die Entwicklungskosten für Titelinnovationen und Digitalprojekte in einem im Vergleich zum Vorjahr um 10,4 Prozent schlechteren Operating EBIT nieder. In Deutschland war das Unternehmen erfolgreich und konnte den Umsatz steigern.

Medien- und Kommunikationsdienstleistungen:

Die zu Bertelsmann gehörende Arvato AG, einer der weltweit größten Medien- und Kommunikationsdienstleister, bietet, laut Selbstauskunft, alles „vom klassischen Druck bis zu modernen Dienstleistungen wie Servicecentern, Finanz-Clearing oder Mobile Services“. Inzwischen arbeitet in der Dienstleistungsparte rund die Hälfte aller weltweiten Bertelsmann-Angestellten. Der Umsatz erhöhte sich 2010 um 5,3 Prozent auf 5,1 Mrd. € (Vorjahr: 4,8 Mrd. €). Mit dem Projekt „Würzburg integriert!“ fiel 2007 zudem der Startschuss für die Zusammenarbeit von Arvato und öffentlicher Verwaltung in Deutschland. Ziel war es, kommunale Dienstleistungen zu übernehmen. Die Stadt Gütersloh beendete die Zusammenarbeit mit Arvato im Februar 2011, da sich das Projekt als zu ambitioniert herausstellte, wobei die gesetzten Ziele der Zeitersparnis, Personal- und Kostenreduzierung nicht erfüllt werden konnten.

2005 hatte Arvato, zusammen mit Gruner + Jahr und der Axel Springer AG, das Tiefdruck-Jointventure Prinovis gegründet. Ende März 2006 kaufte Arvato fünf Telekom-Call-Center hinzu. Doch während die Entwicklungen in Frankreich und in Deutschland dank des anhaltenden Trends zum Outsourcing von Dienstleistungen erfreulich verlaufen, verläuft das Geschäft in den USA und Italien schwierig. Anfang Dezember 2006 genehmigten die zuständigen Behörden in Brüssel ein Joint Venture zwischen der Bertelsmann-Tochter Arvato und der deutschen Vodafone-Tochter Vodafone D2, die gemeinsam Inhalte für Mobilfunk und einen Download-Service anbieten. Dazu kauften die Unternehmen des Joint Ventures Anteile an dem Unternehmen Moconta, das Kundenbindungsprogramme für Mobilfunkkunden entwickelt und vermarktet. Moconta trat dem Joint Venture ebenfalls bei. Bei der scoyo GmbH, einer Arvato-Tochter, entwickeln rund 50 Mitarbeiter Online-Formate, die Lerninhalte multimedial vermitteln sollen. Kinder und Jugendliche sollen mit Comic-Illustrationen, Info-Grafiken oder flash-animierten Spielewelten an Wissen herangeführt werden. Das Angebot soll für Deutschland gelten und später internationalisiert werden. Dieses Start-up, im Mai 2007 als SIA - study interactive gegründet, verfügt über ein Investitionsvolumen von 15 bis 20 Mio. Euro. Geschäftsführer von scoyo ist Ralf Schremper, der auch Leiter der Bertelsmann- Unternehmensentwicklung im Stab von Vorstandschef Hartmut Ostrowski ist. Mit dem Einstieg in den Bereich E-Learning-Lösungen konkretisierte der neue Arvato-Chef die vom Bertelsmann-Vorstandsvorsitzendem Hartmut Ostrowski zu Beginn des Jahres angekündigte Verlagerung auf die Bereiche Dienstleistung und Bildung.

Aufgrund von sich positiv entwickelnden Finanzdienstleistungs- und Customer-Care-Geschäften sowie IT-Services in Europa konnte Arvato 2011 den Umsatz auf 5,4 Mrd. Euro steigern. Mit der Ausweitung des chinesischen Logistiknetzwerks konnte dort ein starkes Wachstum verzeichnet werden.

Buchverlage:

Dank der hundertprozentigen Übernahme des amerikanischen Großverlags Random House ist Bertelsmann mit rund 11.000 Neuerscheinungen pro Jahr und 200 Verlagsablegern in 19 Ländern (z.B. Goldmann in Deutschland, Doubleday und Alfred A. Knopf in den USA sowie Ebury und Transworld in Großbritannien) zur weltweit größten Buchverlagsgruppe angewachsen. Bestsellerautoren wie J. K. Rowling („Harry Potter“), John Grisham („The Rainmaker“) oder Dan Brown („Da Vinci Code“) scheinen Bertelsmanns Marktposition in diesem Unternehmensbereich, in dem inzwischen 5.264 Angestellte (Stand: 31.12.2010) arbeiten, auch auf lange Sicht zu sichern.

Random House steigerte 2010 aufgrund eines erfolgreichen Titelportfolios, eines rasch wachsenden Digitalgeschäfts und positiver Währungseffekte sowohl Umsatz als auch operatives Ergebnis. Mit 1,8 Mrd. Euro lag der Umsatz um 6,1 Prozent höher als im Vorjahr (1,7 Mrd. Euro). Da 2010 der Verkauf von E-Readern und Tablet-PCs anstieg, dehnte das Unternehmen seine E-Book-Programme auf mehr als 25.000 Titel aus. Die Digitalverkäufe legten weltweit um 250 Prozent zu. Mehr als zwei Millionen Mal verkaufte sich elektronisch und gedruckt das Buch des früheren US-Präsidenten George W. Bush „Decision Points“ in den ersten acht Wochen. In Deutschland landete die Verlagsgruppe mit Thilo Sarrazins „Deutschland schafft sich ab“ einen Bestseller nach Verkaufszahlen (eine Million verkaufte Exemplare).

2010 übernahm die Verlagsgruppe Random House den Hörverlag DHV.

Das Digitalgeschäft für E-Books, digitale Zeitschriften- und Zeitungsinhalte soll mithilfe des Online-Kiosks "Pubbles", der im Oktober 2010 vom DPV Deutscher Pressevertrieb und der Direct Group gegründet wurde, ausgebaut werden. Derzeit ist ein Joint Venture mit dem Weltbild Verlag vorgesehen, der kürzlich von der EU Kommission genehmigt wurde. Demnach halten Bertelsmann und die Gruner + Jahr-Tochter Deutscher Pressevertrieb (dpv) jeweils 25 Prozent, wobei sich Weltbild und sein Partner Hugendubel die restlichen 50 Prozent teilen wollen. Derzeit (Stand: Juli 2012) sind 600 Zeitschriften des Netzwerks Pressekatalogs und über 800 Zeitungen und Magazine im Online-Kiosk eingebunden. In Konkurrenz zu "Pubbles" sind die Titel von Bauer und Burda auf der Plattform "Pageplace" der Telekom und die von Springer auf dem eigenen Onlineangebot iKiosk zu finden.

Deutliche Zuwächse gab es 2011 im Digitalgeschäft. Das E-Book-Angebot wurde auf inzwischen fast 40.000 Titel in englischer, deutscher und spanischer Sprache ausgeweitet. Nichtsdestotrotz nahm der Umsatz laut Unternehmensangaben aufgrund des Wechselkurses ab, während das Operating EBIT 2011 um 6,9 Prozent auf 185 Mio. Euro stieg (Vorjahr 173 Mio. Euro). Im deutschsprachigen Bereich war Walter Isaacsons Biografie „Steve Jobs“ das meistverkaufte Sachbuch des Jahres.

Digitaltechnologie:

Der Bertelsmann Digital Media Investments Fonds BDMI, der mit 50 Millionen Euro startete, soll den Güterslohern den direkten Zugang zu innovativen Technologien und Entwicklungen sichern. Die Ehefrau des Gründers Christoph Mohn, Shobhna, wechselte ins Management des im Oktober 2006 gegründeten Venture Capital Fonds. Die Internetplattform clipfish.de, die Online-Communities der Zeitschriften von Gruner + Jahr sowie die von Konzerntochter Arvato entwickelte Download-Plattform GNAB spülen geringe Gewinne in die Betriebskassen. Im Jahr 2010 erwarb BDMI mit der Online-Fremdsprachenschule „LearnShip“, dem Startup Deal United und dem Schulbuchanbieter Flat World Knowledge drei neue Beteiligungen. Der Shopping-Club „BuyVIP“ wurde im Oktober 2010 an Amazon veräußert.

Corporate

Der Bereich Corporate umfasst das Corporate Center mit allen Zentralstandorten des Bertelsmann-Konzerns sowie die Corporate Investments. Sowohl Umsatz als auch Operating EBIT mussten 2011 schwere Rückgänge verkraften. Einmal ergaben sich bei dem gemeinsam mit KKR betriebenen Musikrechteunternehmen BMG hohe Kosten. Zudem liegt dies in der Einberechnung der Rückgänge bei den Club- und Direktmarketinggeschäften begründet. Während die Buchclubs in Frankreich, Italien, USA und Großbritannien verkauft wurden, konnten für die Clubs in Tschechien, Russland, Slowakei und Ukraine keine Käufer gefunden werden. Im August 2012 wurde bekannt, dass nun das osteuropäische Geschäftssegment behalten werden soll, da dieses schließlich mit rund 100 Mio. Euro Umsatz schwarze Zahlen schreibt. In Deutschland, der Schweiz, Österreich und Spanien hält Bertelsmann auch noch Buchclubs.

Aktuelle Entwicklung

Im Juni 2011 gab Bertelsmann die Auflösung des Unternehmensbereichs Direct Group bekannt.

Der designierte Vorstandschef Thomas Rabe gründete im Dezember 2011 ein Beratergremium, das Group Management Committee (GMC), welches die Internationalisierung des Konzerns vorantreiben soll. Ab dem 1. Januar 2012 berät und unterstützt das GMC den Bertelsmann-Vorstand bei Fragen der Konzernentwicklung, Konzernstrategie und konzernübergreifenden Themen. Vor allem für Lateinamerika und China sollen neue Geschäftsmöglichkeiten ausgelotet werden. Neben den Mitgliedern des Gesamtvorstands setzt sich das Gremium zusammen aus der Chefin des Corporate Centers in China Annabelle Lu Yong, der RTL-Deutschlandchefin Anke Schäferkordt, der Random House-Chefin Gail Rebuck in Großbritannien, der Leiterin der Unternehmenskommunikation von Bertelsmann Karin Schlautmann, dem weltweiten Chef der Club- und Direktmarketinggeschäfte Fernando Carro de Prada, dem CEO der französischen Fernsehgruppe M6 Nicolas de Tavernost und dem Bertelsmann-Personalchef Immanuel Hermreck.

Kurz nach dem Antritt von Thomas Rabe als neuer Vorstandsvorsitzender verkündete RTL-Chef Gerhard Zeiler Ende Februar 2012 seinen Rücktritt. Auf der Hauptversammlung im April will er abtreten. Seine Nachfolge soll mit der langjährigen Chefin von RTL Deutschland Anke Schäferkordt und Ex-ProSiebenSat.1-Chef Guillaume de Posch ein Führungsduo antreten. Obwohl Zeilers Vertrag vor anderthalb Jahren um fünf Jahre verlängert wurde, wolle er sich laut Bertelsmann-Aussagen neuen beruflichen Herausforderungen widmen. Insidern zufolge kommt sein Rückzug nicht überraschend. Schließlich hätten auch die ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Thomas Middelhoff, Gunter Thielen und Hartmut Ostrowski von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, sich ein Führungsteam zusammenzustellen. Unterschiedliche Auffassungen bezüglich des Budgets von RTL zwischen Rabe und Zeiler stärken die These, dass Rabe seinen Einfluss geltend machte.

Wenige Tage nach der Meldung über Zeilers Rücktritt verkündete Thomas Rabe, dass die Bertelsmann AG von RTL unabhängiger werden soll. Es müsse mehr als nur eine „Cash Cow“ geben. Zehn bis zwölf Wachstumsplattformen sollen in den nächsten fünf Jahren ausgebaut werden, sodass der Konzern breiter aufgestellt wird und internationaler agiert. So kann beispielsweise der Bildungsbereich in neu aufstrebenden Märkten wie Indien, Brasilien und China ausgebaut werden. Rabe geht es vor allem um ein besseres Klima, das die Umsetzung neuer Ideen ermöglicht und die besten Medienunternehmer zu Bertelsmann zieht.

Ein Anfang wurde schon gemacht: Mitte Februar 2012 ging Bertelsmann eine Partnerschaft mit der in Zürich gegründeten Community „Sandbox Network“ ein, die sich als „die weltweit führende Community von außergewöhnlich jungen Erneuerern“ versteht. Deren Mitglieder haben es sich auf die Fahnen geschrieben, vor ihrem 30. Geburtstag etwas auf der Welt zu bewegen.

Thomas Rabe strebt seit seinem Amtsantritt zu Beginn dieses Jahres einen Strategiewechsel an, wodurch der Konzern wachstumsstärker, digitaler und internationaler aufgestellt werden soll. Dies will er durch vier strategische Stoßrichtungen erreichen: „Erstens über die weitere Konsolidierung und Stärkung unseres Portfolios, zweitens durch eine beschleunigte digitale Transformation unserer Kerngeschäfte, drittens die Bildung neuer Wachstumsplattformen und viertens die Expansion in neue geografische Wachstumsregionen.“ Insbesondere China, Indien und Südamerika bergen aus Unternehmenssicht ein großes Potenzial und müssten weiter erschlossen werden. Auch im Bildungsbereich will Bertelsmann zukünftig mehr investieren. Zudem soll der Druckbereich in einer eigenen Sparte gebündelt werden. Die genaue Strategie wird derzeit noch ausgearbeitet und soll im August 2012 präsentiert werden. Bis dahin hat Thomas Rabe einen Investitionsstopp verhängt. Die Strategie der zunehmenden Digitalisierung wird personell jedoch weiter verfolgt. So wurde kürzlich (Juni 2012) der Burda-Manager Marcel Reichart abgeworben, um ihn unmittelbar dem Jung-Vorstand Thomas Hesse zu unterstellen.

Medienberichten zufolge bereitet sich der Konzern auf einen Börsengang vor. Dieser Vermutung liegt die Tatsache zugrunde, dass ein Wechsel der Rechtsform von Aktiengesellschaft in Europäische Aktiengesellschaft SE (Societas Europaea) sowie in Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) geplant ist. Die SE ermöglicht es der Familie Mohn weiterhin, die Kontrolle über den Konzern zu behalten, während „auf Ebene der KGaA frisches Geld“ aufgenommen werden kann.

Links

Informationen des Unternehmens:

» Pressemitteilungen der Bertelsmann AG
» Geschäftsberichte


Presseberichterstattung:

» Handelsblatt: BMG Rights kauft Elvis und die Sex Pistols (26.03.2010)
» Handelsblatt: Hartmut Ostrowski - Niederlagen machen kleiner (24.11.2009)
» Die Zeit: Reinhard Mohn - Erfolg haben, heißt Verantwortung abgeben (05.10.2009)
» taz: Reinhard Mohn - Abschied von einem Scheinlinken (05.10.2009)
» Frankfurter Rundschau: http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/medien/1991905_Zum-Tode-von-Reinhard-Mohn-Der-Patriarch.html (04.10.2009)
» Horizont: Bernd Buchholz wird auch Bertelsmann-Vorstand (17.07.2009)
» Wirtschaftswoche: Dünne Luft bei Bertelsmann (18.06.2009)
» Horizont: Bertelsmann arbeitet unter Hochdruck an Sparprogramm (4.6.2009)
» Werben & Verkaufen: Bertelsmann will 10.000 Stellen streichen (3.6.2009)
» Handelsblatt: Bertelsmann droht der Abstieg (12.5.2009)
» FAZ: H. Ostrowski - "Mehrere hundert Millionen Euro einsparen" (2.5.2009)
» FAZ: Christoph Mohn: Lycos hatte keine Chance gegen Google (26.11.2008)
» NZZ: Die Gabe des Vergessens (31.10.2008)
» Süddeutsche Zeitung: Bertelsmann - Der ungeliebte Sohn geht (22.8.2008)
» FAZ: Hartmut Ostrowski: 15 Kilometer Auslandserfahrung (28.7.2008)
» New York Times: Bertelsmann - At a Global Media Company (2.6.2008)
» DIE ZEIT: Bertelsmann Stiftung - Wo geht es hier zur Zukunft? (08.11.2007)
» FAZ: Brigitte Mohn - Vom Imperium befreit (27.8.2007)
» Cicero: Das schwere Erbe der Mohns (08/2006)
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