LED-Fernseher auf der Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin

1.9.2012

Cox Enterprises Inc.

Umsatz 2011: $ 14,700 Mrd. (€ 10,560 Mrd.)

Management

Ende der 90er Jahre ging der Konzern eine strategische Neuorientierung an. Zum einen stimmte Cox Enterprises Anfang 1999 dem Verkauf des Satellitengeschäfts Primestar an den Konkurrenten Hughes Electronics (Direct TV) zu. Cox war mit 10,4 Prozent an Primestar Inc. beteiligt. Zum anderen verabschiedete sich Cox Broadcasting 1999 endgültig aus der Produktionsbranche und liquidierte seine 100-prozentige Tochter Rysher Entertainment (Produktionen u.a. HBOs "Sex and the City", CBSs "Nash Bridges" und die Erfolgsshow "Entertainment Tonight"). Das verlustreiche Filmstudio Ryshers wurde bereits 1997 geschlossen. Die Rechte an Ryshers Film- und Fernsehbibliothek sowie die aktuellen Produktionen wurden von Paramount übernommen.

Stattdessen investierte das Unternehmen fleißig in die Erweiterung und Ausbau seiner Kabelsysteme. Heute ist Cox Communications einer der führenden US-Anbieter digitaler Telekommunikationsdienstleistungen über Kabelfernsehnetze. Ziel des Medienkonzerns ist es, sich auch langfristig als führender Anbieter digitaler Dienste zu etablieren. Insbesondere konzentriert sich Cox Communications darauf, seinen mehr als 6 Millionen Kunden Kabel-TV in Paketen (gebündelte mit breitbandigem Internet-Zugang, digitalem Fernsehen und Telefonie) anzubieten.

Nachdem es in der Gerüchteküche immer hieß, Cox Communications stehe zum Verkauf, ging der Cox-Klan 2004 in die Offensive und übernahm für rund 8,5 Milliarden US-Dollar den Streubesitz. Damit fiel der umsatzstärkste Teil des Konzerns wieder unter private Kontrolle. Cox Radio verblieb zunächst einziges börsennotiertes Segment des Unternehmens, bis die Familie auch diesen Firmenteil zurückkaufte.

Die Reprivatisierung von Cox Communications erhielt einen fahlen Beigeschmack durch das von der amerikanischen Börsenaufsichtsbehörde SEC eingeleitete Insiderhandel-Verfahren gegen Garner Anthony, ehemaliges Vorstandsmitglied und Ehemann von Unternehmensgründertochter Barbara Anthony Cox. Das Verfahren lief 2006 auf einen Vergleich ohne Schuldbekenntnis und eine Strafe von 100.000 US-Dollar für Anthony hinaus.

Im Gegensatz zu vielen börsennotierten Medienunternehmen scheint das sich immer noch in Privatbesitz der Cox-Familie befindliche Unternehmen in ruhigerem Fahrwasser zu befinden. Insbesondere das Angebot von digitalen Diensten über die Breitband-Kabelnetze sorgt seit Jahren für stabiles Wachstum.

Im Jahr 2005 vollzog sich zudem ein Generationswechsel in der Führungsetage von Cox Enterprises. Außerdem baute man 2006 die Automobil-Informationssparte weiter aus. Aus der Auflösung des Joint Venture "Trader Publishing Company" (mit Landmark Communications) nahm man über 300 Auto und Truck Publikationen mit und legte diese mit dem Online Anzeigen Portal Auto-Trader unter dem Dach der Cox Auto Trader zusammen.

Anfang Juni 2007 verstarb Miteigentümerin Barbara Anne Cox (84), Tochter des Firmengründers James M. Cox. Ihr Sohn Jim Kennedy führte von 1988 bis 2008 den Konzern. Nach Angaben des Forbes Magazins wurde ihr hinterlassenes Privatvermögen und das ihrer Schwester Anne Cox Chambers, auf jeweils 12,6 Mrd. US-Dollar geschätzt. Das Erbe ging an ihre in Australien lebende Tochter, die Kinderbuchautorin Blair Parry-Okeden. Die Mitglieder des Cox-Clans finden sich regelmäßig weit vorne in den Forbes-Listen der reichsten Amerikaner. Im Januar 2009 trat Jimmy Hayes die Nachfolge des Gründerenkels Jim Kennedy an der Konzernspitze an. Hayes ist zwar kein Familienmitglied, aber bereits seit fast 30 Jahren im Konzern tätig. Kennedy sitzt aber weiterhin im Aufsichtsrat.


Dossier

Medienpolitik

Die neuen technischen und inhaltlichen Entwicklungen der digitalen Medien sind eine Herausforderung für Medienmacher, Publikum und Politik. Journalisten müssen beispielsweise immer mehr Informationskanäle beobachten und große Mengen an Daten auswerten. Für die Bürger können die Veränderungen in der Medienlandschaft zu einer stärkeren (politischen) Beteiligung führen und Medien werden genutzt, um für politische Belange Aufmerksamkeit zu erzeugen. Neue Entwicklungen wie soziale Medien oder das Internet der Dinge werden bezüglich des Daten- und Verbraucherschutzes kontrovers diskutiert. Das Dossier möchte Grundlagen zum Rundfunk- und Medienrecht vermitteln, die neuen Herausforderungen und Nutzungsmöglichkeiten aufzeigen und eine kritische Auseinandersetzung mit der sich ständig wandelnden Welt der Medien und der sie regulierenden Medienpolitik fördern.

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