LED-Fernseher auf der Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin

1.9.2012

Vivendi S.A.

Umsatz 2011: € 12,486 Mrd.

Aktuelle Entwicklung

Am Abend des 28. Juni 2012 wird bekannt gegeben, dass Vivendi sich von CEO Jean-Bernard Lévy trennt, wegen „unterschiedlicher Auffassungen über die Strategie“. An der Börse stieg der Vivendi-Titel gleich um über fünf Prozent. Von Management- und Aktionärsseite wurde Lévy vorgeworfen, mit 7,8 Mrd. Euro einen viel zu hohen Preis für die 44-Prozent-Beteiligung des britischen Mobilfunkkonzerns Vodafone an SFR bezahlt zu haben. Aktionäre, Investoren und Aufsichtsratschef Fourtou setzen sich für einen radikalen Umbau ein und fordern eine Aufspaltung des Konzerns. Lévy war dagegen, hielt an der Strategie fest, die wesentlichen Konzernteile zusammenzuhalten, und war so nicht länger tragbar.

Unmittelbar ging daraufhin das Gerücht um, Vivendi wolle sich als erstes von der Games-Sparte Activision Blizzard trennen. Doch schon am 3.7. wurden Zweifel laut. Analysten gehen davon aus, dass es derzeit einfach keinen Kaufinteressenten gebe. Der weltgrößte Spiele-Publisher Activision sei zu groß, niemand (also weder Warner oder Disney, noch Microsoft) sei bereit, die für den 61-prozentigen Vivendi-Anteil notwendigen 8,1 Milliarden US-Dollar zu bezahlen.

Zuvor waren Anfang März 2012 die Ganzjahreszahlen für 2011 veröffentlicht worden. Danach war die Stimmung bei den Anlegern im Keller – trotz Rekordgewinn (2,95 Mrd. Euro Gewinn bei einem nahezu unveränderten Gesamtumsatz von 28,8 Mrd. Euro). Das Telekom-Geschäft in Brasilien (GVT) und die Spielesoftware von Activision-Blizzard erwiesen sich wieder als besonders lukrativ. Doch, wie gesagt, hielt sich die Freude bei den Aktionären in Grenzen. Denn zum einen soll die Dividende um 40 Cent auf 1 Euro gesenkt werden. Vor allem aber lag es an dem „ernüchternden Ausblick“, den Vivendi mit dem Jahresbericht verkündete. 2012 und 2013 rechne man nicht mit einem Gewinnwachstum – wegen höherer steuerlicher Belastungen und des Markteintritts eines nach SFR, France Télécom („Orange“) und Bouygues vierten Wettbewerbers im Mobilfunkgeschäft („Free“, Iliad S.A.).


Dossier

Medienpolitik

Die neuen technischen und inhaltlichen Entwicklungen der digitalen Medien sind eine Herausforderung für Medienmacher, Publikum und Politik. Journalisten müssen beispielsweise immer mehr Informationskanäle beobachten und große Mengen an Daten auswerten. Für die Bürger können die Veränderungen in der Medienlandschaft zu einer stärkeren (politischen) Beteiligung führen und Medien werden genutzt, um für politische Belange Aufmerksamkeit zu erzeugen. Neue Entwicklungen wie soziale Medien oder das Internet der Dinge werden bezüglich des Daten- und Verbraucherschutzes kontrovers diskutiert. Das Dossier möchte Grundlagen zum Rundfunk- und Medienrecht vermitteln, die neuen Herausforderungen und Nutzungsmöglichkeiten aufzeigen und eine kritische Auseinandersetzung mit der sich ständig wandelnden Welt der Medien und der sie regulierenden Medienpolitik fördern.

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