LED-Fernseher auf der Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin

1.9.2012

Cox Enterprises Inc.

Umsatz 2011: $ 14,700 Mrd. (€ 10,560 Mrd.)

Aktuelle Entwicklung

Mitte Mai 2007 trennte sich Cox von seiner 25%-Beteiligung bei Discovery. Die erlöste Finanzspritze soll vor allem zur Reduzierung der durch die Reprivatisierung von Cox Communications im Jahr 2004 entstandenen Schuldenlast verwendet werden. Im Juli 2007 honorierte die internationale Rating-Agentur Fitch die erfolgreichen Strategien von Cox Enterprises. Trotz der unsicheren Zeiten im Zeitungsgeschäft wertete die Agentur den Ausblick des gesamten Konzerns als positiv. Insbesondere die eher konservative Finanzpolitik wird gelobt. Fitch schätzt, dass circa 25 Prozent des Konzernumsatzes aus Werbeeinahmen und 75 Prozent aus Abonnenten und anderen Transaktionen stammt.

Um auch weiter erfolgreich im Werbegeschäft zu agieren, gründete Cox Television im September 2007 eine neue auf Online-Medien spezialisierte Agentur. Cox Cross Media soll die Werbeflächen der Internet-Seiten von Cox-Fernsehstationen vermarkten.


Zugleich kündigte das Unternehmen an, sich stärker im Bereich mobiler Medienplattformen engagieren zu wollen. Cox Television hatte sich schon im Sommer der US-TV-Branchenallianz „Open Mobile Video Coalition“ angeschlossen. Ziel dieser Interessengemeinschaft ist es, die Entwicklung im mobilen, digitalen TV-Bereich voranzutreiben. Hierbei werden vor allem einheitliche technische Standards eine zentrale Rolle spielen.

Cox Communications verstärktes Engagement im mobilen Kommunikationsbereich äußert sich auch in einer neuen Partnerschaft mit Mobilfunkanbieter Sprint. Hierbei geht es darum, die bisher sehr erfolgreiche Triple-Play-Strategie (TV, Breitband-Internet und Festnetztelefonie im Paketangebot) zur Quad-Play-Strategie (plus Mobiltelefonie) auszubauen.

Die Umsätze des Konzerns legten 2007 gegenüber dem Vorjahr um 11 Prozent zu. Dieses Wachstum geht hauptsächlich auf das Konto der Cox Communications Sparte zurück. Nach Konzernangaben versorgt Cox Ende 2007 mit seinen Kommunikationsnetzwerken etwa 2,4 Mio. Kunden mit Telefondiensten, 3,7 Mio. Kunden mit Breitbandnetzwerkdiensten und 3,1 Mio. Kunden mit digitalem Kabelfernsehen. Etwa 60 Prozent aller Kunden beziehen diese Dienste im Rahmen von Paketangeboten, was für den Erfolg der Triple-Play-Strategie spricht.

Der Ausbau und Erfolg der Cox Communications Sparte illustriert auch noch mal deutlich die zunehmende Fokussierung des Konzerns auf Geschäftsfelder jenseits der werbefinanzierten Medien. Nach Konzernangaben stammen nur noch 20 Prozent der Umsätze aus seinen klassischen Medienbereichen wie Tages- und Wochenzeitung, Fernsehen und Radio. Angesichts der anhaltenden Krise der Zeitungsbranche kam im Frühherbst 2008 die Ankündigung von Cox Enterprises, 28 Wochen- und Tageszeitungen, sowie zwei Direktwerbetochterunternehmen verkaufen zu wollen, auch wenig überraschend. Die erhofften Erlöse sollen vor allem dem Abbau von Schulden dienen.

Von dem Verkauf betroffen waren hauptsächlich kleinere und einzelne mittelgroße Zeitungen in Texas, North Carolina und Colorado. Das Glanzstück zwischen den zum Verkauf angebotenen Publikationen war die profitabel arbeitende Tageszeitung „Austin American Statesman“. Man erhoffte sich wohl einen Erlös deutlich über 500 Mio. US-Dollar. Auf Grund der schlechten wirtschaftlichen Lage verzögerte sich der Verkaufsprozess. Nach Pressestimmen gab es weniger ernste Kaufinteressenten als erwartet, Angebote wurden auch zurückgezogen. Der Konzern entschied sich schlussendlich, den „Austin American Statesman“ nicht um jeden Preis abzugeben.

Mit Sicht auf den Verkauf des größten Teils seiner Wochen- und Tageszeitungen kündigt Cox Enterprises Anfang Dezember 2008 auch eine signifikante Veränderung in der Konzernstruktur an. Die verbleibenden klassischen Medienaktivitäten (Zeitung, TV und Radio) werden unter dem Dach einer Cox Media Group fusionieren.


Verkäufe, Umstrukturierung und Medienkrise führen zu einem deutlichen Personalrückgang. So beschäftigte das Unternehmen 2010 nur noch 60.000 Menschen. Das ist der niedrigste Personalstamm seit der Jahrtausend-Wende. Nur drei Jahre zuvor zählte der Konzern noch 83.000 Mitarbeiter.

Im April 2010 meldete die Cox Media Group, dass sie mit weiteren US-Medienunternehmen, darunter Belo Corp., E.W. Scripps Co., Fox, Gannett Broadcasting, Hearst Television Inc., ION Television, Media General Inc., Meredith Corp., NBC, Post-Newsweek Stations Inc. and Raycom Media, ein Joint Venture gegründet habe, um mobile Geräte national mit Inhalten zu beliefern („national mobile content service“). Der Dienst solle Live- und On-Demand-Video, lokale und nationale Nachrichten aus Print- und elektronischen Quellen, sowie Sport und Unterhaltungsprogramme beinhalten. Das akute Bemühen von Cox, für die von der Mediengruppe produzierten Inhalte neue und rentable Verbreitungswege zu finden, zeigt sich auch im groß beworbenen Start der iPad-Application des Zeitungsflagschiffs „Atlanta Journal Constitution“ am 12. Dezember 2010.



Dossier

Medienpolitik

Die neuen technischen und inhaltlichen Entwicklungen der digitalen Medien sind eine Herausforderung für Medienmacher, Publikum und Politik. Journalisten müssen beispielsweise immer mehr Informationskanäle beobachten und große Mengen an Daten auswerten. Für die Bürger können die Veränderungen in der Medienlandschaft zu einer stärkeren (politischen) Beteiligung führen und Medien werden genutzt, um für politische Belange Aufmerksamkeit zu erzeugen. Neue Entwicklungen wie soziale Medien oder das Internet der Dinge werden bezüglich des Daten- und Verbraucherschutzes kontrovers diskutiert. Das Dossier möchte Grundlagen zum Rundfunk- und Medienrecht vermitteln, die neuen Herausforderungen und Nutzungsmöglichkeiten aufzeigen und eine kritische Auseinandersetzung mit der sich ständig wandelnden Welt der Medien und der sie regulierenden Medienpolitik fördern.

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